Niedersachsen: Pflichtschuldig in den Untergang

Niedersachsen: Pflichtschuldig in den Untergang

„Ich mache die Befehle nicht, ich befolge sie nur“: Das Bier wird konfisziert, basta! (Symbolbild:Grok)

Niedersachsen ist das Bundesland des unerträglichen deutschen Durchschnitts oder auch Mittelmaßes. Der dort gesprochene Dialekt nennt sich Hochdeutsch, weil er in einem geisteskranken Moment in Deutschland zum linguistischen Maß aller Dinge – eben Durchschnitt – erhoben wurde. Niedersachsens Großstädte, allen voran die entsättigte Landeshauptstadt Hannover, die nach einer Pferderasse benannt wurde, strahlen das biedere, geistig schwerfällige, mental zersetzte Gefühl eines Platzes aus, in dem man vergeblich irgendetwas von Geist, Emotion oder gar Ästhetik sucht. „Greislich!“ würde man im Bayrischen sagen… aber hier wird ja Hochdeutsch gesprochen. Leck mi am Arsch, Marie!

Was Niedersachsens Eisenbahnen von anderen Eisenbahnfahrten in anderen Bundesländern unterscheidet, ist ein Alkoholverbot in Zügen, was auch regelmäßig mit Buchenwald’scher Konsequenz kontrolliert wird. So auch bei mir: Nachdem auf meiner Fahrt mit der Deutschen Bahn nach Hannover die Reiseetappe Frankfurt–Kassel stattfinden durfte, allerdings mehr als zwei Stunden – bei 36 Grad unter völliger Abwesenheit von Klimaanlagen – beanspruchte, die anschließende Fahrt von Kassel nach Göttingen jedoch erst eine Stunde später stattfand, erdreistete ich mich (ich muss wahrlich verrückt sein!), mir ein beschissenes Radler für die Weiterfahrt zu kaufen – trotz Alkoholverbot im Zug. Scheiß drauf

Kurz vor einem Bundespolizei-Einsatz

Nach nicht einmal 10 Minuten kamen zwei Schaffner in mein Abteil: Ein dicker Mann ohne viel Haupthaar und mit DB-Anstecker, und eine Frau um die 70 mit DB-Anstecker. Garniert wurden diese beiden Kombattanten der Verblödung von zwei Jungs der „DB Security“, die Optik und Slang nach zu urteilen offenkundig einen Migrationshintergrund aufwiesen. Macht ja nix. Der schwere Mann ohne viel Haar, hatte zwei leere Bierflaschen in der Hand und stürmte wie John Wick durch das Abteil, denn er hatte eine Mission: dem Plutz das Radler zu verdrießen. Der erste Satz der Frau ging so: „Junger Mann!“, begann sie im eisernen Ton (was stimmt, trennt uns doch rund ein halbes Jahrhundert): „Hier ist Alkoholverbot!“ – „Ach so, seit wann?“, fragte ich zurück – was natürlich gelogen und völlig scheinheilig war, denn selbstverständlich bin ich über diese unsinnige Regelung im Bilde. „Tja“, entgegnete die reife Dame, „wir sind hier in Niedersachsen!“ Ja, leider… als ob mir das entgangen wäre!

Bevor ich entgegnen konnte, wie wunderschön durchschnittlich ich diesen Fleck von Deutschland so finde, forderte mich der schwere Schaffner mit dem Deoroller-Kopf auf, ich solle dem Sicherheitsmann doch mein Radler geben, das noch rund zur Hälfte gefüllt war. Ich leistete dem Folge – man will ja schließlich keinen Bundespolizeieinsatz riskieren (womit mir in ähnlichen Situationen schon wenigstens zweimal gedroht worden war!). Meinen Hinweis, er könne das noch wohlgekühlte Radler gerne austrinken, lehnte er mit einem staatstragenden Kopfschütteln und einem deutlichen Nein ab, ehe die DB-Gouvernante einwandte: „Nein, auch für ihn gilt das Alkoholverbot in Zügen von Niedersachsen.

So begann es damals und so endet es morgen

Fünf Minuten später ging ich auf eine dieser Bahn-Toiletten, bei deren Anblick man Aids vom Hinschauen bekommen könnte. Ich erspare Ihnen Details, aber es war wirklich widerlich, versifft und natürlich in Teilen defekt. Ich verlasse diesen Ort wieder. Gegenüber ist eine Ausstiegstür, über die der man den Zug verlassen kann, wenn er an einer Haltestelle hält. Auf ihr steht, na was wohl, „defekt“. Die Tatsache, dass es längst keine basale Verpflegung in Regionalexpressen mehr gibt, erwähne ich erst gar nicht mehr. Hier klappt nichts mehr. Aber dafür sind vier Mitarbeiter an Personal da, um durch den Zug zu hetzen und den Leuten bei stickigen 36 Grad das Radler wegzunehmen. Dennoch bitte ich mich nicht falsch zu verstehen: Hier soll es – wenigstens dieses Mal – nicht um die unerträgliche Deutsche Bahn gehen.

Nein, mir geht es eher um den (Un-)Geist dieser vier Kandidaten: Sie führen Befehle aus, weil es nun mal Befehle sind. Sie sehen nicht das große Ganze, sie sehen nicht mal offensichtliche Verfehlungen wie ein Scheißhaus, das nicht betretbar ist. Doch die staatliche Vorgabe des Alkoholverbots in Niedersachsen – einfach, weil sie gottverdammt nun einmal existiert – muss durchgepaukt werden. Befehl ist Befehl, völlig egal, ob er Sinn ergibt. Es ist so, und weil es so ist, dann muss es auch eisern durchgezogen werden. Deutsch sein, heißt eine Sache um ihrer selbst Willen…. ach, scheiß doch drauf! Es ist dieser geisteskranke Rechtspositivismus solcher Befehlsempfänger, der uns Auschwitz, Bergen-Belsen, „das gelbe Elend“, Dachau und viele gottlose Orte mehr bescherte. Und mir scheint, dass speziell Niedersachsen genau diesen mediokren Durchschnitt repräsentiert, der uns wieder mal ins neue Elend führen wird. Es muss eben ausgeführt werden! So hat es nicht nur damals angefangen, so wird es womöglich auch morgen enden.

13 Kommentare

  1. Sie sollten eine Milchtüte
    nehmen und diese gründlich
    auswaschen.
    Dann können Sie daraus
    trinken was sie wollen.

  2. Wenn man möglichst viel verbietet, gibt es dementsprechend viele Übertretungen, die man ahnden kann.
    Wer finanziell aus dem letzten Loch pfeift, benötigt Einnahmen aus möglichst vielen Bußgeldbescheiden.

    Daher weht der Wind.

    p.s.: Man könnte bei der Hitze auch die Klimaanlagen abstellen, kostenlose Salzstangen austeilen und danach die 0,2 Liter-Flasche für 5 Euro verkaufen. Das wäre lustig, oder?
    😜

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  3. Einfach Kronkorken drauf drücken und behaupten,
    man nehme die Flasche dann eben mit nach Hause.
    Was sollen die machen, – ein Alkoholmitführverbot
    gibt es jedenfalls nicht und auf die Bundespolizisten
    würde ich es dann auch ankommen lassen, allerdings
    bin ich mit 56 wesentlich renitenter und rebellischer
    als der anscheinend doch eher jugendliche Julian. 😉

  4. Es ist schon etwas länger her. Ich hatte eine Panne mit meiner APE 50, ließ sich nicht mehr schalten. Also mit der Bahn nach Hause fahren und sich einen Lieferwagen Mieten. Ich hatte mein notwendiges Gepäck auf mein Klappfahrrad und dem „Hackenporsche“ gepackt. Also zum Bahnhof im Süden von D. Im Kiosk war der Drucker defekt. Am Automaten war die Verbindung nach Frankfurt am Main nicht zu finden. Rein in Zug. Schaffner drohte mit einer Strafe von 60€. Ich schilderte ihm die Situation und er war gnädig und nahm mir den normalen Preis ab. In Frankfurt am Main kaufte ich mir eine Fahrkarte und fragte ob ich mit dem Klapprad in den Zug durfte. Sie sagte ja. Heute fährt ja kaum noch ein Zug mit Gepäckwagen. Ich rein in den Zug. Zusammenklappen ging irgendwie nicht. 3 Kontrolleure akzeptierten das. Ich glaube es war auch in Hannover da kam dann der letzte Kontrolleur und bestand drauf das ich das Fahrrad zusammen klappen soll, sonst würde er mich beim nächsten Halt rauswerfen, man hätte mich erst gar nicht mitnehmen dürfen. Er legte dann selbst Hand an und fand den Sicherungsstift. Um es zusammenklappen zu können musste das ganze Gepäck vom Fahrrad genommen werden und alles nahm dann mehr Platz ein als vorher. Mein Einwand war dann ist es dem Gesetz genüge getan. Er sagte ja. Der Zug endete aber nicht Hamburger Hauptbahnhof sondern in Altona. Die letzte S-Bahn in Blanke Nese war weg und ich radelte dann in der Nacht, einige Kilometer, mit dem „Hackenporsche“ als Anhänger nach Hause.

  5. Ihr Ärger ist nachvollziehbar, zumal in einem Radler kaum Alkohol enthalten ist. Aber warum haben Sie sich unter den Ihnen bekannten Umständen nicht gleich für eine Limo oder ein Wasser entschieden?
    Die Situation hätte vermutlich anders ausgesehen, wenn ein einzelner Kontrolleur gekommen wäre und Viere hätte gerade sein lassen können, ohne deshalb ein Problem zu bekommen. Bei drei Begleitern, die einander womöglich nicht oder nicht gut genug kennen und einschätzen können, ist vermutlich jeder im ureigensten Interesse bemüht, nach Vorschrift zu handeln. Seinen Arbeitsplatz riskiert schließlich niemand gerne, schon gar nicht wegen eines Radlers.

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  6. Wie war das noch mit den Beamten, die im Park Leute mit dem Auto verfolgten, die sich erdreistet hatten während der „Pandemie“ nicht den vorgeschriebenen Abstand zueinander an der frischen Luft einzuhalten? Oder den zahlreichen kleinen Blockwarten, die endlich ENDLICH wieder denunzieren könnten?

    Wer mal so richtig Deutschsein der hier beschriebenen Art sehen möchte: dafür hat Kabel1 eine tägliche Sendung („Achtung Kontrolle“), wo man dies regelrecht zelebriert und wo u.a. Gestalten wie die im Artikel beschriebenen sich selbst in ihrem heldenhaften Tun feiern.

  7. Lower SACKSONY, das sagt doch alles, wo die Birne mit Kuhmist, Grützwurst und Labberbier gefüllt ist und deswegen nimmt man die primitivsten der Primtiven die ALLES wortgetreu befolgen-hatten wir schon mal und by the way das englische Königshaus ist auch niedersächsischen Ursprungs und die wollen den 3.Weltkrieg

  8. Bei Niedersachsen und Hannover fällt mir nur Ursula ein und damit ist schon alles Wesentliche gesagt. Der Grund, warum wir Bayern immer noch im selben Club wie NS (Niedersachsen) spielt ist der, dass wir inzwischen einen mittelfränkischen Ministerpräsident haben, der genausogut in Hannover aufgewachsen sein könnte.

  9. Nach meinem obigen Kommentar, der noch halb zustimmend war, muß ich mich dahingehend korrigieren, bei genauerer Betrachtung des von Ihnen geschilderten Vorfalls doch dahingehend korrigieren, daß Ihr gesamtes Verhalten in dem genannten Fall – sorry – kindisch war.

    Immerhin haben Sie sich die Sache selber eingebrockt, gaben die Flasche dann allerdings (das war der einzige positive Aspekt) widerstandslos heraus, ließen dann aber ihre Wut in einem Artikel für einen politischen(!) Blog freien Lauf (was sollte der dort??) und beschrieben wegen Ihres gekränkten Stolzes die beiden handelnden Personen des Kontrolltrupps in einer Weise, die – an dieser Stelle paßt der Ausdruck – reiner Haß und Hetze war. Keinen Moment haben Sie sich offensichtlich gefragt, wie es den beiden offenbar schon etwas älteren Bahnmitarbeitern ging, die bei der derzeitigen Höllenhitze diesen beschissenen Job machen müssen und sich dabei mit Sicherheit jede Menge Beschimpfungen renitenter Fahrgäste anhören müssen. Selbst an den Bahntoiletten mußten Sie anschließend noch ihre Wut austoben.

    Was Sie jedoch unterließen, war, Ihre eigenes Denken und Verhalten in dem ganzen Geschehen zu durchleuchten. Dann wären Sie evt. zu dem Ergebnis gekommen, daß Sie das gesamte folgende Geschehen selber provozierten. Daß die Bahnmitarbeiter nicht die Schuldigen für die Vorschrift des Alkoholverbots in Zügen sind, aber leider diejenigen, die Tag für Tag die Prügel einstecken müssen, die eigentlich ihren Vorgesetzten gelten müßte. Dasselbe hinsichtlich der Toiletten: Ihre Schilderung war reiner Wut-Sprech. Was wird dadurch besser? Und wen sollte das in dem Ansage-Blog interessieren? Es weiß doch ohnehin jeder Bescheid.

    Wie wäre es, wenn Sie künftig in einer ähnlichen Situation – egal ob direkt oder indirekt – nicht auf diejenigen einprügeln, die die Situation nicht verschulden, sondern nur dafür geradestehen müssen, Sondern wenn Sie sich in solchen Fällen mit einem geharnischten Schreiben direkt an die Verantwortlichen der DB wenden würden? Damit können Sie sowohl sich selber, den anderen Zugfahrern und nicht zuletzt dem mißachteten Kontrollpersonal einen wirklichen Gefallen tun. Zudem wäre das ein ERWACHSENES Verhalten.
    Ich hoffe, Sie verstehen die Intention meiner Kritik.

  10. hi,
    obwohl du textlich schon recht viel dünnen Lörres abgesondert hast throughout the years, bin ich hier voll in dir.
    Alle Systeme crashen, aber denunzieren, Knöllchenschreiben etc funktioniert noch perfekt.
    so bekam ich einen Brief der Stadt Wü zum Vollzug der bayerischen Wegeverordnung, die Hecke sollgeschnitten sein..kannste dir nicht ausdenken.

    gruß
    grace m.

  11. hi,
    obwohl du textlich schon recht viel dünnen Lörres abgesondert hast throughout the years, bin ich hier voll in dir.
    Alle Systeme crashen, aber denunzieren, Knöllchenschreiben etc funktioniert noch perfekt.
    so bekam ich einen Brief der Stadt Wü zum Vollzug der bayerischen Wegeverordnung, die Hecke sollgeschnitten sein..kannste dir nicht ausdenken.

    gruß
    grace m.