Nach Afghanistan jetzt Mali: Erste westliche Staaten ziehen sich zurück

Die Bundeswehr bleibt erstmal noch: Deutsche Soldatin in Mali (Foto:Imago)

Das nächste Militärabenteuer der europäischen Demokratieheilsbringer geht seinem Ende entgegen. Gut ein halbes Jahr nach dem famosen Scheitern der Afghanistan-Expedition droht nun auch dem Einsatz im westafrikanischen Mali das letzte Stündlein: Als erste Länder kündigten nun Kanada, Frankreich und seine europäischen Partner den Rückzug ihrer Truppen aus dem islamischen Wüstenstaat an, ihre Beteiligung an den Task-Force-Militäroperationen „Barkhane” und „Takuba” soll enden. Die Rückholung der Truppen solle demnach „koordiniert” stattfinden. Deutschland mit seiner erbarmungswürdigen Bundeswehrmission, die dort mindestens ebenso wenig verloren hat wie einst in Afghanistan, will hingegen vorerst noch bleiben.

Hintergrund des Abzugs sind Spannungen mit der malischen Militärjunta, möglicherweise aber auch die gerüchteweise zunehmende Involvierung russischer Söldner in dem Konflikt. Mit tiefer Betroffenheit und Enttäuschung mussten die naiven Freiheitsexporteure dort jedenfalls dieselbe Erfahrung machen wie am Hindukusch – dass sich in unterentwickelten, korrupten islamischen Staaten mit gänzlich fehlender demokratischer Tradition nicht eben so westliche Standards importieren lassen – und vor allem die „Bekämpfung des Terrors” in solchen Ländern eine aussichtslose Donquichotterie darstellt. Frankreich und Kanada tadeln die malischen Machthaber in ihrer Rückzugserklärung unter anderem dafür, dass die eigentlich für Februar 2022 geplanten Wahlen und die damit verbundene „Rückkehr zur Demokratie” erneut verschoben wurden.

Aussichtslose Donquichotterie

Na, sowas aber auch: „Aufgrund mehrfacher Behinderungen durch die malischen Behörden” sei man nun zu der Erkenntnis gelangt, dass die politischen, operativen und rechtlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben seien, um „das derzeitige militärische Engagement im Kampf gegen den Terrorismus vor Ort” wirksam fortzusetzen zu können. Welch reife Einsicht: Diese Voraussetzungen bestanden nie, seit sich der Westen vor über neun Jahren in den seit 2012 tobenden Konflikt im Norden Malis einklinkte.

Die magische EU-Ausbildungsmission EUTM vor Ort sowie der UN-Einsatz „Minusma“, bei denen Deutschland weiter völlig deplatziert mitmischt, sind von den Abzugsplänen nicht direkt betroffen, obwohl der Abzug der Verbündeten natürlich auch für diese Mandate direkte Folgen hat. Gut möglich, dass also auch ein baldiges Ende der aktuell rund 1.300 Bundeswehrsoldaten in Mali bevorsteht. Damit wäre, wie schon in Afghanistan, eine weitere von vornherein zum Scheitern verdammte Mission an ihrem Ende angelangt – die alleine den deutschen Steuerzahler rund zwei Milliarden Euro kostete und ein weiteres marodes Land in seinem exakten Ausgangszustand, wenn nicht schlimmer, zurücklässt. Das Modell „Entwicklungshilfe und Demokratieerziehung mit militärischer Beihilfe“ hat sich damit ein weiteres Mal als Rohrkrepierer erwiesen.

6 Kommentare

  1. Toll!
    Wie viele Einwohner hat Mali? Bestimmt waren alle Gehilfen der BRD. Müssen unbedingt als Flüchtlinge aufgenommen werden.

  2. Ein weiteres Beispiel für die dümmliche Anmaßung, andere über „richtiges Leben, richtige Werte und richtige Wirtschaftsformen“ belehren und zwingen zu wollen. Wie sieht es denn immer wieder mit Sprach- oder Kulturkenntnissen der „Beglücker“ aus? Beim ersten kaum, beim zweiten Ignoranz. Auch wenn es letztlich dabei um Zugriffsrechte (seltene Erden etc.) geht, tragfährig wird die westliche Hybris damit nicht.

    Die Erfahrungen zeigen jedenfalls, dass es keineswegs besser wird, wenn andere „Kulturen“ sich einmischen. Auch Geld in Millionenhöhe – wie z.B. gerade jetzt und seit langem in die Ukraine von Deutschland gezahlt (Grundlage?) – beseitigen keine örtliche Korruption und fördern kein anderes Kulturverständnis, sondern bestätigen letztlich nur das vorhandene. Eine bessere Welt lässt sich eben nicht zwangsweise oder auf korrupte Weise erzwingen. Diese Erkenntnis wird man hier nicht zum letzten Mal bestätigt finden.

  3. Mali gehört in der an Fahrt gewinnenden neuen Kaltzeit innerhalb der Eiszeit, in der wir uns immer noch befinden, zur kommenden Wachstumszone der Welt, während dann hier kaum noch etwas wachsen wird, denn es wird sich ja kaum irgendwo intensiv auf diese Zeit vorbereitet.

    Bald wird es in der ganzen Sahararegion grünen wie in allen allen Kaltzeiten zuvor, die zyklisch alle 200 bzw. 400 Jahre auftreten – ganz ohne Anthropogen, einfach durch die Kraft der Sonne.

    Nicht, dass das irgendeinen Blödmann interessieren würde, das Essen kommt ja aus dem Kühlschrank.

    Alle, die etwas zu sagen haben, wissen das, z. B. die Chinesen, die Russen und die Amis. Nur die dämlichen deutschen Politiker der Klimasekte, die dümmer sind als Scheiße und krimineller als jede Mafia ist, die haben das offenbar auch noch nicht mitbekommen, tun immer noch das, was andere ihnen sagen, entrechten und berauben die eigenen Leute zugunsten der Besatzer mit Hilfe ihres Klima-Bullshits und spritzen sie inzwischen sogar buchstäblich kaputt um sie vor ihrem Coronavirus-Bullshit zu „retten“ und um damit die Anzahl der hungrigen Mäuler zu reduzieren, solange es sich bei denen vor allem um Bio-Deutsche handelt.

  4. Was ein Rohrkrepierer ist, liegt im Auge des Betrachters.

    Beim Gedanken an die Zigtausenden Ortskräfte und deren Verwandten (und deren Verwandten, etc.), die nun ohne Asylverfahren nach Deutschland kommen können, wird sicher nicht nur den Profiteuren der milliardenschweren Asyl- und Migrationsindustrie ganz warm ums Herz.

  5. Man darf gespannt sein, wieviel „Ortshelfer“ samt Familienclan nun ausgeflogen werden ! 5000 ? 10 000 ? oder waren es doch noch viel mehr ?

  6. Uran aus Mali krieg-en scheint nicht mehr lohnend zu sein.

    Besser: Heilen wir die amtlich induzierte Klima-Massenpsychose und kehren zu einheimischer Stein- und Braunkohle zurück! Das spart den Kohle-Import auf Dreck schleudernden Frachtschiffen. CO2 ist die Hauptnahrung der Pflanzen und daher der erste Dünger. Fördern wir den Klimawandel, denn er bringt dem hohen Norden Wärme und den Wüsten Regen, so dass die Landwirtschaft auch dort gelingt und Hunger stillt!

Kommentarfunktion ist geschlossen.