Moralweltmeister: Die Wiederkehr des Ablasshandels

Ich armer Sünder – bezahle für meine Sünden! (Symbolbild:Imago)

Schon Katharina Schulze von den bayerischen Grünen hatte es verstanden, den Grundgedanken des mittelalterlichen Ablasshandels in die Gegenwart zu holen – frei nach Johann Tetzel: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Als die stets gutgelaunte Politikerin vor ein paar Jahren unverblümt Fotos ihrer Kalifornienreise ins Internet stellte – inklusive eines Eisbechers mit Plastiklöffel -, stieß das vielen sauer auf. Nicht, weil man ihr den Urlaub nicht gönnte – sondern weil es stets die Grünen sind und waren, die dem Normalbürger selbigen vermiesen wollen. Wegen der CO2-Bilanz. Ganz verwundert über den Aufruhr ließ Frau Schulze die Deutschen wissen, sie habe doch deshalb an Greenpeace gespendet. Na, dann war ja alles gut! Die Umweltengel spurteten sicherlich unverzüglich los, um jedes von ihr verursachte CO2-Molekül mit dem Klimastaubsauger einzufangen.

Natürlich ist nichts gegen Spenden zu sagen, freiwillige Gaben, die das Leben an irgendeinem Ort für die Menschen besser oder ihnen wenigstens eine kleine Freude machen. So wie Frank Zander, der Weihnachtsessen für Obdachlose organisiert, ohne großes Tamtam, einfach deshalb, weil es ihm ein Bedürfnis ist, etwas zu unternehmen. Auch wenn der „Normalbürger“ etwas spendet, steht dahinter in der Regel guter Wille. Vielleicht auch ein wenig schlechtes Gewissen angesichts des Elends in der Welt, aber gewiss würde sich niemand anmaßen, sich damit von eigenen Verfehlungen freizukaufen. Doch das ist es nicht allein.

Dispens von der eigenen Moral für beständiges Trommeln

Die neue Elite – und damit meine ich nicht nur diejenige mit dickem Geldbeutel – stellt fleißig moralisch wohlklingende Regeln auf – für andere. Man selbst glaubt, man dürfe sich auch schon einmal eine Ausnahme davon gönnen, so als habe man sich das durch beständiges Trommeln für die Ideologie redlich verdient. Wenn etwa Ursula von der Leyen im Rahmen der EU-Politik Ungarn der Korruption bezichtigt, dann hat das etwas Tragikomisches: Wir erinnern uns alle an ihre Berater-Deals mit der Agentur McKinsey, in welcher ihr Sohn eine wichtige Stellung innehatte.

Korruption ist offenbar nur von Interesse, wenn sie der derzeit auf der Abschussliste stehende Regierungschef betreibt – und das ist im Moment Victor Orban, der schon in anderen Belangen eine volle Dosis der deutschen Doppelmoral abbekam. Auch beim Verweis auf die Unabhängigkeit der Justiz in Ungarn musste ich herzlich lachen und stellte mir Herrn Harbarth mit Frau Merkel beim gemeinsamen Kartoffelsuppen-Dinner vor. Alena Buyx hingegen, prominente Vertreterin des deutschen Ethikrates, hält es klassisch und spendet derzeit für die Menschenrechte, wenn ihre Familie ein Fußballspiel in Katar sehen will:

(Screenshot:Facebook)

Da wird also „ganz bewusst“ ausgewählt – was einfach besser klingt als zu sagen, man sei in der Einhaltung der eigenen Regeln inkonsequent. Buyx musste nun im Namen des Ethikrates einräumen, man habe die Folgen des Lockdown für Kinder und Jugendliche falsch eingeschätzt, etwa die durch die Maßnahmen verursachten Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen. Aber sieht es nicht eher so aus, dass man auch dabei einfach den bequemen Weg gegangen ist? Der Ethikrat wurde von der kritischen Stimme in der Diskussion zu einer Abnick-Institution für alles, was aus dem Gesundheitsministerium kam. Man hätte Wetten darüber abschließen können, wie schnell Positionen gekippt wurden, wenn sie Spahns oder Lauterbachs Willen nicht entsprachen.

Es wird gegenwärtig viel über die Spaltung der Gesellschaft geklagt; am lautesten von jenen, welche diese Spaltung durch ständiges Diffamieren Andersdenkender fleißig betrieben haben. Die nächste Spaltung findet längst statt: In das Fußvolk, welches die aufgestellten Regeln strikt zu befolgen hat und jene, die sich davon freikaufen oder glauben, darüber zu stehen. Wir haben also mittlerweile nicht nur migrantische Parallelgesellschaften in den Großstädten – die allerdings keinen Hehl daraus machen, sich nicht um die Regeln zu scheren -, sondern auch die Parallelgesellschaft der Moralweltmeister, die sich wie in Orwells Animal Farm benehmen: Kaum schaut man einmal eine Sekunde zur Seite, steht schon eine neue Regel auf der Scheunenwand.

Klicken! Versandkostenfrei bestellen! Und damit „Ansage!“ unterstützen!

BITTE BEACHTEN: Klarstellung der Redaktion zu Leserkommentaren

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit mit einer Zuwendung unterstützen.

7 Kommentare

  1. Na, was die Korruption angeht dürfte das vdL einen rechten Sachverstand besitzen.
    Allerdings ist in D die Korruption seit Jahrzehnten schon so verbreitet, daß sie zum Normalzustand geworden ist. Die vielbeschworene Balkanisierung nebst Korruption gab es schon vor Merkel und Co.
    Mit jedem Politiker der das Wort Freiheit in den Mund nimmt ist dann als Ergebnis noch mehr Unfreiheit fürs Fußvolk verbunden.

  2. Ihr werdet es doch nicht wagen, Euch mit den Ampel-Politiker gleich zu setzen!!!!
    Das wäre Blasphemie! Gotterslästerung!

  3. Das ist ein sehr interessanter Gedanke, den ich schon hatte:
    1. Menschenhandel (Menschenrechte nehmen)
    2. Hilfsorganisationen (Moralapostel)
    3. Afterglaube (Leben nach dem Tod)
    Das war schon zu Royals Zeiten so. Vielleicht sollte man einfach mal den 1. Punkt ändern, dann braucht man die anderen beiden gar nicht mehr! Natürlich werden alle 3 Punkte von denselben Leuten kontrolliert (aggressiver Imperialismus im Diesseits, Friede, Freude und Eierkuchen im Jenseits).
    Es gibt nicht nur migrantische Parallelgesellschaften.

  4. Mal was zum Spenden allgemein…
    Wann verstehen die Menschen endlich, das man mit Spenden an sogenannten Hilfsorganisationen das Elend auf der Welt(genauso wie Waffenlieferungen) nur verlängert?
    Der oder die Verursacher muss man entfernen, das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein.
    Ein Beispiel: Ein Nachbar schmeißt euch ständig ein Wespennest in eure Wohnung und ihr beauftragt fleißig den Kammerjäger um der ständigen Plage Herr zu werden(Spenden), anstatt dem Nachbarn mal kräftig was auf die 12 zu geben damit das aufhört(Lösung des Problems). Wir müssen den Menschheitsverbrechern endlich dem Gehorsam verweigern und zu allem was die von uns wollen, wirklich allem, nein sagen, die Zusammenarbeit und Zahlungen aufkündigen sonst wird das eine Neverendingstory.

  5. der Ehtikrat. Sowas von geil wie der Fuchs der die Sicherheit der Hühnerställe überprüft.
    Politik und Ethik? Wie Feuer und Wasser

Kommentarfunktion ist geschlossen.