Musks Griff nach Twitter: Fluch oder Segen für die Gegenöffentlichkeit?

Elon Musk, knapp 300 Milliarden schwer: Lehrt er das linke Medienmonopol das Fürchten? (Foto:Imago)

Kaum hat Elon Musk seine Absicht verkündet, die 100-prozentige Aktienmehrheit an Twitter (notfalls im Wege einer feindlichen Übernahme) für rund 43 Milliarden Dollar zu übernehmen und das Unternehmen anschließend zu privatisieren, sprich: von der Börse zu nehmen, drehen die linken Medienwächter und Netzaktivisten am Rad: Die so entstehende „Machtkonzentration” sei „gefährlich”, weil „demokratische Öffentlichkeiten” auf diese Weise verhindert würden. „Netzpolitik.org” sieht in Musks Ankündigung gar einen „Weckruf an uns und die Politik”. Im Klartext: Durch Interventionismus und Regulierung soll Musks Griff nach dem weltgrößten Kurzmitteilungsdienst verhindert werden.

Ausgerechnet bei Musk wird damit nun vor einem Problem gewarnt, das bei den Big-Tech-Giganten Meta (Facebook, Instagram, WhatsUp) und Alpha (Google), aber auch Amazon und Apple schon längst existiert – dort bislang aber in keiner Weise problematisiert wird. Dabei hat Google über seine Werbevermarktung im World Wide Web, durch das faktische Monetarisierungs-Monopol für Inhalte und insbesondere seine Kontrolle über YouTube schon eine maßlose, weltumspannende Macht zur Meinungskontrolle. Amazon kann als Betreiber einer riesigen Server-Infrastruktur De-Platforming unerwünschter Anbieter im globalen Stil willkürlich betreiben (so zuletzt geschehen bei der Social-Media-Plattform Parler), und Facebook und Instagram können jeden stummschalten – sogar den ehemaligen US-Präsidenten mit mehr als 80 Millionen Follower -, der ihnen nicht in den Kram passt. Sowohl Meta wie auch Apple als TV-Programmanbieter können zudem massenmanipulativ nach Belieben Meinungen und Stimmungen lenken. Ihre allmächtigen Algorithmen bestimmen das Denken und Fühlen ganzer Gesellschaften – und sie bestimmen den Ausgang von Wahlen; vor dem Urnengang – und bedarfsweise auch noch danach, wie sich bei Joe Bidens „Wahlsieg” offenbarte.

Schreckgespenst für Big Tech

Warum die westlichen Regierungen die nie zuvor in der Geschichte gesehenen Kartellstrukturen der bestehenden kalifornischen New-Media- und Digital-Oligarchen dulden und unangetastet lassen, hat einen simplen Grund: Diese Konzerne liegen allesamt weltanschaulich „auf Linie”, heißt: sie sorgen für die passende Systempropaganda im Sinne der Global Governance, einflussreicher Salons und NGO’s. Mit ihnen verscherzt man es sich nicht – man braucht sie als Verstärker, und sie sind ohnehin zu mächtig für von Wahlen abhängige Politiker, um sie sich zum Feind zu machen. Corona-Pandemie und Impfkampagne, UN-Migrationspakt, die Klimaagenda und aktuell auch der Ukraine-Krieg: Die zu diesen Topoi jeweils erwünschten und für einzig zulässig erklärten Narrative und Sichtweisen werden über „Gemeinschaftsstandards”, „Geschäftsbedingungen” oder notfalls sogar glatte Erpressung durchgesetzt. Wer etwa diffus als „Fake News” oder „irreführend” klassifizierte Inhalte verbreitet, wird ohne rechtliche Einspruchsmöglichkeit von Werbeeinnahmen abgeschnitten, seine Sichtbarkeit wird eingeschränkt (Shadowbanning),  oder wird gleich gelöscht und gesperrt.

Dass nun plötzlich ausgerechnet Elon Musks Ambitionen auf Twitter zur Bedrohung der Netz- und Meinungsfreiheit hochgejazzt werden, während anderswo alle Augen zugedrückt werden, hat einen Grund – und der ist derselbe, warum Facebook, Google & Co. beim linksglobalistischen Establishment so wohlgelitten sind: Musk gilt als unberechenbarer und undurchschaubarer, politisch extrem unzuverlässiger Freigeist. Er bekennt sich nicht zur „Neuen Ordnung“ im Sinne der Hinterzimmerzirkel des Weltwirtschaftsforums, sondern verfolgt eigene Pläne; ob diese am Ende weniger dystopisch sind, sei dahingestellt; Fakt ist, Musk spielt nicht nach den Regeln, und das macht ihn zur Bedrohung für die postdemokratischen Supranationalisten. Was immer man von ihm hält und mit wieviel gebotener Distanz und kritischer Zurückhaltung man die Aktivitäten dieser schillernden Figur betrachten sollte: Alleine schon für seinen Willen, als Enfant Terrible unter dem Global Players eine aggressive Unabhängigkeit zu behaupten, gebührt ihm Anerkennung.

Schlimmer kann Twitter nicht werden

Gleichzeitig zieht er sich auch den Zorn der Eliten zu. Spätestens seit Musik sich in der Impfdebatte überraschend auf die Seite seiner gegen eine Impfpflicht demonstrierenden Landsleute stellte (und insbesondere die kanadischen Trucker beim „Freedom Convoy” unterstützte), ist er der Great-Reset-Nomenklatura suspekt. Als er dann vergangenen Monat auch noch Europas Rückkehr zur Kernenergie forderte, sank er vor allem bei den ökoreligiösen Weltverbesserern in Brüssel und Berlin vollends zur Unperson herab. Und weil Twitter vor allem in Europa als klassische Domäne der linksgrün-woken Blase gilt, ist die Panik in der EU wohl besonders groß, dass auf Twitter so etwas wie echte, unbeschränkte Meinungsfreiheit Einzug halten könnte – was für sie nur bedeuten kann, dass dann noch mehr unerwünschte, „toxische”, „rechte” Ansichten dort zu finden sein werden.

Dass aus Twitter ein zweites Telegram wird, steht dabei in keiner Weise zu befürchten; Musk verfolgt lediglich – abgesehen von unternehmerischen Interessen – das erklärte Ziel, ab sofort das gigantische Potenzial des Microbloggingdienstes „als Plattform für Redefreiheit” voll auszuschöpfen. Dies sei aber nur dann gewährleistet, wenn Twitter nicht mehr börslich gehandelt werde und so nicht länger zum Spielball von Aktionären und Lobbygruppen werden könnte. Was immer Musk vorhat, sollte ihm sein Übernahmecoup gelingen: Schlimmer als bisher unter der Führung von Ostküsteneliten-Liebling und US-Democrats-Fanboy Jack Dorsey – dem Gründer und bisherigen Chef, der unter anderem wegen ihrer Sympathie für Trump reihenweise missliebige Accounts stilllegen ließ  – kann Twitter definitiv nicht mehr werden.

3 Kommentare

  1. Was auch immer Twieter oder anderen Blödsinn zb. Wadsab oder Fratzenbuch machen ist völlig Unwischtisch!!!
    Man gebraucht solch einen überflüssigen Kram nicht und nutzt diesen eben nicht mehr.
    Was hat meine Generation( ich bin Baujahr 1962) bloß früher gemacht als es diesen Blödsinn noch nicht gab???
    Ich jedenfalls wäre dafür das das Private Internet und auch der Mobilfunk für mindestens 6 Monate Abgeschaltet wird damit sich die Menschen wieder an ein normales Leben gewöhnen!!!!
    Denn ohne das Internet und den Mobilfunk hätte es niemals diese Regierung noch die Grünen gegeben!!!
    INTERNET VERBLÖDET!!!!!

  2. Werter Herr Matissek,
    Ich muss da ganz klar widersprechen. Explizit in der Einschätzung Musk´s.
    Mal so ausgdrückt: Elon ist ein Lausbub mit dem Herz am rechten Fleck, und dazu hat er noch einen Riesenscheisshaufen Geld. Ich sag nur Space X… Wer kam so schnell so weit…
    Momentan riskiert er sogar sein Tesla-Ding mit der Ankündigung von 54 ca dollar pro share.
    Ich bin mir sicher Elon ist besser in Mikado wie Sie!
    Cheerz
    Ps.: Psycholgie, for Beginners

  3. Mehr Zensur kann es kaum noch geben. Dass Musk dies zurückdreht, wage ich zu bezweifeln, aber ab und an geschehen noch Zeichen und Wunder.

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