Linksgrüne Kehrtwende: Wehrpflicht statt Wehrkraftzersetzung

SPD-Verteidigungsministerin Lambrecht mit Parteichef Lars Klingbeil (r.) beim Truppenbesuch: Schluss mit der Ära der Hampelmänner! (Foto:Imago)

Der Krieg in der Ukraine führt in der deutschen Politik binnen weniger Tage zu teilweise ganz erstaunlichen 180-Grad-Wendemanövern. Dazu gehört, neben einem realpolitischen Teilerwachen in der Energiepolitik, vor allem die als „Umdenken” verbrämte (ob hier viel „gedacht“ wurde, sei dahingestellt) Neuausrichtung der Verteidigungspolitik – und zwar in „Regierung” und „Opposition”, soweit unterscheidbar, gleichermaßen. Dass die bislang rüstungs-, soldaten- und militärfeindliche SPD auf einmal all das wiederentdeckt, was früher in der Landesverteidigung völlig selbstverständlich war, ist mindestens so bemerkenswert wie die opportunistische Situationsanpassung von weiten Teilen der CDU, die schließlich 2011 die Wehrpflicht „ausgesetzt” und damit faktisch abgeschafft hatte. Jetzt, nachdem die Früchte dieser Bundeswehrverzwergung und -verhöhnung sichtbar werden und Deutschland militärisch so hilflos wie eine tibetanische Mönchsrepublik im Angesicht der Bedrohung dasteht, führen sie alle plötzlich das große Wort und reden von Erhöhung der Wehrbereitschaft.

Zum neuen Wind, der weht und alles sogleich von einem Moment verändert, gehört auch die Debatte über die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht für junge Männer und Frauen nach deren Schulzeit. Diese solle sich nicht auf die Bundeswehr beschränken, sondern etwa auch auf den Pflege- und Sozialbereich. Auch SPD-Sicherheitsexperte Wolfgang Hellmich befürwortete eine solche Dienstpflicht, die „den Gemeinsinn fördern” würde. Eine entsprechende Debatte müsse „dringend” geführt werden. Allerdings müsse auch die Bundeswehr attraktiver gemacht werden: „Wir brauchen eine professionell ausgerüstete und agierende Bundeswehr. Da sind wir über die allgemeine Wehrpflicht weit hinaus.” Auch die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Sara Nanni, betonte die Notwendigkeit, „zu allererst in das Personal” zu investieren, denn dieses sei „das Rückgrat der deutschen Verteidigungspolitik”.

Jahrzehntelange strukturelle Bundeswehrzerstörung

Was hier vorgebracht wird, sind genau die Argumente, die diejenigen, die sie jetzt ins Feld führen, zuvor nie hören wollten und sträflich ignoriert haben – obwohl die Kritiker der sträflichen strukturellen Bundeswehrzerstörung sie gebetsmühlenartig vorgetragen hatten. Wenigstens kann man denen, die jetzt so tun, als seien dies ganz neue Erkenntnisse, zugute halten, dass sie – besser spät als nie – nun auf der richtigen Seite stehen. Es gibt noch schlimmere Kantonisten, die selbst trotz des Ukrainekrieges den Schuss nicht gehört haben – und weiterhin Kritik an der Wiedereinführung der Wehrpflicht üben; diese Unverbesserlichen finden sich nicht nur in den linken Parteien, sondern auch in der CDU und der FDP, wo man anscheinend meint, Freiheit gäbe es gratis und sie müsse nicht verteidigt werden. Der Tenor ist hier der, dass die Wehrpflicht „unzeitgemäß” sei (was sie sicher nicht ist) und „der dringend erforderlichen Modernisierung der Bundeswehr nicht förderlich” wäre (als ob das eine etwas mit dem anderen zu tun hätte!)

Dass zu diesem eine Dienstpflicht ablehnenden Lager ausgerechnet auch die SPD-Verteidigungsministerin Christine Lambrecht gehört („Ich kann nur davon abraten, jetzt über Wehrpflicht zu diskutieren”), die damit erneut der eigenen Truppe in den Rücken fällt, aber auch ihre Parteigenossin Eva Högl – die wohl fulminanteste Fehlbesetzung aller Zeiten im Amt der Wehrbeauftragten -, zeigt, dass sich nicht nur quantitativ, sondern vor allem qualitativ in der Führungsbesetzung der Truppe etwas ändern muss: Als erstes müssten dort fachfremde, ideologiestrotzende Quotenhausfrauen, Bedenkenträger und Polit-„Amateur*Innen” verschwinden, und stattdessen Politiker (und eben nicht länger „-Innen”!) mit Durchsetzungsstärke, tunlichster Diensterfahrung und militärischem Sachverstand oder zumindest natürlicher Autorität an die Schalthebel zurückkehren. Damit wäre im In- und Ausland schon viel gewonnen.

33 Kommentare

    • High, den Großteil der militärischen Macht bezieht die NATO aus der US-Armee. Es wäre besser, wenn die EU ihr eigenes ausreichend leistungsfähiges und natürlich autonomes Verteidigungsbündnis hätte. Dazu ist natürlich genauso eine dafür ausreichende militärische Schlagkraft nötig. Es können dann gern andere Länder dazu kommen. Aber eben dann unter der Europäischen Führung.. Freundlichst Fiete

      • Theorie und Praxis, ist nicht das selbe.
        EU ist nicht Europa.
        Die EU bastelt schon an einer eigenen Armee, die kontraproduktiv zu NATO steht.
        Ohne ins militärische zu vertiefen:

        VIELE KÖCHE VERDERBEN DEN BREI

        • High, besser als gar keinen Brei. Und erst wenn der Gegner von dem Brei gekostet hat, kann es wissen, dass der Brei verdorben ist. Wenn die Gewehre aber nur von schwangeren Frauen und Fummeltrinen gehalten werden, bräuchte er nicht zu probieren, um es zu erklennen. Freundlichst Fiete

          • Na ja, wenn sich die Gewehre gegen Menschen richten ist es egal wer den Abzug drückt. Da kann schon mal einer daneben gehen. Die Mehrheit trifft. Auch unter diesen Bedingungen brauchen wir keine Europa Armee. Aber die Eliten brauchen sie um die Völker in Schach zu halten, auch hier in Europa. Was ist daran notwendig und menschlich? Die Sicherheit der Waffen?

          • High, es wurde leider nichts zustande gebracht, das uns von der US-dominierten Nato unabhängig machen ja befreien könnte, die so allein Schuld am Ukraine-Kriegsausbruch ist. Putin hat nur reagiert, und Selenski ist ein Idiot. 🙂 Freundlichst Fiete

      • Daran arbeitet die EU doch schon seit Ende der Regentschaft von Goldkettchen Gerd. Haben sie das nicht mitbekommen? Nur was nutzt uns eine Europa Armee? Oder anders, kann es sein das man die Europa Armee zusätzlich zu den nationalen Armeen aufbaut. Und was heißt das für die Völker Europas? Aufwachen kann ich da nur sagen.

        • High, da sich die Länder nicht in ihre nationalen Armeen hinein rühren lassen wollen, kann es nur zu einer parallelen Erstellung einer Europa-Armee kommen. Pardon EU-Armee. Freundlichst Fiete

  1. High, eine Wehrpflichtarmee kann man nicht für einen Putsch benutzen! Das wäre für mich schon Grund genug. Aber wir haben auch so viele Neu-Deutsche junge Männer, die hauptsächlich unsere Justiz und unsere Sozialsysteme beanspruchen. Die wären mit einer Wehrpflicht-Bundewehr wirtschaftlich und könnten auch, was dringend nötig ist, kulturell eingenordet werden. Freundlichst Fiete

    • Die Neudeutschen, werden sicher nicht fuer Buntland kaempfen. Warum auch sollten sie sich dafuer verheizen lassen.
      Die seit 2015 ins Land stromenden Neudeutschen, sind zum absahnen hier, und um sich von den Unglaeubigen ein gutes Leben bezahlen zu lassen.
      Auch die hier geborenen Auslaender mit deutschen Pass z.B die Tuerken fuehlen sich wohl eher dem Land ihrer Eltern und Grosseltern nahe. Ihre Loyalitaet ist nicht zu Deutschland.
      Die Neudeutschen jungen Maenner an Waffenssysteme zu lassen bzw. sie daran anzulernen, ihnen ueberhaupt ein Maschinengewehr zu geben ja, sie ueberhaupt ihn die Naehe eines Waffenlager innerhalb der Kasernen heran zulassen, halte ich fuer aeuserst gefaehrlich.
      Die Clans und eingeflogenen Terroristen sind bereits genuegend bewaffnet.

      • High, ich denke bezüglich der Zugänglichkeit von Waffen und Waffensystemen an Neudeutsche auch so. Doch unsere unterbelichtete fremdbestimmte Obrigkeit hat wohl so etwas im Sinn. Sonst würden die nicht Militärgeistliche für diese „Gläubigen“ einstellen wollen. Die machen sich da wahrscheinlich keine Sorgen, weil die Neudeutschen bestimmt nicht gegenseitig auf sich und eher auf uns schießen würden und das vielleicht auch schnell wollen. Freundlichst Fiete

      • Man muß die ja nicht an Waffen lassen. Auch in einer Uniform kann man unter strenger Anleitung fahren, kochen, tragen, putzen und Pflegern helfen, statt Hartz-4 zu beziehen. 🙂 Freundlichst Fiete

    • „High, eine Wehrpflichtarmee kann man nicht für einen Putsch benutzen! Das wäre für mich schon Grund genug.“

      Ach ja, sagt wer? Glaub mal nicht das die NVA Angehörigen hätten 1989 die Füße still gehalten und auf den Einsatzbefehl vom Honecker gewartet auf die eigene Bevölkerung zu schießen. Ich war in der Friedrich Wolff Kaserne in Beelitz bei Potsdam stationiert und wir haben damals auch in einer Nacht&Nebel – Aktion um 1 Uhr in der Früh geputscht.

  2. Eine Wehrpflicht ist grundsätzliuch positiv!
    Die jungen Menschen lernen dort Disziplin und arbeiten.
    Seht Euch doch mal die derzeitige Jugend an: vergammelt! Nur auf Egoismus ausgerichtet. Teilweiuse unlogisch: wählen grün. Und plappern deren Religion nach.

    • Dem kann ich nur zustimmern, die heutige Jugend ist verweischlicht und verwöhnt bis auf die Knochen.
      Aber wenn, dann müsste die allgemeine Wehrpflicht eine Moderne sein und der Zeit angepasst. Frauenquoten ? Dann aber auch beim Barras und zwar nicht nur Zeitsoldatinnen sondern auch weibliche Wehrpflichtige, von mir aus in getrennten Kasernen. Warum sollten Frauen das nicht können ? Denn v.d. Leyen hat schließlich sogar Panzer an weibliche Bedürfnisse anpassen lassen, damit auch hochschwangere da rein passen.
      Und was die Wehrgerechtigkeit angeht, entweder wirklich alle oder keiner. Passt die Personalstärke der Bundeswehr an die Zahl der Wehrpflichtigen an oder verkürzt die Wehrpflicht so das alle in den Genuss kommen. 3-5 Monate Grundausbildung an der Waffe reichen zumindest für die Grundwehrfähigkeit Deutschlands aus. Alles darüber hinaus müssen Zeit und Berufssoldaten leisten.

      • Glaubt ihr das wirklich? Ist es nicht eher ein Problem das durch Eltern, Lehrer und Erzieher oder kurz die Erwachsenen bei der Entwicklung der Kinder verursacht wurde und wird. Verweichlichte Kinder sind kein Ausdruck von fehlender Wehrpflicht. Ordnung, Sauberkeit, Disziplin und Wehrhaftigkeit muss im Kindes -und Jugendalter genauso durch die Erwachsenen anerzogen werden wie Menschlichkeit sozialer Umgang und Gerechtigkeitssinn und friedliebender Umgang anerzogen werden, ohne sie zu verweichlichen. Das kann niemals eine Armee leisten Sie dient nur dazu den Soldat zum dienen zu zwingen um sein Leben sinnlos in möglichen Kriegen für die Herrschenden wegzuwerfen.

        • High, ein Ersatz kann das nicht sein. Aber es kann das Problem in’s Erträgliche abmildern. So kann man es auch nicht lassen. Freeundlichst Fiete

  3. Das wird lustig mit den ganzen sexuellen Orientierungen. Auf den Buden bei den Frauen haben die Hälfte noch ihr Anhängsel und tragen Perücke. Entweder gibt’s Mord und Totschlag oder jeder mit jedem usw. Unsere Jugend sind doch die größten Luschen und fühlen sich in einer Gruppe als unschlagbar und sogar die Polizei kuscheln vor diesen Leuten. Doch wenn der E- Befehl kommen sollte, mein Gott wo laufen sie denn.

  4. na ja – aber dem derzeitigen Regime würde ich nicht über den Weg trauen, wenn ich an dieser Entscheidung stände.
    „Soldaten sind Mörder“ ist ihr Urteil, vom Verfassungsgericht bestätigt – und hier vertrauenswürdig zu werden, ist für die Politik ein langer Weg, den sie nicht angefangen haben.
    Und Politiker, die mit Deutschland nichts anfangen können oder für die Deutscheiland ein Stück Schxxx ist, sind dafür nicht geeignet.
    Wen bereit ist, sein Leben für sein Land einzusetzen, wird – wenn er auch nur ein kleines Stück Verstand hat – einen Blick auf die Vertreter werfen – und diese Anforderungen bestehen diese Politiker nicht !
    Wer das Angebot annimmt, muß immer mit einem Messer der Politik im Rücken rechnen !

    • High, ich glaube, darum wird man, weil man es versuchen muß, die Naiven, wie Frau L., gegen die klassischen Heuchler mit etwas mehr, wenn auch immer noch nicht genug Verstand, austauschen. Wir werden das wahrscheinlich als neue verbale Hässlichkeiten in der Bundespolitik wahrnehmen. Freundlichst Fiete

  5. Hat schon mal jemand ausgerechnet was die Kriege für einen Co2 Ausstoß verursachen. Es wurde auch schon ausgerechnet wie Haustiere zum Klimawandel beitragen indem man ihre Furze gezählt hat. Warum können die Klimaaktivisten die Kriege und die Herstellung von Kriegsgerät nicht verhindern? Impfpflicht, Wehrpflicht, Sozialdienstpflicht. (China lässt grüßen). Ich wäre mal für eine frühzeitige Denkpflicht für Politiker. Bei der Sicherheitskonferenz in München hat man auf Putin verzichtet, anstatt sich mit ihm gemeinsam an einen Tisch zu setzen und zu reden. Unsere Politiker sind keine Diplomaten und haben (fast alle) keine Geschichtskenntnisse.

    • Auch dazu habe ich Mal ein YT-Video gemacht. Meine Lösung für das globale Klima-Problem. ( Das in meinen Augen genauso eine Erfindung von den gleichen Leuten wie die aktuelle Pandemie ist ). Freundlichst Fiete

  6. Im Patriotismus führt der Teufel, im Gewand des Guten, durch
    seine zuvor inszenierten Kriege, die Unversöhnlichen wieder neu
    zusammen. Eint sie im vaterländischen Glauben, so hat es immer
    schon gut funktioniert, auch diesmal. Denn der wahre Teufel
    kann ja nur ein linksradikaler Vaterlandsverräter sein, ein
    Heimatloser.

    Erfrischend, wie sich doch alles stets im Kreise dreht, aus
    der Vergangenheit seine Lehren zog und dann doch kein Stück
    vom Fleck kommt. Dem Fluch seiner Unzulänglichkeit schutzlos
    ausgesetzt, gefangen im Hamsterrad des eigenen Widerspruchs.
    Wo der Irrsinn Methode hat und die Zukunft nur eine Abfolge
    aus längst Vergangenen ist.

  7. Das war nicht das erste Mal. daß die Grünen auf dem harten Boden der Realität aufschlagen, und bestimmt auch nicht zum letzten Mal !

  8. Für oder gegen eine Wehrpflicht zu argumentieren muss offensichtlich keinen historischen sondern einen tagesaktuellen Bezug haben, oder? Wozu brauchen wir eine NATO? Wozu brauchen wir eine geplante Europa Armee, wenn wir doch alle eine nationale Armee haben und die bereits Aufrüsten. Wozu brauchen wir Aufrüstung? Um uns besser gegen Feinde verteidigen zu können? Mal abgesehen das man den Feind als solchen mal definieren müsste, denn der Russe kann es ja nicht sein, bei den hunderten Angeboten die er zur Gemeinsamkeit des europäischen Hauses gemacht hat. Alles abgelehnt und sanktioniert. Wirtschaftskrieg ist auch Krieg unter Mithilfe des Militärs und der Militärindustrie. Wozu brauchen Armeen eine Wehrpflicht? Damit die Herrschen ihre Macht und Stärke am Soldaten auslassen? Es kann jeder zur Armee gehen und sich einstellen lassen, dem der Wunsch danach ist, seine Heimat für den Führer zu verteidigen. Denn um sein Volk zu verteidigen brauch es keine Wehrpflicht sondern Bewusstheit. Die Frage ist nun aber für welches Volk will ich mich denn bewusst einsetzen? Im Endeffekt bleibt nur die Frage wozu brauchen wir eine Wehrpflicht? Um unsere Söhne und Töchter für solche Politiker wie Baerbock, Kühnert, Lauterbach, Scholz , Merz und Co im Krieg verrecken zu lassen? Möge jeder sich selbst entscheiden und nicht von anderen eine Entscheidung aufgezwungen bekommen. Doch das ist wohl in diesen hysterischen Zeiten des Wahnsinns nicht mehr real.

    • Genau genommen brauchen wir nur eine Armee, die uns von den Leuten, die sich da mit Cum-Ex, Wire-Card, falschen Doktor-Arbeiten und inszernierten Fake-Katasstrophen nach oben gemogelt haben, wieder los zu werden. Freundlichst Fiete

  9. Ausgerechnet die notorischen Wehrdienstverweigerer sind für eine Wehrpflicht ? Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wenn die wehrpflicht kommt …dann für Alle u. ohne Ausnahmeregelungen.

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