
Magdeburg, es ist Dienstagmorgen, zwei Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Dies ist ein historischer Moment. Nach dem Erdrutschsieg der Arbeiterpartei für Deutschland (AfD) tritt die erste Maßnahme der neu gewählten Regierungspartei, noch vor der konstituierenden Sitzung, in Kraft: In einer koordinierten Aktion, Codename „Döner-Bulimie“ (wissenschaftlich: Carnis Rotata Bulimia nervosa), rückten heute im gesamten Bundesland die Abrissbirnen gegen das Übel der deutschen Stadtlandschaft vor: Die Döner- und Pitabuden. Wo gestern noch Fleischberge am vertikalen Spieß sanft im Infrarotlicht schwitzten, weht heute ein frischer, herber Wind aus Rostbratwürsten und Jägerschnitzeln. Die zukünftige Landesregierung hat Ernst gemacht: „Die Sofortmaßnahme zur Wiederherstellung der Brutzel-Braunen Identität“ (SmWBBI) ist in Kraft getreten.
„Wir konnten nicht länger zusehen, wie unsere Kinder das Wort ‚bitteschön‘ nur noch im Kontext von ‚mit scharf?‘ lernen“, erklärte ein Sprecher des neu geschaffenen Landesamtes für Brutzel-Pflege. „Der Bürger dürstet nach der Textur einer Frikadelle, die so braun gebrutzelt daher kommt, dass man damit einen ganzen Parteitag versorgen möchte. Das ist gelebtes Kulturgut.“
Das Ende der Schafskäse-Diktatur
Die Strategie ist radikal, aber konsequent. Innerhalb der nächsten 48 Stunden werden sämtliche Drehspieße konfisziert und zu Halterungen für Deutschland-Fahnen umgeschmiedet. Jetzt regiert die Heilige Vielfältigkeit der deutschen Esskultur: Die deutsche Bockwurst, stolz, prall und mit dem physikalisch unmöglichen Talent gesegnet, beim ersten Biss kochendes Fett exakt ins Auge des Gegenübers zu spritzen; das Schnitzel: Eine dünne Scheibe aus dem Schweinerücken, mit Panade so dick wie der Buchrücken des Dudens; die klassische Frikadelle: Ein robuster Fleischball, der farblich perfekt mit dem Braun der Fensterläden an der angrenzenden Bundesstraße harmoniert. Die Thüringer Rostbratwurst, das Rückgrat deutscher Esskultur: Tiefes Braun, ehrlich und grundsätzlich auf einem, trockenen Brötchen serviert, nur echt mit Bautzner-Senf. Und dann natürlich die Currywurst, dieser ewige Streitfall zwischen Duisburg und Berlin, mit einer teuflisch-scharfen Soße
In den Innenstädten herrscht Aufbruchstimmung. Im Zentrum von Halle wurde bereits der erste Grill von „Mustafa Ismir Übel“ durch „Erichs Bratwurst-Ecke“ ersetzt. Die Resonanz ist – wie nicht anders zu erwarten – typisch deutsch: Ein verhaltenes Rülpsen und die Beschwerde, dass kein Bier dabei war.
„Jetzt alles mit Senf!“
„Endlich wieder Brühwurst zwischen den Zähnen“, sagt Passant Uwe (54), während er versucht, eine brennend heiße Currywurst im Stehen zu bändigen. „Dieses ganze Vitamin-Gedöns im Döner, dieser Salat … das ist doch nur was für Vegetarier. Eine Frikadelle hingegen, die seit 8:00 Uhr morgens in der Auslage liegt, die hat Charakter!“ Doch der Umbruch hakt an einigen Stellen. Erfahrene Döner-Fachkräfte müssen im Eilverfahren auf Fertigkeiten wie das „Wenden von Paniertem und dem exakten Zerteilen einer Currywurst“ umgeschult werden.
Die größte Hürde dabei: Das instinktive Hinzufügen von Zwiebeln, Salat und Knoblauchsoße zu unterdrücken. „Ich habe heute aus Versehen Petersilie auf ein Jägerschnitzel gestreut“, gesteht ein sichtlich erschütterter Gastronom, der anonym bleiben möchte. „Das Ordnungsamt hat mich sofort verwarnt. Hier herrscht jetzt striktes Gemüse-Verbot: Nur Beige, Braun und ein Klecks dunkles Gelb. Alles andere ist Hochverrat.“
Neue Steuern braucht das Land!
Für die Zukunft plant die designierte Regierung bereits den nächsten Schritt. Nach der ethnischen Säuberung der Bistros soll die Knoblauch-Gurken-Quark-Steuer kommen. Wer dennoch Knoblauchfahne zeigt, muss mit Sozialstunden im örtlichen Kleingartenverein rechnen – beim Unkrautjäten zwischen deutschen Kartoffeln.
Das ganze Land atmet auf. Es riecht nicht mehr nach fernen Ländern und Gewürzen. Es riecht rein, – nur noch nach Heimat! Dies ist der ehrliche Duft von Grill und Fritteuse. Und das ist auch richtig so. Guten Appetit!
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12 Kommentare
Mich haut’s weg! Allgemeine Erheiterung in Zeiten des Verfalls und der Hoffnungslosigkeit.
Man wird ja wohl noch träumen dürfen – danke für ein wenig Spaß und Kurzweil.
Freundliche Grüße aus dem Bratwurstland Thüringen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich diesen Artikel einordnen soll, zumal er weder sachlich stimmig, noch witzig erscheint.
Sollte das ein Versuch sein, den politischen Feind mit dessen Narrativ der Lächerlichkeit preis zu geben, ist dieses Ansinnen leider gescheitert.
Konfuzibus sagt solange man satirisch überspitzt über sich selbst reflektorisch lachen kann ist das ok da lache ich mit ! Es sei denn es wird was anderes transportiert in der Satire und Berndte ist ein UBrot xD
Wenn Du meine anderen Artikel gelesen hast, erübrigt sich die Frage nach einem UBrot 🙂
Man muss auch über sich selbst mal lachen können. Humor ist wenn man trotzdem lacht.
https://ansage.org/author/bernd-volkmer/
Welch schöner Traum! Da träum ich gerne mit (Anadolu-Döner-Scheißfraßgeschädigter).
Wie lange noch?
Freiheit für die Balkongriller…
Wir haben nichts getan für das man uns in den Knast stecken will, nur unser Essen zubereitet!
FCK Müsli! Körner sind für Vögel da!
Schweineschnitzel werden aus der Oberschale geschnitten nicht aus dem Rücken.
An sonsten ist das ein guter Artikel der Hoffnung macht. Hoffnung auf eine gute wetterauer Bauernbratwurst im Brötchen mit Senf.
Fake-News!!! Zu original Thüringer Bratwurscht oder einem zünftigen Rostbrätel wird BORN-Senf gereicht! In Ausnahmefällen auch Altenburger – tertium non datur, wie der gebildete Jenenser zu sagen pflegt…Bautzener ist nur deshalb den Wessis bekannt, weil er von allen Ostsenfen der wirtschaftlich erfolgreichste ist – Develey lässt grüßen…
Hier nochmal ein Kommentar aus dem Bratwurstland Dunkelthüringen. Seit sechs Jahren bin ich politisch aktiv – nein, nicht als Sofa – oder Stammtischpatriot, sondern auf der Straße und in Initiativen. Und seit sechs Jahren, wird es von Woche zu Woche nur noch beschissener. Um den Wahnsinn zu ertragen helfen mir Beiträge von Hrn. Volkmer, Steimle, Solga, Ludger K. ,Dr. Thoma usw., den Irrsinn dieses Landes humorvoll zu überstehen. Wer also darüber nicht feixen kann, der lässt es eben bleiben.
Sehr geehrter Herr Volkmer, bleiben Sie dabei.
Mir hilft’s ungemein. Danke!
Danke für die Blumen 🙂
Ich freue mich.
Hier nochmal ein Kommentar aus dem Bratwurstland Dunkelthüringen. Seit sechs Jahren bin ich politisch aktiv – nein, nicht als Sofa – oder Stammtischpatriot, sondern auf der Straße und in Initiativen. Und seit sechs Jahren, wird es von Woche zu Woche nur noch beschissener. Um den Wahnsinn zu ertragen helfen mir Beiträge von Hrn. Volkmer, Steimle, Solga, Ludger K. ,Dr. Thoma usw., den Irrsinn dieses Landes humorvoll zu überstehen. Wer also darüber nicht feixen kann, der lässt es eben bleiben.
Sehr geehrter Herr Volkmer, bleiben Sie dabei.
Mir hilft’s ungemein. Danke!
Ein gelungenes Bild für die „Nazis“, wie sie in den Köpfen der Linken existieren.
So stellen sich die Linken die „Machtergreifung“ der „Nazis“ vor.
Genauer: so stellen sich die Kommunisten vor, was die „Nazis“ nach der Machtergreifung vorhaben.