
Der Titel dieses Artikels zitiert eine Textzeile aus der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber (1786-1826): „Unsichtbare Mächte lauern“. Die Oper handelt von sich verhängnisvoll auswirkenden Bündnissen mit dem Teufel. Eine Verbindung zur gegenwärtigen Situation im Nahostkonflikt lässt sich ohne weiteres herstellen, denn US-Präsident Donald Trump scheint in seinem Krieg gegen den Iran einen fatalen Pakt mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu eingegangen zu sein, der ihn jetzt daran hindert, aus der selbst gestellten Falle des völlig unnötigen Nahostkrieges auszubrechen. Unsichtbare Mächte lauern aber in dem Konfliktgeschehen noch an ganz anderen Stellen. Für den publizistischen Beobachter ist die Situation spätestens seit der dramatischen Nacht vom 6. auf den 7. April völlig unübersichtlich und fast unverstehbar geworden. Es dürfte in der gesamten Geschichte westlicher, freier Gesellschaften der Moderne – vielleicht mit Ausnahme der Corona-Krise – kaum ein wichtiges Ereignis geben, bei der das öffentlich zugängliche Bild von ihm derart verschwommen bleibt wie in dem am 28. Februar begonnenen Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Wir wissen nicht, was und wer seitdem im Iran eigentlich bombardiert worden ist. Die Schadens- und Opferbilanz der iranischen Gegenangriffe ist weitgehend unbekannt. Es ist unklar, ob Donald Trump noch einen klaren Geisteszustand besitzt und wirklich verantwortlich für das Handeln der USA ist.
Im Iran gilt der religiöse Führer Modjtaba Chamenei nicht nur als irdischer Stellvertreter des verborgenen (schiitischen) Zwölften Imams Mehdi, sondern scheint diese Rolle auch im Wortsinn angenommen zu haben, denn er ist bislang völlig vor der Öffentlichkeit verborgen geblieben. Ob er überhaupt noch lebt, ist unklar. Genauso unklar bleibt bislang, was es mit dem am frühen Mittwochmorgen quasi in letzter Sekunde vor einem bombastisch angekündigten US-Militärschlag überraschend ausgerufenen Waffenstillstand eigentlich auf sich hat. Die Straße von Hormuz erscheint gleichzeitig als offen und geschlossen und gleicht somit Schrödingers quantenmechanischer Katze. Ob am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad tatsächlich hohe Regierungsvertreter der USA und der Islamischen Republik Iran zu Friedensverhandlungen zusammentreffen werden, erscheint als ähnlich unsicher. Nachdem die USA und Israel zu Kriegsbeginn völkerrechtswidrig die politische und militärische Kommandoebene des Iran direkt angegriffen haben, dürfte es sich jeder Repräsentant Teherans dreimal überlegen, ob er schutzlos im Fadenkreuz von Meuchelmördern erscheinen will.
Aus Trump-Umfeld lancierte “Q-Drops”?
Zum besseren – und vielleicht einzig möglichen – Verständnis dieser chaotischen Lage greife ich auf ein Phänomen zurück, dessen Erwähnung dem journalistischen Ruf eines Autors zwar abträglich sein mag, aber hier dennoch erhellend wirken kann. Es geht dabei um jene kryptischen Botschaften, die eine bis heute rätselhaft gebliebene Quelle namens „Q“ im zeitlichen Umfeld von Donald Trumps erster Präsidentschaft (2017-2021) ins Internet stellte. Diese „Q-Drops“ wurden zur heiligen Schrift einer modernen Religion namens „QAnon“, die zu ihren Hochzeiten im Epochenjahr 2020 (Corona-Inszenierung, Black Lives Matter, mutmaßlicher US-Wahlbetrug) in den USA eine zweistellige Millionenzahl von Anhängern hatte. Auch im Corona-Deutschland gab es seinerzeit eine nicht geringe Zahl von „Anons“. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die “Q-Drops” tatsächlich aus der unmittelbaren Umgebung von Donald Trump heraus lanciert wurden, denn zahlreiche auffällige Übereinstimmungen von solchen „Drops“ mit nahezu gleichzeitigen Twitter-Botschaften von Trump lassen sich nicht mit Zufall erklären.
Die Q-Drops sollten ihrem eigenen Anspruch nach in kryptischer Form dem Publikum Wahrheiten aus einer nur Geheimdiensten zugänglichen Hinterwelt vermitteln, die auch ein US-Präsident niemals offen hätte aussprechen dürfen. „Q“ verband damit ausdrücklich den Auftrag an die Anons, die Wahrheitssuche aus eigener Kraft fortzusetzen und zu vollenden, was eine nicht geringe Rolle bei dem in den Folgejahren stattgefundenen Aufschwung von Alternativmedien und einer kritischen Gegenöffentlichkeit spielte. In den Worten von „Q“ konnten maximal 40 Prozent der Wahrheit direkt öffentlich ausgesprochen werden. Ein größerer Anteil hätte unweigerlich zu Massenwahnsinn und massiver politischer Gewalt führen müssen. Ich beschreibe dies alles hier in einer solchen Ausführlichkeit, weil sich meiner Meinung nach in den heutigen Postings Donald Trumps auf „Truth Social“ dasselbe Kommunikationsmuster zeigt wie einst bei „Q“.
Plötzlicher Schwenk zum Frieden
Im Unterschied zu damals tritt Trump heute offen als er selbst auf, aber vermittelt immer noch nur unscharfe Eindrücke vom Handeln der „unsichtbaren Mächte“ hinter den Kulissen der Leitmedien. Verrückt sind diese Postings also nicht, obwohl sie allzu oft nicht nur Trump-kritischen Beobachtern genau diesen Eindruck vermitteln. Wenn wir dies alles bedenken, können wir – ganz im Stile der Anons – selbst weiterdenken und ein stimmiges und mögliches Bild der Ereignisse der letzten Tage im Nahostkonflikt bekommen. Es sollte selbstverständlich sein, dass ich damit nicht den Anspruch erhebe, die einzige und letzte Wahrheit herausgefunden zu haben. Trump hatte offenbar bei seinem berüchtigten Post, in dem er am Dienstag die Auslöschung der persischen Zivilisation ankündigte, eine schon weit fortgeschrittene US-Absicht vor Augen, den Irankrieg ähnlich wie seinerzeit den pazifischen Teil des Zweiten Weltkrieges durch den Einsatz von Nuklearwaffen zu entscheiden.
Ähnlich wie 1945 die Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki einen verlustreichen Landkrieg um die japanischen Hauptinseln vermieden, sollte auch diesmal der Gegner durch eine oder mehrere Atombomben – vielleicht auf die iranische Ölinsel Kharg – zur bedingungslosen Kapitulation gezwungen werden. Eine große US-Invasion im Iran mit nach hunderttausenden Soldaten zählenden Bodentruppen, die als einzige Option wirklich sicher zu einem Regimewechsel in Teheran führen würde, liegt im Post-Vietnam-Zeitalter jenseits der amerikanischen Möglichkeiten. In einer militärischen Logik, die dem Ersteinsatz von Nuklearwaffen nie abgeschworen hat, würde dies den Atomkrieg rechtfertigen. Gleichzeitig gab es offenbar einen Gesprächskanal Trumps zu Teilen der iranischen Führung, aus dem dann am Mittwochmorgen der plötzliche Schwenk zum Frieden hervorging.
“Teufelspakt” der USA mit Israel?
Zwischen diesen beiden Extremen – Atomkrieg und Waffenstillstand – lag unter Umständen eine glaubwürdige Drohung Teherans, selbst zu einem Nuklearkrieg fähig und bereit zu sein. Wenn es dann als Reaktion auf einen US-Atomangriff auf den Iran eine iranische Raketenattacke auf den israelischen Kernreaktor von Dimona gegeben hätte, wäre eine großflächige und dauerhafte radioaktive Verseuchung Israels die Folge gewesen. Der Iran hätte den Konflikt in der geradezu typischen Manier eines asymmetrischen Kriegs für sich entschieden. Diese Erwartung brachte Trump dazu, seinerseits die Nukleardrohung zurückzunehmen und sich für einen Waffenstillstand zu entscheiden. Dieser Waffenstillstand ist allerdings extrem fragil, weil sehr wahrscheinlich eben nur ein realpolitisch handelnder Teil der iranischen Führung hinter ihm steht. Man sieht dies daran, dass iranische Raketenangriffe auf die Golfstaaten auch im Zustand des Waffenstillstandes weitergehen. Dazu kommt, dass Donald Trump anscheinend keine Kontrolle über seinen fatalen Bündnispartner Israel besitzt
Die Israelis fahren unbeeindruckt von Trumps Verhandlungsbereitschaft damit fort, den Libanon mit massiven Bombardements zu überziehen. Dies wirkt wiederum auf den Iran zurück, der die mit ihm verbündete libanesische Hisbollah-Miliz nicht einfach fallen lassen kann. Die Straße von Hormuz wurde entgegen allen iranischen Ankündigungen bis jetzt doch nicht für den Schiffsverkehr geöffnet, was natürlich dem ganzen von Trump eingegangenen Kompromiss den Boden entzieht. Das ganze Spiel könnte also schon sehr bald wieder auf den Stand des letzten Dienstags zurückgesetzt werden, also auf eine nicht nur latente, sondern sehr kurzfristige Nukleardrohung der USA gegenüber dem Iran, wobei diesmal als Konsequenz selbst die Unbewohnbarkeit Israels in Kauf genommen werden müsste. Wir wären also bislang nur um Millimeter am ganz großen, nuklearen Knall vorbeigeschrammt und stünden immer noch an der Schwelle solcher Ereignisse.
Abschließend will ich hier noch einige Gedanken äußern, die aufgrund der Unübersichtlichkeit der Lage unvollständig bleiben müssen. Wenn ich eingangs von einer Art Teufelspakt der USA mit Israel gesprochen habe, dann heißt dies nicht, dass Israel in diesem Konflikt das Böse an sich vertreten würde.
“Gerechte” Kriegsanlässe
Es geht eher um eine Tragik im klassischen Sinne. Gerade als Deutscher darf man das Recht Israels auf seine Existenz in Sicherheit und somit auch auf eine robuste Selbstverteidigung nicht infrage stellen. Diese Ziele rechtfertigen aber auch nicht automatisch alles. Schon im Gazastreifen gingen die Israelis in ihrem Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung zumindest hart an die Grenze des rechtlich und moralisch Zulässigen. Das gegenwärtige wilde Umherbomben im Iran, im Jemen und im Libanon erscheint noch weniger als gerechtfertigt. Lediglich latent vorhandene Bedrohungen, und seien sie auch nuklearer Natur, sind im Völkerrecht keine casus belli, also gerechte Kriegsanlässe. Ich bin weit entfernt davon, in das elende antisemitische Geschrei jener Zeitgenossen einzustimmen, die sich durch die Beschwörung angeblicher israelischer „Genozide“ selbst von den deutschen NS-Verbrechen reinwaschen wollen. Genauso reihe ich mich aber nicht in die Reihe jener ein, die in deutschen Alternativmedien das militärische Vorgehen Israels kritiklos glorifizieren.
Aus einer religiösen Perspektive kommt hier noch etwas anderes hinzu: Der Anspruch der jüdischen Religion, dass das „Volk Israel“ das auserwählte Volk des einzig existierenden Gottes und Schöpfers des gesamten Universums sei, war über 2.500 Jahre lang der Trost eines in der Weltgeschichte fast immer unterlegenen Judentums, das über alles menschliche Maß hinaus verfolgt, gequält und zuletzt im Holocaust fast ausgelöscht wurde. Sobald sich Israel aber, wie es heute geschieht, in einer drückenden militärischen Überlegenheit gegenüber seiner Umgebung befindet, schwingt in dem Auserwähltheitsgedanken leider unvermeidlich eine gehörige Portion Rassismus mit. Das ist nicht nur theoretisch. Die ganzen Einlassungen eines Benjamin Netanjahu und seiner nationalreligiösen Verbündeten über „menschliche Tiere“, „Amalekiter“ und die bevorstehende Heraufkunft des Messias sollten besser weggelassen werden, damit im Urteil der Weltöffentlichkeit der gute, gewaltfreie Jude wieder den Platz des „hässlichen Israelis“ einnehmen kann. Auch Donald Trump sollte seine Sprache mäßigen. Es steht einem US-Präsidenten einfach nicht gut zu Gesicht, immer wieder von neuem Hass-Postings abzusetzen, die einen „normalen“ Internet-User in Deutschland vor Gericht bringen würden.
In den Irankrieg hineingestolpert
Eine weiterer Kritikpunkt an Trump sind seine jüngsten erratischen Äußerungen über die „NATO-Verbündeten“, die man angesichts des realen Zustandes dieses Militärbündnisses kaum noch als solche bezeichnen kann. In Westeuropa hat bislang keine Regierung im Nahostkonflikt gegen die USA Position bezogen. Nur hätte ein an der Realität orientiertes militärisches Vorgehen von Anfang an eine ganz andere Strategie von Washington verlangt. Vor den beiden erfolgreichen Golfkriegen der USA gegen den Irak (1991 und 2003) standen monatelange Vorbereitungsphasen, in denen Koalitionen geschmiedet wurden und Soldaten aus einer ganzen Reihe von Ländern im Krisengebiet aufmarschierten. Trump ist hingegen in den gegenwärtigen Irankrieg hineingestolpert und kann nun nicht verlangen, dass ihm andere hinterherstolpern. Nur in Trumps Phantasiewelt könnten etwa Bundeswehrsoldaten von einem Tag zum anderen an den Persischen Golf verlegt werden und dort die Straße von Hormuz freikämpfen. Dazu kommt, dass Trump selbst im Januar in der bizarren „Grönland-Krise“ dem NATO-Land Dänemark offen mit der gewaltsamen Eroberung von dessen Territorium gedroht hat. Selbst wenn dies formal noch nicht der NATO-Austritt der USA war, gab es keine deutlichere Methode, um diesen Schritt de facto zu vollziehen. Man sollte sich dann nicht drei Monate später über eine zu geringe Hilfsbereitschaft der (vormaligen) Verbündeten wundern.
Unsichtbare Mächte lauern also im Hintergrund einer völlig unübersichtlich gewordenen Szenerie im Nahen und Mittleren Osten. Was als nächstes passieren wird, ist nicht vorhersagbar. Über die in diesem Artikel behandelten Szenarien hinaus sind auch Querwirkungen auf die Konflikte um die Ukraine, Taiwan und sogar Korea möglich, die den Nahostkonflikt dann zum Weltkrieg eskalieren würden. Das gewaltsame Ende der Globalisierung mit ihren sicheren weltweiten Transportwegen und einem schier unerschöpflichen Weltmarkt projiziert gewaltige Wirtschafts-, Energie- und sogar Nahrungsmittelkrisen in die nähere Zukunft. Wir leben in spannenden, aber auch sehr gefährlichen Zeiten.
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8 Kommentare
Der Islam ansich ist SATANISCH. Die Koranischen Verse sind menschenverachtend und böse. Den Islam von der Erde verschwinden zu lassen ist oberstes Ziel. Jeder Musel, der in DE nach dem Kalifat schreit, sollte die Scharia erfahren, SOFORT..
Zur Ergänzung, Information & Aufklärung:
https://tkp.at/2026/03/20/ziel-des-irankrieges-der-usa-ist-china-und-brics-israel-dient-als-proxy-wie-ukraine/
https://rtde.live/meinung/276351-donald-trump-und-neue-weltordnung-eine-verstoerende-bilanz/
https://rtde.live/international/276374-hinter-allerbesten-rettungsaktion-geschichte-verbirgt/
der ganze Irrsinn beruht auf den Hegemoniebestrebungen des US Kapitals und Trump ist nur ein Erfüllungsgehilfe so wie unser Mars Attack Merz , sind alle nur bezahlte Marionetten die am Machttisch das Besteck abräumen und Krümel am Boden essen dürfen ..
Und wir sind die Deppen die sie wählen sollen.
REVOLUTION muss die Antwort sein oder die Welt geht unter.
Aber keine links-kommunistische Revolution, wie es die roten und grünen deutlich planen.
„Gerade als Deutscher darf man das Recht Israels auf seine Existenz in Sicherheit und somit auch auf eine robuste Selbstverteidigung nicht infrage stellen.“
Blödsinn!
Jeder darf alles infrage stellen. Zweifel sind der erste Schritt zur Erkenntnis.
Ich brauche mich nicht „selbst von den deutschen NS-Verbrechen reinwaschen“, da ich nicht daran teilgenommen habe.
😜
Es wird keinen dritten Weltkrieg und auch keinen Atomkrieg geben, weil die „unsichtbaren Mächte“ im Hintergrund das verhindern.
😜
„Die ganzen Einlassungen eines Benjamin Netanjahu und seiner nationalreligiösen Verbündeten über „menschliche Tiere“, „Amalekiter“ und die bevorstehende Heraufkunft des Messias sollten besser weggelassen werden, damit im Urteil der Weltöffentlichkeit der gute, gewaltfreie Jude wieder den Platz des „hässlichen Israelis“ einnehmen kann.“
Was einem (am Talmud) nicht gefällt, das lügt man sich also zurecht?
Pfui! Bäh!
😜