Merkels Abschied: Feministisches Kaffeekränzchen im Düsseldorfer Schauspielhaus

Angela Merkel gab sich im Düsseldorfer Schauspielhaus privat. Die FAZ berichtet darüber. Ein Blick ins Leere. Die Medienkritik.

Angela Merkel (Foto:Imago)

Ich mache erstmal nichts, das ist sehr faszinierend„, zitiert die „FAZ“ eine Kanzlerin in der Schlagzeile, die 16 Jahre lang sehr damit beschäftigt gewesen ist, ein ganzes Land zu ruinieren. Vier Parteien hat sie nebenher noch ruiniert, nämlich ihre eigene, die CDU, die nie wirklich ihre Partei gewesen ist, obwohl sie 18 Jahre lang den Parteivorsitz innehatte, die CSU, die vor mindestens zehn Jahren bereits die Union hätte verlassen müssen, um sich selbst vor dem „Absturz des Vasallen“ zu bewahren, die FDP, die nach nach dem Bündnis mit der CDU von 2009 – 2013 aus dem Bundestag flog, und die SPD, die zwei Wochen vor der Bundestagswahl 2021 deswegen einen Höhenflug erlebt, weil alle, die eigentlich die AfD wählen müssten, sich dazu nicht durchringen können.

Nun saß die Kanzlerin zum Ende ihrer für das Land desaströsen Politkarriere im Düsseldorfer Schauspielhaus und gerierte sich als oberster Mensch der „die Menschen“. Sie gewährte Einblicke in ihr Innerstes. Zu sehen gab es gähnende Leere. Der „FAZ“ gelang es trotzdem, einen Text zu generieren nach dem Motto: „Wie Sie sehen können, sehen Sie hier nichts“.

Im Schauspielhaus

Im Düsseldorfer Schauspielhaus wird die Bundeskanzlerin ungewöhnlich privat. Angela Merkel spricht über den Tod ihrer Mutter und über ihren Weg zu einem feministischen Bekenntnis.„, heißt es im Teaser bei der „FAZ“ – und hätte ich den Artikel nicht als geeignet für eine Medienkritik identifiziert, dann hätte ich ihn nicht gelesen. Es ist nämlich eine Binsenweisheit, daß Frauen, die bei der Verteilung von „Die Waffen einer Frau“ schnöde übergangen worden sind, sich gern per Feminismus für ihre Zukurzgekommenheit rächen. Ein Sarkast meinte neulich, bei den Moslems habe man diesem Racheproblem prophylaktisch einen Riegel vorgeschoben, indem man einfach alle Frauen entwaffnete.

Mir war dieses Thema unangenehm, so daß ich es wechselte und auf das sexuelle Selbstbestimmungsrecht von Tieren zu sprechen kam. Dabei wäre der Feminismus der Kanzlerin durchaus ein Thema gewesen, und zwar ausgerechnet unter dem Gesichtspunkt der Gleichberechtigung, oder – wenn man so will – dem der ausgleichenden Gerechtigkeit. Es hätte sich halt ein maskulistischer Kanzlerkandidat als Nachfolger finden müssen, der in den kommenden 16 Jahren alles wieder geraderückt, was von der Femikanzlerin ins Groteske verschoben worden war. In Deutschland könnte man allerdings genausogut nach der Nadel im Heuhaufen suchen. Oder im Strohballen. Aber das wäre eine lange Diskussion mit dem Sarkasten geworden – und ich hatte nicht so viel Zeit. Ich führe prinzipiell keine Diskussionen, die ich wegen Zeitmangel nicht gewinnen kann. Gut Ding will Weile haben.

Fest steht jedenfalls, daß in einem Land, in dem die Kanzlerin Feministin ist, eine ganze Hälfte der Bevölkerung permanent über den Löffel balbiert wird. Das Verhängisvolle am Feminismus ist ja seine, das Ganze ignorierende, gynozentrische Dämlichkeit, derentwegen gerade die dümmsten Anthropozentristen am leichtesten auf feministische Parolen hereinfallen. Wenn dann noch Jahrzehnte sozialdemokratistisch „inspirierter“ Bildungsreformen den Humus bilden, auf dem die feministische Dämlichkeit fröhliche Urständ´ feiert, dann ist es kein Wunder, daß die Hälfte aller Schulabgänger Abitur hat, den feministischen Glaubensquark nachbetet und daß von den Medien begeistert berichtet wird, die Kanzlerin habe einem schulschwänzenden Teenager aus Schweden interessiert zugehört. Es ist ja unbestritten so, daß es die Merkelrepublik gewesen ist, in welcher das dem Manne peinliche Malheur mit der gesprächigen Langstreckenluisa von FFF und dem Rezo mit den blauen Haaren passiert ist. Es waren ja auch die Merkeljahre, in denen Grüne, von der kanzlerinischen Regierungspartei unbehelligt, ihrem Genderwahn frönen konnten und der „Antinatalismus“ einer Verena Brunschweiger als diskutabel durchging. Aber zurück zum Blick ins Innere der scheidenden Kanzlerin.

Die Einrahmung der Kanzlerin

„So hat man Angela Merkel selten erlebt: Die scheidende Kanzlerin sitzt auf einer Theaterbühne in Düsseldorf, eingerahmt von der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie, der Publizistin Miriam Meckel und der Journalistin Léa Steinacker. Merkel spricht nicht über Tagespolitik, sondern über Grundsätzliches, Gesellschaftliches, Philosophisches. Und sogar Persönliches.“, schreibt die „FAZ“. Wenn das also ein gelungener Abend gewesen sein soll, da in Düsseldorf, dann deswegen, weil man die personelle Einrahmung der Kanzlerin an ihre Fähigkeiten angepaßt hatte. Nicht auszudenken, sie hätte da sitzen müssen und in Gegenwart von Peter Scholl-Latour, Franz-Josef Strauß und Viktor Orban über Grundsätzliches, Gesellschaftliches und Philosophisches gesprochen. Sie wäre untergegangen. Das sogenannte „Setting“ war also ganz auf die Kanzlerin abgestimmt, so, wie das eben üblich ist, wenn man Frauen keinesfalls schlecht dastehen lassen will. Es gibt ja auch den Frauenfußball, den alpinen Abfahrtslauf der Damen, die Frauenförderung und die Frauenquote. Damit sich die Unterlegenen ab und zu als Siegerinnen fühlen dürfen.

Sogar die meisten Spitzenköche der Welt sind Männer, während „Mutti“ in der Fernsehwerbung schon dafür gepriesen wird, daß sie eine Tütensuppe in heißem Wasser verrühren kann. Merkels personelle Einrahmung in Düsseldorf war also darauf angelegt, die Kanzlerin nicht dumm dastehen zu lassen. Chimamanda Ngozi Adichie, Miriam Meckel und Léa Steinacker waren als Kanzlerin-Einrahmung schon hervorragend gewählt. Schade, daß Herta Heuwer nicht mehr lebt. Die Erfinderin der Currywurst hätte sich wahrscheinlich ganz gut gemacht neben Merkel in Düsseldorf.

Gedenket der Erfinderin! – Foto: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Verhältnismäßig interessant – weil ja alles „irgendwie relativ“ ist in Deutschland – waren die Fragen, welche der Kanzlerin im Schauspielhaus zu Düsseldorf gestellt wurden. So war beispielsweise relativ interessant, was die Kanzlerin geprägt hat. Was war´s? – „Dass ich als Kind mit geistig Behinderten zusammen aufgewachsen bin und da keine Furcht und Berührungsängste hatte. Dass ich Physik studiert habe.“. – Tja, das erklärt viel. Schließlich hat sie Deutschland so regiert, daß der Eindruck entsteht, sie sei all´die Jahre der Überzeugung gewesen, das ganze Volk sei geistig behindert. Und Merkels Atomaussteig nach Fukushima erklärt, wie wohldurchdacht ihr Entschluß gewesen ist, es lieber mit der Politik als mit der Physik zu versuchen. Des Physikers Freud ist Bürgers Leid.

Das war also ein Abend in Düsseldorf, an dem Merkel angeblich persönlich geworden ist. Wie das aussieht, wenn Merkel persönlich wird, läßt sich an ihren Antworten ablesen. Sie ist nicht „ich“, sondern „man“. Nach schönen Momenten in ihrem Leben gefragt, antwortet die Kanzlerin: „Sehr oft wenn man einen Kompromiss gefunden hat.“ – das ist schon bemerkenswert. Als Mann ärgerst du dich grün und blau, wenn du einen Kompromiss finden musstest, weil du weißt, daß ein Kompromiss nie der Sache gerecht wird, um die es ging, sondern allenfalls denen, die über die Sache debattiert hatten. Der Realität sind Kompromisse völlig wurscht. Ein Kompromiss ist nie schön, wenn man keinen gesteigerten Wert auf „Friede-Freude-Eierkuchen“ legt. Wahrscheinlich muß „man“ wirklich Frau sein, um den Kompromiss schön zu finden. Wann hatte „man“ als Kanzlerin noch einen „schönen Moment“? – Bei so etwas: „Zum Beispiel die Verabschiedung des Lissabon-Vertrags, der die Europäische Union auf ein neues Fundament stellte. Oder im vergangenen Jahr, als sich die Staats- und Regierungschefs der EU nach langem Streit doch noch auf die Corona-Hilfen einigten. „Dann ist man glücklich“, so die Kanzlerin.“ – Mannomann. So viel Persönliches liest man bei der „FAZ“ über das Kaffekränzchen mit der Kanzlerin im Düsseldorfer Schauspielhaus.

Resümee

Merkel war und ist hauptsächlich deswegen ein kollektives Desaster, weil sie 16 Jahre lang Bundeskanzlerin gewesen ist. Hätte sie stattdessen 16 Jahre lang Fischbrötchen irgendwo in der Uckermark verkauft, wäre sie nur sich selbst ein Problem geblieben, hätte aber trotzdem irgendwelche „schönen Momente“ erlebt. Der erste Tag, an dem ihr einmal kein Hering auf den Boden der Imbißbude gefallen wäre, zum Beispiel. Es ist auch nicht viel gewonnen dadurch, daß sie künftig nicht mehr Kanzlerin sein wird, weil es in Deutschland nur so wimmelt vor politisch ambitionierten Gestalten, die ihr in Sachen Weisheit und Überblick in nichts nachstehen.

Weder Laschet noch Baerbock oder Scholz sind Nachfolger Merkels, derentwegen man ans Aufatmen denken könnte. Wer Merkel schon für den politischen GAU gehalten hat, der wird sich noch wundern. Das Grundproblem ist eine Art kollektiver Zerebralphimose, derentwegen noch kaum jemand erkannt hat, wie simpel gestrickt schon Helmut Kohl gewesen sein muß, der Prototyp des von Esther Vilar bereits vor fünfzig Jahren als „dressiert“ identifizierten Mannes. „Sie ist eine Frau und sie kommt aus dem Osten“, war nach Kohls Ansicht das, was Merkel für den Einsteig in die Polithierarchie der damaligen Bonner Republik qualifizierte.

So lange die Arroganz noch herrscht, mit der Männer unterstellen, sie könnten ja den Frauen auch mal etwas Macht gönnen, weil sie selbst ja letztlich sowieso alles unter Kontrolle hätten, so lange wird der Abstieg in die totale Wehrlosigkeit virilen, archaischen Kulturen gegenüber auch andauern. Das wird allmählich richtig gefährlich.

Richtig ist lediglich, daß es tatsächlich Männer sind, die die wirkliche Macht haben. Deutsche Politiker und Publizisten sind das aber nicht. Die wirklich mächtigen Männer dieser Welt sitzen ganz woanders. Und sie profitieren sehr davon, daß sie in der Politik ihre „braven Mädchen“ sitzen haben, die sich damit begnügen, allein dafür schon den Bauch gepinselt zu bekommen, daß sie gehorsam tun, was ihnen die tatsächliche Macht rät. Ein Bundeskanzler „mit Eiern“ würde dem etwas entgegensetzen, ungefähr so, wie das Donald Trump in den USA vorgemacht hat.

Sie steht für Schwäche

Donald Trump hielt nichts von Angela Merkel. Und ich weiß genau, warum nicht.  Der polnische Präsident ließ Merkel bei ihrer Abschiedstour abblitzen. Keine Zeit für Merkel. Auch er hat mein volles Verständnis. Viktor Orban ist kein Merkelfan – und wenn man sich die Riege derer anschaut, die mit Merkel nicht können und konnten – und was wiederum deren Gemeinsamkeiten sind, dann wird schnell klar, daß es nicht die Person Merkel ist, die dafür ursächlich gewesen ist, sondern das, wofür Merkel als Personifizierung eines Sachverhalts steht. Merkel steht für Schwäche. In der internationalen Politik ist Schwäche über kurz oder lang tödlich. Merkel wird ersetzt werden durch jemanden, der dann eben die neue Personifizierung dessen sein wird,  wofür Merkel international stand. Es ist kein Verlust, wenn sie geht, aber ein Gewinn ist das alleine eben auch nicht, außer vielleicht auf einer sehr persönlichen Ebene. Mir gefällt, daß sie endlich weg sein wird, weil ich Merkel und ihre inhaltsleere, mit käsigem Moralismus überbackene Phrasendrescherei noch nie leiden konnte. Das ist hinsichtlich des sehr grundsätzlichen Problems dieser Republik freilich irrelevant.

Wer sich bei der anstehenden Bundestagswahl noch ziert, die einzige wirkliche Alternative zu einem „System Merkel“ zu wählen, die es gibt, setzt seine Prioritäten falsch. Davon bin ich überzeugt. Die AfD nicht zu wählen, weil einem bestimmte Personalien dort nicht behagen, ist angesichts der ungleich größeren Probleme, die sich dadurch perpetuieren, daß man sie nicht wählt, von anthropozentrischer Dekadenz. Es gibt keine Wahl von „sowohl als auch“ mehr, sondern nur noch eine von „entweder oder“.

4 KOMMENTARE

  1. Zitat A.M. bei dieser Veranstaltung:“ Ich glaube, dass ich meinen Beitrag geleistet habe und wer es jetzt
    noch nicht verstanden hat, der wird es auch in den nächsten 4 Jahren nicht verstehen.“
    Quelle Videotext Sat1 9.9.21
    Soll man das jetzt als Drohung verstehen oder als Prophezeiung in Sachen NWO 2025?

  2. Ich kann Merkels Visage nicht mehr sehen, ohne daß sich der Magen umdreht. Aber eigentlich gilt das für alle deutschen Politiker, die zur Zeit agieren.
    Sämtlich Verräter, Hochstapler, wirr und süchtig, korrupt, sämtlich lebensuntüchtige Vollversager, die ohne Parteifunktionärstum nicht einmal eine Anstellung in einer Bedürfnisanstalt bekämen, maßen die sich an, sich in das Privatleben mit Gewalt einzumischen, was an sich schon unerträglich ist.
    Gänzlich unerträglich wird es aber, wenn ich sehe, wie völlig wirr und zusammenhanglos daherstammelnde Witzfiguren, wie Klabauterbach auftreten und dann auch noch ernstgenommen werden!
    Was ist bei denen in der Birne falsch verdrahtet, die sich einen Klabauterbach ernsthaft anhören und beeinflussen lassen? Der wäre nicht einmal Haß und Verachtung wert, wenn ihn niemand ernst nähme, dann wäre er nämlich nur eine Schießbudenfigur zum Totlachen und Abwinken.

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