
Seit Tagen wird intensiv über das Schicksal des Buckelwales berichtet, der sich in der Ostsee verirrt hat und versucht, wieder in den Atlantik zu gelangen, dabei aber immer wieder strandet. Politiker, Greenpeace, Meeresbiologen und alle möglichen anderen Leute und Organisationen schalten sich in die Rettungsaktion ein, die Medien greifen das Thema in endloser Breite auf, der “Norddeutsche Rundfunk” und „Bild“ informieren in speziellen Live-Tickern permanent über das “dramatische Geschehen” in der Ostsee. So schloss „Bild“ seinen gestrigen Ticker am späten Abend mit der Meldung, dass Till Backhaus, der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd sowie das Deutsche Meeresmuseum und ITAW eine „traurige Prognose“ abgegeben hätten: Für den nach kurzer Befreiung vor Timmendorfer Strand erneut gestrandeten, daher „Timmy“ getauften Wal werde es nicht einfach sein, den “Weg nach Hause” – in den Atlantik – zu finden. „Die Liegeposition des Wals ist ungünstig, da das Wasser in der Umgebung sehr flach ist und daran wird sich bis morgen nur wenig ändern. Dazu ist die Bucht sehr verwinkelt. Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut“, so die offizielle Mitteilung. Dennoch wolle man die Hoffnung nicht aufgeben. „Kämpfen, Timmy!“, appellieren Tierschützer, Schaulustige und Boulevard im Gleichtakt. „Wie geht es dem armen Timmy wirklich? Das soll am Mittwochmorgen herausgefunden werden. Ein Team soll den Zustand des angeschlagenen Wals überprüfen. Wir drücken die Daumen, dass Timmy den Umständen entsprechend fit ist!“, und: „Backhaus schließt Euthanasie aktuell aus“, lauteten allein gestern nur einige der Schlagzeilen. Backhaus verkündete: „Für mich stirbt die Hoffnung zuletzt und ich kämpfe für das Leben von Tieren und auch Menschen bis zur letzten Sekunde.“
So geht das seit Tagen. Neben der zwar nachvollziehbaren, aber doch leicht hysterischen und infantilen Vermenschlichung eines Meeressäugerns geht es bei der Berichterstattung um das Tier, das quasi pars pro toto für den Überlebenskampf einer Spezies in einer vom Menschen schuldhaft zerstörten Umwelt steht, noch um etwas anderes: Um Projektion. Denn man muss kein Tiefenpsychologie sein um zu erkennen, dass hier von der kaum mehr überschaubaren Zahl an realen Großproblemen abgelenkt werden soll, an denen dieses Land zugrunde geht. Die Verwirrung in den Köpfen über ein von politischen Hasardeuren und planvollen finsteren Strategen angerichtetes Chaos und die Orgie politischer Irrationalitäten erweckt das Bedürfnis nach einer funktionierenden, heilen Welt, in der die schuldbewussten Guten und Starken für die unschuldigen und wehrlosen Opfer kämpfen – und da sich dieses archetypische Muster in der realen Welt nirgendwo mehr findet, fokussiert man eben auf ein niedliches, faszinierendes und selten in hiesigen Gefilden anzutreffendes Tier und nimmt an seinen Schicksal teil, als stehe dieses sinnbildlich für das eigene.
Der Eskapismus hat Methode
Die Übertragung der konkreten Alltagssorgen und Nöte auf den Buckelwal Timmy ist insofern eigentlich eine logische Reaktion auf einer immer dramatischer werdende Wirtschaftskrise, der Verlust von Millionen von Arbeitsplätzen, die massenhafte Abwanderung von Unternehmen, ungeheurer Gewinneinbrüche bei der Autoindustrie, die ausufernde Migrantengewalt mit ständigen (Gruppen-)Vergewaltigungen und Messermorden, Inflation, drohende Steuererhöhungen, der Riesenbetrug der Regierung bei der Verwendung der 500 Milliarden Euro Neuschulden, kollabierender Sozialsysteme, des völlig zerrüttetem Verhältnis Deutschlands zu den USA, Russland und Israel, des Ukraine- und Iran-Kriegs, der Öl-Krise und explodierender Energiepreise et cetera. Problematisch wird es allerdings, wenn dadurch die Aufmerksamkeit von diesen echten Bedrohungen abgelenkt und jedes zur Änderung der politischen Gesamtsituation erforderliche zivile Engagement, jeder so dringend benötigte Widerstandswille umgelenkt wird in ein einzelne Tierrettungsaktion. Der Politik und vielen Medien kommt dies gelegen – was auch Backhaus‘ populistisches Mitfiebern in der Sache erklärt. Der Eskapismus hat Methode, und die stündliche Verfolgung des Schicksals eines Wales, der Emotionen und wehmütige Erinnerungen an Filme wie „Free Willy“ erweckt bietet den willkommenen Ausweg in eine Scheinwelt.
Um objektiven Tierschutz und Empathie geht es hierbei auch nur vordergründig, denn wie bei jeder selektiven Konzentration. auf ein Einzelschicksal – vom Eisbären Knut bis zur Elefantenkuh Targa – ist auch diesmal das Sich-Hineinsteigern ein Ausdruck extremer Unverhältnismäßigkeit. Ginge es um das Ethos Albert Schweitzers (“Ehrfurcht vor dem Leben”) oder um Respekt vor der Schöpfung generell, dann wäre auch die Schlachtung von 45 Millionen Schweinen, 3 Millionen Rindern und über 650 Millionen Hühnern pro Jahr alleine in Deutschland ein Thema – auch ohne daraus einen Appell für Veganismus abzuleiten. Natürlich gibt es insofern einen Unterschied, als viele Wildtiere, zumal majestätische marine Großsäuger wie der Wal, seltener sind, nachdem sie von der Menschheit fast ausgerottet wurden. Das, was der gewerbliche Walfang des 19. und 20. Jahrhunderts jedoch zerstört hat, nun an einem verirrten Exemplar festzumachen, ist maßlos übertrieben. Man sollte entweder der Natur ihren Lauf lassen oder den Wal erlösen, um seinem Leidensprozess ein Ende zu machen – doch damit ist es dann auch einmal gut. Zurück zu den realen Zuständen in diesem Land, denn die sind noch elender als der Zustand des Buckelwals Timmy.
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19 Kommentare
Ich kann das hier nicht unterschreiben.
Zweifelslos ist der Mensch selbst schuld, dass er die Tierwelt zestört, wie die Flora auch.
Aber es ist ein bewegendes Thema, nicht immer nur Krieg und Mord und Totschlag.
Sehe ich genauso. Zudem hat man die Möglichkeit zu versuchen, mit einer Handlung positiven Einfluß auf das Schicksal des Wals zu nehmen.
Normalerweise bleibt einem nur, hilflos all die negativen Nachrichten zur Kenntnis zu nehmen und seine wachsende Empörung unter Kontrolle zu halten.
Bin ja mal gespannt auf die diesjährigen Ostermärsche!
Eine sehr willkommene Angelegenheit
um von den wirklichen Problemen in
diesem Land abzulenken.
Und unsere Meinungsdesigner machen
da mit Begeisterung mit.
Wäg de dock
Stranden Wale strandet der Frieden denn alle Kriegstreiber haben Langwellenunterwasserantennen um mit U-Booten zu kommunizieren und diese Wellen stören das Orientierungssystem der Tiere.
Da bringt es nicht die wieder ins Meer zu bringen.
Zerstört die Unterwasserantennen
Zum ersten April passt der Artikel nicht so richtig.
Gehen wir doch nach Ostern alle zum Meldeamt und lassen uns als Buckelwal eintragen. Das ist doch jetzt möglich. Dann werden auch unsere Probleme endlich gelöst.
Wale werden durch die LangwellenUnterwasserantennen der Kriegstreiber gestört die damit mit ihren U-Booten kommunizieren.
Stranden Wale strandet der Frieden.
Über Land in Alaska steht die HAARP Antenne zum gleichen Zweck angeblich zu Forschungszwecken
Verdammte Heuchler!!!!!!!!!!!!!
Der Wal ist schon Tod gewesen als er in der Ostsee auftauchte. Es bestätigt sich immer wieder, auch mit diesem traurigen verlust eines sehr hoch Intelligenten Wesens, „die See braucht die Menschen nicht, aber wir brauchen sie!“
Schaltet endlich diese verdammten Windmühlen in allen Meeren ab! Alle Nationen müssen ihre Aktivitäten mit aktiven Sonar und sonstigen Unterwasserkrawall drastisch reduzieren!
Scheinbar weiß niemand mehr womit Wale und Tümmler navigieren.
Und an den feinen Herrn Till Backhaus, installieren sie ein Triebwerk einer 747 neben ihren Palast und sie erleben die Pein die dieses Geschöpf und noch viele andere Lebewesen der See erleiden müssen!!!
Woher haben Sie die Nachricht, daß der Wal bereits tot war, als er in die Ostsee gelangte?
Sollte das tatsächlich der Fall sein, war das gesamte Drama um die „Rettung“ des Wals offenbar doch nur Ablenkung von den realen Nachrichten. Aber daß so viele Retter bei der „Rettung“ des toten Wals mitgespielt haben, kann ich auch nicht glauben.
Passende Fotounterschrift: “ Was ein Bohei ! “ Fehlt nur noch “ Wolfwettschwimmen in der Binnenalster !“
der ist doch bloß vor dem OFFSHORE Vogelschredder Infraschall an Land geflüchtet, typisches „Energiewende“ Seppuko!!!… … …
DAS TÄGLICHE KULTURELLE BEREICHERNDE GRÜNLINKE Psychopathen IS. MESSER IM KÖPER DER UNGLÄUBIGEN BIO_BÜRGER, BRAUCH DA JA DEN BRD GUTMENSCH AUSGLEICH!! DA IST HEILE_WELT TV VON NÖTEN.Arme Tiere NAHE UND WELTWEITEN MIT SPENDENKONTO NR. BITTE NUR BIO DEUTSCHE SIND DA AUF GERUFEN!! Nur DIE MIT IHRER GESCHICHTE !! UND CO2 FUSS_ABDRÜCKE 🤮🤮
Das sind nun mal die unangefochtenen Prioritäten der Masse …! – Wundert da irgendwen noch irgend etwas?!
Lieber ein Wal, als Z-Promi-Rosenkrieg!
Nach einem Wolfsbiss in einer Hamburger Einkaufspassage
Jetzt will der FOCUS den Lesern erklären, warum die Hamburger Wölfe eigentlich gar nicht so böse sind.
Hamburger Wolf ist nicht böse – wie es zum Angriff kam
https://www.focus.de/wissen/hamburger-wolf-ist-nicht-boese-wie-es-zum-angriff-kam_ac15c0a3-8303-4584-9903-765c08050598.html
Was für ein Schwachsinn.Warum gibt es in Deutschland immer mehr Pseudo-Experten, die überhaupt gar keine Ahnung haben ???
Das Volk sucht Ablenkung!!! Alle Schwierigkeiten werden mit Steuergeldern vorübergehend zugeschüttet, und die hauptsächlichen Reaktionen des Regimes auf Proteste sind und bleiben
1. die Na zif izierung ohne Argumente gegen besorgte und wütende Bürger,
2. leere Versprechen–LÜGEN wie die, die Merz und die Union vor der BT-Wahl abließen, und
3. noch mehr Bürokraten für Propaganda, Leerlauf-Beschäftigungen und die Durchsetzung dessen, was das Regime und seine Lieblingsunternehmer beabsichtigen. Auf diese und keine andere Weise florieren künstliche Klima-„Industrien“, deren Produkte den Bürgern aufgezwungen werden. Wärmepumpen und E-AutoSCHROTT werden nicht „verkauft“, weil es trotz der Propaganda keinen echten Markt dafür gibt. Sie werden an „HIRNBEFREITE“….Untertanen ausgehändigt, die diese Produkte und Hersteller“firmen“ bezahlen müssen.
Außer dem Verschleudern der Steuergelder, der Verbreitung woker Quatschideologien (deren Produktion durch Zeitgeist-„Intellektuelle“ ebenfalls ein künstlicher, top down durchgesetzter Scheinwirtschaftszweig ist) und der nutzlosen Tätigkeit der Lieblings-Schwätzer und -künstlernden des Regimes funktioniert nur das, was noch nicht staatlich übernommen worden ist. So wie immer im Sozialismus.
Wie sagte Norbert Bolz vor einiger Zeit so treffend: „Wir haben ein Problem mit der Dummheit!!!“…
Der ‚Souverän‘ des Grundgesetzes ist längst zu einem träge dahinvegetierenden Kapaun geworden, der von den Pseudo-Eliten allenfalls wortreich in Richtung Schlachtbank ‚geleitet‘ und – blind für das, was ihn erwartet – ansonsten nur in Ruhe gelassen werden will..!!!. Traurig aber WAHR!!!!
Wenn wir illegal Müll im Meer entsorgen würden, würden wir wahrscheinlich im Knast landen.
Oder 1000de von Euros Geldstrafe zahlen.
Was da alles von den Schiffen im Meer entsorgt wird ist sowas von dreckig asozial.
„Geldmühlen“ haben anscheinend 100e von Sonderrechten.
Wenn der Wal noch Fangnetzreste zwischen den Zähnen hängen hat dann hat er auch Fangnetz
im Körper.
Und dieses wird ihm jetzt elendig den Darm verstopfen und die Organe abschnüren.
Der Wal hat auch einen übergeordneten Instinkt und schwamm die Küsten an, um Hilfe zu erhalten.
Bin mal gespannt, wenn der Wal obduziert wird was man da gefunden hat oder eben verschweigt.
In der Offenbarung steht, dass Gott „die verderben wird die die Erde verderben“. ( Offenb. 11, Vers 18 )
Da gehört auch die ganze Widerwärtigkeit asozialer Charaktere zu.
Und das steht endlich kurz bevor…
Mir ist es lieber, wir geben ein paar Hunderttausend für ein Geschöpf aus, dass aufgrund der Blödheit der Menschen zu Tode kommt, als Milliarden für Kriege durch die Hunderttausende durch die Blödheit der Menschen zu Tode kommen.