
Am 19. Februar 2026 bat Papst Leo XIV. die Priester der Diözese Rom, Predigten nicht von einer künstlicher Intelligenz schreiben zu lassen. Eine Maschine könne keinen Glauben haben. Und was keinen Glauben habe, solle auch nicht verkünden. „…Und führe uns nicht in Versuchung“ gewinnt dieser Tage daher eine ganz neue Bedeutung. Die schnelle Recherche mit KI sei nicht gewünscht. Versetzen wir uns für einen Augenblick in die Lage eines Geistlichen, der samstags nach dem Kaffee sich zurückzieht in seine Denkerstube, den Gänsekiel spitzt, diesen in Tinte taucht und seine sonntägliche Predigt auf Büttenpapier formuliert. Zu Hilfe kommt ihm seine Bibliothek, er greift zu Thomas von Aquin, zu Augustinus, zu Bonaventura, zu Anselm von Canterbury und zu Karl Rahner und entlehnt daraus intelligente Gedanken, die er in seinen Predigttext einflicht. Die Geisteskraft historischer Figuren schmücken sein Werk, mit dem er seine Gemeinde erleuchten will.
Der Griff zur Weisheit zwischen zwei Buchdeckeln gilt als ehrenhaft. Er kostet Zeit, er verlangt Mühe. Doch sobald der Zugang über einen Bildschirm erfolgt, wird es plötzlich heikel. Meint Papst Leo. Hier beginne ich zu zweifeln. Ist wirklich das Werkzeug das Problem? Oder der Mensch, der es benutzt? Wer als Priester aus Büchern Informationen bezieht, zitiert auch fremde Gedanken. Wenn er eine Suchfunktion benutzt, tut er im Grunde dasselbe. Beides sind Hilfsmittel.
Das Grundproblem: Predigen können ist eine Kunst
Wer zehn Minuten lang seine Predigt vom Blatt abliest, schläfert seine Schäflein ein. Wer aber innerlich glüht, weil er die frohe Botschaft an den Mann bringen will, braucht kein Manuskript. Geschriebene Texte klingen lahm, wenn sie abgelesen werden. Die Kunst, eine Predigt frei vortragen zu können, ist mehr wert als alle Manuskripte. So wird das gesprochene Wort als Herzensanliegen empfunden. Und das beflügelt den Prediger und die Gemeinde. Lassen wir die KI zehn Stichpunkte zusammentragen, diese lassen sich merken. Auf der Kanzel oder bei Parteiversammlungen formulieren wir frei. Das weckt Lebensgeister. Und diese Kunst kann geübt werden, so wie Schuhe binden.
Von keinem Apostel ist überliefert, dass Jesus seine Gleichnisse vom Blatt abgelesen hätte. Er sandte – in Ermangelung von Emails und Social Media – seine Apostel jeweils einige Tage zuvor in die Orte, um seine Predigten anzukündigen. Ein kleiner Gedanke am Rande: Auch die Predigten des Papstes selbst werden nicht mehr durch berittene Boten in alle Welt getragen. Sie werden über Kameras gesendet, über Server verbreitet, über Leitungen übertragen. Niemand verlangt, dass er wieder mit Siegelwachs und Pergament arbeitet. Technik dient der Botschaft, sie ersetzt sie nicht. Der Papst fügte hinzu, dass es im Christentum nicht um das formale Aufsagen von Gebeten gehe, sondern um eine lebendige Beziehung zu Gott. Und was wäre lebendiger, als eine ohne Manuskript frei vorgetragene Predigt? Ich sehne mich danach.
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4 Kommentare
Und wenn der Priester einstdann mal wieder sagt: „…liebe Bürger, sie müssen diese oder jene Politnixe wählen, die dahinten aber auf gar keinen Fall, “ Dann tun das brave Glaubensschäfchen natürlich. Denn von der Kanzel gilt bekanntlich „Deus vult“ .
Gleiches erwarte ich auch von Politikern.
Hunderte Deutsche Einwohnern versammelten sich damals auf Plätzen und die Kirche schaute zu. ..Um johlend Beifall zu klatschen, wenn ihre Nachbarn (Juden) von Nazis aus den Häusern gezerrt, den Jüdinnen mitten in der Menge, auf einem Holzpodest als Vorführung… die Köpfe kahl geschoren wurden. Und am selben Tag plünderte man deren Wohnungen-Häuser…..Wo sind die Nachbarn hin gekommen? NATÜRLICH WAREN SIE NICHT DABEI!!!Wer es wissen wollte, der wusste es. Und jetzt: Steinmeiers Rede lach–lach-la… (Befreiung des Deutschen Volkes) klingt doch wie Opfer-Täter-Umkehr? Das Volk hat nichts verstanden….!
Hurra, das deutsche Volk hat den 2. Weltkrieg gewonnen. Das grossartige Deutsche Volk wählte Hitler, machte ihn, den „arbeitsscheuen Künstler (Maler)aus Braunau“ zum Helden!!!. Es geht um die Befreiung von sich selbst? Die Deutschen haben gekämpft auch nachdem die Niederlage bereits besiegelt war. Kadavergehorsam (Führer wir folgen dir…!!!) gehört leider auch zur deutschen Seele. Gewissermaßen sieht man das auch heute trotz mehreren Jahrzehnten in Demokratie wieder. Die Machthaber können machen und sagen was sie wollen“LÜGEN“, die Mehrheit glaubt ihnen ohne „NACHZUDENKEN“. (Gendefekt!!“
Verstehe nicht, warum die Aussage Leos negativ ausgelegt wird.
Überall heißts doch: schreibe & denke selbst, nutze die KI nur zur Prüfung.
Scheinbar hat der Papst das auch nicht ausgeschlossen, wenn er sagt, Reden nicht von der KI schreiben zu lassen.
Also wo ist das Problem? Niemand will mit dem Anruf-Roboter reden, wenn er ein Problem hat. Aber die Kirche soll zuerst Roboter beschäftigen?