Namen, Kandidaten, Wahltermin verwechselt: Was ist mit Friedrich Merz los?

Namen, Kandidaten, Wahltermin verwechselt: Was ist mit Friedrich Merz los?

„Konfusius“ Merz weckt erneut Zweifel an seiner kognitiven Zurechnungsfähigkeit aus (Symbolbild:PP/KI)

Namen verwechselt, Kandidaten durcheinandergebracht, den Wahltermin nicht im Blick: Friedrich Merz hat im niedersächsischen Kommunalwahlkampf einen verstörenden Auftritt hingelegt. Hans-Georg Maaßen spricht von „geistigen Aussetzern“. Switcht Merz vom Lügen- zum Vergesslichkeitskanzler (nach Art seines Vorgängers Scholz) um? Die entscheidende Frage ist allerdings keine medizinische, sondern eine politische: Wer regiert eigentlich noch, wenn der Kanzler zunehmend die Übersicht verliert?

Nennen Sie mich delegitimierend, aber ich fände es schon etwas beruhigend, wenn der deutsche Bundeskanzler wüsste, wo er sich befindet, zu wem er spricht und über wen er gerade redet. Beim jüngsten Auftritt in Niedersachsen war das zeitweise nicht mehr selbstverständlich. Schon die Begrüßung ging schief: Aus „Marco Heuer“ wurde „Mirko Heuer“. Anschließend stellte Merz Peter Karst als Kandidaten mit Erfahrung als langjähriger Oberbürgermeister von Goslar und Verwaltungsjurist vor – und fragte gleich selbst: „Ist das der Lebenslauf, den ich richtig in Erinnerung habe?“ War er nicht. Es folgten weitere Namen und Korrekturen, bis Merz sich schließlich erneut entschuldigte. Namen, Personen und Lebensläufe waren gründlich durcheinander geraten. Kurz darauf wollte Merz Ludwig Erhards „Wohlstand für alle“ ergänzen: zunächst „um zwei Worte“, dann „um ein Wort“. Heraus kam: „Wohlstand für alle Generationen.“

Zu oft geboostert?

Auch beim Wahltermin verlor der Kanzler die Orientierung. Er wünschte einen „guten Schlussspurt in den letzten 24 Stunden und einer Woche“ und bemerkte selbst: „Ich weiß das schon, ein Tag und eine Woche.“ Später sprach er wieder von „einem Tag vor einer Wahl“. Dabei fand der Auftritt in Niedersachsen statt, wo die Kommunalwahl erst eine Woche später ansteht, offenbar war Merz gedanklich bei der Wahl in Sachsen-Anhalt. Ein Versprecher ist belanglos. Auch zwei können passieren. Wenn ab drei oder mehr wird es bedenklich. Das nicht nicht mehr “Rambo-Zambo”, sondern ein ernsteres Symptom. Wenn innerhalb weniger Minuten Namen, Kandidaten, Lebensläufe und Wahltermine wild durcheinandergewürfelt werden, darf man fragen, was mit dem Bundeskanzler los ist. Die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit dessen, der uns immer tiefer in den Konflikt mit Russland hineinredet, ist keine Randnotiz.

Maaßen: „Einfach traurig“

Hans-Georg Maaßen findet dafür deutliche Worte. Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz schreibt: „Ich hätte diese geistigen Aussetzer von Bundeskanzler Merz zunächst mit Überarbeitung erklärt. Doch Merz kommt aus einem langen Urlaub. Wenn er nicht mehr über die notwendigen geistigen Kräfte verfügt, zu erkennen, vor wem und mit wem er spricht, wird manches verständlicher. Einfach traurig.“ Andere Kommentatoren gehen noch weiter und spekulieren bereits über Demenz, Alzheimer oder einen Schlaganfall. Solche Ferndiagnosen verbieten sich ohne medizinische Befunde. Man braucht sie auch gar nicht. Denn die öffentlich sichtbaren Aussetzer sind politisch bemerkenswert genug – zumal Merz erst kürzlich nicht einmal der Nachname des österreichischen Bundeskanzlers einfiel. Irgendwann wird aus einer Reihe vermeintlicher Petitessen ein Problem.

Friedrich Merz ist schließlich nicht irgendein Kommunalpolitiker. Er verhandelt mit Staats- und Regierungschefs, entscheidet mit über Milliardenbeträge, Waffenlieferungen und die deutsche Position in internationalen Krisen, – und ist derzeit dabei Deutschland immer weiter in einen potentiellen Krieg mit Russland zu treiben. Was geschieht, wenn seine Gesprächspartner nach kurzer Zeit merken, dass sie besser vorbereitet und konzentrierter sind als der deutsche Bundeskanzler? Internationale Verhandlungen sind kein Seniorennachmittag im CDU-Ortsverband. Wer dort Schwäche zeigt, kann damit rechnen, dass sein Gegenüber sie nutzt. Und mindestens ebenso interessant ist die innenpolitische Seite. Denn politische Macht verschwindet nicht, wenn ein Kanzler sie nicht ausübt. Dann üben sie andere aus.

Wie viel Macht hat Klingbeil bereits?

Damit kommt Lars Klingbeil ins Spiel. Dem SPD-Chef und Vizekanzler mag man vieles vorwerfen – mangelnden Machtinstinkt wohl kaum. Wie viele Entscheidungen trifft Merz tatsächlich noch selbst? Wie viel wird in seinem CDU-Umfeld vorbereitet? Und wie viel Macht ist inzwischen beim sozialdemokratischen Koalitionspartner angekommen? Das ist keine Frage nach Demenz oder Alzheimer. Es ist eine Frage nach der tatsächlichen Führung der Bundesrepublik. Natürlich kann Merz einfach einen schlechten Tag gehabt haben. Vielleicht war er unkonzentriert, vielleicht schlecht vorbereitet. Aber wer einen Bundeskanzler erlebt, der bei einem vorbereiteten Wahlkampfauftritt Kandidaten verwechselt und nicht mehr sicher weiß, welche Wahl wann stattfindet, darf sich fragen, wie derselbe Mann bei stundenlangen internationalen Verhandlungen den Überblick behält.

Es ist müßig und kaum hilfreich, sich in Vermutungen zu irgendwelchen Krankheiten Merzs zu ergehen. Auch die bösartige Vermutung, er habe mit Jens Spahn zu lange Party gemacht, weisen wir hier in aller Entschiedenheit zurück, schließlich war Merz doch erst in Urlaub und Spahn hat mit Drogen nichts am Hut. Die Frage, die sich hier viel dringender – auch ohne medizinische Bulletins im Stil der Propaganda – stellt, ist doch vielmehr: Ist Friedrich Merz noch Herr seiner Regierung – und wenn nicht, wer regiert für ihn? Maaßens „Einfach traurig“ wäre dann noch die freundlichste Beschreibung des Problems.


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Dieser Beitrag erschien zuerst auf “Philosophia Perennis”.

 

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17 Kommentare

  1. @Namen, Kandidaten, Wahltermin verwechselt
    nun ja – solange er noch die Milliarden nach Blackrock verschiebt und Russland basht, ist alles in Ordnung.
    Problematisch wird es erst, wenn die Teuronen nicht mehr fließen !

  2. Ganz klar: Der Bumskanzler ist ein Roboter, dem allmählich der Saft ausgeht.

    Schaue doch mal einer nach, ob er Batterien in der Hosentasche hat! Die dürften ziemlich leer sein.
    😜

  3. Halt! Irrtum.

    Er kam ja aus dem Urlaub. Da sollten seine Batterien geladen sein. Vermutlich hat er ein Update seines Betriebssystems erhalten und dabei ist etwas schief gegangen.

    Falls er demnächst auf der Bühne den rechten Arm hebt und „Heil Zelensky“ ruft, wissen wir Bescheid.
    😜

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    1
  4. Mein Kumpel ohne Internet bat mich seine Meinung hier zu veröffentlichen und ich mache das also hier:
    Es ist ja nicht nur Merz, welcher geistig arge Fitnessprobleme in der Politik hat.
    Da haben wir ja noch Anton Hofreiter, Strack Zimmermann und besonders Roderich Kiesewetter. Auch der bisher beruflich extrem erfolglose (Autobahnmaut, Abschiebungen etc.) Herr Dobrindt und der Außenfuzzi Herr Wadephul, welcher sich redlich bemüht, Frau Baerbock an Dummheit und Eskalationswillen um Längen zu übertreffen, sind da besonders zu erwähnen.
    Bei den nach Merz genannten Personen vermute ich allerdings eher weniger körperlich-medizinische Probleme, sondern eher psychisch-medizinische Probleme. Das zeichnet sich durch Realitätsverweigerung bis zu wahngesteuertem Zerstörungswillen aus. Vergessen wir mal nicht, dass diese Personen offen an der Vorbereitung eines Angriffskrieges indirekt oder sogar direkt arbeiten. Unsere Gesetze sprechen aber eine klare Sprache, wie mit solchen Tätern, denn so sind sie zu benennen , umzugehen ist!
    Ich persönlich empfinde tiefste Abscheu vor Personen (beinahe wäre mir MENSCHEN herausgerutscht) , welche den Tod von Millionen Menschen billigend in den Kauf nehmen und den Krieg befürworten, indem sie Aufrüstung unter dem Deckmantel der Verteidigung befürworten. Ende des Zitats
    Also so hat mir mein Kumpel das aufgetragen. Ich habe leider keinen ordentlichen Bademantel, deswegen gebe ich dazu keinen eigenen Kommentar ab und verkneife mir lieber meine unmaßgebliche Meinung, welche mir ja auf dem Papier zumindest zusteht. Aber vielleicht Habt ihr ja auch Bekannte ohne Internet, welchen was einfällt dazu.

  5. Vielleicht sollte der Herr Bundeslügner sich Kompetenz in den USA einkaufen. Die haben den ehemaligen Dementor von den DemocRats doch auch noch jahrelang stützen können.

  6. aus dem Beraterumfeld vom foatzn Fritzchen ist zu vernehmen, daß diese noch nie in ihrem Leben mit solch einer dilettantischen Flasche zu tun hatten, O-Ton: „dieser lügende Vollversager ist ökonomisch auf dem Stand eines Grundschülers! Verhandlungstechnisch auf Kindergarten Niveau!“

    ECHT WAHR!!!

  7. Also so einfach geht es nicht. Der Friedrich Merz hat versprochen zu halbieren, alle nennen ihn Lügen-Fritz, der Mann hat sein Wort gehalten. Das er allerdings die MerkelDU (früher CDU) meinte und nicht die AFD hätte auch ich in meinen kühnsten Träumen nicht für möglich gehalten.

  8. Wer lügt braucht ein gutes Gedächtnis.
    Der Merz verstrickt sich in seinen Lügen und zieht sich damit gerade selbst den Hals zu.
    Er hat den Rest an Überblick verloren und wird jetzt panisch weil ihm alles entglitten ist.
    Alles billige Lügen und nichts an Substanz dahinter.

  9. Möglicherweise eine Kombi aus der vom Tag Eins an unübersehbaren Überforderung mit dem Amt und der Erkenntnis, dass die Realität sich nicht von seinen zahllosen Lügen beeindrucken lässt. Vielleicht ist darüberhinaus auch eine psychotrope Medikamentenkombi im Spiel, deren Nebenwirkungen sich zunehmend bemerkbar machen. Was die Versprecher bezüglich der Namen usw. der Parteisoldaten betrifft: diese Leute sind ihm genauso sch.-egal wie das Volk. Wieso sollte er sich also überhaupt mit deren Namen oder Werdegang befassen?
    In seinem eigenen Universum kreist er nur und immer um sich selbst. Und solange er die Namen seiner Bosse nicht vergisst, passt es für ihn.

    Bezeichnend ist, dass er nach dem Wahlausgang in Magdeburg (danke und herzlichen Glückwunsch nach Sachsen-Anhalt) erstmal die Kanzleramtsministerin in die erste Reihe schiebt und selber abtaucht.

  10. Er wollte auch die Wahlergebnisse der AfD halbieren und hat tatsächlich die seiner eigenen Partei halbiert. Da hat er wohl auch was verwechselt!

  11. Das Ende der ,,Altparteien“ rückt näher

    ,,SPD und CDU sollten sich einen Bestatter suchen. Die Parteien werden in Kürze abgewickelt. Scherbengericht des Kanzlers heute in Berlin. SPD findet Ergebnis „stabil“. Mit der AfD reden will man trotzdem nicht. “

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