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Pipeline-Sabotage: Traut man der Ukraine sowas nicht zu?

Pipeline-Sabotage: Traut man der Ukraine sowas nicht zu?

In einem Ansage!-Artikel vom September 2022 hielt ich eine gezielte Sprengung der Nord-Stream-Pipelines für wahrscheinlich – zu einem Zeitpunkt, als andere noch von einem „Unfall“ sprachen. Auch hielt ich den Anschlag durch angeheuerte Wracktaucher aus Litauen für wahrscheinlich, weil „sich die USA die Finger nicht schmutzig machen“ wollten. Inzwischen spricht vieles, sogar sehr vieles dafür, dass es doch die USA waren, die zuvor viele Schiffe im Rahmen der NATO-Großübung in der Ostsee hatten operieren ließen. Und je mehr Schiffe irgendwo unterwegs sind, desto eher kann sich eines von ihnen anderen Dingen widmen, als sie dem eigentlichen Manöver entsprechen. Wobei das Spektrum der „Übung“ hier alle Optionen eröffnet: „Zu den Übungsszenarien gehören unter anderem amphibische Operationen, Schießübungen, U-Boot-Abwehr, Luftverteidigung, Minenräumen und Kampfmittelbeseitigung. Bei BALTOPS 2022 werden auch robustere medizi-nische Einsatzszenarien trainiert, insbesondere das Bergen von Personen an Bord eines U-Boots.

Bekanntlich wird seit Neuestem ernsthaft ins Spiel gebracht, die Spuren des Anschlags wiesen in die Ukraine. Es solle sich um eine Operation mittels eines Segelschiffes mit sechs Mann und Sprengstoff an Bord gehandelt haben. Selbstverständlich ist bei einer solchen Meldung Vorsicht geboten: Schließlich wurde sie von öffentlich-rechtlichen Sendern und der “Zeit” ins Spiel gebracht; von Medien also, welche Selenskyj uneingeschränkt hochhalten und der ukrainischen Regierung so etwas niemals zutrauen oder zuschreiben möchten – auch, weil diese dazu gar nicht das Know-how hätte. Wirklich? Ukrainer, die im Krieg an Land erstaunliche Kampfkraft zeigen, sollen keine solche Kompetenz im Meer haben? Hat man vergessen, dass die Ukraine bis zur Krim-Annexion durch Russland 2014 immerhin über fast 1.000 Kilometer Schwarzmeerküste verfügte?

Es gibt durchaus das eine oder andere Indiz, das für die neuen Variante spricht. Vorab sollte man sich das nachfolgende das Interview eines Tauchlaien mit einem Mann namens “Alex” zu Gemüte führen, der sich nicht zu erkennen gibt und nur von hinten zu sehen ist:

Für ein Segelschiff spricht, dass es nicht so auffällig ist wie ein Spezialschiff. Gegen diese These wiederum spricht, dass es ist nicht wendig genug ist – auch wenn es, wie die meisten Segelschiffe, mit Motor unterwegs ist. Auch dümpeln Segelschiffe vor sich hin, wenn sie nicht unter Wind fahren, womit sie für eine solche Operation eigentlich ungeeignet sind; aber vielleicht wurden sie ja gerade deshalb eingesetzt, weil sie so unverdächtig erscheinen.

Zum Einwand im Interview, ein Segelschiff habe keinen Kran, keinen Sauerstoff und keine Druckkammer und wenig Personal an Bord gehabt: Ein 15-Meter-Segelschiff hat normalerweise heckseitig ein Beiboot an Bord, das mit einem Ausleger ins Wasser gelassen wird. Mit diesem lässt sich aber auch manch anderes Gerät ins Wasser hieven. Und Sauerstoff ist bei jeder Tauchausfahrt an Bord, der aber nicht für das Tauchen selbst verwendet wird, sondern nach Dekompressionsunfällen als erste Hilfe an Bord verabreicht wird. Druckkammern sind nicht an Bord von Tauchschiffen, sondern befinden sich in allen größeren Küstenstädten. Taucher mit Deko-Unfällen werden mit dem herbeigerufenen Hubschrauber knapp über dem Wasser in die Druckkammer geflogen, wo sie auf den Druck der Tauchtiefe hinunterkomprimiert werden, um den Dekompressionsprozess nachzuholen. Ich kenne so eine Druckkammer von innen – ohne selbst einen Tauchunfall gehabt zu haben.

Sprengung auch für Nichtmilitärs kein besonderes Problem

Die im Interview diskutierten Schwierigkeiten eines solchen Tauchmanövers treffen zwar zu, sie sind aber bei Marinetauchern dieselben wie für uns Sporttaucher: Auch letztere tauchen nicht mehr nur mit Pressluftflaschen (bis maximal 60 Meter Tiefe), sondern mit Nitrox, Kreislaufgeräten, Rebreather (m/eCCR), mit denen dann unter Verwendung von Trimix (Dreifachmischgas unter Herabsetzung des Sauerstoffanteils) bis zu 100 Meter tief getaucht werden kann, etwa beim Betauchen tief liegender Wracks. Ich kenne eine Handvoll Taucher, die dies mit diesen Geräten in meinem heimatlichen Baggersee (er ist immerhin 45 Meter tief) üben. Dass “nur wenige” auf der Welt all diese Verfahren beherrschen, ist völliger Nonsens.

Das Schwierigste an dem Unterfangen dürfte wohl das Auffinden der Pipeline in der dunkeltrüben Ostseebrühe. Ich war selbst in der Ostsee tauchen, bis auf nur 30 Meter Tiefe, und sah dort kaum noch die Hand vor der Maske. Erleichtert wird das Auffinden allerdings durch GPS-Ortung, das beim Wracktauchen Standard ist. Noch leichter zu orten ist eine linienförmige Pipeline, weil ja kein bestimmter Punkt gesprengt werden musste. Als DLRG-Rettungstaucher mussten wir ohne GPS für die Bergung exakte Punkte finden; nicht nur eine Linie. Das Deponieren des Sprengstoffes stellte sicher ebenfalls kein besonderes Problem dar, selbst wenn er nicht wie eine Haftmiene an die Pipeline gehängt werden konnte. Der Betonmantel zur Verhinderung des Auftriebs erforderte wohl nur ein paar Kilo Sprengstoff mehr. Und die Strömung in der Ostsee ist vernachlässigbar; sie kann beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) abgerufen werden und betrug im Spätsommer 2022 um die 5 Meter pro Minute; das praktisch nichts.

Etwas wie Hochverrat

Was hingegen stimmt: Man braucht sicher einen ganzen Tag für so einen Terroranschlag, wie es “Alex” im obigen Interview zu bedenken gab. Aber sollte das ernstlich ein Problem gewesen sein? Ich bleibe dabei: Der Anschlag auf unsere Gasversorgung erfolgte wohl im Auftrag der USA, er braucht aber nicht zwingend von einem militärischen Marineschiff aus durchgeführt worden zu sein. So etwas könnte auch beispielsweise der Litauische Wracktauchclub, dessen Mitglieder ich in Südfrankreich kennenlernte – erst recht mit möglicher logistischer Unterstützung der Ukraine oder gar begleitet von der CIA. “Focus” und “Wirtschaftskurier” stellten fünf mögliche “Terrorstaaten” vor, die für die Tat in Frage kommen – darunter auch Deutschland. Das ist natürlich Quatsch, dachte ich halb ironisch bei mir, denn Habeck hätte dem nur zugestimmt, wenn der Anschlag “klimaneutral” hätte durchgeführt werden können – sollte man meinen. Doch wurde ich eines Besseren belehrt: Die Europaabgeordnete Viola von Cramon-Taubadel bedankte sich auf dem Parteitag der Grünen im Oktober 2022 explizit bei Habeck, dass er Nord Stream, so wörtlich,  “endlich den Garaus gemacht” habe. Das ist kein Fake; hier das “Phoenix”-Video von Tag 2 des Parteitages (drittes Video von unten aufrufen, ab Minute 35:30). Nun wissen wir wenigstens, was Habeck in Norwegen und anderswo zu tun hatte…

Der Anschlag richtete sich gegen die deutsche Gasversorgung und würde, wäre Habeck informiert gewesen, so etwas wie Hochverrat bedeuten (nicht in jedem Land überlebt man einen solchen, in der “wertewestlichen” Ukraine etwa sicher nicht). Seien wir froh, dass die Pipeline nicht direkt dem russischen Staat gehört, sondern einem Konsortium! Denn der nachweisliche Angriff durch ein Land auf die staatliche Infrastruktur eines anderen Landes wäre laut dem russischen Außenminister Lawrow ein Kriegsgrund – wäre der Anschlag nicht ohnehin schon Teil des „Krieges, den wir gegen Russland führen“ (Baerbock). Es ist daher gut möglich, dass der wahre Urheber der Sabotage zu Lebzeiten nicht ermittelt wird – weil die USA das zu verhindern wissen werden. Und auch, weil Biden öffentlich ankündigt hatte, dass eine Gasversorgung Deutschland mittels Nord Stream bei einem russischen Angriff auf die Ukraine in jedem Fall sabotiert werde.

Dieser Artikel erscheint auch auf der Webseite des Autors.

11 Antworten

  1. Wir reden hier von 80m Tiefe und gut 2t Sprengstoff und Spezialisten. Zu dem sollte man beachten welchen Tiefgang die Segeljacht hat und welche Tiefen ein Gebiet hat, wo diese rumgedümpelt sind. Ansage sollte nicht auf die Ablenkung durch die Ukraine hereinfallen. Vor allem hat die Ukraine kein einzigen Vorteil aus dieser Sprengung, Norwegen und die USA um so mehr.

    1. Selbst die “Litauische Tieftauchergenossenschaft” weiß, daß ihr Land auf EU Subventionen angewiesen ist und es daher ein Eigentor wäre, dem größten Nettozahler die Energieversorgung zu demolieren.
      Norwegen hat Ölfelder vor seiner Haustüre und den USA geht das Wohlergehen Europas am Allerwertesten vorbei.
      Schweden weiß aufgrund der Untersuchung der Sprengstellen, wer die Übeltäter waren, hält aber dicht, weil sie in die NATO wollen und die USA nicht verprellen dürfen.
      Daß die deutsche Regierung sich bedeckt hält, dürfte daran liegen, daß man wohl mit eingeweiht war.

  2. Noch mehr Rumgeeier? Noch mehr Spekulationen? Das Ding ist doch gegessen! Der Täter ist identifiziert. Blos keiner traut es sich ihn beim Namen zu nennen. Alles was jetzt kommt ist unnütz.

  3. @ TRAUT MAN DER UKRAINE SOWAS NICHT ZU?
    technisch gibt es etliche NATO-Länder, die die Möglichkeit haben. England, Frankreich, USA, Deutschland, Norwegen, Schweden – im Grunde alle Anreiner!

    Das Problem ist die Politik :
    1. Ostsee während eines NATO-Manövers – das bedeutet, die Täter sind bekannt bei wichtigen Geheimdienstlern, Militärs und Politikern, auch dann, wenn nicht öffentlich darüber geredet wird
    2. damit wurden alle europäischen Länder geschädigt, nicht nur Deutschland
    3. der Täter hat sich damit den Unwillen aller europäischen Länder zugezogen – und zwar für Jahre

    Und da kenne ich nur eine Regierung, der ich zutraue, trotzdem die Pipelines gesprengt zu habe – und das traue ich nicht einmal den USA zu -da wären die ThinkTanks äußerst inkompetent und müßten ihre die Millionen zurückgeben!
    Nein – ich kenne nur eine Regierung, der die Sprengung vollständig in ihre Politik paßt und bereit ist, ihr Land politisch so negativ zu stellen!

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    1. Genauso, das ist genau deren Handschrift, die auch schon ein heruntergefahrenes AKW gesprengt haben, damit es ja keiner mehr hochfahren kann, die das mit modernen Kohlekraftwerken auch wollen und die ihre eigene Erdgasinfrastruktur in den Städten auch vernichten wollen.
      Die, die, wenn es um Ideologie geht, niemals Maß und Selbsterhaltungstrieb hatten.
      Die, die, wenn es um Ideologie geht, auch die gesamte Welt belehren und erpressen wollen und daher regelmäßig nicht nur Haß auf sich ziehen, sondern vor allem ihren stets vollständigen Untergang herbeiführen.

  4. Cui bono? Eigentlich ist es völlig egal, wer es war, denn es kommt den Politikern der Klimasekte sehr entgegen. Wie könnten sie sonst so einfach ihre durchgeknallte, verlogene, kriminelle, hirnrissige Klima-Bullshit-Politik – A21/2030 – durchziehen und Klaus Schwabs “Own nothing, be happy”? Das geht nur über extrem hohe Preise und brutale kommunistische Verknappung, Enteignung und totale Kontrolle. Die schlaffe Reaktion der Deutschen nach dem Anschlag zeigt, was das für eine verkommene Bande ist.
    Die gesamte Politik weltweit wird zentral von einer Macht dirigiert. Wir sind Live-Teilnehmer in einer riesigen Inszenierung. Anders war und ist der C-Betrug auch gar nicht möglich.

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  5. “Sprengung auch für Nichtmilitärs kein besonderes Problem…”

    Ist das jetzt der zweite Versuch, die Amerikaner aus der Schußlinie zu holen? Und wer kommt als nächstes? Bergsteiger, Brummifahrer, Starkstromelektriker oder Bademeister?

  6. und somit ist klar…
    deutscher bürger ist ein volldepp mit dem hang zum selbmorde, wenn gewünscht… oh ihr deppen…
    …….
    und Bundesverfassungsgericht zahlt 700.000 Euro für Imagepolitur
    Von Alexander Wallasch16. März 2023

    Die Kritik am höchsten deutschen Gericht reißt nicht ab, besteht doch seine Hauptaufgabe darin, die Grundrechte zu schützen. Das Bundesverfassungsgericht bemüht jetzt Werbeprofis für eine Imagekorrektur. Der Adler des Hauses wurde gleich ordentlich mit aufgespeckt.

  7. Kürzlich hat doch jemand hier sehr logisch die US-Version und etwa zeitgleich die deutsche Version auseinandergenommen und uns die Unmöglichkeit vor Augen geführt. Das heißt nicht, dass die deutsche Regierung, die Regierungen der Baltenstaaten, die Ukraine und die nordeuropäischen Staaten nicht Bescheid gewusst haben. Aber das Segelboot? Ich neige da eher zu dem, was kürzlich auf “Ansage” stand. Das passt im Ablauf besser.

  8. Ich möchte auf den in Russland lebenden Journalisten Thomas Röper aufmerksam machen, der schon 2022 Information von einen Whistleblower hatte, die den Bericht des Journalisten Seymour Hersh bestätigt:

    “Was ich schon 2022 von einem Whistleblower über die Nord-Stream-Sprengung erfahren habe”
    https://www.anti-spiegel.ru/2023/was-ein-whistleblower-mir-schon-im-2022-ueber-die-nord-stream-sprengung-mitgeteilt-hat/

    Hier noch der Artikel von Thomas Röper zum Bericht von Seymour Hersh:

    “Die Details werden bekannt: Wie die USA Nord Stream gesprengt haben”
    https://www.anti-spiegel.ru/2023/die-details-werden-bekannt-wie-die-usa-nord-stream-gesprengt-haben/

    Und hier noch ein Video mit Thomas Röper über diese Zusammenhänge:

    “Die Nordstream-Enthüllung – Tacheles Spezial”
    https://youtu.be/uOOA0MXMZmc

    Die Whistleblower von Seymour Hersh und Thomas Röper bestätigen einander.

    Damit ist man dem Zwei-Quellen-Prinzip schon näher.

    Es gibt auch ein Video zu der Thematik von Hansjörg Müller ( https://www.mueller-hansjoerg.bayern/impressum-adressen/ ):
    https://t.me/c/1779926441/1855

  9. Die Ukraine ist den Amis total wurscht, es geht darum, Europa und hier vor allem Deutschland als lästigen Konkurrenten auszuschalten. Das passiert schon, wie George Friedman offen zugibt, bereits die letzten 100 Jahre. Ein wirtschaftliche Verbindung Deutschland-Russland würden die wirtschaftlich nicht überleben. Die Ukraine wurde zum Anlass genommen, ist aber nicht der Grund https://exxpress.at/us-politiker-es-ist-uns-egal-wie-viele-ukrainer-sterben-wir-wollen-gewinnen/