Oktoberfest – Oktoberfrust

Sinnbild für ganz Deutschland: Die Münchner Wiesn 2022 (Foto:Imago)

Die Wirte und Budenbetreiber, die sich nach zwei verlorenen Corona-Jahren vom diesjährigen Oktoberfest endlich wieder Einnahmen erhofft hatten, sehen sich nach der ersten Festwoche bitter enttäuscht. Schlechtes Wetter, Inflation, Preissteigerungen, Energiekrise und eine allgemeine Zukunftsangst halten so viele Menschen vom Wiesn-Besuch ab, dass die Umsätze weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Ernüchterung greift auch auf das Servicepersonal über. In „Focus“ kam etwa eine Kellnerin zu Wort, die in der Hoffnung auf einen guten Verdienst und üppige Trinkgelder zum ersten Mal auf dem Oktoberfest im Einsatz war – und nun fast schon resigniert erklärt: „Es ist jetzt schon die schlechteste Wiesn überhaupt“.

Es blieben schlicht die Gäste aus. Dasselbe höre sie auch von Kollegen aus den großen Festzelten. „Am Anfang der Wiesn habe ich gesagt, dass 30 Prozent der Gäste fehlen – mittlerweile würde ich sagen es fehlen 40 Prozent“, so die Servicekraft enttäuscht. Am Montag hatte sie nach zwei Stunden Öffnungszeit noch keinen einzigen Gast. Wenn man morgens über die „Oide Wiesn“ laufe, sei es „wie eine Geisterstadt, wie ausgestorben.“ Die „oide” („alte”) Wiesn sind eine Rekonstruktion des historischen Oktoberfestes. Trotz kostenlosem Eintritt ab 21 Uhr ist das Festzelt mit Tausenden Sitzplätzen, in dem die von „Focus“ zitierte Kellnerin tätig ist, nicht mehr ansatzweise voll besetzt. Selbst bereits reservierte Tische, etwa für Firmen, bleiben leer oder unterbesetzt, weil sich kaum jemand auf die Wiesn traut.

Bonjour Tristesse

Auch ausländische Besucher bleiben fern. „Ich sehe hier kaum asiatische Gruppen. Ich habe ein paar Amerikaner gehabt, aber die ganzen Ferntouristen, die ihre Gruppenreisen ein Jahr im Voraus planen, sind nicht da, weil Ungewissheit bestand, ob die Wiesn stattfindet“, berichtet die junge Frau, die sich in Zweckoptimismus übt und den Zusammenhalt unter den Servicekräften betont, die sich dennoch um ihren erhofften Lohn gebracht sehen. Denn einst galt die Wiesn als Nonplusultra und Spitzenverdienstmöglichkeit. Nur die besten Bedienungen bundesweit heuerten hier an – und kehrten mit einem Vermögen nach Hause zurück. Analog dazu waren die heißbegehrten Schanklizenzen für die Wiesnwirte wie ein Sechster im Lotto.

Davon ist nichts geblieben; auch das größte Volksfest der Welt ist nur noch ein Schatten seiner einstigen Größe – und damit ein Sinnbild für die ganze Republik. Im Deutschland des Jahres 2022 ist angesagt: Bonjour Tristesse! Die Wunden, die eine blindwütige und verantwortungslose Corona-Politik geschlagen hat, waren noch nicht ansatzweise verheilt (und werden gerade wieder neu aufgerissen!), als mit der Energiekrise bereits die nächste, völlig unnötige und rein politisch verursachte Krise über die zermürbten Menschen hereinbrach. Infolgedessen herrscht nun ein allgemeines Unbehagen, die Menschen halten ihr Geld zusammen, weil sie nicht wissen, wie lange sie noch ihre Arbeitsplätze behalten werden und selbst wenn, ob und wie lange sie noch ihre Energie- und Lebenshaltungskosten begleichen können. Die Grünen überbieten sich mit absurden Energiespartipps, während sich ihre heuchlerischen weiblichen Wuchtbrummen von Claudia Roth über Ricarda Lang bis Katha Schulze, denen allen das Corona-Regime noch vor wenigen Wochen gar nicht rigide genug sein konnte, bei vollen Maßkrügen und üppigen Schlachtplatten maskenfrei auf dem Oktoberfest ablichten ließen (und die Bilder instinktloserweise auch noch in den sozialen Netzwerken veröffentlichen). Spätestens da musste dann auch dem letzten die Feierlaune vergangen sein.

Kein Platz für Gelassenheit, Hoffnung, Wärme mehr

In Zeiten, da dem Weihnachtsfest – diesmal nicht nur aus interkultureller islamophiler Rücksichtnahme, sondern aus Energiegründen – der Garaus gemacht werden soll und nun auch die öffentliche UND private (!) Weihnachtsbeleuchtung – wie zuvor schon die Silvesterfeuerwerke – ausfallen sollen, wie es der hauptamtliche Verbots- und Abmahnverein Deutsche Umwelthilfe vehement fordert, um den Deutschen ihre klimaschädlichen „Beleuchtungsorgien“ auszutreiben: Da ist für Gelöst- und Gelassenheit, für Hoffnung, für innere Wärme und unbeschwerte Lebensfreude kein Platz mehr. In einem Klima allgegenwärtiger Heuchelei und Bevormundung, in dem jede gewachsene Tradition, an der verunsicherte Menschen sich festhalten könnten, in Namen ideologischer Wahnsinnsziele ausgemerzt wird, kommt schon gar keine Feierstimmung mehr auf. Das Althergebrachte, Bewährte, das so dringend gebrauchte Brauchtum verarmt immer mehr, wird als „ewiggestrig” oder gar toxisch, unangemessen oder historisch belastet gebrandmarkt und verhöhnt.

Parallel verschwindet alles, was einmal als deutsches Aushängeschild galt – Leistung, Disziplin, technische Innovationskraft, Mittelstand, Wirtschaftskraft. Ein Übriges tut die völlig unberechenbare Corona-Politik der Bundesregierung, die dafür gesorgt hat, dass Deutschland das einzige Land ist, in dem noch Corona-Panik geschürt wird. Der Flickenteppich von für keinen vernünftigen Menschen nachvollziehbaren Beschränkungen, die eine Maskenpflicht in Zügen, nicht aber in Flugzeugen oder Festzelten vorsehen, schrecken viele Besucher aus dem In- und Ausland von vornherein ab – zumal jedes Bundesland ab dem 1. Oktober auch noch nach Belieben eigene Regeln aufstellen kann. Nach alledem zeichnet sich einmal mehr das trostlose Bild eines Landes ab, das allenfalls noch Siedlungsgebiet für illegale Zuwanderer, nicht länger aber Heimat für die eigenen Bürger sein darf – und das lässt es sie täglich spüren. Auch auf der Wiesn.

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15 Kommentare

  1. Der Bierpreis auf dem Oktoberfest 2022 für 1 Maß = etwa 1 Liter beträgt zwischen 12,60 Euro und 13,80 Euro.
    Wenn man bedenkt, das insbes. zu Stoßzeiten niemals 1 Liter abgefüllt sind, dann ist das schon Abzocke.
    1 Kasten gutes Bier kostet im Getränkemarkt (20 Flaschen a 0,5 Liter = 10 Liter zwischen 10 – 15 E.

    Sie klagen, dann sollen die Bierverkäufer die Bürger nicht mit solchen Abzockerpreisen auf dem Fest ausnehmen !

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      • Wer zahlt denn soviel für Bier ? Die, die sich auch den Mini Einkauf im Bio Laden für Maxi Preise leisten können ? Und welche Sorte ist das ?
        26€ für ne Kiste Bier ? Da bleibe ich lieber nüchtern !

  2. Ich hoffe doch sehr, dass ich den Tag noch erlebe, an dem die Radfahrer-Deutschen (nach oben buckeln, nach unten treten) aufstehen, und, wie die Tschechen gestern auf dem Wenzelsplatz in Prag und wir 1983 im Bonner Hofgarten und anderen Städten, den Volkszerstören die rote Karte zeigen. Meine Hoffnung hält sich allerdings in Grenzen.

  3. Hihi – der Meisterspritzer aus Bayern hat der NWO geliefert !
    Das ist die Zukunft – und in einem Mastbetrieb sieht die Zukunft der Schafe düster aus !

  4. Es ist allerhöchste Zeit, dass die Vergnügungsindustrie etwas eingedampft wird. Mit einer Festlichkeit haben diese Veranstaltungen doch lange nichts mehr zu tun, sondern nur noch mit Ablenkung vom Wesentlichen. Die Wiesn ist doch mehr ein Sauf-,Fress- und Fickgelage als eine Festlichkeit. Solange also die Menschen die Möglichkeit haben, vor sich und den drängenden Fragen des Lebens durch Vergnügung wegzulaufen, werden die Menschen diese Möglichkeit nutzen. Insofern ist eine Gesundschrumpfung dieser Nicht-Festivitäten durchaus zu begrüßen!

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  5. Wer sich das Oktoberfest freiwillig (mehrmals) antut hat sowieso einen an der Klatsche oder ist sonst irgendwie außerordentlich „verzweifelt“.
    Als Bayer „muss“ man ja mindestens einmal im Leben auf das Oktoberfest gehen, das habe ich schon vor über 10 Jahren hinter mich gebracht, 1x und nie wieder!
    Ich bin bestimmt nicht prüde und weiß ne gute Party immer zu schätzen, aber was ich da alles erlebt habe war davor für mich unvorstellbar.
    Sich allein wegen dem Primatenmüll stundenlang anzustellen, für pisswarmes und 3/4 eingeschenktes Bier ein halbes Vermögen zahlt, sich stundenlang diese bescheuerte Rumtata-Musik reinzieht und „aufs Klo gehen“ zum Abenteuer ohne Garantie auf Wiederkehr wird…der soll ruhig diese Preise zahlen und sich als Vollidiot zigfach auf Facebook posten!

  6. Das Wetter meint es nicht gut mit den Wies´n-Wirten und Schaustellern. Es regnet, ist verdammt schattig und unangenehm. Gartengeschäft brummt wohl nicht so wirklich und die Preise, ja, daran hapert es wohl am meisten. Auch die Italiener kamen offenbar nicht mir ihrer Wohnmobil-Karawane, sondern mit Fernbussen, herkommen, auf der Wies´n die Hucke vollsaufen und gleich wieder zurück. Den Rausch schläft man im Bus aus. Übernachtungen Fehlanzeige. Und wieder gehen Einnahmen durch die Lappen. Die Wies´n ohne Masken, ohne Beschränkungen, das greisliche Wetter, in den Zelten heiss, da droht Erkältungsgefahr. Da hört man die Rufe nach Coronamaßnahmen, Einschränkungen, Maskenpflicht, 2G am besten, Wegsperren, das ganze Programm. Wie schön, dass man immer Möglichkeiten findet, sich alles zurecht zu biegen.

  7. Für die Grünen als quasi Erfinder der Heuchelei und Doppelmoral ist der „Klogang“ garantiert kein Abenteuer. Für sie immer nur das Beste, das Feinste und das Meiste. Der „VIP Bereich“ auf der Wies´n hat auch ganz sicher ein „VIP Scheißhaus“, denn wo kämen wir denn hin, wenn sich Grüne mit dem Plebs um einen Kackplatz streiten müssen ? Die bleiben lieber unter sich und dulden maximal ihre Politiker Kollegen, solange wie sie nicht von der AfD kommen.

  8. Diese Bierfeste , habe ichnie vermisst. War auch nie in meinem Leben auf dem Octoberfest und auch kein Beduerfnis danach..
    Mir ist, ein fraenkisches Weinfest lieber, da wird nicht bis zum unter dem Tisch fallen gesoffen und die Bierleichen liegen herum, sondern es wird auf dem Tisch getanzt.
    Freiheit fuer Franken 😉

  9. Wir könnten doch zu Weihnachten und Sylvester die Deutsche Umwelthilfe und die Parteizentralen abfackeln, so für innere und äußere Wärme und damit auch wieder für unbeschwerte Lebensfreude sorgen….

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