Rentenfinanzierung über Beiträge oder Steuern?

Rentenfinanzierung über Beiträge oder Steuern?

Rentner in Deutschland: Zu Unrecht angefeindet (Symbolbild:Pixabay)

Was ist der Hintergrund des derzeitigen Gezerres bei der Finanzierung der Rentenversicherung? Sollen für die Alten überhaupt noch Renten gezahlt werden? Diese Frage scheint nicht nur einige der Jungen Union im Bundestag umzutreiben, sondern auch einen Großteil der selbsternannten Rentenpolitiker in den Parteien. Und falls gnädigerweise ja, wieviel? Und sollen Renten über Beiträge finanziert werden? Von wem? Oder mehr über Steuerzuschüsse aus dem Bundeshaushalt? Nun, aufgrund der „versicherungsfremden Leistungen“, die der Gesetzgeber der Rentenversicherung seit Jahrzehnten aufs Auge drückte, werden schon bisher über hundert Milliarden Euro an die Rentenversicherung überwiesen, damit diese die sozialen Wohltaten der Politik mit weniger Verwaltungsaufwand verteilt, als es die Finanzverwaltung könnte. Die Unternehmen und ihre Verbände fürchten höhere Beiträge wie der Teufel das Weihwasser, wohlwissend, dass auch der Umweg über die Steuerfinanzierung der Renten nicht kostenlos ist. Denn Steuereinnahmen fallen nicht vom Himmel, sie müssen eingetrieben werden. In diesem Artikel geht es darum, welche Bevölkerungsgruppen wie viel am Steuerkuchen mitbacken. Dieser war im letzten Jahr 2024 fast eine Billion Euro groß, genau 941,6 Milliarden Euro. Wieviel dieser Steuerlast tragen die Beschäftigten direkt und indirekt?

26,4 Prozent trugen alleine die Beschäftigten mit ihrer Lohnsteuer in Höhe von 248,7 Milliarden Euro bei. Darauf kamen noch 12,6 Milliarden Euro Solidaritätsabgabe (einen „Zuschlag“ erhält man und bekommt ihn nicht abgezogen), macht also 4,3 Prozent des Steuerkuchens. Hinzu kamen Einkommensteuern als Rentner, sagen wir 10 Prozent der veranlagten Steuern, in Höhe von 73,6 Milliarden Euro – also rund 0,8 Prozent des Steuerkuchens. Was nach Abzug der direkten Steuern verbleibt, wird zum größten Teil ausgegeben. Dafür sind Mehrwertsteuern fällig, die 298,9 Milliarden Euro ausmachten beziehungsweise 31,7 Prozent des Steueraufkommens. Natürlich sind darin auch die Mehrwertsteuern von Haushalten selbständiger Berufe und Unternehmern enthalten. Unterstellt man, dass diese acht Prozent dreimal mehr ausgeben als die Haushalte von Beschäftigten, dann zahlen die Beschäftigten 237 Milliarden Euro der Mehrwertsteuern, also 25,2 Prozent des Steuerkuchens.

Weitere Steuern und die vereinnahmte Steuerbilanz

Nun noch die weniger großen Posten weiterer Steuern: Wenn sich die Leute Wohneigentum zulegen, zahlen sie dafür Grunderwerbsteuer, die 12,5 Milliarden Euro ausmachten, entsprechend 1,3 Prozent der Steuereinnahmen. Hat man dann Wohneigentum, entfallen darauf 16 Milliarden Euro Grundsteuer (die zahlen auch die Mieter) oder 1,7 Prozent aller Steuereinnahmen. Die Energiesteuer, die letztendlich nur an den Verbrauchern hängen bleibt, betrugen 36,1 Milliarden Euro bzw. 3,8 Prozent des Gesamtaufkommens (auf das Aufdröseln weiterer Steuerarten wird an dieser Stelle verzichtet, es sei stattdessen auf diese Quelle verwiesen). Im Ergebnis tragen die Beschäftigten rund zwei Drittel des Steueraufkommens, während es bei den Beiträgen zur Rentenversicherung „nur“ die Hälfte ist. Umgekehrt entfallen auf die Selbstständigen und Unternehmer ein Drittel des Steueraufkommens. Dabei gilt es aber zu berücksichtigen, dass sie dieses Drittel zu schultern haben, obwohl sie nur acht Prozent der Erwerbstätigen stellen. Trotzdem ist die Begeisterung des Arbeitgeberlagers für eher eine Steuerfinanzierung der Renten, und die Blockade von Beitragserhöhungen erklärbar. Denn Steuern zahlen kommt sie immer noch billiger als die halben Rentenversicherungsbeiträge zu tragen.

Vielleicht mögen diese Aufschlüsselungen und Berechnungen ja dazu beitragen, dass die geneigten Leser sich eine fundiertere Meinung zum Rentenstreit bilden. Bei Politikern dürfte das eher ein hoffnungsloses Unterfangen sein.

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8 Antworten

  1. Ein Problem der Gesundheitsversicherungssysteme ist die Vermischung von Kosten, die durch beitragszahlende Mitglieder entstehen und von Kosten, die durch Nichtzahler (z.B. Flüchtlinge) entstehen. Zwar soll der Staat die letztgenannten Kosten durch Steuerzuschüsse abdecken, jedoch steht dies unter dem Vorbehalt des Haushalts. Sicher ist die volle Kostendeckung nicht. Abgesehen davon ist die Höhe der Kosten offensichtlich unklar. Besser wäre es, ein getrenntes System zwischen echten Versicherungskosten und anderen politisch initiierten Kosten zu etablieren, das die echten Kosten von versicherungsfremden Kosten klar unterscheidet. Dann wäre auch klar, was die Gesundheitsvorsorge der nicht Versicherten kostet, die durch Steuern – oder Schulden – zu bezahlen wären. Beim derzeitige Mischsystem sind die Verantwortlichkeiten unklar und mit Unklarheiten ist es einfach, auf Kosten der Beitragszahlenden „gute“ Politik zu machen.

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    1. Das Problem dieser Systeme ist , das es „Zwangssysteme“ sind. Und darin braucht Niemand Rechenschaft ablegen, ob Behandlungen und Untersuchungen wirtschaftlich , sinnvoll und Erfolgreich sind!
      Ebenso ist es auch mit den GEZ Medien. 75% von dem gesendeteten Program ist Unsinn und Wiederholung von der NAZI Zeit. Und wenn interessiert dieser Müll? Oder ganz besondern noch zu erwähnen sind die dummen Talk Sendungen. Da kommen immer nur abgehalfterte und unfähige Politiker zu Wort, welche den ganzen Mist in Deutschland angerichtet haben!

  2. Der Boomer hat mehrfach versagt…..Er hat zu wenig Kinder gezeugt und zu viele Gastarbeiter plus deren Zuwachs eingedeutscht. Dann hat er sich noch den Luxus von 2-3 Urlauben je Jahr gegönnt und noch den Kurlaub oder eine Umwelt verpestende Kreuzfahrt gerne mitgenommen. Wo sind die Ersparnisse? Wir haben im Vergleich zu anderen Länder kaum Immobilienbesitz dafür massenhaft Mieter.

    Weiterhin hat er eine Schröder Sozialdemokratisierung mit Renten Diebstahl unseres Landes hingenommen und gerne jede korrupte LINKE- CDU und SPD-grün Partei gewählt, solange sie ihm ausreichend das kommende Paradies vorgelogen hat.
    Maden im Speck wurden von ihm gerne als Goldstücke betrachtet, solange er mehr Einkommen und mehr Freizeit bekam. Nun hat er anstatt Kinder massenhaft Moslems IMPORTIERT die auch mit massenhaft Nachwuchs nicht gerne für ihn die Rente zahlen wollen. Statt dessen ist ihrem Clan alles wichtiger als das was der Boomer sich wünschen kann…..Jetzt sieht er zum ersten mal was das alles kostet. Aber verzichten will er natürlich nicht – dazu wurde er ja nicht sozialisiert. Den Schmerz eines Rentenverlustes könnte man neutralisieren, in dem sie die momentane Rente halbieren, das ist dann der künftige Auszahlungs- Betrag???

  3. Zitat: „Im Ergebnis tragen die Beschäftigten rund zwei Drittel des Steueraufkommens, …. Umgekehrt entfallen auf die Selbstständigen und Unternehmer ein Drittel des Steueraufkommens.“ (Zitatende)
    Angenommen ein Unternehmen, das keine Unternehmenssteuer bezahlen muss, stellt pro Jahr 1 Mio. Gegenstände her, die es zu 10 Euro pro Stück verkauft, um bilanziell über die Runden zu kommen. Jetzt muss dieses Unternehmen aber 1 Mio. Euro Steuern zahlen. Also verkauft es den hergestellten Gegenstand für 11 Euro das Stück, um bilanziell über die Runden zu kommen.
    Frage: Wer hat denn jetzt die Unternehmenssteuer gezahlt?
    Antwort: Die Kunden bzw. die Bevölkerung.
    Fazit: Es sind immer die Kunden resp. die Beschäftigten resp. es ist immer die Bevölkerung, die das alles bezahlt. Immer!

  4. Der ganze Wahn mit Rentnern ist nur eine diabolische Illusion der Medienmafia Hand in Hand mit dem Personal des Weltselbstbedienungsladen BRD. Genauso sieht es auch aus wenn gegen einheimische Erwerbslose Gift und Galle gespien wird als kosten sie alles in der maroden Gesellschaft während Berufspolitiker der etablierten Blockparteien die wahren Faulpelze und Bereicherer sind mit ihren Diätenerhöhungen sowie Freibeträgen. Als dank für ihre Verwaltungstätigkeit erlauben sie den Schulkult und Wiedergutmachungen an ehemalige Kriegsgegner und führen auch die drei antideutschen Rachepläne Kalergis, van Hootons und Morgenthaus aus. Ziel ist es im Chaos unseren heiligen Grund& Boden zu opfern für das Teufelsprojekt Agenda 2030 dem grenzenlosen Einweltstaat. Sind wir Restdeutschen wie die Ureinwohner Amerikas in Reservate oder ganz Geschichte wie die Dinos dann sind all EU-Nachbarn fällig mit dieser diabolischen Kost der Börsentyrannen von Übersee. Geizig sind wir Hunnen und Krauts nie gewesen. Hört das deutsche Herz aufzuschlagen dann stirbt Europa und so die ganze Welt. mfg

  5. Für 1,4 Millionen Pensionäre zahlt der Staat im Jahr fast so viel wie für rund 20 Millionen Rentner.
    Für den Focus ist das halb so schlimm.
    Ich habe inndiesem Zusammenhang gelesen, kein Pensionär zahlt für seine Altersvorsorge in eine Pensionskasse und bekommt im Durchschnitt ca 78% des Einkommesn als Pension.
    Die Menachen dagegen, die den ganzen Schwindel finanzieren, indem sie wertschöpfend alles erarbeiten, zahlen nicht nur die Pensionen durch ihre Steuern mit, sie zahlen auch in die Rentenkasse ein und bekommen trotzdem bald nur 48% vom Lohn.
    Wenn sich jeder, ohne Beitragsbemessungsgrenze, an den Sozialkosten beteiligt, hätten wir wesentlich weniger verarmte Rentner.
    Oder lasst uns sofort das unsichere Rentensystem abschaffen und alle bekommen eine Pension.

    Es könnte so einfach sein, ist aber alles nicht gewollt.
    Der Staat spaltet die Gesellschaft bereits in der sozialen Verantwortung.

  6. Die Rente hatte Rücklagen in Milliarden-
    Höhe.
    Aber.
    Die Rücklagen wurden immer wieder von
    den Regierungen geplündert.
    Die größte Plünderung fand unter H. Kohl
    mit Einverleibung der ehemaligen DDR
    statt.
    Er wollte …..
    +++++
    Merke:
    Lüge nicht, stehle nicht.
    Der Staat duldet keine Konkurrenz.

  7. Das Problem liegt auch am System in der BRD, habe das Schweizer System erfahren dürfen, das ist kein Vergleich zu hier…. man hat als Alibi den Riester und ruerup mist eingeführt…

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