Prämie abzocken, E-Auto ins Ausland verticken: Lachnummer Mobilitätswende

Schnelles Geld mit Elektroautos? (Foto:Imago)

Die deutsche Mobilitätswende erweist sich, wie auch die Energie-, Corona- oder Migrationspolitik, als Desaster: Der Kauf eines Elektroautos wird mit einem staatlichen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro gefördert. Die vorgeschriebene Haltedauer beträgt dabei sechs Monate. Und, welch Wunder: Viele Autohändler sind inzwischen dazu übergegangen, ihren Kunden das Fahrzeug nach Ablauf der sechsmonatigen Frist unter Abzug der Prämie zum ursprünglichen Preis wieder abzukaufen – und es dann gewinnbringend ins europäische Ausland weiterzuverscherbeln.

Stefan Bratzel, Automobilwirtschaftsprofessor und Direktor des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, schätzt, dass alleine in den ersten neun Monaten 2021 rund 29.260 nur für wenige Monate genutzte E-Autos auf diese Weise ins Ausland verkauft wurden. Obwohl zwischen Januar und September 236.695 reine Elektrofahrzeuge neu zugelassen worden seien, sei der Bestand an Elektroautos in Deutschland nur um 207.435 Fahrzeuge gestiegen. Das CAM schlussfolgert daher, dass „…der deutsche Staat die Elektromobilität im Ausland fördert.” Selbst konservativen Schätzungen zufolge dürften alleine im Jahr 2021 bis zu 240 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern für reine Elektrofahrzeuge „nicht zweckgemäß” verwendet worden sein, so Bratzel.

Vorhersehbarer Fördergeldmissbrauch

Es ist nicht Sinn der Förderung, dass geförderte Autos nach Ablauf der Mindesthaltedauer regelmäßig ins europäische Ausland weiterverkauft werden und dies zu einem Geschäftsmodell für Händler und Käufer wird”, teilt hierzu das Bundeswirtschaftsministerium mit. Würden in der Bundesregierung jedoch nicht nur welt- und praxisfremde Theoretiker herumfuhrwerken, wäre auch dieser absehbare Fördergeldmissbrauch von vornherein auszuschließen gewesen. Nun wird, wie so oft, „nachgebessert”: Die Mindesthaltedauer soll ab 2023 auf zwölf Monate verdoppelt werden.

Im von dem in jeder Hinsicht „grünen” Robert Habeck geführten Ministerium geht man anscheinend davon aus, dass der Wertverlust des Elektroautos nach einem Jahr zu groß ist, als dass sich ein Weiterverkauf ins Ausland noch lohnen würde. Wer sein E-Auto vor dieser Jahresfrist verkaufen will, muss die Prämie zurückerstatten. Trotzdem will man im Ministerium auch einen Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos ermöglichen – „um der E-Mobilität weiter zum Durchbruch zu verhelfen”, so Habecks Ministerium. Die neue Regelung lasse den Käufern „genug Flexibilität”, um ihr Fahrzeug im Inland zu verkaufen. Wenn sich die grünen Planwirtschaftsstrategen da mal nicht erneut täuschen…

4 Kommentare

  1. Also bis zu € 9.000,- ist eine Lachnummer – gegenüber Rabatten bei Barzahlung oder Tageszulassungen.

    Und in Betracht der Tatsache, dass inzwischen ü 80% der Fahrzeuge geleast werden

    dürfte die Argumentation einen ganz anderen Hintergrund haben.:

    – Die Kunden zu zwingen, den Schrott noch länger zu behalten !!!!!

  2. Kürzung der Fördermittel,für Weltverbesserer die sich diesen Scheissdreck leisten können auf kosten der Steuersklaven bleiben weiterhin gesponsort!
    Einfach nur Irre…

  3. Mein Taxiunternehmen für Dialysefahrten hat sich letztes Jahr eine E – Karre zugelegt. Innenausstattung ist ok, aber es war saukalt in dem Auto, es war Winter. Als ich den Fahrer darauf ansprach zeigte der auf den Kilometerstand, der noch gefahren werden kann. Dieser versprach noch 170 Km. Dann schaltete er die Heizung an und aus den 170 wurden ratz – fatz mal 110 Km. Bei einem längerem Stau auf der Autobahn, der ja auch mal kommen kann,also immer dran denken, Decken einzupacken !!

  4. Ist doch sinnvoll. Schließlich habe die Leute im Ausland ja auch den notwendigen Strom. Wir ja eher nicht.

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