Quarks, die Nandus unter den Fermionen

oder: Warum das Standardmodell der Elementarteilchenphysik (SM) eine Totgeburt ist

Mehr Glaube als Wissenschaft: Das Standardmodell der Teilchenphysik (Symbolbild:Pixabay)

Zur Verdeutlichung dessen, was über Jahrzehnte bis heute im Standardmodell zur Elementarteilchenphysik (SM) – teilweise versteckt hinter riesigen mathematischen Wänden – selbst für “gemeine” (Nicht-Teilchen-)Physiker unentdeckt blieb, sei einleitend eine Analogie bemüht: Man stelle sich eine Theorie über die Eigenschaften von Vögeln vor, von denen man anfangs nicht wusste, dass einige von ihnen nicht fliegen können (beispielsweise Kasuare oder Nandus). Früh wurde allen Vögeln – in diesem Fall sind sie unsere Theorieobjekte – im Modell die „intrinsische“ Eigenschaft des Fliegens angedichtet, weil es zum Denkmodell spezieller Vogeltheoretiker passen sollte. Also wurde postuliert: Alle Vögel können fliegen.

Doch Kasuare und Nandus woll(t)en wiederholt nachweislich einfach nicht (von selbst) fliegen. Was nun tun, wenn man unbedingt daran festhalten will, dass alle Vögel definitionsgemäß fliegen können, weil sonst das Denkmodell unbrauchbar würde? Ganz einfach: Man setzt die flugunfähigen Vögel einfach in ein Flugzeug – und siehe da: sie können im Ergebnis fliegen. Dieser offensichtliche, lächerliche (Selbst-)Betrug dürfte auch ohne ornithologische Spezialkenntnisse verständlich werden.

Psychologische Grundlage für eklatante, unentdeckte Falschansichten

Insbesondere im Bereich der Physik erwarten alle gut durchdachte, wiederholt bestätigte Sachverhalte. Es ist nicht leicht, einem normal konditionierten Menschen zu erklären, der zumindest im Kern einer Sache Vernunft, Logik, Konsistenz, Verstand und Verhältnismäßigkeit erwartet, dass dem oft nicht so ist. Nun, alle verbreiteten Standardmodelle – insbesondere wenn sie über längere Zeiträume Bestand haben – reflektieren Machtpositionen und Versorgungsstrukturen. Die Machthalter und Nutznießer werden alles tun, um diese Zustände aufrecht zu erhalten.

Dass eine oder andere gängige Narrativ der Wissenschaft muss und wird jedoch zwingend zeitnah wie eine Seifenblase zerplatzen. So etwas war schon immer der Fall; bei Corona musste die leidgeprüfte Bevölkerung gerade am eigenen Leib schmerzhaft erfahren, dass viele der sogenannten seriösen Expertenmeinungen, auf denen die Mainstream-Propaganda basierte, letztendlich nichts als Lügen waren. Im Sinne der Aufklärung ist dies zumindest ein guter Zeitpunkt, um in einem neuerlichen Anlauf auf Falschaussagen hinzuweisen, die in der Sache und in der Wirkung immense Konsequenzen beinhalten; dies sowohl für die populärwissenschaftlichen Falschsager selbst, aber auch für deren politisch-wissenschaftliche Initiatoren und perspektivisch sowie konstruktiv auch für ihre Kritiker.

Krise als Chance

Die folgenden Sachargumente zum SM sind ohne Übertreibung hochbrisant und eröffnen neue Perspektiven und Mitsprachemöglichkeiten. Denn die allgemeinverständlichen Ausführungen zu diesem basieren allesamt auf mehrfach verifizierten Versuchen und deren Ergebnissen, die von den Protagonisten des SM selbst durchgeführt wurden. Sie führen final zum SM-Ende, da benötigte Entitäten respektive deren intrinsische Eigenschaften fehlen. Ohne diese kollabiert das gesamte Denkmodellgebäude. Das hört sich zunächst einmal sicherlich hochtrabend und geradezu unglaublich an. Warum diese Irrlehre jedoch über Jahrzehnte bis heute Bestand haben konnte, soll nachfolgend verständlich beschrieben werden.

Theorien werden von ihren Autoren im Hinblick auf schon bekannte oder richtig vermutete, empirisch überprüfbare Phänomene entwickelt. Dass diese Phänomene sich dann wiederum aus den Theorien – zwar nicht immer sehr überzeugend –  ableiten lassen, ist wenig erstaunlich. Tatsache ist: Moderne Mathematik hat im Bereich der Theoretischen Grundlagenforschung die physikalische Anschauung fast komplett abgeschafft. Die grundsätzliche Wechselwirkung zwischen theoretischer Erwartung und Versuchsgestaltung ist aber insbesondere in der experimentellen Teilchenphysik sehr problematisch, da Experimentatoren und “ihre” Versuchsapparaturen meist einen komplexen Einfluss auf die Messung nehmen.

Soziologisches Wahrnehmungsproblem

Das angesiedelte soziologische Wahrnehmungsproblem besteht darin, dass hier, nach einfachem psychologischem Glaubens-Muster, diverse postulierte Theorieobjekte unterschiedlichster Art der mit allenfalls rudimentärem Wissen ausgestatteten Bevölkerung als einhundertprozentig realexistent sprichwörtlich “verkauft” werden – und das teils seit Jahrzehnten. In diesem Zusammenhang ist die etablierte Auffassung, dass theoretische Aspekte der Teilchenphysik und Kosmologie nur von Fachleuten bewertet werden könnten, diskussionswürdig. Jedwede erkenntnistheoretisch wertvolle, konsistente Theorie kann von intelligenten Menschen mit einem gewissen Grad an Vorbereitung verstanden werden. Doch es sind vielmehr die zeitgenössischen theoretischen Konzepte, denen es an formaler Logik fehlt. Jeder freie Parameter ist ein freier Parameter zuviel. Die beliebte Unart bereits vorhandene sekundäre Größen und Begriffe, durch weitere sekundäre Größen und Begriffe oder weiterer postulierter Substrukturierung vermeintlich zu erklären, führt unweigerlich in die Beliebigkeit. Fatalerweise avancierten aus erkenntnistheoretischer Sicht Differentialgeometrie- und Quantenfeld-Fantasien zu neuen Denkdogmen. Heute bestimmen nicht messbare postulierte Theorieobjekte, deren gewünschte mathematische Symmetrien und willküraffine Substrukturthesen das Denken der Theoretischen Grundlagenphysik.

Ein geschichtlicher Rückblick zeigt, dass Menschen, die auf Fehler aufmerksam machen, damit rechnen müssen, dass man ihnen über viele Jahre hinweg nicht glaubt, während die “Konsens-Wissenschaftler”, die im Rahmen bestehender Denkmodelle spektakuläre “Luftnummern” publizieren, honoriert und hofiert werden. Kritiker werden von der Masse als unliebsame Störer empfunden. Oder, um es mit den Worten Gustave le Bons zu sagen: “Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.

Zur Vorgeschichte…

Es war einmal…: Wo Euklid (er lebte wahrscheinlich im 3. Jahrhundert v. Chr.) noch nach plausibler Anschauung für mathematische Grundlagen suchte und somit eine interdisziplinäre Verbindung herstellte, die man als richtig oder falsch bewerten konnte, so stellt sich in der modernen Mathematik die auf Phänomenologie basierende Frage nach “richtig” oder “falsch” nicht. Euklids Definitionen sind explizit, sie verweisen auf außermathematische Objekte der „reinen Anschauung“ wie Punkte, Linien und Flächen. „Ein Punkt ist, was keine Breite hat. Eine Linie ist breitenlose Länge. Eine Fläche ist, was nur Länge und Breite hat.“ Als David Hilbert (1862 – 1943) im 20. Jahrhundert erneut die Geometrie axiomatisierte, verwendete er ausschließlich implizite Definitionen. Die Objekte der Geometrie hießen zwar weiterhin „Punkte“ und „Geraden“ doch sie waren lediglich Elemente nicht weiter explizierter Mengen. Angeblich soll Hilbert gesagt haben, dass man jederzeit anstelle von Punkten und Geraden auch von Tischen und Stühlen reden könnte, ohne dass die rein logische Beziehung zwischen diesen Objekten gestört wäre.

Anfang des 20.Jahrhunderts waren im Bereich der Modell-Physik Max Planck und Albert Einstein die “Aktivisten” radikal neuen Denkens, wobei Planck im Vergleich zu Einstein in Bezug auf grundsätzliche Denkmodell-Erwartungen als “plausibilitätssuchend” und “konservativ” zu verstehen ist. Planck und Einstein waren zeitlebens aber auch ihre (eigenen) größten Kritiker. Doch ihre Kritik, die sich darin begründete, dass – plakativ formuliert – keine ausreichende Phänomenologie zur verwendeten Mathematik existiert(e), wurde von den akademischen Zeitgenossen und akademischen Nachfolgern ergebnisorientiert ignoriert. Werner Heisenberg, Wolfgang Pauli, Paul Dirac, Julian Schwinger, Richard Feynman und Denkverwandte waren im Zuge indeterministischer Quantisierungsfantasien letztendlich von ihrem “mathematischen” Zauber so sehr berauscht, dass sie generell fehlende Phänomenologie durch bloße Rechenvorschriften ersetzten.

Konkrete Fragestellung zwingend benötigt

Daraus resultiert(e) ein mächtiges Problem: Die Verselbständigung „moderner“ mathematischer Abstraktionen führt nachweislich zu beliebigen Phantasiekonstrukten in der Theoretischen Physik. Und die damit einhergehende Einschränkung des Blickwinkels erschwert es zunehmend, wichtige Fragen nach den kausalen Zusammenhängen zu klären, ohne welche die naturwissenschaftliche Forschung selbstgenügend zur irrelevanten Tätigkeit verkommt. Des Weiteren: Ein Experiment braucht zu seiner Konzeption eine konkrete Fragestellung. Ist die Fragestellung das Ergebnis eines mathematischen Formalismus so ist das Versuchsergebnis entsprechend theoriebeladen.

Wenn dann noch, wie im Rahmen der Standardmodelle üblich, die messbaren Ergebnisse vorselektiert und nur indirekt mit den postulierten Theorieobjekten „verbunden“ sind, sind der Beliebigkeit der Interpretationen keine Grenzen mehr gesetzt. Zur Erinnerung: Auch die Epizykeltheorie als “frühes Standardmodell” scheiterte nicht an der verwendeten Mathematik (die war stets richtig), sondern letztendlich an der phänomenologisch anschaulichen Nicht-Geozentrik.

Quarks sind keine Fermionen

Ein Denkmodell lässt sich nur im Rahmen der denkmodell-inhärenten Postulate widerlegen. Kritik von außen respektive außerhalb des Denkmodells mag argumentativ nachvollziehbar und plausibel sein, reicht aber nicht aus, um das Denkmodell als solches zwingend zu widerlegen. Im Folgenden scheitert das Denkmodell – hier: SM – also an den eigenen Forderungen und Versuchsergebnissen.

Der Sachverhalt muß glücklicherweise nicht im Detail fachlich vertieft werden. Denn es lässt sich leicht aufzeigen, dass aus übergeordneten, rational logischen Gründen die SM-These, dass die Denkmodell postulierten Quarks Fermionen seien und dementsprechend einen halbzahligen Spinwert besitzen, eindeutig widerlegt ist (und zwar im Rahmen des SM selbst – weil entsprechende SM-induzierte Versuche existieren, die dies aussagen und die Folgeargumentationen der Denkmodellbauer das Schicksal des SM somit inhärent selbst besiegeln.

Schwierige Rahmenbedingungen

Wir haben damit eine konkrete Situation, die äußerst schwer zu „verkraften“ und psychologisch zunächst einmal nahezu unlösbar ist, weil sich niemand vorstellen kann, dass eine tragende Hypothese eines über Jahrzehnte etablierten Denkmodells nachweislich falsch ist und als solche nie korrigiert wurde. Zigtausende, gut ausgebildete Wissenschaftler über mehrere Generationen leben und arbeiten mit einer gravierenden Falschaussage – ist das möglich? Insbesondere Laien aber auch Physiker, die nicht mit dem Formalismus des SM vertraut sind, können sich dies schlicht nicht vorstellen. Man unterstellt dem kritischen Betrachter, der auf die nachweisbaren Zusammenhänge aufmerksam macht, dass dieser etwas übersehen haben muss, emotional begünstigt durch den Umstand, dass man ja selbst nicht über die nötige mathematisch-formale Sachkenntnis verfügt. Aus Sicht realitätssuchender Aufklärer sind dies äußerst schwierige Randbedingungen.

Und dennoch: Ich möchte diesen historischen Moment etwas spannender gestalten und erst einmal Klaus Gebler zu den menschlichen Aspekten der SM-Katastrophe zitieren: “Auf dem Gipfel der Macht und der Anerkennung werden Menschen plötzlich gesprächig, kokettieren mit ihren Tricks und kleinen Mogeleien, spötteln über Ethik und Moral und brüsten sich ihrer Fähigkeit, ein ganz spezielles persönliches Interesse mit Hilfe von Manipulation und geschickter Propaganda durchgesetzt zu haben. Manche Vermutung über das wahre Wesen eines erfolgreichen Menschen findet durch derart eitle Selbstenthüllung ihre Bestätigung, vermag aber keineswegs die Machtposition des Menschen zu erschüttern. Etabliert ist etabliert.” So steht es in dem Buch “Als der Urknall Mode war – Erinnerungen an ein kurioses Weltmodell” von 2005.

Das Ende des SM – aus analytischer Sicht ein “No Brainer”

Die erste Annahme war – bedingt durch die theoretischen Vorgaben Mitte der 1960er Jahre – , dass sich im Bild des SM der postulierte Protonenspin zu 100 Prozent aus den Spinanteilen der Quarks zusammensetzte. Diese Annahme wurde 1988 bei den EMC-Experimenten jedoch nicht bestätigt; ganz im Gegenteil: Hier wurden sehr viel kleinere, sogar mit Null verträgliche Anteile gemessen (∆∑ = 0.12 ± 0.17 European Muon Collaboration). Die Quark-These von fermionischen Spin-½-Teilchen wurde experimentell damit also nicht bestätigt. Hier hätte man aus wissenschaftlicher Sicht die “Quark-Idee” – experimentell basiert – argumentativ überprüfen müssen. Man kann diesen verpassten (möglichen) Wendepunkt gar nicht genug strapazieren.

Dass dies nicht geschah, ist psychologisch insofern leicht verständlich, als das SM Ende der 1980er Jahre bereits mehr als 20 Jahre existierte. Zum Verständnis: Das in den 1960er Jahren von Richard Feynman entwickelte Quark-Parton-Modell (QPM) beschreibt Nukleonen als Zusammensetzung grundlegender punktförmiger Bauteile, die Feynman “Partonen” nannte. Diese Bauteile wurden daraufhin mit den wenige Jahre zuvor gleichzeitig von Gell-Mann und Zweig postulierten Quarks identifiziert. Man hoffte also Ende der 1980er Jahre darauf, dass es zukünftig Experimente geben würde, die den halbzahligen Spin der Quarks bestätigen. Eine Abkehr von der Hypothese, dass Quarks Fermionen sind, hätte zu diesem Zeitpunkt bereits das Ende des SM bedeutet.

Leere Gedankenexperimente

Wie auch immer: Weitere Versuche bestätigten, dass sich keine intrinsischen Spinanteile der Quarks nachweisen ließen. Bedeutet: Mehrere Jahrzehnte Mono-Denkmodellforschung waren unbrauchbar geworden. Doch dann passierte etwas phänomenologisch „Merkwürdiges“. Die SM-Protagonisten brachten neue plötzlich Theorieelemente ins Spiel; merkwürdig nämlich in dem Sinne, dass mit dieser Idee Quarks als Träger eines intrinsischen Spinbeitrages bei genauer Betrachtung gedanklich bereits abgeschafft wurden!

Spielen wir der Form halber kurz in diesen überflüssigen, sinnleeren Gedanken-Experimenten mit: Zur großen Überraschung stellt(e) sich experimentell heraus, dass auch die Annahme, dass die ins Leben gerufenen Gluonen zum Protonenspin beitragen, nicht das gewünschte Ergebnis lieferten. Das bedeutet: Auch Quarks in Kombination mit Gluonen ergeben nicht den Protonenspin. In der dritten Theorie-Fassung sollen Quarks, Gluonen und deren dynamisch-relativistische Bahndrehimpulse (was diese auch immer bei postuliert dimensionslosen Theorieobjekten darstellen sollen) im Ergebnis „fein säuberlich“ den Protonenspin ausmachen.

Kein Falsifizieren aus Sicht der SM-Gläubigen

Bei genauer Betrachtung besitzt diese zweite Nachkorrektur den “Vorteil”, dass das Ergebnis im Rahmen der Gitter-Eichfeld-Theorie und Konstrukten, wie “Pionenwolken“, rein algorithmisch in Großrechner-Anlagen “errechnet” wird und aus Sicht der SM-Gläubigen nicht falsifiziert werden kann. Es wird also so lange “kombiniert”, bis das gewünschte Ergebnis iterativ vorliegt. Aber hier kommt das riesengroße, übermächtige, logisch rational begründete sowie SM-Theorieobjekt-inhärente “Aber”: Diese Maßnahmen rechtfertigten offensichtlich keine Klassifizierung der Quarks als Fermionen. Denn egal wie konstruiert das asymmetrische Ensemble aus nicht beobachtbaren postulierten Theorieobjekten und Wechselwirkungen auch immer annonciert wird, die Quarks selbst werden dadurch nicht zu Spin-½-Teilchen-Entitäten. Das ist in einer leichter verständlichen Analogie so wie im eingangs beschriebenen Vogel-Beispiel..

Das Fazit ist so unfassbar wie dennoch wahr: Das SM war respektive ist eine Totgeburt. Es hat sich selbst entsorgt. Dieser Umstand ist skandalös und extrem peinlich für die SM-Protagonisten. Gemäß dem Credo “Wissen ist ein Privileg. Die Weitergabe eine Pflicht” haben Wissende und Wissens-“Informierte” hier gute Chancen, auf einen Schlag argumentativ zweifelsfrei zu agieren, insbesondere ohne auf mathematisch-formale Details eingehen zu müssen. Eine bedeutungsvolle Erkenntnis ist, dass man sich den immensen theoretischen und experimentellen Aufwand spätestens seit Ende der 1980er Jahre bis heute hätte sparen können. Wir reden hier von mehreren Zehntausend Wissenschaftlern, deren materiellem Verdienst, von einer beispiellosen Kapazitätsverschwendung und Milliardenbeträgen, die unter anderem für alle möglichen Beschleuniger ausgegeben wurden. Wir reden zudem von der uns bekannten größten physikalischen und naturphilosophischen Erkenntniskatastrophe schlechthin.

Ausblick

Es ist alles andere als trivial, Raum und Zeit als physikalische “Gegenstände” zu betrachten. Raum und Zeit sind primär “Ordnungsmuster des Verstandes“. Um aus diesen Ordnungsmustern Physik zu “erhalten”, bedarf es zwingend einer phänomenologischen Betrachtung und Erklärung. Wenn Physiker also glauben, physikalische Grundgleichungen gingen den physikalischen Phänomenen voraus, oder die Realität setze sich aus mathematischen Formeln zusammen, begehen sie denselben Fehler wie Platon, der die Realität aus den Begriffen statt die Begriffe aus der Realität ableitete.

Die “Zersplitterung der Materie” als Selbstzweck mathematischer Theorien und die zwangsläufige Zunahme irrelevanten Wissens, insbesondere in Form von unbeständigen virtuellen Teilchen, ist mittlerweile etabliertes Standarddenken. Statt in Vereinfachung mündet dieses formale Postulieren und “Theorie-Verfeinern” offensichtlich nicht im Erkenntniszuwachs, sondern in wissenschaftlicher Beliebigkeit. Die jetzige, auf Mathematik basierende, realobjekt-befreite Grundlagen-Physik bedarf dringend einer naturphilosophisch orientierten Reglementierung. Hier ist wieder aktuell Karl Popper aus seiner “Logik der Forschung” zu zitieren: “Unsere Untersuchung lässt erkennen, dass selbst nahe liegende Zusammenhänge übersehen werden können, wenn uns immer wieder eingehämmert wird, dass das Suchen nach solchen Zusammenhängen ‘sinnlos’ sei.“ Und schon Ernst Mach bemerkte: „Wer Mathematik treibt, den kann zuweilen das unbehagliche Gefühl überkommen, als ob seine Wissenschaft, ja sein Schreibstift, ihn selbst an Klugheit überträfe, ein Eindruck, dessen selbst der große Euler nach seinem Geständnisse sich nicht immer erwehren konnte.

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11 Kommentare

  1. Ich bin Dr. techn. und habe in Kernphysik promoviert. Dennoch fällt es mir schwer, diese Aussagen zu beurteilen. Am Anfang meines Studiums sprach der Professor für Experimentalphysik: “Manche behaupten, es gäbe sogenannte Quarks mit einem oder zwei Drittel der Elementarladung – so ein Blödsinn!” Aber dann wurde diese Physik Stand des Wissens, und ich habe sie unterrichtet.
    Dennoch gilt: Das letzte Wort hat das Experiment. Krampfhaftes Agumentieren, mit Mathematik oder mit Computermodellen, das nicht an der Realität geprüft wird, ist keine Wissenschaft.
    Da fällt mir der atmosphärische Treibhauseffekt ein. Gibt es nicht, sagen renommierte Physiker, widerspricht dem 2. HS der Thermodynamik. Blödsinn, sagen andere renommierte Physiker, gibt es doch. Beide argumentieren mit Physik und viel Mathamatik. Ich habe mich durch Konvolute durchgearbeitet und war nachher nicht wirklich klüger.
    Der wissenschaftliche Diskurs zum Ziele der Falsifikation ist unerlässlich. Doch er muss gänzlich unvoreingenommen geführt werden. Der echte Wissenschaftler ist der größte Zweifler an seiner eigenen Hypothese. Wer nicht seine eigene Hypothese kritisch beäugt und ruft: “Widerlegt mich!”, wer sich in die eigene Hypothese verliebt, betreibt Voodoo, nicht Wissenschaft. Experiment!
    Wenn wir die Natur befragen, sagt sie meistens nein, machmal vielleicht, doch niemals ja.

    • “Da fällt mir der atmosphärische Treibhauseffekt ein.”

      Den kann es nicht geben, da die Erde ein nach allen Seiten offenes System ist. Wir leben weder in einem Auto, noch ein einem Treibhaus, denn beides sind geschlossene Systeme.

      Fakt ist, dass es im Laufe der Zeit (Milliarden von Jahren) es immer kälter auf Erden geworden ist.
      Eiszeiten sind die Regel, nicht mehr die Ausnahmen.

      Wir alle, wirklich war alle, sollten heilfroh sein, dass wir in einer relativen Warmzeit leben dürfen. Wir sollten froh sein, dass der CO2 Gehalt steigt, denn das bedeutet mehr Nahrung, mehr grüne Biomasse, weniger Wüsten. Die Menschheit hat die 8 Mrd. überschritten, die müssen alle ernährt werden.
      Wenn die Eiszeit zurückkommt (die ja nur pausiert oder besser sich abgeschwächt hat) beginnt das große Sterben. Völkerwanderungen ungeahnten Ausmaßes, Kriege, Seuchen, Tot.

      Wer Kälte favorisiert, der hat in meinen Augen einen Sockenschuss und ein Feind der Menschheit.

  2. Danke, endlich nach Jahren wieder was richtiges zum knabbern, ohne sich ständig mit durchgeknallten Politikern (hüben wie drüben), gedanklich auseinander setzen zu müssen.
    Denken macht Spass, ‘alternativlos’ vorauszusetzen, gesellschaftlich und moralisch in Sackgassen oder …

  3. Dies ist ein saudummer und idiotischer Artikel.

    Man fragt sich, weshalb ein solcher Artikel in einem politischen Blog erscheint. Es wäre angebracht gewesen, daß der Autor sich vorgestellt hätte. Man hätte feststellen können, ob fachlich kompetente Aussagen überhaupt zu erwarten gewesen wären. Des weiteren hätte er das Standardmodell der Elementarteilchenphysik erst einmal dem allgemeinen Publikum erläutern müssen. Nichts von alledem.

    Kurzum: Der Autor hat mit Sicherheit keine Ahnung von Physik und Mathematik –
    insbesondere auch nicht vom Standardmodell der Elementarteilchenphysik.

    Wenn ich die Absicht hätte, den Ruf von “Ansage” zu ruinieren, würde ich versuchen
    solche Artikel unterzubringen.

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  4. Vielen Dank an Dirk Freyling und ansage.org; mir gefällt die phänomenologisch unbestimmte Bindungsenergie am besten; ich warte jetzt noch auf den Radius des Universums, der aus dem Auflösungsvermögen von Instrumenten und dem Talent zur Mustererkennung im Signalrauschen besteht.

  5. Das Thema ist mir (viel) zu hoch, weil ich kein Atomphysiker bin.
    Aber eines ist fast jedermann klar: “Wissenschaftler” hängen manchmal bis oft traditionellen Denkmustern und falschen Erkenntnissen an. Parade-Beispiel: Semmelweis.
    Dagegen hielten sich falsche Vorstellungen sehr hartnäckig (“die Erde ist eine Scheibe”)

    Und das alles unter “Wissenschaftlern”. Kein Wunder, das man heute mit Propagandamethoden “dem Volk” absolut jeden Blödsinn einhämmern kann (Klima, Corona…) Egal wie sichtbar die Fehler und Fakten der Darstellung sind.

  6. ZITAT: „Wer Mathematik treibt, den kann zuweilen das unbehagliche Gefühl überkommen, als ob seine Wissenschaft, ja sein Schreibstift, ihn selbst an Klugheit überträfe, ein Eindruck, dessen selbst der große Euler nach seinem Geständnisse sich nicht immer erwehren konnte.“

    Also geht der nächste Nobelpreis in Physik an eine Gruppe von Kugelschreibern, und die Herren Wissenschaftler denken erstmal gründlich nach, bevor sie wieder etwas postulieren.

  7. Nach meinem Gefühl (ich bin kein Wissenschaftler) verhält es sich mit der Theorie vom menschengemachten Klimawandel genau so um eine unbewiesene und unwissenschaftliche Irrlehre.
    Nur hier treffen die politischen Konsequenzen jeden einzelnen von uns!

  8. Die Konjektur im “Ausblick”:
    “Wenn Physiker also glauben, physikalische Grundgleichungen gingen den physikalischen Phänomenen voraus, oder die Realität setze sich aus mathematischen Formeln zusammen, begehen sie denselben Fehler wie Platon, der die Realität aus den Begriffen statt die Begriffe aus der Realität ableitete”
    widerlegt keine Theorie, solange deren einleitende “Wenn…”-Klausel nicht erfüllt ist.
    Meiner beschränkten Einsicht zufolge “glauben” Physiker nicht (Glaube ist eher Métier von Religionen etc.), sondern versuchen, mittels mathematischer Methoden Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge darzustellen und anschließend nach Kräften experimentell zu widerlegen. Daß sie damit noch nicht bei der Weltformel angelangt sind, heißt also noch nicht zwingend, daß sie auf dem Holzweg sind. Die Stringtheorie scheint dabei eher ein versatiler Baukasten von Formalismen zu sein, aber davon verstehe ich nicht viel. Daß ihre “Community” bei CERN so eine Art Fangemeinde der Stringtheorie bildet, scheint eher ein gruppendynamisches Phänomen zu sein. Schon Planck wußte, daß überholte Theorien erst mit denen aussterben, die sie vertreten haben, nicht damit, daß diese konvertierten.

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