
Maximilian Krah hat seinen Ruf als streitbare Reizfigur der AfD wieder einmal gefestigt und erneut die von ihm inzwischen geradezu notorisch erwartete Angriffsfläche geboten, die die Medien natürlich genüsslich aufgreifen. Diesmal geriet er in die Schlagzeilen, weil das Zerwürfnis mit seinem ehemaligen Berater Erik Ahrens Wellen schlug: Offenkundig bestrebt, persönliche Rechnungen zu begleichen und schmutzige Wäsche zu waschen, übt sich dieser nun in Rufmord an Krah und wirft ihm vor, von Russland bezahlt zu sein, Kokain zu konsumieren und einen Deal mit „Correctiv“-Journalisten zu haben. Obendrein unterstellt er seinem seit letzter Woche im Bundestag als Abgeordneter gesetzten Ex-Chef auch noch, dieser würde versuchen, ihn, Ahrens, “zum Schweigen zu bringen”. Bald werde weitere vermeintliche “Informationen” über Krah veröffentlichen, kündigte er an – weil die „handfeste Bedrohungslage“ gegen seine Person durch den AfD-Politiker eine „neue Stufe der Eskalation” darstelle, auf die er reagieren werde.
Krah habe ihm Schläger auf den Hals schicken wollen und wolle ihn “fertigmachen”. Sollte Krah wegen seiner Enthüllungen Anzeige erstatten, so Ahrens, werde er dies „vor Gericht erst einmal schön beweisen“, dann verliere „die fette korrupte Made ihre Immunität, mit der Folge, dass seine Russenkorruption auffliegt“. Auf Anfrage von „Bild“ wies Krah sämtliche Behauptungen von Ahrens zurück. Da dieser nicht einmal eine zustellfähige Adresse oder einen festen Wohnsitz habe, könne er ihn wegen der Diffamierungen nicht anzeigen. Die Attacken seien ein „Schrei nach Liebe“.
Eskalation selbst zuzuschreiben
Das mag zwar zutreffen, doch unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Anschuldigungen bleibt festzuhalten, dass Krah sich diese Eskalation in jedem Fall selbst zuzuschreiben hat. Denn von einem glücklichen Händchen bei der Auswahl von engen Mitarbeitern und Beratern kann man wahrlich nicht sprechen, wenn man solche schillernden und unseriösen Figuren zu Vertrauenspersonen und Geheimnisträgern macht, die dann später in der Öffentlichkeit derart mit Dreck werfen. Gerade wer, wie Krah, Opfer eines in permanenter Lauerstellung nur auf die nächsten Skandale wartenden medialen Mainstreams ist und Opfer einer Dauerkampagne ist, sollte sich nach so vielen Jahren in der Politik eigentlich darauf verstehen, sich sich nicht angreifbar zu machen.
It takes two to tango, und so gehören auch bei Kampagnen immer zwei dazu: Einer, der einen Anlass sucht, und einen, der den Anlass liefert. Und Krah hat mit seinem Verhalten und seiner Nähe zu offensichtlich toxischen oder verkrachten Existenzen solchen Kampagnen immer wieder Munition geliefert – so unglaubwürdig Ahrens‘ Ergüsse auch sind. Es gilt, gerade für Politiker, die sich als redliche konservative Vorbilder geben und einem vermeintlichen Wertekonsens folgen, die Devise: An einem rußigen Kessel reibt man sich nicht.
Der AfD einen Bärendienst erwiesen
Von einem Juristen wie Krah, der mit seiner Bildung, zur Schau gestellten Integrität und vermeintlichen Weltläufigkeit in Wort und Schrift – auch als Buchautor – hausieren geht, würde man eine bessere Menschenkenntnis und ein wesentlich besseres Urteilsvermögen erwarten. Mit einer dubiosen Gestalt, die zu solchen primitiven Ausfällen imstande ist wie Ahrens (und als maximal vertrauensunwürdig gelten muss, selbst wenn die Anschuldigungen einen wahren Kern haben sollten), hätte sich Krah niemals einlassen – geschweige denn einen solchen unsicheren Kantonisten auch noch zu einem wichtigen Berater –machen dürfen.
Gerade wenn man weiß, dass man unter besonderer Beobachtung steht, ist man jedenfalls gut beraten, sich weitaus seriösere Mitarbeiter zu suchen als Profilneurotiker. Sich selbst und der AfD hat Krah mit dieser völlig unnötigen Affäre jedenfalls wieder einmal einen Bärendienst erwiesen. Man sollte eigentlich annehmen, dass die AfD im dreizehnten Jahr seit ihrer Gründung inzwischen ihre Lektionen gelernt hat und die Spreu vom Weizen getrennt hat, indem sie die zwielichtigen und extremen Figuren aus ihrer Anfangsphase losgeworden ist. Offenbar scheitert dies gerade an den Galionsfiguren ihres rechten Randes.
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10 Antworten
Ja, leider gibt es in der AfD mehrere solche polarisierenden Leute.
Auch wenn „Randfiguren“ per se nichts schlechtes sein müssen, als AfD sollte man sich da aber dann doch positionieren. Die Partei steht zu sehr im Rampenlicht einer mißgünstigen Journaille incl. den gesamten Blockpartein. Sowas kommt garantiert in den Medien gut an, das sorgt mal wieder für Negativschlagzeilen, die der Normalo dann auch glaubt und sein Kreuz dann lieber bein den Schwarzgrünen macht.
Der berühmte Krah hat sich wieder bemerkbar gemacht!
Er kann es nicht lassen die AFD herunterzuziehen, immer wieder fällt er mit irgendeiner Blamage auf. Er soll die AFD verlassen, ich habe bereits ihn als Maulwurf in meinem früheren Kommentar genannt und deswegen eine Menge negative Bewertungen eingehandelt. Und ich bleibe dabei – er ist ein Maulwurf!
Der hatte offenbar mit dem Chinesen, der für den sächsischen Verfassungsschutz und wohl auch für den chinesischen Geheimdienst gearbeitet, schon vor seiner AfD-Karriere Kontakt. Das lässt jedenfalls die Vermutung zu, dass er ‚aufgebaut‘ wurde. Ein „Manchurian Candidate“?
Bla, bla, bla!
Hat Ansage nichts Besseres zu tun, als sich an der AfD abzuarbeiten?
Solange der eingelullte Michel nicht erkennt das diese korrupten Politiker nur Marionetten in diesen System der Finanzoligarchie sind wird es keine Demokratie geben.
Wirbel um Krah…
Na und?
Die Angliederung der damaligen DDR mit ca 17 Mill weißen Ossis war 1990 wie eine Bluttransfusion für den alten verbrauchten Westen! Neue Kunden, neue Märkte.
Das haben bestimmte Gruppen uns bis heute nicht verziehen. Und nun?
Tja jetzt wählen wir auch noch zumeist die AfD!
Kein Wunder das die da drüben alle Schnappatmung bekommen!!
Zeit für unser Land. Zeit für Blau.
…mit oder ohne Krah, egal.
Der politische Wille und die Partei zählen.
Ich mag ihn durchaus und höre ihm gern zu – und wüsche ihm den Erfolg, den er sich mit seinen Analysen und Gedanken verdient. Dass Neider und zwielichtige Gestalten am Wege stehen dürfte, keine neuer Erkenntnis sein.
Und dass nicht jeder Soldat auch ein Verbrecher war, darf man auch so stehen lassen. Und dass er schon „taktisch geopfert wurde“ (Europawahl durch Le Pen) auch.
Schon mein Vater pflegte zum Politikum das Wort Hu.. zu benutzen u. man sieht es ja jetzt auch ganz extrem in der
sich neu zu bildenden Regierung, wo jeder sich mit jedem prostituiert u. so was will Regierungsverantwort übernehmen???????
Verstehen nicht, warum Ahrens argumentlos die Glaubwürdigkeit abgesprochen wird. Alle Vorwürfe – auch die vom Autor nicht erwähnten – scheinen mir doch im Bereich des Möglichen, logisch sowieso, aber auch psychologisch. Krah kommt bei mir immer wie ein schmieriger Anwalt rüber, dem würde ich so einiges zutrauen.
Der „verbrauchte Westen“ hat die Wiedervereinigung bezahlt und sich gefreut. Warum sollte man nachtragend sein? Was anderes ist es, wenn „postmoderne“ Linksliberale ihre Arroganz nach Osten spiegeln und hier Unverständnis ernten. Westliche Pseudointellektuelle gegen östliche Pragmatiker, geprägt durchs Leben im real existierenden Sozialismus.
Ich als Neuossi und Exwessi fühle mich hier wohler. Auf wegen AfD, trotz Krah.