Notenabschaffung: Auf dem Weg in die Schonpädagogik

Notenabschaffung: Auf dem Weg in die Schonpädagogik

Schulnoten in der Orientierungsstufe: Das deutsche Schulsystem hat bereits genug andere Probleme, etwa Lehrermangel und Überforderung durch Integration; da wäre die Abschaffung objektiver Leistungsmaßstäbe ein weiterer Sargnagel (Symbolbild:Imago)

Es ist eine leise, aber symbolträchtige Revolution: Sachsen, lange Zeit das pädagogische Leistungsland unter den Bundesländern, verabschiedet sich schrittweise von der Ziffernnote. Elf öffentliche Schulen wurden bereits in einen Schulversuch „Schule ohne Noten“ geschickt; dort werden in den meisten Fächern “alternative Bewertungsformen” erprobt; dies bedeutet die Umsetzung von Experten des Projekts „Bildungsland Sachsen 2030“, die Ziffernnoten bis zur Klassenstufe 8 ganz abzuschaffen. Was als pädagogische Innovation verkauft wird, ist in Wahrheit ein bildungspolitisches Offenbarungseid: Weg von der Leistung, hin zur Schonpädagogik der folgenlosen Rückmeldung. Diese Expertenempfehlung griffen an den letzten Tagen des Jahres 2025 sowohl der Landeseltern- als auch der Landesschülerrat (LSR) dankbar auf und forderten ebenfalls die Abschaffung von Schulnoten zugunsten schriftlicher Leistungsrückmeldungen. „Ziffernnoten und Tests in aktueller Form halten lediglich einen bestimmten Moment fest: Was in 90 Minuten abgeliefert wurde“, behauptet LSR-Vorsitzende Lina Zeeh in den “Dresdner Neuesten Nachrichten” (DNN). Sie vertritt rund 430.000 Schülerinnen und Schüler in Sachsen. Noten sagten wenig darüber aus, wie sich Kinder entwickeln, wo ihre Stärken liegen oder woran sie arbeiten müssten. Daher meint Zeeh: „Es würde viel mehr bringen, wenn aufgeschrieben wird, was gut und was weniger gut ist.“ In einem Forderungskatalog betont der LSR zudem: „Wir müssen Leistungsbewertung neu denken. Ziffernnoten haben ausgedient und sind ein Relikt der Vergangenheit.

Die Questenberg-Grundschule in Meißen könnte hierbei ein Vorreiter sein: In den Fächern Musik, Kunst, Sport und Ethik gibt es dort keine Zensuren mehr, sondern sogenannte “alternative Formen der Leistungsbewertung. „Die Kinder sollen lernen, sich auszuprobieren, Neugier entdecken und Freude am Fach haben“, sagt Schulleiterin Antje Buschmann ebenfalls den DNN – „aber nur in dem Rahmen, wie die Bewertungsmaßstäbe aufgestellt sind. Das ist aus meiner Sicht ein totaler Widerspruch“. Deshalb erhielten die Kinder zum Ende des Schuljahres individuell formulierte Briefe, in denen ihre Stärken und Schwächen aufgezeigt wurden. Außerdem sind Zielvereinbarungsgespräche eingeführt worden: Auf diese Weise sollen die Erst- bis Viertklässler wissen, woran sie arbeiten und was sie erreichen wollen. Zu den individuellen Lernwegen gehört auch mehr fächerübergreifender Unterricht. Für ihren Ansatz erhielt die Schule 2025 den Deutschen Schulpreis.

Die Ideologie hinter der Abschaffung

Auch der Landeselternrat unterstützt diesen Kurs. Dessen Vorsitzender Ronald Lindecke spricht in den DNN von einem System, dessen Aussagekraft deutlich nachgelassen habe. Lehrermangel, Unterrichtsausfall, unterschiedliche Ausstattung der Schulen, mangelnde Ganztagsangebote und Förderung – all das wirke sich auf Bewertungen aus. „Unternehmen reagieren längst darauf“, sagt Lindecke. Praktika, persönliche Gespräche und Eignungstests hätten Noten vielfach verdrängt. Gerade an Schulen in freier Trägerschaft seien alternative Rückmeldungen längst Alltag: „Ich bin auch dafür, das System der Noten zu überdenken.“ Die Zensur – die klassische Note von 1 bis 6 – ist aber mehr als eine Zahl auf Papier. Sie ist die verdichtete Form eines Urteils: Du kannst das (noch) nicht! Oder: Du beherrschst es gut! Sie gibt Orientierung und zwingt das Bildungssystem, sich zur Wirklichkeit zu verhalten. Eine Schule ohne Noten ist zunächst eine Schule ohne klare Rückmeldung. Natürlich kann man differenzierte Berichte schreiben, Portfolios basteln, „Kompetenzraster“ ausfüllen. Aber all diese Formen leiden an einem strukturellen Defekt: Sie vermeiden Zuspitzung. Der Schüler soll erfahren, „wo er steht“, ohne je wirklich zu hören, dass er hinten steht.

Doch gerade darin liegt der zivilisatorische Wert der Note: Sie ist unhöflich, aber ehrlich. Sie diszipliniert, spornt an und setzt einen Punkt, der nicht beliebig ausgedeutet werden kann – und erinnert daran, dass die Welt außerhalb der Schule ebenfalls mit knappen Urteilen arbeitet: Auswahltests, Einstellungsgespräche, Prüfungen, berufliche Bewährung. Das Leben ist kein Ponyhof. Indem man versucht, Kinder vor dieser Realität zu schützen, dressiert man sie für eine Welt, die es nicht gibt. Das ist kontraproduktiv und sogar schädlich. Warum also der Drang, die Note abzuschaffen? Die offiziellen Begründungen sind bekannt: Noten seien „demotivierend“, zu „subjektiv“, förderten „Vergleichsdruck“ und „soziale Spaltung“. Man wolle „individuelle Lernwege“ anerkennen, „Kompetenzen“ statt Wissensbestände bewerten.

“Pädagogisch fragwürdige” Noten?

Noten, heißt es, seien zudem pädagogisch fragwürdig. Sie suggerierten Objektivität, wo es sie oft nicht gebe, und förderten Konkurrenz statt Lernfreude. Diese überwiegend psychologischen und soziologischen Klischees sind nichts Neues; sind entspringen letztlich der Reformpädagogik und sind kaum verbrämter Bildungssozialismus. In Sachsen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Die Expertenräte zum Projekt „Bildungsland Sachsen 2030“ betrachten die Abschaffung der Ziffernnoten als Baustein einer „moderneren Lernkultur“. Der Sächsische Lehrerverband hat diesen Plänen ausdrücklich widersprochen und fordert, an Ziffernnoten mindestens bis Klasse 8 festzuhalten. Dass man trotzdem ernsthaft an der Notenabschaffung arbeitet, zeigt: Die Entscheidung ist weniger Ergebnis empirischer Einsicht als Ausdruck eines politischen Selbstbildes.

Die dahinterstehende Ideologie lässt sich in drei Punkten zusammenfassen. Der erste lautet: Gleichheitsversprechen statt Leistungsprinzip. Unterschiedliche Leistungen gelten nicht mehr als selbstverständlich, sondern als Skandal. Wo alle formal „mitgenommen“ werden sollen, stört jede Skala, die Abstufungen sichtbar macht. Zweitens muss man von einer “Therapeutisierung des Lernens” sprechen: Schule wird nicht mehr als Ort der Anstrengung, sondern als Schonraum verstanden. Die negative Rückmeldung, die Kinder frustrieren könnte, gilt als pädagogische Ungezogenheit. Und drittens offenbart die Causa ein zunehmendes Misstrauen gegen Lehrerurteil und Elternverantwortung: Statt die Professionalität der Lehrkräfte zu stärken und Eltern ehrlich zu beraten, versteckt man sich hinter weichgespülten Formulierungen und Kompetenztabellen. Die Note, die beide Seiten zu Klarheit zwingt, soll verschwinden. So entsteht eine paradoxale Situation: Das System, das reale soziale Ungleichheit angeblich mildern will, schafft ausgerechnet jene Instrumente ab, die den Blick auf Defizite erzwingen – und damit echte Förderung erst ermöglichen – würden.

Die Schule als Ort der entwirklichten Rückmeldung

Wer glaubt, Sachsen sei ein exotischer Sonderweg, irrt: Ähnliche Tendenzen finden sich in mehreren anderen Bundesländern. In Baden-Württemberg etwa wird seit Jahren an der Zurückdrängung klassischer Ziffernnoten gearbeitet: In der Grundschule wurden vielerorts ausführliche Berichtszeugnisse und sogenannte „Kompetenzraster“ etabliert, die nur noch in Teilen durch Noten ergänzt werden; zugleich wird der Druck erhöht, Schulkarrieren stärker an weichen Kriterien wie „Lernentwicklung“ und „Selbstkompetenz“ auszurichten statt an klaren Leistungsständen. In anderen Ländern werden Versuche mit „Lernentwicklungsberichten“ bis in die Sekundarstufe hinein als Modell der Zukunft gefeiert. Der rote Faden ist überall derselbe: Man ersetzt klare, vergleichbare Rückmeldungen durch pädagogisch aufgeladene Textwolken, die vor allem eines vermeiden: Die offene Benennung von Überforderung, Defizit und falscher Schulwahl. Sachsen ist damit nicht Vorreiter eines mutigen Experiments, sondern Teil einer bundesweiten Bewegung zur Entschärfung des Leistungsbegriffs und -prinzips.

Der Schulversuch „ohne Noten“ wirkt vor diesem Hintergrund wie ein Labor für pädagogische Realitätsverdrängung. Man wird dort nicht weniger selektieren, nur anders. Denn eines ist sicher: Selektion verschwindet nicht, wenn man sie sprachlich verschleiert. Sie verlagert sich bloß. Wo keine klaren Noten mehr existieren, gewinnen informelle Signale an Gewicht: Andeutungen im Elterngespräch, Ranglisten in Förderempfehlungen, das heimliche Wissen der Bildungsbürger, wie man ein Berichtszeugnis „richtig“ liest. Das Ergebnis ist sozial brutal: Bildungsnahe Familien können aus schwammigen Formulierungen oder zwischen den Zeilen am Ende doch noch herauslesen, ob das Kind gymnasialtauglich ist – doch bildungsferne Familien bleiben zurück mit dem wohlklingenden Satz, ihr Kind sei „auf einem guten Weg“ – ohne zu merken, dass dieser Weg in die Sackgasse führt. Die vermeintlich watteweiche, in Text verpackte Chiffrierung verschärft so die soziale Spaltung. Hingegen ist die Note, bei allem Mangel an Differenzierung, erbarmungslos demokratisch: Jeder versteht sie. Der Verzicht auf Noten ersetzt eine „harte“, weil zumindest dem Anspruch nach objektive und für alle nachvollziehbare Selektion durch eine „weiche“, intransparent-elitäre.

Ablenkungsmanöver vom eigentlichen Problem

Über allem steht die Frage: Warum jetzt? Ausgerechnet in einem Bundesland, das mit Lehrermangel, Unterrichtsausfall und zunehmender Heterogenität der Schülerschaft kämpft? Das Kultusministerium spricht von einer „Trendwende“ beim Unterrichtsausfall, während Lehrergewerkschaften von statistischer Schönfärberei und realem Qualitätsverlust berichten. In dieser Lage wirkt die Notenabschaffung wie ein klassisches politisches Ablenkungsmanöver: Man kann die Realität sinkender Leistungen pädagogisch „entschärfen“, indem man die Messinstrumente entschärft. Man kann Überforderung von Lehrern und Schülern kaschieren, indem man das Urteil über Leistung immer weiter in verbale Watte packt. Eine Schule ohne Noten ist für die Bildungsbürokratie attraktiv, weil sie den öffentlichen Druck mindert. Wo keine klaren Zahlen mehr stehen, gibt es weniger Vergleichbarkeit – zwischen Klassen, Schulen, Regionen. Damit sinkt auch die Möglichkeit, das System an messbaren Ergebnissen zu kritisieren.

Ein konservativer Blick auf Bildung erinnert daran, dass Lernen immer auch Bewährung ist und keine sentimentale Reise. Ein Kind, das nicht scheitern darf, lernt nicht, mit Scheitern umzugehen. Eine Schule, die negative Rückmeldungen moralisch problematisiert, erzieht zur Vulnerabilität und Kränkbarkeit – nicht zur Stärke. Daraus folgt keineswegs der Ruf, stattdessen zur brutalen Auslese zurückzukehren; aber es folgt die Einsicht, dass Humanität und Klarheit keine Gegensätze sind. Wer ernsthaft erziehen will, muss sagen dürfen: „Das reicht nicht. Du musst mehr tun.“ Und er muss es so sagen, dass es nicht im pädagogischen Nebel verschwindet. Die Ziffernnote ist in ihrer Schlichtheit ein Bollwerk gegen Sentimentalisierung. Sie zwingt den Staat, eine Rangordnung von Leistungen anzuerkennen – und damit auch anzuerkennen, dass nicht jede „Lernbiographie“ gleich erfolgreich ist. Das ist schmerzhaft, aber ehrlich.

Sachsen auf dem Weg in die pädagogische Vollnarkose

Eine konservative Bildungspolitik würde nicht am Thermometer herumschrauben, sondern am Fieber arbeiten. Das hieße erstens: Leistungsorientierung stärken, nicht tarnen; klare Noten, zentrale Vergleichsarbeiten, transparente Standards – und erst dann die Frage stellen, wie man schwächere Schüler gezielt fördert! Das hieße zweitens: Lehrerautorität aufwerten! Noten sind immer auch Ausdruck eines professionellen Urteils. Wer sie abschafft, nimmt Lehrern ein wichtiges Instrument aus der Hand – und ersetzt es durch bürokratische Raster, die am Ende noch mehr Zeit kosten und noch weniger aussagen. Und es hieße drittens: Soziale Ehrlichkeit wagen! Nicht jeder Schüler wird Abitur machen, nicht jeder akademische Wege gehen – und muss es auch nicht!

Ein Schulsystem, das diese Wahrheit nicht aussprechen darf, produziert Enttäuschung am Fließband. Die schleichende Abschaffung der Zensuren in Sachsen markiert hier einen mentalen Wendepunkt. Aus dem einstigen Leistungsland droht ein Bildungswesen zu werden, das die eigenen Erkenntnisinstrumente abstumpft, um die eigenen Defizite weniger deutlich zu sehen. Noten sind nicht perfekt. Aber sie sind immerhin ein Bekenntnis zur Wirklichkeit. Wer sie beseitigt, entscheidet sich für eine Schule, in der das Urteil über Leistung in wohlmeinende Formulierungen ausweicht. Das mag kurzfristig entspannen; langfristig aber führt es zu genau jener Bildungsfragilität, die man angeblich überwinden will. In einer Zeit, in der Deutschland international bildungspolitisch immer mehr zurückfällt, ist die Abschaffung der Zensuren ganz bestimmt kein Fortschritt, sondern ein Symptom der Kapitulation: Man schaut dem Niedergang nicht mehr ins Auge – man schreibt ihn in Schönschrift.

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22 Antworten

  1. Es geht wohl immer nur von einem Extrem ins andere.
    Anfang der Siebziger mußten wir in der 4. Klasse im Diktat eine ganze Seite schreiben und
    es wurde jeder Fehler gezählt, dazu zählten auch Satzzeichen.

    0 Fehler Note 1
    1 Fehler 2
    2 Fehler 3
    3 Fehler 4
    4 Fehler 5
    5 Fehler, setzen 6

    Note 3 wurde in meinem Elternhaus gerade noch, ohne Strafe, geduldet.

    Für nicht so begabte, gabe es die Hilfsschule.
    Heute gibt es „Inklusion“. 🤡 🤠

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      1. Das klappt aber nur wenn man das Land nicht verlässt.

        Man versuche sich einmal mit so einem Zettel an einer ausländischen Universität einzuschreiben… In irgendeinem Land , also eigentlich allen , wo man Leistungsnachweise bringen muss.
        Das wird dann nix mit dem Studium der Sozialwissenschaften.

    1. War bei mir auch nicht anders , aber mal ehrlich:

      Wir sind kein Land der Dichter und Denker mehr , wir sind kein Land der Ingenieure Der Innovation mehr Warum sollen die Schüler sich dann mit sowas abmühen müssen , Mathematik , Physik , Chemie oder sogar lesen und schreiben?
      Durch die Migration können die meisten in der Klasse sowieso kein einziges deutsches Wort schreiben.
      Und sie lernen, das niederbrüllen , um sich prügeln und die Familie zusammenrufen viele größere Erfolge zeitigt , als büffeln und lernen.
      Sozialbetrug und Schutzgeld Erpressung kann ich auch ohne lesen und schreiben betreiben.
      Und wenn es wirklich mal harpert gibt es ja staatliche Übersetzer und helfende NGOs.

      Und die paar schlauen Deutschen die es heute vielleicht noch gibt?

      Sind eh alle Nazis und Rechtsradikale. Rassisten-Schweine, die nur unterdrücken und diskriminieren wollen!
      Und sie sterben langsam aber sicher aus.
      Vielleicht sogar freiwillig….

  2. Die leistungslose Gesellschaft im Vormarsch.
    Erst werden die Noten abgeschafft. Dann schreiben sich die Schüler die Beurteilungen selber.
    Habe vor einiger Zeit mit bekommen das sich die Forscher und wissenschaftlichen Angestellten an einer UNI die Beurteilungen selber schreiben dürfen. Die Vorgesetzten schauen mal kurz drüber und das wars.
    Die Azubis schreiben ja auch schon keine abschließende Hausarbeit mehr um nachzuweisen das die selbständig ein Thema bearbeiten können um ihren Bildungsstand kenntlich zu machen.
    Es ist schon kein Bildungssystem mehr sondern ein Klippschulsystem.

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  3. @Schonpädagogik
    bedeutet Armut, Elend, Hunger

    Warum ?
    Nancy Mandody – wird die deutsche Sprache absichtlich zerstört?

    schöne Fragen :
    Wer hat ein Bild von Merz zu hause ?
    Baerbock ?
    Steinmeier ?

  4. Zur Verbesserung der kultimationalen Harmonie werden dann als Nächstes auch im Musikunterricht sämtliche Noten abgeschafft.

  5. Passend zur geplanten Notenabschaffung wird Eltern ‚fachlich‘ erläutert, warum unsere Kinder als Erstklässler nicht richtig sprechen können: Zuviel Handy, zuviel Tablett. Folgerung wird sicherlich kommen: Leistungsniveau absenken, dann passt es wieder. Bezug auf Ausländerkinder aus Drittstaaten mit meist islamischen Hintergrund, die sich zuhause und in ihrer Community sicherlich in ihrer Heimatsprache verständigen (müssen), in der Schule also nur rudimentär Deutsch sprechen und dadurch natürlich auch den Inhaltsstoff schwerlich verarbeiten können, wird natürlich wg evtl. Diskriminierung und/oder Rassismusverdacht nicht genommen. Dieses Klientel lenkt Lehrkräfte und Schüler während der Unterrichtsstunden dadurch bedingt vielfach ab und drückt nachgewiesenermaßen ‚automatisch‘ auch das Leistungsniveau.

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    1. Wie sollten Kinder richtig sprechen lernen wenn schon deren Erzeugelternden nur noch ein dumpfbespaßungsmediales Deppendenglisch brabbeln können?

  6. Die INVASOREN wollen doch gar
    Keine Bildung.
    Sie wollen Geld und Wohnung.
    Und sie wollen rammeln wie die
    Steinesel.
    Und wir fahren die Anforderungen
    immer weiter runter.

  7. Ich habe in der 9. Klasse Anfang der 80er in einer Lateinarbeit ein „plane non sufficit“ erhalten. Um zu vermeiden, daß auch das falsch übersetzt wird, war die Note dahintergeschrieben (6). Ich bin trotzdem nicht sitzen geblieben und habe sogar noch das kleine Latinum geschafft.

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  8. Als ich nach der Wende mit 35 Jahren eine Ausbildung zur Bürokauffrau machte, war ich entsetzt über meine Unterforderung durch das Ausbildungsmaterial. Fast alles war mir durch meine eigene Schulzeit (Meisterausbildung) in der DDR gegenwärtig. Nur Steuerrecht war etwas anders. Ich war die Beste der Klasse und wurde mit einem Diplom „Bester Lehrling“ ausgezeichnet. Besonders das Deutsch-Defizit der anderen viel jüngeren Mitschülerinnen war gravierend. Also begann schon damals die schrittweise Absenkung der Qualität der Kernfächer zu greifen. Das ist jetzt über 30 Jahre her.

  9. „Deshalb erhielten die Kinder zum Ende des Schuljahres individuell formulierte Briefe, ..“

    Klar!
    Geschrieben mit ChatGPD!

  10. Kinder können nicht mal mehr mit Messer und Gabel essen oder den Stift richtig halten.
    Dafür gibt’s dann Ergotherapie auf GKV-Rezept.

  11. Nun, vielleicht ein Blick in die Geschichte:

    Ende des 16. Jhdts. übernahmen die Jesuiten in Köln die Leitung des „Tricoronatum“, das als Dreikönigsgymnasium bis heute existiert.

    Weil es seinerzeit keine zuverlässige Leistungsbeurteilung der Schüler gab, war es bis dahin gängige Praxis, daß die Sprößlinge adeliger oder wohlhabender Familien gegenüber anderen Schülern bevorzugt wurden. Dies indes widersprach den im Jesuitenorden bestehenden Überzeugungen von der Gleichheit aller Ordensmitglieder (mochten sie auch adelig sein) und deren Ungleichheit abhängig einzig von ihren intellektuellen und sonstigen Fähigkeiten.

    Und so führten die Jesuiten im Tricoronatum mehrere Neuerungen ein:
    Erstens die Einrichtung klar umrissener Schulfächer – zu denen auch körperliche Ertüchtigung gehörte – mit verbindlichen Lehrplänen, an die sich alle Lehrer zu halten hatten.
    Zweitens die kontinuierliche Leistungskontrolle der Schüler während des Schuljahrs durch sog. „Schularbeiten“ unter kontrollierten und für alle gleichen Bedingungen.
    Drittens die Bewertung anhand eines numerischen Systems, das die Bevorzugung sozial höherstehender Schüler zulasten leistungsstärkerer Kinder verhinderte.
    Viertens Abschlußprüfungen am Ende jeden Schuljahres mit Erteilung benoteter (qualifizierter) Zeugnisse.

    Dieses System breitete sich – nicht nur an den Jesuitenschulen – rasend schnell in ganz Europa aus und wurde in dieser oder vergleichbarer Form von praktisch allen Bildungseinrichtungen – auch den universitären – übernommen, weil die sich allmählich herausbildenden Nationalstaaten einen großen Bedarf an Beamten, Juristen, Medizinern, Ingenieuren, Lehrern etc. hatten. Dieser Bedarf war nicht mehr über die „alten Eliten“ zu bewältigen, so daß Bildung in Europa ein Weg sozialen Aufstiegs wurde und sich neben Adel und Kaufmannschaft die „Wissenschaft“ als neue Elite zu etablieren begann, zu der auch weniger begüterte oder begünstigte Gesellschaftsschichten Zugang durch Leistung, Wissen und Kenntnisse hatten.

    Noten in der Bildung waren daher die Wegbereiter einer egalitären Gesellschaft und die Forderung nach ihrer Abschaffung heute dient nicht dem Interesse des einzelnen Schülers, sondern der schleichenden Wiedereinführung einer „ständischen“ Gesellschaft, in der es wichtiger ist, als wer man geboren wird, als was man zu leisten vermag. Und so verwundert es nicht, daß die Forderung nach Abschaffung schulischer Benotung ausgerechnet von denen erhoben wird, die – im weitesten Sinne – den heute herrschenden bzw. gesellschaftlich tonangebenden neuen Eliten erhoben wird, um ihren häufig bildungsunwilligen oder -fähigen Blagen auch ohne nennenswerte Leistung, Befähigung oder Begabung den sozialen Status ihrer Eltern und Familien zu erhalten.

  12. Notenabschaffung ist nur ein weiterer Schritt zum endgültigen Niedergang dieser Gesellschaft. Diese Republik versinkt viel schneller im Orkus der Geschichte als das Römische Reich.