Querdenker und Putinisten: Das Böse unter der Sonne

(Symbolbild:Pixabay)

Eine Studie der Universität Erfurt soll herausgefunden haben, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Impfstatus einer Person und ihrer Haltung zum Ukraine-Konflikt gibt. Dies berichtete vor einigen Tagen die „Thüringer Allgemeine”. Was für ein strategischer Vorteil für das Gesundheitsministerium! Karl Lauterbach muss nun nicht mehr mühsam Impfausweise prüfen lassen, es reicht der Bestellverlauf bei Amazon: Hat man dort ausreichend Ukraine-Merchandise erworben, so ersetzt das künftig den gelben Ausweis. Ab zehn Fähnchen gilt man als grundimmunisiert, wer darüber hinaus noch eine Familienpackung „FCK PTN”-Aufkleber erwirbt, ist geboostert. Noch ein Papp-Aufsteller aus dem Selenskij-Fanshop mit dem Helden im adretten Armee-Shirt ins Wohnzimmer gestellt, dann kann einem Corona nichts mehr anhaben. Genial!

Oder vielleicht doch nicht? Denn Querdenker sind ja allesamt potentielle politische Kriminelle, meint der Verfassungsschutz. So etwas wie eine Anti-Impf-RAF – nur nicht in Rot, was noch erschwerend hinzukommt. Denn Querdenker verhalten sich – und das muss man sich in einer Demokratie erst einmal auf der Zunge zergehen lassen – jedenfalls „staatskritisch”, laut Bundeskriminalamt:

(Screenshot:Twitter)

Ein anständiger Revolutionär darf aber lediglich „kapitalismuskritisch“ denken, ab und an mal ein Auto anzünden und „ACAB“ an die Wand schmieren. Die Wortwahl fällt schon deshalb auf, weil der Vorwurf sonst „Verfassungsfeind” lautet; das Vorzeigen besagter Verfassung allerdings, man nennt sie in Deutschland „Grundgesetz”, wurde Querdenkern bei Demonstrationen schon außerordentlich übel genommen. Ein Merkmal von Staatsfeindlichkeit scheint es also zu sein, den Staat ab und an daran zu erinnern, dass auch für ihn Einschränkungen gelten – und er von den sogenannten „Grundrechten“ die Finger zu lassen hat.

Nun sind die Querdenker – wie jede große Bürgerbewegung – ein buntes Völkchen. In diesem Völkchen ist man rasch willkommen, weil der Gedanke, endlich andere Menschen gefunden zu haben, mit denen man noch offen reden kann, einfach zusammenschweißt. Schließlich prasselten auf Maßnahmen- und Impfkritiker eine Menge Beschimpfungen herab: Asozial zu sein, war noch eine der milderen davon, auch von „Terror“ und „Geiselnahme” war die Rede. Ein breites Spektrum von Bürgern wird den Querdenkern zugerechnet, vom erfahrenen Hausarzt, der offen über seine Erfahrungen spricht bis zum Esoteriker und „Die Rothschilds sind an allem schuld”-Spinner. Auch der Verfassungsschutz weiß um diese Dynamik, denn zum einen werden von außen jegliche kritischen Meinungen der Querdenkerszene zugeordnet, darüber hinaus ist es unmöglich, in einer so großen Gruppe jeden einzelnen einer Gesinnungsprüfung zu unterziehen. Gerade weil der Umgang mit der Szene so aggressiv ist, rückt man zusammen.

Allergie auf Davidsterne

Im Übrigen erwies sich die deutsche Öffentlichkeit als weitaus weniger penibel, als es um die „#unteilbar”-Demos gegen Fremdenfeindlichkeit ging. Dort wurde von arabischen Gruppen ungeniert gegen Israel gehetzt, dem jüdischen Staat offen mit Vernichtung gedroht. In Bremen griffen Linke gar israelische Studenten an, die sich mit ihrer Flagge an einer Demo beteiligen wollten. Wie üblich blieb die Empörung aus, denn es ging schließlich um „das Gute”. Ob sich Nancy Faeser – meine „Lieblingsministerin” – eventuell deshalb einmal wieder an den Impfsternen abgearbeitet hat? Vielleicht reagiert sie als Freundin des „Antifaschismus“ generell allergisch auf Davidsterne und es geht ihr gar nicht um die Gedenkkultur. Schließlich greift in Deutschland auch niemand ein, wenn Fahnen mit dem selbigen verbrannt werden.

Im politisch korrekten Deutschland sitzt man wirklich in der Patsche, wenn man nicht wie ein Fisch im Schwarm jede Drehung und Wendung mitmacht. Was tut man also, wenn man eine Meinung hat, die im Schwarm nicht gerne gesehen ist? Will man als „Lonesome Cowboy” durch die deutsche Prärie reiten und sein Schicksal abends am Lagerfeuer mit Gitarrenbegleitung besingen? Oder sich in eine einsame Berghütte vor der furchtbaren Menschheit zurückziehen? Da sich die meisten Menschen gerne mit anderen unterhalten – schon um ihre Meinung an den Mann zu bringen – ist das keine Dauerlösung. Man schließt sich also einem anderen Schwarm an, in dem es lockerer zugeht. Doch während wir den geschätzt 90-prozentigen Anteil an vernünftigen Gleichgesinnten sehen, lauern oben auf dem Kaktus die politisch Korrekten wie hungrige Geier auf Beute. Irgendwo im Getümmel wird sich ein Teilnehmer finden, der ein T-Shirt mit dem Konterfei von Putin oder Attila Hildmann trägt – da derjenige aber nicht sofort mit faulen Eiern beworfen wird, steht fest, dass die Menge mit ihm sympathisiert, selbst wenn sie ihn gar nicht bemerkt hat.

Von einer Schublade in die nächste

Es wird sofortige Distanzierung erwartet. Und spätestens jetzt gerät der Nachdenkliche im Schwarm in ein fürchterliches Dilemma: Denn eigentlich sollte Schluss sein mit dem Distanzieren, da es uns oft gegen unsere Überzeugung abverlangt und selbst innerhalb der Partei, deren Namen nicht genannt werden darf, ausgiebig praktiziert wird – was auf Außenstehende eher abschreckend wirkt. Die sind sich noch nicht einmal selbst einig, diese Schurken! Da steht man nun mit seiner Meinung, die irgendwo in der Mitte zwischen den Extremen liegt. Man hält weder Putin noch Selenskij für das Gelbe vom Ei, glaubt nicht an eine Weltverschwörung, sehr wohl aber an Machtmissbrauch in der Corona-Krise und schätzt die Masseneinwanderung seit 2015 als hochgefährlich ein, aber hasst deshalb nicht jeden Ausländer (schon gar nicht den Dönerhändler seines Vertrauens). Es liegt durchaus eine Gefahr darin, nun – wie in linken Kreisen auch – von der einen Schublade in die nächste zu fallen und wieder zu schweigen. Dann sollte man sich tatsächlich fragen, ob man nicht doch einmal das Risiko eingehen muss, auch im neuen Schwarm hin und wieder anzuecken, um sich selbst treu zu bleiben. Leicht ist das nicht.

Allerdings ist genau das Teil eines normalen Alltags. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Arbeitsplatz gehabt zu haben, an dem es nicht den Einen oder Anderen gab, mit dem man sich ständig in der Wolle hatte. Man kündigt nicht gleich seinem kompletten Verein oder der Familie die Freundschaft auf, nur weil dort ein einzelner Idiot sein Unwesen treibt. Nur wenn die Stimmung vollkommen unerträglich wird, zieht man weiter und leckt seine Wunden oder schämt sich gar ein wenig für das lange Erdulden. Der Begriff „Querdenker”, bis vor Corona durchaus positiv konnotiert, hört sich für meine Ohren aber immer noch sympathischer an als „Ja-Sager” oder „Konformist”. Mittlerweile können es sehr viele von uns recht gut ertragen, als „Staatsfeind Nr. 1” angesehen zu werden. Wir selbst wissen, was das für ein Blödsinn ist!

8 Kommentare

  1. Das politisch, medial unterstellte kritische Staatsverständnis von Querdenkern, Nichtgeimpften, politische
    Kritikern, alle Nichtregierung Konforme Demonstranten sind für die lupenreine BRD-Demokratie höchst ver-
    dächtig , verfassungsfeindlich zu sein u. bedürfen einer Staatl. Sonderbehandlung ! Das Verhalten dreier Affen: “ Nichts hören, nichts sagen, nichts sehen “ scheint das demokratische, gewünschte unverdächtige
    Staatl. Vorbild für die dt. Bevölkerung zu sein !!!

  2. Selbstverständlich bin ich ein Staatsfeind, da bin ich auch stolz drauf!
    Staaten haben nichts anderes hervorgebracht, als Leichenberge. Immer erzeugt durch Staatsgläubige, Gehorsame. Regierungen glauben, gehorsam und „vorbildlich“ sein, sind also schädliche Neigungen, nichts anderes!
    Wie könnte ich von soetwas kein Feind sein?
    Staat = Feind, Schirmmütze = Todfeind!
    Und selbstverständlich bin ich ungesumpft und ungeplästert, lieber Schimpfe, statt Impfe. Lieber Aluhut, als Impf im Blut!
    Was im Übrigen ein Darmparasit irgendeiner staatlich kriminellen Schlägerbande über mich denkt, ist mir nur in sofern wichtig, als daß es nichts Lobendes sein darf, dann hätte ich etwas falsch gemacht!

  3. So weit ist mittlerweile die Bevölkerung verblödet, dass Menschen, die mit dem Kurs der Politnieten und Journaille nicht einverstanden sind, als Demokratiefeinde angesehen werden. Die wissen gar nicht, was eine Demokratie ist, denn nicht das Anpassen an den Mainstream ist Demokratie, sondern auch ein gesundes Misstrauen denen gegenüber und eine gegenteilige Meinung gehört vor allem zur Demokratie. https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_92170404/wut-im-ahrtal-flutopfer-demonstrieren-gegen-behoerden.html

  4. Der o.g. Studie stimme ich zu. Sie hat die Phänomäne untersucht. Ist aber nicht zur Ursache vorgedrungen, die ich darin sehe, dass ich den Altmedien keinerlei Glauben mehr schenke. Diese Lumpen-Journalisten täuschen, lügen, verzerren und verschweigen, ganz gleich in welchem Genre.

    Dabei geht es nicht darum, andere Meinungen abzulehnen. Aber es ist nun mal so: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.“

  5. Tja das ist die Freiheit der Andersdenkenden von der schon Rosa Luxemburg redete. Sie nennen sich heute nur Querdenker
    , Verschwörungstheoretiker und Putinisten. Es gibt halt nur noch Gut und Böse. Das allein ist schon Ausdruck das dieses Gesellschaftssystem an sich selbst schwer erkrankt ist. Wer für bedingungslosen Frieden ist, ist ein Putinist. So einfach ist das. Also ist Putin ein Friedensstifter. Das wäre doch die einzige logische Antwort, oder? Ich sehe das in dieser kapitalistischen regierten Welt aber etwas anders und bleibe trotzdem dabei: “ Schwerter zu Pflugscharen“, ist die einzige wirkliche Friedenslösung alles andere heißt Krieg. Und darauf zielt die USA Politik in Europa ab. Nur ein schwaches Europa ist ein kontrollierbares Europa und nur ein zerstückeltes Russland ist es auch. Doch die Mehrheit schweigt. Ich erinnere mich hier gerne auch der Puhdys mit dem Song „Das Buch“ Wir sollten mal darüber reden wie sinnvoll es wäre den Zielen dieses Buches zu folgen.

  6. Wenn ich ein Verschwörungstheoretiker wäre:
    Hat der Chef-Stratege von Klaus Schwab die Menschen nicht als „hackable“ (Sie können gehackt werden wie jeder PC) bezeichnet?
    Wenn wir das zusammen nehmen mit der Verschwörungstheorie, dass die mRNA Gen-Therapien eine Kohlenstoff-Struktur mit Funkempfang im Menschen erbauen, dann sind wir doch bei fernsteuerbaren Menschen.

    Klaus Schwab, Soros, Kissinger, brauchen nur den entsprechenden Befehl ins Funknetz einzuspielen und prompt sind alle Geimpften absolute Putin-Hasser und Ukraine-Liebhaber.

    Aber das ist ja nur eine Verschwörungstheorie, oder ? Oder!?!?!

  7. @Alex Lund
    Ich sag nur, Zombie-Apokalypse…irgendwie befürchte ich manchmal das die ganzen Zombie-Filme eine Vorhersage sind. Aber das das durch eine „Impfung“ ausgelöst wird, wer hätte das gedacht.

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