Neues NRW-Denkmalschutzgesetz: Wird bald der Kölner Dom abgerissen?

Vom abgeschliffenen neuen „Denkmalschutz“ bedroht: Kulturgüter in NRW (hier die Klever Schwanenburg) (Symbolbild:Imago)

Anfang des Monats verabschiedete der nordrhein-westfälische Landtag, kurz vor Ende der Legislaturperiode, ein neues Denkmalschutzgesetz, das eigentlich in Tat und Wahrheit eher ein Denkmalzerstörungsgesetz ist. Die zuständige Kommunal- und Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) will durch die Novelle angeblich die Genehmigung von Baumaßnahmen beschleunigen und die Anpassung denkmalgeschützter Häuser an „moderne Anforderungen” erleichtern. Das Vorhaben stieß seit Monaten auf erbitterte Kritik.

In Nordrhein-Westfalen gibt es 87.000 Baudenkmäler, davon sind rund 80 Prozent in Privatbesitz, zehn Prozent gehören Religionsgemeinschaften. Das Gesetz sieht nun unter anderem vor, dass eigentlich streng geschützte Denkmäler nun mit Photovoltaikanlagen verschandelt werden dürfen. Außerdem entfällt die sogenannte „Benehmensfindung“ zwischen unteren und oberen Denkmalschutzbehörden (z.B. Gemeinden und Fachämtern). Fachleuten wird damit jede qualifizierte Einflussmöglichkeit entzogen. Es ist die passende legislative Basis für eine traditions- und substanzfeindliche Kulturlosigkeit und herkunftslose Beliebigkeit eines grünideologischen Funktionalismus, der außer Projektionen wie „kolonialistische”, „patriarchale” oder „phallische” Architektur und Anleihen bei der geschichtsvergessenen „Cancel Culture” durch Problematisieren von aus ihrem zeitlichen Entstehungszusammenhang gerissenen, „belasteten“ Bauten nichts mehr gelten lässt – und alles, was künstlerisch und baulich mit steingewordener Identität oder christlich-abendländischen Wurzeln assoziierter ist, am liebsten pulverisieren würde. Die realsozialistische Barbarei gegen „feudale“ oder „imperialistische“ Kulturgüter lässt grüßen. Die „Klimapolitik“ liefert dann im Bedarfsfall noch die letzten Argumente, um Denkmalschutz zur Nebensache zu machen.

Politisches Herostratentum mit Gesetzeskraft

Monatelange Proteste von Experten, darunter die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und auch der Verband der Restauratoren (VDR) sowie auch eine Petition mit 24.500 Unterschriften gegen den Gesetzesentwurf, blieben am Ende erfolglos: Die auf grün gezogene, CDU-geführte Landesregierung hielt stur an ihrem Zeitgeistmodell eines „Denkmalschutzes“ fest, der politisches Herostratentum quasi legitimiert. Der Vorsitzende der wissenschaftlichen Kommission der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Professor Dr. Gerd Weiß, sagte: „Dies ist nicht nur ein schwarzer Tag für die Denkmale in NRW, sondern auch für die Geschichte und das Selbstverständnis des Landes.” Das noch junge Land NRW riskiere damit, die authentischen Zeugnisse seiner Geschichte zu verlieren. Insbesondere den Bauwerken der Wiederaufbaugeneration fehlen nun die Anwälte, die sich für ihren Erhalt stark machen.

Erschüttert zeigte sich auch Weiß‘ Vorstandskollege in der Stiftung, Dr. Steffen Skudelny: „Dass ein Gesetz trotz erwiesener fachlicher Mängel, Verwirrung stiftender Verfahren, gewollter Ungleichbehandlung von Denkmaleigentümern und einer Vielzahl unbestimmter Rechtsbegriffe per Fraktionszwang wider besseres Wissen durchgedrückt wurde, ist erschütternd. Hier wird ein Gesetz ohne angemessene Debatte auf Basis falscher Behauptungen, Annahmen und Verzerrungen in einem höchst fragwürdigen Eilverfahren durchgesetzt.”

Profane oder konstruierte Sachzwänge triumphieren

Skudelny kann nicht verstehen, wie dreist und achtlos sich die Politik über die Vielzahl an fundierten Gegenstimmen hinwegsetzte: ”Die zahlreichen Eingaben und Stellungnahmen zum neuen Gesetz waren fast durchweg von Kritik durchzogen – doch sie wurden auch in der letzten Beratungsstufe schlichtweg ignoriert. Der klare Tenor der Expertenanhörung wurde missachtet. Die Abläufe waren eines demokratischen Verfahrens unwürdig. Nun wird ein bewährtes Denkmalschutzgesetz durch ein Denkmal-NICHT-Schutzgesetz ersetzt“, so der Stiftungskurator. Denkmäler würden nicht länger als relevanter gesellschaftlicher Wert, sondern wie zu beseitigende Hindernisse und Probleme behandelt.

Ironischerweise hatten ausgerechnet die Grünen – die das geistige Klima für die Ehr- und Achtlosigkeit gegenüber tradierungswürdigen Bau- und Gestaltungswerken erst begründeten – gefordert, das Thema solle „fraktionsübergreifend gelöst” werden, wenn es denn „Novellierungsbedarf” gäbe. Generell herrscht nun in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland die Befürchtung, dass kurzfristige Gewinnabsichten zulasten denkmalgeschützter Gebäude gestärkt würden; am Ende dieses Prozesses könnten womöglich dann sogar der Dom zu Aachen oder der Kölner Dom (der bereits aus dem Kölner Stadt-Logo verbannt wurde) materialistischen oder sonstigen profanen konstruierten Sachzwängen zum Opfer fallen. Der VDR zog in bitteres Resümee des Gesetzentwurfs: „Wir stellen zur Disposition, was die Kriegsgeneration noch unter völlig anderen Bedingungen zu retten vermochte. Unser kulturelles Erbe wird leichtfertig aufs Spiel gesetzt.“ Anders ausgedrückt: Was alliierte Bombenangriffen nicht beseitigen konnten, wird nun zum Abriss freigegeben.

19 Kommentare

  1. wenn man berücksichtigt, daß man zur Vernichtung eines Volkes nicht nur die Menschen umbringen muß, sondern auch alle seien Spuren tilgen muß, dann steht der Abriß des Domes doch auf der To-Do-Liste der Politik !

  2. das ist Kulturrevolution nach Chinesischem Vorbild mit Deutscher Gründlichkeit und hinterher hat es keiner getan oder der Hitler wars….

  3. Leute, die heutzutage noch „nicht glauben, was“ passiert, haben die Realität verschlafen. Und deren Postulat ist es seit langer Zeit, alles zu zerstören, was Deutsch ist.
    Schlaft weiter und laßt Euch weiter von diesen NÜTZLICHEN IDIOTEN an den Rand drängen.
    Die Deutschen (???) sind inzwischen derart degeneriert und verblödet, daß sie ihren eigenen Untergang mit offenen Augen zulassen

    Gruß Rolf

  4. Meines Erachtens ist diese Modifizierung des Denkmalschutzes durch den Gesetzgeber längst überfällig. Denn durch Blockadehaltungen fanatischer „Sachverständiger“ wurden denkmalgeschützte Immobilien oftmals drastisch im Wert reduziert, eine vernünftige, zeitgerechte Nutzung nicht mehr möglich. Und PV-Anlagen auf historischen Dächern zeugen auch von einer Verschiebung der Prioritäten und ermöglichen den Baudenkmälern, ihre Historie fortzuentwickeln, anstatt zu Museumsobjekten zu verkommen. Insofern kann man feststellen, dass die Fanatiker auf Seiten des Denkmalschutzes mit Ihrem Handeln die unmittelbare Verantwortung für den offensichtlichen gesetzgeberischen Handlungsbedarf tragen, weil sie den Bogen offenbar zu oft überspannt haben. Hoffentlich folgen
    1.) andere Bundesländer bald nach und
    2.) hoffentlich gelingt dies auch auf anderen Politikfeldern, um eine sachorientierte, am Ausgleich zwischen Individual- und gemeinwohl basierten Rechtsordnung weiterzuentwickeln. Wie heißt es so schön: Nichts ist beständiger als der Wandel.

  5. Ideologie geht den Faschisten über alles.
    Pfui ihr Multi-Dilettanten !
    Als stolze Ostdeutsche warne ich bei den Landtagswahlen in NRW SPD, CDU, FDP, Linke zu
    wählen, denn die machen was sie wollen und sind fern von Bürger Nähe.
    Faschisten haben uns die Freiheiten und die Grundrechte genommen uns eingesperrt, Gesichtslappen zu tragen und zu Sklaven von schmutziger Politik gegen die Menschenrechte
    gemacht.

  6. So schnell wird der Kölner Dom nicht abgerissen werden. Man kann ihn umwidmen. Bei der Hagia Sophia in Istanbul ging es ja auch. Erst eine christliche Kirche, dann ein Museum, heute eine Moschee.
    Beim Kölner Dom kann man ja die Museumsperiode überspringen.

    • Wenn die Neubürger ihre Religionskuppel mit den Spitztürmen verlangen und die Kirchen wegen Kirchenaustritten leer stehen, dann wird wohl genau das passieren, vor allem bei einem Papst, der wohl nicht an den eigenen Gott glaubt sondern irgendeine eher krude pantheistische Gottestheologie vertritt, die ihm anscheinend nicht verbietet, fremde Götter im wichtigsten Gotteshaus der eigenen Religion aufzustellen.
      Seht euch Bilder vom Innenraum der Hagia Sophia an: da sind große runde grüne Tafeln angebracht, und die sehen auch korrekt so aus, als würden sie dort nicht hingehören 😉 Triumph der Baumeister.

      • Falls noch nicht bekannt, der Papst ist Satanist und die Jesuiten sind ein SATANSKULT.
        Noch Fragen??

        Gruß Rolf

  7. Ich erinnere mich an ein Sylvester wo die vielen Neubürger , meist anderen Glaubens , versuchten mit Raketen und Feuerwerkskörpern unseren Kölner Dom zubeleuchten .
    Was geschah noch mal Notre Dame ?
    Hat aber nichts mit Religion zu tun sondern entzündete sich , wodurch nochmal ?
    Hat es Macron eigentlich geschafft sich mit der Sanierung Notre Dame`s ebenfalls ein Denkmal zu setzen .
    Wie sein Vorgänger Mitterand durch die Louvre Pyramide ?

  8. Mir geht alles, was in diesem Land passiert, mittlerweile am Allerwertesten vorbei. Täglich neuen Schwachsinn – das hält ja kein Mensch aus, ohne an Seele und Gemüt zu erkranken. Sollen sie doch Kulturdenkmäler in Schweineställe oder Flüchtlingsheime umbauen, wobei ich wahrscheinlich die einen von den anderen nicht unterscheiden könnte! Mir ist´s egal – ich gehe in die innere Emigration!

  9. Das war zu erwarten. Gezielt wird alles Deutsche zurückgedrängt, Migranten zur neuen Herrenrasse erklärt und fleißig Straßen umbenannt. Die Namen von geschichtlich wichtigen Deutschen, an denen laut heutigem „Zeitgeist“ der leiseste Makel haftet, werden kurzsichtig entfernt und ersetzt durch meist nichtdeutsche Namen, die zwar für irgendeine linke Ideologie stehen, mit Deutschland aber rein gar nichts zu tun haben. Deutschland wurde zu einem Schilda, dessen eigene Bevölkerung sämtlichen Wohlstand ins Ausland verschenkt (gern auch an Terror-Regime wie in Afghanistan und „Palästina“), statt dies für die eigenen Kinder zu bewahren. Die Minderheit, die dagegen aufbegehrt, wird, wie schon aus anderer Thematik bekannt, kurzerhand aus der Gesellschaft ausgeschlossen und zum Paria erklärt. Leider müssen wohl erst wieder Armut, Hunger und Kälte kommen, damit der gemeine Michel aus dem ideologischen Tiefschlaf erwacht – falls er es überhaupt je tun wird. Das alles ist so beschämend.

    • Asbest in Berliner Schulen.
      Milliarden für Afghanistan, Erdogan und die Ukraine.
      So deppert ist man nicht mal im Lande des star-spangled striped Windtuchs.

  10. Ich bin schon lange der Meinung, dass Kirchtürme angerissen gehören. Stellen sie doch einen Phallus dar. Auch in puncto Kirchtürme muss endlich Diversität gelten.

  11. Da haben wir wohl wieder was von der DDR übernommen. Dort wurden jahrzehntelang historische Gebäude einfach mal für überflüssig, zu groß, zu zerstört, zu weit weg deklariert und abgerissen, gesprengt und dem Erdboden gleich gemacht. Dokumentiert in einigen Büchern > Abschied von Preußen Verschwundene Orte <. Was soll man sagen ???

  12. Abreißen muss man keinen Dom – aber man sollte ihn denen überlassen, denen er gehört! –
    und zwar auch hinsichtlich der Kosten für diesen Denkmalschutz gehört.

    Die ständige Restaurierung des Kölner Domes kostet den allgemeinen Steuerzahler pro Jahr rund 1 Million Euro!

    Da bietet sich doch Freier Eintritt für Mitglieder dieser Glaubensgemeinschaft und Eintrittsgeld für Nichtmitglieder an. Jedenfalls wäre viel an allgemeinem Steuergeld (auch Muslime, Evangelische, Anders- und Nichtgläubige) gespart und die Kosten endlich da, wo sie hingehören. Der propagandische Nutzen gehört ja auch nicht allen, sondern nur der katholischen Kirche.

    Der Denkmalschutz für kirchlich genutzte Gebäude gehört insbesondere im Hinblick auf die ohnehin erhobene Kirchensteuer beendet.

  13. Ich bin zwar nicht Mitglied irgendeiner Sekte oder einer anderen monotheistischen Glaubensrichtung, trotzdem wäre der Abriß ein Frevel – nicht an der Kirche, aber an vergangener Baukunst. Abgesehen davon wird der Kölner Dom in ein paar Jahrzehnten nur noch eine originalgetreue Kopie seiner Selbst sein, da das verwendete Baumaterial den heutigen Witterungsverhältnissen nicht angepasst ist. An die vielen Abgase hat im MA keiner gedacht !

  14. Natürlich muss der Dom abgerissen werden.
    Und dann ein richtig grosses Islamzentrum mit Moschee und Minarett mit mindestens der Höhe der
    Domtürme hingebaut.
    Eventuell begreift dann auch der letzte Depp in D, was Integration heisst.

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