
Robert Habeck war der grüne Ampel-Mann, der Deutschland mit einem Federstrich zum LNG-Land machte. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde Flüssigerdgas aus den USA zum politischen Allheilmittel: Terminals in Rekordzeit, Notstandsrhetorik, „nationale Aufgabe“. Habeck reiste mehrfach in die Vereinigten Staaten, verhandelte Lieferverträge, stellte das neue Gasregime als pragmatische Brücke in eine grüne Zukunft dar. Kritiker aus den eigenen Reihen, Umweltverbände und Bürgerinitiativen – man denke an Rügen, wo sich Gemeinden, Verbände und natürlich die Tourismusbranche massiv gegen das Terminal Mukran wehrten – wurden als “Besitzstandswahrer” und „Klimaschutz-Blockierer“ herabgewürdigt. Die Botschaft der Grünen lautete in etwa: “Ja, Fracking-Gas aus Texas ist klimapolitisch unschön – aber es sichert unsere Freiheit!”
Gestern nun forderte die grüne Fraktionschefin Katharina Dröge im ZDF-Morgenmagazin, man müsse im Konflikt um US-Besitzansprüche auf Grönland „auch den Stopp von Energieimporten aus den USA in Betracht ziehen“. Die Abhängigkeit von US-LNG sei wirtschafts- und energiepolitisch gefährlich. Hört, hört – auf einmal! Was gestern noch als „Brücke“ verkauft wurde, ist heute also plötzlich sicherheitspolitischer Risikofaktor; was eben noch alternativlos war, soll nun – aus moralischer Empörung über amerikanische Großmachtphantasien – zur Dispositionsmasse werden. Aus der Notlösung wird ein Hebel geopolitischer Gesinnungspolitik. Dieser Widerspruch ist nicht nur peinlich; er ist höchst aufschlussreich. Denn Deutschland hat sich, unter Habecks verheerender wirtschaftspolitischer Regie, in eine massive Abhängigkeit vom US-LNG hineinmanövriert. Bereits 2023 stammten rund 70 Prozent des nach Deutschland importierten Flüssigerdgases aus US-Fracking, insgesamt 7,1 Milliarden Kubikmeter; das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beschreibt US-LNG inzwischen als „zentralen Bestandteil der deutschen Gasversorgung“. Dieser Kurs wurde gegen erheblichen Widerstand durchgesetzt: auf Kosten sensibler Küstenräume, wie die Proteste und Verfahren rund um Wilhelmshaven und Rügen belegen – und gegen alle Warnungen vor neuen Abhängigkeiten.
Klimarhetorik ohne physische Basis
Nun schlägt Dröge den großen Bogen: Weil Washington sich in Grönland imperial aufführt, solle Europa die eigene Energieabhängigkeit politisch als Druckmittel nutzen. Gleichzeitig drohen die USA und Katar ihrerseits mit einem LNG-Stopp, sollte die EU ihre neuen Nachhaltigkeitsregeln („Corporate Sustainability Due Diligence“) zu strikt durchsetzen – eine „fundamentale Gefahr“ für die europäische Wirtschaftskraft, wie die Energieminister beider Länder warnen. Mit anderen Worten: Die Grünen haben zwar aus dem russischen Gasfiasko gelernt – aber dasselbe Modell nun an den Golf und in die USA verlagert. Die Drohkulisse läuft in beide Richtungen; es ist ein Abhängigkeitsverhältnis, das niemand mehr steuert, sondern nur noch moralisch kommentiert. Hier offenbart sich das Kernproblem grüner Politik: Sie verwechselt Haltung mit Strategie. Habeck inszenierte den radikalen Schwenk auf US-Frackinggas als historischen Kraftakt, als “solidarische” Antwort auf Putins Angriffskrieg. Die strukturelle Entscheidung – vorschneller Atomausstieg, gleichzeitige Zerstörung der heimischen Kohle- und Nuklearbasis, dann das hektische Stopfen der Lücke mit importierten Fossilen – blieb ideologisch unangetastet.
Dröge wiederum inszeniert das Ergebnis dieser Politik als neue moralische Herausforde-rung: Jetzt gelte es, „gefährliche Abhängigkeiten“ abzubauen, notfalls durch Verzicht auf US-Energie, während die physische Infrastruktur gerade erst milliardenschwer ausgebaut wurde. Die Abfolge ist grotesk: Zuerst zerstört man in einem historischen Kraftakt die fast CO2-freie Kernenergie im Inland. Dann ersetzt man russisches Pipelinegas durch LNG-Terminals, die ausgerechnet jenes Frackinggas importieren, das man früher als ökologisches Schreckbild bekämpft hat – inklusive massiver Eingriffe in Küstenökosysteme und massiver Kosten für Steuerzahler und Industrie. Und nun, da diese neue Struktur steht, wird sie im Namen tagesaktueller moralischer Gesten gegen Washington zur Disposition gestellt. Die langfristigen Lieferverträge, die Greenpeace und der Abmahnverein “Deutsche Umwelthilfe” bereits als „fossile Sackgasse“ kritisieren, sollen plötzlich aus Gründen der „Abhängigkeit“ in Frage gestellt werden, obwohl sie gerade erst Missmanagement und Versorgungslücken überdecken.
Die grüne Schizophrenie der Verantwortung
Hinzu kommt: Selbst die USA haben zwischenzeitlich mit Moratorien und Genehmigungsstopps für neue LNG-Projekte experimentiert. Die Bundesregierung hat also ausgerechnet auf eine Quelle gesetzt, deren politischer Output alles ist, nur nicht verlässlich. Doch statt diese Fehlkalkulation zuzugeben und die einzig logische Konsequenz zu ziehen – eine Renaissance von Kernkraft, heimischer Förderung und technologischer Diversifikation –, wird die Lage erneut moralisiert. Plötzlich dienen US-Ansprüche auf Grönland als Anlass, über einen Lieferstopp nachzudenken. Dass damit ausgerechnet die deutsche Industrie in Geiselhaft genommen wird, während schon jetzt Standortschließungen und Produktionsverlagerungen mit den Energiepreisen begründet werden, fällt wohl unter „Kollateralschaden“. Die LNG-Episode offenbart die innere Schizophrenie grüner Realpolitik. Auf der einen Seite der Habeck-Flügel, der sich als Notverwalter eigener Illusionen begriff: Erst führen wir das Land in eine strukturelle Unterversorgung und versuchen nun, mit LNG-Brücken, Terminals, Subventionen und Notfallverordnungen den Zusammenbruch zu verhindern. Auf der anderen Seite der Dröge-Flügel, der zur reinen Lehre zurückwill: Weg von allem Fossilen, weg von „Abhängigkeiten“, hin zu einer moralisch sauberen, erneuerbaren Zukunft.
Beide leben von derselben irrigen Grundannahme: Dass sich die physische Basis einer Industriegesellschaft politikgestützt schneller umbauen ließe, als Netze, Speicher, Kraftwerke und globaler Wettbewerb es erlauben. Die Rollen sind klar verteilt: Habeck spielte den Feuerwehrmann bei einem Brand, die seine Partei mit angezündet hatte. Dröge spielt die Gewissensinstanz, die dem Feuerwehrmann die Löschmittel madig macht.
Für einen konservativen Blick ist die Sache indes klar: Energiepolitik ist keine Bühne für Tugendproben, sondern der Kern staatlicher Verantwortung. Wer ein hochindustrialisiertes Land gleichzeitig aus Kernenergie und aus russischem Gas herausführt, ohne zuvor für robuste Alternativen gesorgt zu haben, handelt nicht mutig, sondern fahrlässig. Wer anschließend die dadurch notwendig gewordenen LNG-Importe aus den USA als „gefährliche Abhängigkeit“ brandmarkt und mit politischen Strafaktionen verknüpfen möchte, setzt das Vertrauen in die Planbarkeit deutscher Politik aufs Spiel. Und wer dies dann alles noch unter dem Banner „Klimaschutz“ verkauft, obwohl Fracking-LNG aus Amerika dem Klima mindestens so sehr schadet wie das verdrängte Pipelinegas, betreibt moralische Selbstvergewisserung auf Kosten von Vernunft und Wohlstand.
Vom Moralstaat zum Energie-Staat
Der Fall Habeck/Dröge zeigt exemplarisch, wie weit sich die politische Klasse von der Realität der eigenen Entscheidungen entfernt hat. Man spielt und simuliert Geopolitik mit Lieferverträgen, während mittelständische Betriebe ihre Gasrechnungen nicht mehr zahlen können. Man spricht von „Abhängigkeiten“, die man mutig „überwinden“ müsse, nachdem man zuvor alle alternativen heimischen Optionen vernichtet hat. Man feiert sich fürs Tempo bei LNG-Terminals, um diese wenige Jahre später gegenüber dem wichtigsten Lieferanten politisch in Frage zu stellen. Dieses Hin und Her ist kein Ausrutscher. Es ist Ausdruck eines tieferliegenden Problems: Energiepolitik wird in dieser grünideologischen Republik schon lange nicht mehr technisch, wirtschaftlich und strategisch gedacht, sondern moralisch erzählt.
Ein konstruktiver Gegenentwurf würde genau dort ansetzen, wo die Grünen – und die weiterhin in ihrem Geiste handelnden Regierenden– sich weigern hinzusehen: Bei der schlichten Frage nach Stabilität, Bezahlbarkeit und Souveränität. Er würde nüchtern feststellen, dass Deutschlands Energieversorgung nur dann freiheitlich und krisenfest sein kann, wenn sie auf einem diversifizierten Mix beruht – inklusive moderner Kerntechnik und unter realistischer Bewertung heimischer Ressourcen. Und er würde festhalten, dass es sich ein Land, das seine Industrie erhalten (mittlerweile treffender: retten) will, nicht leisten kann, in immer neue Abhängigkeiten hineinzustolpern, nur um sich dann mit großen Worten von ihnen zu „emanzipieren“. Habecks LNG-Strategie und Dröges Ruf nach einem möglichen Stopp der US-Energieimporte sind zwei Kapitel derselben Geschichte: Der Geschichte einer Politik, die ihre eigenen Irrtümer moralisch überdeckt, statt sie zu korrigieren. Wer aus dieser Geschichte lernen will, muss nicht noch grüner werden – sondern endlich erwachsen.
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11 Antworten
Das kommt davon wenn ein Märchenbuchschreiber zum Wirtschaftsminister aufsteigt….
Und der Bürger zahlt – ohne zu murren !! Da ist nicht nur Habeck – die ganze Regierung !!! UNIPER u.a. Firmen wurden
mit der Versorgung D beauftragt, was eigentlich die Aufgabe des Staates ist. Statt 5Cent/qm Gas verkaufte UNIPER Russisches Gas für 30Cent über das Mutterkonzern in Finl. oder Dän. Und das bereits genannte teure Fuckinggas, was
zusätzlich noch Umweltschädlich ist. Übrigens gab es da auch berichte das die USA nach dem die EU-Idioten RU-Gas
verteufelten, weil Ihre NAZI-Freunde in der Ukraine angegriffen wurden – das exportierte Gas – aus RU bezogen hat, und natürlich den (Idioten) teuer weiter verkauft hat. Der D – Bürger duldet ALLES – folglich solche Artikel den Bürgern
am A vorbei gehen. Sie ZAHLEN ALLES !!!!
solange man in deutschland nicht den mut besitzt, die gesundheitlichen folgen und opfer der energiewende, sowie die finanziellen folgekosten für gesundheitssystem und gesellschaft zu recherchieren, wird sich null ändern. dieses widerliche rotgüne krebsgeschwür muss gesetzlich der verantwortung für millionen nachhaltig langzeit geschädigte
und tausende todesopfer gegenübergestellt werden.
wie lange wollen sie alle noch weggucken?
sie schauen nach gaza, in die usa, nach norwegen, grönland und china. etc etc …
in deutschland sterben menschen dafür, dass andere e-auto und roller fahren, deutsche politische kriminelle sich finanziell bereichern und als planeten retter feiern lassen können. wir haben ein problem. ein gewaltiges.
deutschland hat einige hundert milliarden in der energiewende versenkt, ein schelm, der die ausgaben im gesundheits- und sozialwesen vor und für diesen zeitraum betrachte.. regionale ausbau- und krankenstatistiken
könnten weiter helfen.
rot-grüne politik hat die wirtschaft gegen die wand gefahren, die gesellschaft belogen und entzweit, unzählige menschen krank gemacht und viele getötet. man braucht nicht nach china oder in die ukraine schauen um sich an opfern zu delektieren, das geht im eigenen lande genauso gut.
rot-grün hat fertig, das ganze land mit dem blut der opfer ihrer ideologischen tour de torture gedüngt. ich hoffe auf ein gewaltiges, folgenreiches juristisches nachspiel, wenn die mögliche zahl der opfer realisiert wird.
deutschland wird nicht an moderner nuclear technonolgie vorbeikommen, wenn es das letzte fleckchen wirtschaftsstandort sichern will und gesundheitlich und geistig wieder zu kräften kommen möchte.
die ganzen parasitären folgeerscheinungen, die dem geist der menschen in den letzten jahren die tür eingetreten haben, nachdem die energiewende diese mit dem fuss offenhielt, werden im zuge der zeit den ausgang finden.
so man den will.
Das tieferliegende Problem heißt Idiotie.
Diese ist in Deutschland weit verbreitet.
Die Mehrheit der Bumsbürger ist davon betroffen, geschätzt etwa 70%. Weil sie deswegen selbverständlich und normal erscheint, erkennt man sie zumeist nicht.
Hurra! Demokratie!
😜
@der Deutschland mit einem Federstrich zum LNG-Land machte.
und in die vollständige Abhängigkeit vom amerikanischen Good-Will !
Und für die Globalisten ist Wirtschaft eine Waffe, mit der sie andere Erpressen und unterwerfen – aber das hat den Dienern ja nichts ausgemacht – sie kennen ihre Stellung !
Von Russland ist so etwas nicht bekannt – die erwarten nur vertragsgemäß pünktliche Zahlungen ! Und das ist etwas, mit dem die Diener ihre Probleme haben !
ALLES richtig, nur RU hat etwas schlimmes getan – die NAZIFREUNDE anzugreifen !!
Habeck hat sich nach der Zerstörung der heimischen Wirtschaft inklusive Energieversorgung in die USA abgesetzt. Ein Land, das von der Zerstörung verlässlicher Energielieferung aus Russland sehr profitiert, mit ca. 3-fach höheren Preisen in umweltschädlichem Abbau. Habeck darf nun seine wirtschaftliche Nicht-Kompetenz auf universitärer Ebene in ehemaligen Eliteunis weitertragen. Er muss vorerst keine Konsequenzen für die Zerstörung des Wirtschaftsstandortes Deutschland fürchten. Die landschafts- und umweltzerstörenden Auswüchse einer blinden grünen ideologisch gesteuerten ungebildeten Junta gehen weiter .
Wenn es wenigstens Lachgas wäre.
Dann hätten die Deutschen endlich
mal wieder was zum lachen.
In Deutschland hat sich der von Merkel begründete Lehrsatz der Alternativlosigkeit durchgesetzt. Man hat es nicht nötig, einen Plan B für alle Fälle in der Schublade zu haben. Man setzt einseitig auf das Gas aus den USA, in der Politik setzt die CDU auf die SPD. Solche Alternativlosigkeiten sind in Krisensituationen gefährlich, wie man aus der Autoindustrie weiß, wenn man sich von einem einzigen Zulieferer abhängig macht. Dass die Politik die Gefährlichkeit erst dann erkennt, wenn es ernst wird, sagt etwas über ihren Weitblick aus.
Sparen bei Eltern, nicht bei linken NGOs? Sachsens Sozialministerin will Erziehungsgeld streichen
Während Sachsens Sozialministerin Petra Köpping über Einschnitte bei familienpolitischen Leistungen nachdenkt, will sie an anderer Stelle ausdrücklich nicht sparen. Die AfD wirft der SPD vor, Familien belasten zu wollen, um damit ideologisch nahestehende NGOs weiter zu finanzieren.
https://www.freilich-magazin.com/politik/sparen-bei-eltern-nicht-bei-linken-ngos-sachsens-sozialministerin-will-erziehungsgeld-streichen
Auch Braun- und Steinkohle müssen in eine verantwortungsvolle Energiepolitik mit einbezogen werden. Kohlekraftwerke produzieren aktuell in Deutschland den günstigsten Strom. Energetisch noch effizienter ist es, wenn ich nicht den Umweg über Strom gehe, sondern die Braunkohlebriketts direkt in meinem Kachelofen verheize. Das wollen mir die grün-rot-schwarzen Politiker zwar gerne vermiesen, aber ich lasse mir das nicht nehmen. In diesen kalten Wintertagen ist eine gut geheizte Stube für mich das Allerwichtigste. Und wenn das Klima dadurch in Deutschland etwas wärmer wird, habe ich überhaupt nichts dagegen.