Lesung nur unter Polizeischutz: Vom Ende des jüdischen Lebens in Deutschland

Lesung nur unter Polizeischutz: Vom Ende des jüdischen Lebens in Deutschland

Jüdischer Autor Tuvia Tenenbom: Lesung nur noch unter Hochsicherheitsvorkehrungen (Foto:ScreenshotYoutube)

Jüdisches Leben in Berlin gibt es nicht. Dort gibt es nur den Juden-Tod im Kino und im Theater.” Diese Sätze könnten von mir sein, stammen aber von einer lieben Freundin, mit der ich vor wenigen Tagen eine Lesung des israelisch-amerikanischen Schriftstellers und Regisseurs Tuvia Tenenbom besuchte, der sein neues Buch “Wie nennt man dieses Land? Unter Siedlern“ vorstellte. Dieser Besuch hat sie nachhaltig geprägt, und auch wenn es nach Routine klingt, ganz kalt ließ mich das alles nicht.
Dabei hatte die Nachfolgeorganisation der Reichsbahn an diesem Tag einen guten Tag: Mit lediglich einer Stunde Verspätung stieg ich im inzwischen konferenzlosen, dafür traumhaft schönen Wannsee um, um zur Oranienburger Straße zu gelangen, denn in der fürwahr prächtigen Neuen Synagoge fand die Veranstaltung statt (was kein Zufall ist, wie Sie gleich noch merken werden). So oder so: Eine Stunde Verspätung hieß für mich, dass ich bei meiner Ankunft noch meinen Koffer bei mir hatte, denn zum Check-in im Hotel wäre es zu knapp gewesen. Obwohl denkwürdigerweise nirgends, nicht mal vor der Synagoge selbst, für die Lesung geworben wurde und man sich im Vorfeld per E-Mail anmelden musste, war die Schlange unverkennbar. Das lag weniger am Andrang, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass jeder gefilzt und jede Tasche gescannt wird. Jüdisches Leben kann in Deutschland nur noch so existieren.

Wir leben im besten beschissenen Deutschland aller Zeiten

Kurz nachdem ich meiner Begleiterin zuflüsterte, das mit meinem Koffer könnte zu Problemen führen, fragte mich eine Sicherheitskraft im berühmt-trockenen Berliner Charme, warum ich denn nun unbedingt meinen Hausrat mitnehmen müsse? Meine Erklärungsversuche – Verspätung, Check-in – verpufften in völligem Desinteresse und dem hingebrummelten Satz: „Na, nun kommse erst ma rein, wa?“ Das Ganze geschah in der Beobachtung zweier Polizeibeamter, die unweit des Geschehens postiert waren. Der Sicherheitsmann am Scanner, – vermutlich kein Berliner – war deutlich freundlicher als sein Kollege, so dass wir nach einem ausgiebigen Scan passieren durften.

Die Lesung selbst hervorragend: Eine Schauspielerin las zwei Kapitel des Buches vor, in denen Tuvia und seine Frau verschiedene Siedler, aber auch Palästinenser besuchten. Auch wenn Tenenbom eine jüdische Perspektive hat, schafft er es mit ihrer unfassbar sympathischen Zugewandtheit, Menschen, ohne sie lächerlich zu machen, humorig zu beschreiben. Er lässt ihnen ihre Würde, auch wenn er anderer Ansicht ist, und das ist mehr, als die meisten Menschen heute von sich behaupten können. Anschließend durften Zuschauer im vollen Saal im dritten Stock – ich schätze, es waren 200 Menschen – Fragen stellen, die Tenenbom anekdotenreich zu beantworten wusste. Währenddessen patrouillierten zwei Polizisten im Innenhof und schauten, dass hier niemand Juden tötet. Wenn die Abartigkeit zur Normalität geworden ist, die Ignoranz Intelligenz abgelöst hat, wenn der zeitgeistesgestörte „Kampf gegen rechts“ die Gefahr für jüdisches Leben von links oder vom Islam systematisch ausklammert, um eine feige und zutiefst toxische politische Korrektheit möglich zu machen: Dann sind Sie im besten beschissenen Deutschland aller Zeiten.

Wo sind die selbsterklärten Antifaschisten, wenn es drauf ankommt?

Sie glauben, aus 1938 gelernt zu haben, weil sie den unfassbaren Mut aufbringen, in einem Raum Gleichgesinnter „Fuck AfD“ zu krakeelen. Sie haben also nicht aus, sondern von 1938 gelernt. Im Angesicht der de facto gleichgeschalteten Meinung sind diese Leute tatsächlich der Überzeugung, moralisch überlegen zu sein; sie glauben ernsthaft, sie würden Zivilcourage unter Inkaufnahme persönlicher Nachteile zeigen, würden im “Widerstand“ anecken oder irgendwie rebellisch sein. Das Gegenteil ist der Fall. Das Juste Milieu erkennt die Toten vor lauter Leichenbergen nicht. Die Lesung war vorher zuerst im Kino Babylon Berlin und dann im Theater Pfefferberg geplant. Beide sagten mit fadenscheinigen Gründen ab, sodass dankenswerterweise die jüdische Gemeinde einspringen musste, damit die Veranstaltung doch stattfinden konnte.

Tenenboms enthusiastischer Optimismus, seine menschenzugewandte Art machen Hoffnung. Doch es ist nicht genug. Wenn eine Lesung wie die britischen Kronjuwelen beschützt werden muss, weil der Autor ein Jude ist, dann können sich die ewigen Kämpfer gegen rechts ihren Phantomkampf in die Haare schmieren. Wo ist der Aufstand dieser Protagonisten, dass jüdische Publizisten gecancelt werden, und wenn sie dann doch auftreten dürfen, nur in eigenen Hallen und mit massivem Polizeischutz? Wo ist Frank-Walter Steinmeier mit seiner eminenten Bedeutungsschwangerschaft? Wo ist, Antideutsche hier explizit ausgenommen, die Antifa, die sich dem „Antifaschismus“ unterworfen hat, um dann mit faschistischen Methoden gegen ihre Gegner – siehe Parteitag in Erfurt – vorzugehen? Deutschland braucht sich nicht zu wundern, dass immer weniger Juden hier leben. Früher waren die Methoden der Moralbesoffenen Konzentrationslager – und heute sind es konzentrierte Aktionen, Canceln und Bedrohen. Solange, bis in Deutschland gar kein jüdisches Leben mehr möglich ist.

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11 Kommentare

  1. Etwa die Hälfte der erwachsenen, jüdischen Deutschen wählt AfD. Ihr Artikel beantwortet zwar nicht alle Fragen nach dem Warum, obwohl diese Wahlentscheidung je etwas mit dem Wissen zu tun haben könnte, wer die meisten und hemmungslosesten, also gefährlichsten Feinde der Juden und eines angstfreien, jüdischen Alltagslebens in Deutschland sind. Aber der Artikel lässt doch einige Umrisse der Situation erkennen, in der deutsche Juden leben „müssen“.

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  2. wie es herr hartung so gerne in seine ki getränkten artikeln schreiben lässt.. die frage ist doch, wieso sind lebende 100.000 juden in deutschland mehr und tägliche presse wert als 100.000 tote deutsche opfer der energiewende, über die hier nicht berichtet oder recherchiert wird?

    was stimmt bei ihnen nicht?

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  3. Wenn ich mich recht erinnere, begann das hier beklagte „Canceln“ insbesondere mit den Aktivitäten gegen diesen Irving seinerzeit? Und da soll es ja welche gegeben haben, die da ganz vorne mit dabei war und das Unterbinden von dessen Auftritten zur heiligen Pflicht erklärten? Und wer genau hat damals in Krankfurt die Aufführung von irgendeinem Rainer Werner Fassbinder Stück unterbunden? Canceln par excellence – waren das nicht Bu und Fri?
    Aber das war ja das „richtige Canceln“: „Unser Canceln“ gewissermaßen. Jedes Pendel schwingt dummerweise zurück.
    Und ich habe auch noch die Verbuntungsaufrufe einer ganzen Reihe von Centralratsversetzenden der Centralräte im Ohr. Tja Freunde, das habt ihr jetzt davon. Gratulation.

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  4. Zur Vervollständigung des Gesamtbildes soll nicht unerwähnt bleiben, daß ausgerechnet Herr Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, es 2015 aufgrund ihrer Verbrechen im 3. Reich für die selbstverständliche Pflicht der Deutschen hielt. so viele Moslems wie möglich aufzunehmen. Er unterstützte damit Merkels Grenzöffnung, den damit einhergehenden wachsenden Antisemitismus in Deutschland sowie den beabsichtigten Bevölkerungsaustausch, der auch die hier lebenden Juden betreffen wird. Wessen Interessen vertritt Herr Schuster somit? Ganz sicher nicht die der hier lebenden Juden.
    Haben Letztere sich 2015 eigentlich gegen die Stellungnahme des Herrn Schuster verwahrt? Ich frage das ernsthaft, da ich mich diesbezüglich an nichts erinnern kann.

    1. Die bekämpfen die AfD und jammern herum, dass Rechte sie fertig machen. Auf dem Moslemauge sind die blind und wollen nicht sehen, was die ihnen antun.

      Was stimmt hier nicht? Das ist doch alle widersprüchlich.
      Wieder die Zionisten gegen ihre eigenen Leute? Das hat ja Tradition bei denen.

  5. Polizeischutz….

    Bedankt euch bei bestimmten Einzelpersonen mit medialer Macht oder auch beim einem Zentralrat und ähnlichen Zusammenschlüssen, welche die wirklichen Antisemiten und Judenhasser seit Jahrzehnten verharmlosen!
    Echte wirkliche projüdische Menschen, Parteien und politische Vereinigungen z.B. wie der „Bundesvereinigung Juden in der AfD e. V. “ werden von denen immernoch folgenlos diffamiert!

    ….mehr will ich hier nicht schreiben, weil Deutschlands Meinungs-§§

  6. Zentralrat der Juden im Jahre 2015: Deutschland hat moralische Pflicht zur Aufnahme von Flüchtlingen
    Deutschland hat nach Ansicht des Präsidenten des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, eine moralische Verpflichtung, Asylbewerber aufzunehmen. Deutschland habe so viel Unheil über die Welt gebracht und sei das letzte Land, das es sich leisten könne, Flüchtlinge und Verfolgte abzulehnen.
    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/zentralrat-deutschland-hat-moralische-pflicht-zur-aufnahme-von-fluechtlingen/

    Einwanderung
    Kahane: Der Osten ist zu weiß
    Die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane (Jüdin), hat beklagt, in den östlichen Bundesländern lebten zu wenig Ausländer. Es sei „die größte Bankrotterklärung“ der deutschen Politik seit der Wiedervereinigung, „daß ein Drittel des Staatsgebiets weiß blieb“.
    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/kahane-der-osten-ist-zu-weiss/

    „Gefahr für unser Land“
    Zentralrat der Juden warnt vor der AfD
    https://www.n-tv.de/politik/Zentralrat-der-Juden-warnt-vor-der-AfD-article22794192.html

    Warnung an Wähler und Parteien
    Zentralrat der Juden über AfD: „Die Brandmauer muß stehen“
    Der Präsident des Zentralrats warnt vor der AfD. Zugleich macht er klar: Die Regierungspolitik sei schuld an deren hohen Umfragewerten. Zu den Wählern hat er auch eine Meinung.
    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2023/zentralrat-warnt-vor-afd/

    „Dunkeldeutsche“ AfD-Hochburgen sollen durch Flüchtlinge aufgeweicht werden
    https://beischneider.net/2022/10/08/einfallstor-sachsen-auch-der-osten-soll-mit-immer-weiteren-fluechtlingen-geflutet-werden/

  7. Deutsche Staatsräson: Wer ein korrekter Jude ist, bestimmt der Verfassungsschutz
    Der antizionistische Verein Jüdische Stimme bleibt im Visier des deutschen Inlandsgeheimdienstes. In seinem Bericht für 2025 erscheint er dieses Mal sogar groß mit Logo als „gesichert extremistisch“. Der Grund: Er protestiert gegen deutsche Beihilfe für Israels fortgesetzten Völkermord in Palästina.
    https://tinyurl.com/4aja7fvx

  8. Mullahs rufen zu Mord an Merz auf!
    Todesdrohung aus dem Iran! Auf einer Grafik der regimenahen Zeitung „Hamshahri“ werden zahlreiche westliche Spitzenpolitiker in orangefarbenen Häftlingsanzügen gezeigt. Über der Collage steht auf Persisch: „Rache ist unvermeidlich.“ Direkt darunter heißt es sinngemäß, die „kriminellen“ Verantwortlichen würden ihren Tod erleben. Unter den abgebildeten Politikern: Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU)!
    https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/mullahs-rufen-zu-mord-an-merz-auf-iraner-veroeffentlichen-todesdrohung-6a5277a196188e328d493ca2

    Merkwürdig, wenn europäische Politiker oder Prominente auf der Todesliste von Diktator Selenskij landen, dann bleiben die deutschen Medien und Politiker immer erstaunlicherweise gelassen.
    Nur bei den Mullahs sind die plötzlich empört .
    Warum nur?

    Er stand auf Selenskyjs Todesliste: Ukrainischer Oppositionspolitiker in Spanien erschossen
    https://journalistenwatch.com/2025/05/22/er-stand-auf-selenskyjs-todesliste-ukrainischer-oppositionspolitiker-in-spanien-erschossen/

    Polnische Abgeordnete des EU-Parlaments auf ukrainische „Todesliste“ gesetzt
    Ewa Zajaczkowska-Hernik wurde in die ukrainische Mirotworez-Datenbank aufgenommen, nachdem sie Kiew wegen dessen Verherrlichung von Nazi-Kollaborateuren scharf kritisiert hatte. Bei Mirotworez handelt es sich um eine berüchtigte „Todesliste“, die in Verbindung mit den ukrainischen Sicherheitsdiensten steht.
    https://rtde.press/europa/285533-polnische-europaabgeordnete-auf-ukrainische-todesliste/

    Ungarns Ex-Premierminister Orbán auf rechtsextremer ukrainischer „Mirotworez“-Liste
    Der Name von Ungarns Ex-Premierminister Viktor Orbán ist jüngst auf einer ukrainischen Seite aufgetaucht, die bereits mit Mordanschlägen auf dortige Regierungsgegner in Verbindung gebracht wurde. Die Datenbank von „Mirotworez“ enthält zum Teil auch Wohnadressen.
    https://www.epochtimes.de/politik/ausland/ungarns-premier-orban-auf-rechtsextremer-ukrainischer-mirotworez-liste-a3814696.html

    Selenskyj droht Ungarns Ex-Permier Orbán mit Mord: Wo bleibt die Reaktion der EU?
    https://pi-news.net/2026/03/selenskyj-droht-orban-mit-mord-wo-bleibt-die-reaktion-der-eu/

    Grausamer Verrat: Ausgerechnet der jüdische Präsident (Selensky) der Ukraine verherrlicht Nazi-Kriegsverbrecher und Judenmörder
    https://ansage.org/grausamer-verrat-ausgerechnet-der-juedische-praesident-der-ukraine-verherrlicht-nazi-kriegsverbrecher-und-judenmoerder/

  9. „Selenskyj droht Ungarns Ex-Permier Orbán mit Mord: Wo bleibt die Reaktion der EU?“

    Die Reaktion?
    Ukraine bekommt ständig Milliarden Euro geschenkt.
    Hoch lebe die Ukraine …

    Was ist überhaupt in Ungarn los? Darüber ist es doch recht still geworden.

  10. 3 verschiedene Themen und ich wurde 3mal zensiert.
    Also wirklich … Meine Zeit ist mir zu schade, um hier noch tätig zu sein.

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