
Die Jusos Kiel haben einen Antrag eingereicht, der so klingt, als stamme er aus der Feder eines politisch-moralistischen Bühnenstücks: „Männerpodcasts“ wie etwa “Hoss & Hopf” sollen ihrer Ansicht nach verboten werden – mit der Begründung, sie verbreiteten angeblich „toxische Männlichkeitsbilder“, Verschwörungstheorien” und “sexistische Stereotype”. Noch absurder: eine „weibliche Fakten-Checkerin“ soll künftig verpflichtend dabei sein, um Falschaussagen zu korrigieren – ein nachträgliches „Besserungskonzept“ vorausgesetzt. Dieser Vorstoß ist nicht nur politisch infantil – er ist ein Angriff auf eines der Grundpfeiler demokratischer Öffentlichkeit: die Freiheit der Meinungsäußerung. Wenn diejenige, die sich an einem Mikrofon äußern, erst staatlich (oder quasi-staatlich über Jugendorganisationen) zertifiziert sein muss, dann weicht der öffentliche Raum der Zensur – subtil zwar, aber fundamental. Was die Jusos hier fordern, ist daher glatt verfassungswidrig
Die Argumentation der Jusos funktioniert in typischer linker Manier durch Moralisierung: Was nicht ihrer Ästhetik oder ihrer politisch-gesellschaftlichen Sensibilität entspricht, wird als ge-fährlich, toxisch, demokratiefeindlich eingestuft. Der Schritt vom Vorwurf „verherrlichter Männlichkeit“ hin zum Regulierungsbegehren ist dabei methodisch vorgezeichnet: Man wählt ein Podcast-Epiphänomen, verknüpft es mit abstrakten Übeln wie Sexismus oder Verschwörung, idealerweise mit Publikumsreaktionen, und fordert Regulierung – in diesem Fall Verbot oder zumindest Einhegung. Dass gleichgeschlechtliche oder andere Unterhaltungsformate mit feministischer, progressiver oder linksliberaler Grundausrichtung kaum je unter solchen Verdachtsstrahlen stehen, wird dabei übersehen oder sogar bewusst ignoriert. Die doppelte Messlatte ist Teil des Problems: Wenn eine Stimme, die nicht dem linken Mainstream entspricht, geächtet wird, heißt es schnell „Grenze des Sagbaren“. Aber genau diese Grenze sollten demokratische Gesellschaften aushalten – wenn sie lebendig bleiben wollen.
Die Technik der Beschränkung
Schauen wir uns die Mechanismen an: Es sind meist vier Stufen, wie die totalitäre Meinungskontrolle oder –unterdrückung ablaufen soll:
- Verbot als Mittel – nicht nur im Strafrecht, sondern präventiv, bevor etwas Rechtswidriges passiert;
- Besserungskonzepte – eine Aufforderung zur Selbstzensur, zum Vorausdenken unter dem Druck möglicher Sanktionen;
- Externe Begleitung (hier: „weibliche Fakten-Checkerin“) – nicht zur Diskussion, nicht zur Debatte, sondern zur Korrektur. Ein klassisches Modell: nicht nur die Meinung, auch die Person soll überwacht werden;
- Narrativ der Demokratiegefährdung – wenn sich Macht durch Argumente nicht mehr durchsetzt, wird sie mit „Demokratieverteidigung“ überhöht.
Solche Mittel erinnern an so manche geschichtliche Episode, in der Bürgerrechte eingeschränkt wurden, indem man sie im Namen “höherer Ziele“ relativierte. Das Grundgesetz aber garantiert in Artikel 5 die Freiheit der Meinung. Nicht jede Meinung muss gefallen – aber jede Meinung soll geäußert werden dürfen, solange sie nicht eindeutig gegen Gesetze verstößt (z. B. Volksverhetzung, Beleidigung). Podcasts wie „Hoss & Hopf“ mögen in vielen Augen provokant, sexistisch oder populistisch sein – aber sie fallen bislang in das Spektrum legitimer Meinungsäußerung. Fragwürdig ist also nicht, dass Kritik geübt wird; fragwürdig ist hier die Idee, Kritik könne oder solle durch Verbote ersetzt werden. Das ist nicht „Demokratie“ – das ist Zensur. Ein Staat, der beginnt, Geräusche aus der Öffentlichkeit zu verbieten, sobald sie unbequem sind, entfernt sich von seiner Pflicht, Raum für Diskurs zu schaffen – nicht festen Konsens.
Der Versuch, bestimmte Formate zu verbieten, wird nicht zur Neutralisierung führen, sondern zur Radikalisierung. Wer sich mundtot gemacht fühlt, wird sich Alternativen finden, Kanäle, Plattformen, Subkulturen. Diejenigen Podcasts erstarken, die man verbieten wollte – oftmals mit dem Bonus der Märtyrerrolle.
Zwischen Freiheit und Utopie
Zugleich wächst das Gefühl vieler Bürger, nicht mehr zur medialen Gemeinschaft zu gehören: Wer konservativ denkt, wer traditionell fühlt, wer kritische Stimmen gegen Gender-Diskurse oder liberale Sexualpolitik äußert, sieht sich zunehmend ausgegrenzt, verachtet, kontrolliert. Vertrauen in Medien und in demokratische Institutionen schwindet, wenn nicht mehr das bessere Argument, sondern das moralisch legitimierte Verbot über den Tisch zieht. Die Forderung der Jusos nach Verbot von “Männerpodcasts” ist insofern kein Ausrutscher oder Einzelfall, sondern Teil eines zunehmenden Trends: die Umwidmung der Meinungsfreiheit zur projizierten Gefahr. Dabei wird Demokratie nicht verteidigt, sondern gefährdet.
Aber ein Staat, der die Freiheit der Stimmen einschränkt, weil sie unliebsam sind, beschädigt seine eigene Legitimität. Wer Vormund über das Wort spielt, wer „Mikros wegnimmt“, wer Menschen zensiert, um sie zu “erzogenen Bürgern“ zu machen, beginnt damit, sich selbst zu entmachten – zugunsten einer Ideologie, die keine Ironie duldet und kein Widerspruch bleiben darf. Im Kern steht die Frage: Wollen wir eine Öffentlichkeit, in der echte Vielfalt – nicht die der Quoten und sichtbar gemachten äußeren Merkmale, sondern die des Geistes, des Wortes und der Gedanken gefeiert wird? Oder wollen wir eine Orwell’sche “Pluralität”, in der jeder, der abweicht, stillgelegt wird? Wer Verbot verlangt, nimmt Demokratie auseinander – Tür für Tür. “Männerpodcasts” zu verbieten, mag für rigoristische Linke im Eifer verlockend erscheinen – aber es wäre ein Schritt in eine Gesellschaft, in der nicht der Diskurs, sondern das Verbot regiert.
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11 Kommentare
@Lippenbekenntnis
oder ehrliche Aussage :
„I can guarantee Freedom of Speech. What I can not guarantee is Freedom after Speech.“
Idi Amin
ZDF Journalist Wolfgang Herles : “Wir müssen so berichten, wie es Frau Merkel vorgibt.” https://www.theeuropean.de/original-quelle/wir-mussen-so-berichten-wie-es-frau-merkel-vorgibt/
Und wenn ich mich recht erinnere, hat auch Merkel im Zusammenhang mit den Corona-Kritikern auch erklärt, das Kritiker auch den staatlichen Gegenwind spüren müssen. Und dann wurden ihnen im Morgengrauen die Tür eingetreten, Arztpraxen geschlossen, Konten gekündigt oder gleich die Arbeitsstelle gekündigt.
Also : „Lippenbekenntnis “ ist gut, in meinen Augen schon ein Hohn, wenn er aus dem Umfeld des Regimes, seiner Justiz und seinen Medien kommt !
Und von der haben alle gelernt :
„Man kann sich nicht darauf verlassen, daß das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, daß das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.“
höchste zeit… lies §20 grundgesetz absatz 4… hau rein – es geht los….
@§20 grundgesetz absatz 4
ja – aber das gilt nur , wenn sie gewinnen – und dazu müssen sie sich gegen linientreue Polizei und Militär durchsetzen.
Im Fall einer Niederlage sind sie ein Aufständischer und dürfen nach Lissabon ganz gesetzeskonform erschossen werden – selbst das Verfassungsgericht wird das genauso bestätigen wie sie die potentiell tödliche mRNA-Spritze bestätigt haben oder in Ludwigshafen mit dem Ausschluß des AFD-Kandidaten die Demokratie abgeschafft haben.
Diesen Artikel können sie streichen – er ist eine Simulation eines Rechtsstaates !
Ausreißen um dem heshe Diktat zu entgehen,nur mit Erlaubnis der DDr_Partei der Linken,nach Abgabe der Persönlichen Grund,Boden, Immobilien ,Aktien und Schmuck, Devisen Reserven,Renten Ansprüche ECT. Wird der Antifaschutzwall Zeitnah wieder errichtet?! Noch Fragen Kevin ,Nadin ??
Nicht einmal die Pionierorganisation oder die FDJ in der DDR war dermaßen verbohrt und verstrahlt wie die heutige linksgrüne Jugend.
Ich gehe davon aus, dass es im Osten so war, weil man schon als junger Mensch durch die Unterrichtsstage bei UTP oder PA sowie auch durch – freiwillige und bezahlte – Arbeit in den langen Ferien ausreichend Kontakt zur hart arbeitenden Basis der Erwachsenen hatte. Davon haben die wenigsten ein Blatt vor den Mund genommen.
Alles oft noch ältere Generation, die selbst noch den Krieg erlebten – wovor sollten die Angst haben? Politische Unkorrektheit war in der DDR bei normalen Leuten nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Allein opportunistische Karrieregeile waren auf Regierungslinie.
Nahezu flächendeckende Blödheit wie heute bei den jungen Folklorelinken hatte seinerzeit echten Seltenheitswert. Bei unpassender Meinung hat man das zwar lang und breit in der Gruppe unter Beachtung klassenkämpferischer Standpunkte ausdiskutiert – aber schon von vornherein Meinungs- und Sprechverbote sind mir da nirgends untergekommen.
Für die Leser aus dem Westteil unseres Landes: https://de.wikipedia.org/wiki/Produktive_Arbeit_(DDR)
Sehe ich genauso. Ich bin ein DDR-Kind und ja wir konnten unsere Meinung in gewissem Maße äußern ohne sanktioniert zu werden. Sanktioniert wurden die, die unbequem wurden. Zur friedlichen Revolution war auch unsere damalige Volkspolizei bereit da keiner die Massen mit Waffen aufgehalten hat.
Voltaire wird folgendes Zitat zugeschrieben:
„Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.“
Die völlig Geistige Umnachtung – schon bei den Jungen – ist m.E.nach auch eine Folgeerscheinung der menschenrechtswidrigen Impf-Kampagnen !
Die Freiheit der Meinung gilt natürlich nur
für die Parteijugend der Roten Träumer.
Mein Gott.
Wie hat sich die SPD gewandelt!
Von einer einst stolzen Partei, ist sie zu
einer Nachfolgeorganisation der SED
verkommen.
Und je radikaler die Forderungen, je
mehr Applaus von der Parteioberen.
Die SPD muss einen weiteren Dämpfer
bekommen.
Sonst wird das nichts.
Natürlich muss auch die CDU einen
Schuss vor den Bug bekommen.
Dazu muß es aber schnell gehen, denn die Einschränkungen durch die EU werden immer grotesker. Viel Zeit bleibt nicht.
Der große Kampf Gut gegen Böse.
Aber wie immer, leider, denken auch die Bösen, sie wären die Guten.
Das war schon immer so.
Damit macht man sich das Gewissen leichter. Und bloß nicht reflektieren!