Maßloses China-Bashing: „Völkermord” an Muslimen?

Kaum zu glauben, aber wahr: Das Mediengekreische über China ist noch schriller und dümmer als über Covid und Russland

Chinesisches Militär in der überwiegend muslimisch geprägten Provinz Xinjiang (Foto:Imago)

Die arabische Welt schweigt zu den Genozid-Vorwürfen. Warum?” fragt Pierre Heumann, langjähriger Nahostkorrespondent des „Handelsblattes” und anderer Medien, in der „Weltwoche”. Nun, hätte er sich zwei Minuten Zeit genommen und gegoogelt, hätte er herausgefunden, dass die seit 2021 von der amerikanischen Regierung aufgestellte und von anderen Politikern und Medien im Westen nachgeplapperte Behauptung, die chinesische Regierung begehe einen „Völkermord” an der muslimischen Bevölkerung in der Provinz Xinjiang, von den eigenen Anwälten als unbewiesen widerlegt wurde.

Hätte er ein paar Minuten länger gegoogelt, wäre er auch dahinter gekommen, dass der Begriff „Genozid” 1944 von Raphael Lemkin, einem polnischen Anwalt jüdischer Abstammung, geprägt und beim Nürnberger Tribunal zur begrifflichen Einordnung der Ermordung von Millionen von Juden durch die Nazis verwendet wurde. Und wäre Heumann nicht zu faul gewesen, dann wüsste er auch, dass das Büro der Vereinten Nationen zur Verhütung von Völkermorden klarstellte, dass „Genozid nur dann vorliegt, wenn es Beweise dafür gibt, dass die Täter die Absicht hatten, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe physisch zu zerstören. Kulturelle Zerstörung ist nicht ausreichend, ebenso wenig wie die Absicht, eine Gruppe einfach zu zerstreuen”.

Shaun Rein, ein amerikanischer Geschäftsmann jüdischer Abstammung, der Xinjiang dank regelmäßiger Besuche gut kennt, hält es beispielsweise für einen Skandal, dass ignorante und voreingenommene westliche Politiker und Journalisten die Propaganda eines Völkermords an den Muslimen in Xinjiang verbreiten.

Shaun Rein (Foto:aurumbureau.com)

Zur Info: In Xinjiang gibt es mehr als 20.000 Moscheen. Natürlich ist auch Chinas „Krieg gegen den Terrorismus“ sehr problematisch und nicht gewaltfrei. Doch die gnadenlosen Kampagnen Amerikas und Israels, in denen sie seit Jahrzehnten echte und mutmaßliche Terroristen bombardierten und dabei ganze Wohngebiete mit unschuldigen Zivilisten, Krankenhäusern und Schulen auslöschten, haben den Chinesen gezeigt, wie man es nicht machen sollte. Obwohl es auch in Xinjiang zu Polizeigewalt kommt, hat sich Beijing im Allgemeinen dafür entschieden, die Ursachen des Terrorismus durch Armutsbekämpfung und Bildung anzugehen – und nicht durch Gewaltexzesse, einschließlich solcher kriegerischer Mittel.

Moscheen in Xinjiang (Foto:worldaffairs.blog)
Großer Basar in Urumqi, der Hauptstadt von Xinjiang (Foto:worldaffairs.blog)

Es ist daher nicht verwunderlich, dass diese chinesische Provinz, die noch vor drei Jahrzehnten mausarm war und von der außerhalb Chinas kaum jemand je etwas gehört hatte, heute ganz anders aussieht, nachdem eine aufwändige Kampagne zur Modernisierung ihrer Städte, zur Errichtung neuer Krankenhäuser und Schulen, zum Bau von mehr als 20 Flughäfen, zur Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze in modernen Fabriken, zur Mechanisierung der Landwirtschaft und zur Anbindung der Region durch Hochgeschwindigkeitszüge durchgeführt wurde.

Tatsächlich werden Maschinen, nicht Muslime zur “Zwangsarbeit” gezwungen: 90 Prozent der Baumwollernte und -verarbeitung in Xinjiang erfolgen inzwischen mechanisiert. Die meisten Farmen gehören muslimischen Uiguren Foto:CourtesyofNewsweek.com)

Ich kann Herrn Heumann den Vorwurf nicht machen, nicht zu wissen, dass es den Muslimen in Xinjiang heute besser geht als vielen Muslimen in muslimischen Ländern – weil er, im Unterschied zu mir, nie dort war. Ich erlaube mir aber die Gegenfrage: Warum hat Herr Heumann seine Hausaufgaben nicht gemacht und betreibt mit seinem opportunistischen China- und Arabien-Bashing Geschichtsrevisionismus, der den Opfern von wirklichen Genoziden ins Gesicht schlägt?

10 Kommentare

  1. Weniger Abhängig von China, konnte man mal lesen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Dummerland macht sich von China abhängig, dagegen wird Russland ein Vogelschiss. Kein Bereich in Deutschland wo man nicht auf China trifft. Bei Solaranlagen, dürfte dies bestimmt bald 90% betragen und bei Windräder was Elektronik usw betrifft ebenso. Sogar die Viren kommen aus China und entwischt aber auch der Verdacht aus ein Biolabor der Amis.

    • Weniger Abhängigkeit von China zu propagieren lohnte sich bis letztes Jahr besonders für Großhändler und den Einzelhandel. Hardware die bei uns verkauft wird, kommt in der Regel von den Kommunisten aus Rot-China! Hier wird nur noch der Preis drauf gepappt. Den kommunistischen Ausbeutern ist es dabei egal, ob der eigene Produzent ein Parteibuch hat, einen Koran oder eine Bibel. Milliarden Chinesen müssen ernährt werden, also verkaufen, verkaufen, verkaufen!

      Deutschland ist zum Wegwerf-Land und zum Land der Dummschwätzer mutiert.

      Eine Direktbestellungen bei „Dschunke 7“ und die Ware ist in 1 bis 4 Wochen zu einem Schnäppchenpreis bei dir zu Haus. Ohne Groß-/ Einzelhandelsaufschläge. Aktuell ist es etwas teuerer geworden, da seit Sommer 2021 Märchensteuerpflichtig und z.Zt. auch mehr Wert auf Einfuhrabgaben bei höherem Warenwert gelegt wird. Lohnt sich bei bestimmten Produkten aber immer noch, gerade wenn die Ware von „geknechteten kommunistischen Arbeitnehmern“ innerhalb von 1 bis 4 Tagen aus einem europäischen Lager geliefert wird.

      Merke: Wenn ein großes deutsches Unternehmen nicht in der Lage ist zwei Kleinteile für 16,00 Euro plus Versand für eine Reparatur zu liefern, dafür lieber ein neues Gerät verkaufen möchte, liefert „Dschuke 7“ diese Kleinteile eben im 10er Pack für 6,70 Euro.

      Alternativ verbleibt dem preisbewußten Kunden noch die Einkaufsfahrt nach Polen, in die Tschechei oder nach Ungarn. Da gibt es noch Einzelhandelsläden, in der Regel faire Preise und der Einkauf dient, anders als beim Einkauf beim RotChinesen, auch der Völkerverständigung.

      Irgendwas stimmt hier nicht im Land.

      Euer E. Koslowski II

      • Erreicht man an diese „Dschunke 7“ nur über Beziehungen zum chinesischen Geheimdienst oder in chnesischer Originalschrift? Google will diese Adresse offenbar nicht kennen.

  2. Naja, Selenskij behauptet ja auch , dass Russland in der Ukraine einen Völkermord begeht und einen Vernichtungskrieg in der Ukraine führt. Kein westlicher Politiker widerspricht ihm dabei. Dabei ist es genau umgekehrt. Die prowestliche Ukrainische Armee verübte 8 Jahre lang viele Massaker udn Massenmorde an den ethnischen Russen und Ukrainern in Donbass. Kein einziger Politiker des Westens hatte sich bemüht diesen Massenmord zu stoppen. Eher im Gegenteil, jetzt heißt es sogar, die Russen seien schuld…

  3. Herr Heumann hat nun einmal sein fest zementiertes Weltbild. Interessant ist, dass er nie für die
    verfolgten Christen ein gutes Wort gefunden hat. Oder auch z.B. für Julian Assange!

  4. Danke für diesen Bericht.
    Wird im Islam nicht die Vernichtung der Ungläubigen vorgeschrieben? Und wird das nicht größtenteils auch heute gepredigt?

  5. die USA sehen mit Recht als einzigen echten Wirtschaftsgegner ihrer Wirtschaft China an!
    Also wird gekämpft. Und kämpfen heißt nun mal lügen! Früher sagte man Propaganda dazu.
    Wie kann man sonst seine Bevölkerung zum „Kampf“ gegen den politschen Feind motivieren?
    Entweder zum Wirtschaftkrieg oder zum militäischen!
    Die Methoden sind immer die gleichen.
    So wie schon vor 83 Jahren und auch heute noch weltweit.

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