RKI-Wielers Panik-Bulletin: Keine Entwarnung trotz Inzidenzrückgang

RKI-Chef Wieler (Foto:Imago)

Nicht sein kann, was nicht sein darf – und wenn doch, dann muss ein Irrtum vorliegen: Nach diesem Motto deutet das RKI auf äußerst kreative Weise die – derzeit eigentlich verhalten optimistisch stimmende – rückläufige Entwicklung der Neuinfektionen so um, dass auf keinen Fall irgendwelche Zweifel an der Notwendigkeit der gestern beschlossenen, massiven Maßnahmenverschärfungen aufkommen: Laut RKI-Cheftierarzt Lothar Wieler heute früh seien die zuletzt stagnierenden und teilweise sogar deutlich sinkenden Corona-Fallzahlen „kein Grund für Entwarnung”, weil diese „auch daran liegen können, dass Kapazitäten erschöpft sind” oder Labore sowie Gesundheitsämter „mit dem Testen und Bearbeiten von Meldungen nicht hinterherkommen„.

Wie schön, dass Wieler bei seinem Versuch, die Notlage um jeden Preis dramatisch hochzuhalten, immerhin einräumt, dass die Gesundheitsbehörden und damit das gesamte Meldewesen in Deutschland – auch nach fast zwei Jahren sogenannter Pandemie – miserabel desorganisiert ablaufen, und dass seine oberste Regierungsbehörde für epidemisches Monitoring anscheinend nach wie vor jede Menge veraltete, fragmentarische oder unvollständige Meldungen erhält. Auch wenn dies seit Jahresbeginn – welche Sensation – ja nicht mehr per Faxgerät passiert, so existiert anscheinend keine einheitliche behördliche Reportroutine; so viel zum Thema Digitalisierung. Der Witz dabei: Ausschließlich auf Basis dieser „Daten“ werden wir seit März 2020 mit erratischen, unlogischen und widersprüchlichen Entscheidungen malträtiert und gegängelt.

Ob beim vermeintlichen Zweck der Alltags- und später FFP-Masken, ob bei der Aussagekraft von PCR-Tests, ob beim Unterlassen repräsentativer regelmäßiger Durchtestung der Gesamtbevölkerung, ob bei der behaupteten Wirkung der Impfstoffe bis hin zur erreichten Impfquote (von der das RKI vor zwei Monaten einräumte, diese könnte wegen Untererfassung genauso gut schon deutlich höher liegen) oder bei den stets mit gewaltigem Zeitversatz aufaddierten Covid-Todeszahlen: Häufig erwiesen sich die Daten des RKI ebenso schwammig wie seine (fast nie eingetretenen) Prognosen. Die Wieler-Behörde dient bis heute vor allem dem Zweck, ein wissenschaftlich-fachliches Hintergrundrauschen für die von der Politik heraufbeschworenen Katastrophenszenarien zu liefern.

Fehler nur zuungunsten der Bürger

Es mag stimmen, dass Wieler Recht hat und den sinkenden Inzidenzen teilweise nicht erfasste Meldungen zugrunde liegen. Wenn das stimmt, dann wäre es aber genauso gut möglich und mindestens ebenso plausibel, dass für die steigenden Inzidenzen zuvor irgendwelche Doppel- oder Nachmeldungen verantwortlich waren und die Zahlen in Wahrheit gar nicht stimmten. Diese Möglichkeit wird von Wieler jedoch nicht erwähnt; warum wohl: Fehler werden ausschließlich eingeräumt, wenn sie sich zuungunsten des Bürgers auswirken könnten. Für die Dramatisierung der Situation darf es keine Obergrenze geben, diese kann gar nicht schrecklich genug ausgemalt werden – sei es, um die Impfkampagne zu befeuern, oder um die Akzeptanz für Grundrechtseinschränkungen zu erhöhen. Irrtümer in diese Richtung sind daher im Zweifel willkommen.

Zu früh gefreut!, lautet also einmal mehr die triumphierende Botschaft Wielers an all jene, die schon ein Abebben der Welle erhofften. Es sei „viel zu früh, um hier eine Trendumkehr auszulesen, geschweige denn auf schärfere Maßnahmen zu verzichten„, so der RKI-Chef Lothar Wieler heute früh auf seiner – womöglich letzten gemeinsamen – Pressekonferenz mit dem scheidenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Und einmal mehr wird deutlich: Dieses RKI ist keine objektive Instanz, sondern ein politisches Werkzeug; es urteilt nicht wertneutral, sondern tendenziös. Es besorgt Regierungspropaganda, keine seriöse Faktenvermittlung – sonst wären die von ihm selbst eingeräumten Ungenauigkeiten und Meldepannen, zumal in einer angeblichen Notlage auf Leben und Tod, längst abgestellt. Und: Es handelt erkennbar nicht in der Absicht, diese Krise zu beenden oder aus ihr je herauszufinden, sondern sie von Tag zu Tag düsterer zu zeichnen.

 

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8 Kommentare

  1. Was ist denn mit der Krankenhausinzidenz, die die 7-Tage-Inzidenz als Richtwert ablösen sollte? Unbrauchbar, da angeblich die Zahlen der letzten 7 Tage unvollständig seien! Der nächste Rohrkrepierer…
    Interessant wäre die Frage nach den Behandlungsrichtlinien, sowohl für die ITS als auch für die Frühbehandlung. Werden Erkrankte in Absonderung zu Hause überhaupt ärztlich behandelt? Wenn ja, wie und warum? Oder wird lediglich abgewartet, bis es zu spät ist, die Erkrankten ins Krankenhaus müssen, sie dort intubiert werden und man dann lediglich abwartet, bis sie gestorben sind?

    • Das letztere kann ich beantworten, denn ich liege gerade mit Covid im Bett.
      Ich bin ein böser Ungeimpfter; mein Hausarzt machte, nachdem er mich trotz Termins eine halbe Stunde vor der Tür in der Kälte hatte stehen lassen, noch einen PCR- Test und sagte dann: „Nehmen Sie nichts ein, höchstens ne Ibu.“ Als er mir anderntags das positive Ergebnis mitteilte, sagte er nur noch: „Gute Besserung“. So, das war meine Behandlung und Therapie. Das Gesundheitsamt meldete sich wegen des ganzen anderen Krames, aber gab auch keine Therapieratschläge.

      Das ist ja echt ein Ding. Die können im 21. Jahrhundert Viren an Genschnipseln erkennen, aber dem Patienten ein paar Tabletten aufschreiben, das geht nicht. Ist ja wohl auch politisch nicht gewollt. So wie ich mich erinnere, wurde in D immer nur nach Impfung geschrieen und nie nach einer Therapie gesucht.

      Also hab ich Wärmeflasche, Tees und Vitaminpillen zu Rate gezogen, wie weiland die Ahnen. Geht langsam schon wieder besser. Ist ja auch nur ’ne Grippe… warum regen sich alle so auf?

      Was man sagen darf: Der Interviewer vom Amt war sehr nett und den Persilschein („Genesenenausweis“) hatte ich unaufgefordert nach zwei Tagen im Briefkasten komplett mit allen aktuellen Vorschriften. Da bin ich heute von D viel schwächere Einzelleistungen gewohnt. Der Test der Kinder beim Kinderarzt war super vorbildlich: Er kam kurz raus vor die Praxis und hat sie durch das geöffnete Autofenster getestet. Na bitte, geht doch! Das ist doch heute mit Absprache und Mobiltelefon problemlos möglich.
      Das Testzentrum, wo meine Frau war, war hingegen ein Graus. Sie mußte trotz Termin ebenso wie ich eine halbe Stunde im Freien in der Kälte warten (mit Grippe! – bzw. wenn man den Medien glauben darf: „Der Geißel des Jahrtausends: Covid 19“).

      Wir würden uns sogar impfen lassen – damit endlich Ruhe und Frieden einkehrt – wenn D denn endlich mal einen guten, herkömmlichen Totimpfstoff zuließe. Aber es soll halt partout die Gentherapie sein! Die kann machen, wer will. Meinen Shot können sich der Södolf und der Klabauterbach persönlich irgendwo hinschieben, ich verzichte.

  2. Wer sich die Argumente im Bericht zu eigen macht, kann nur zu einem Schluss kommen:
    Diese korrupte Bande in Berlin – es ist weniger als ein Dutzend – kann unmöglich die Regierung dieses Landes sein. Sie wirkt eher wie ein verlängerter Arm der Mafia.

  3. …und auf Basis dieser (falschen) Zahlen, neben den Wahrheiten zu den Impfstoffen, soll es einen Impfzwang geben.
    DENKEN WAR EINMAL!!

  4. der Tierarzt ist eben abhängig von dem Regime – bei einem Wechsel steht er wohl auf der Straße.
    Wer würde den noch anstellen, wenn sich der Wind gedreht hat – der muß das schon aus Eigennutz tun.
    Der Bankier wird ihn sofort fallenlassen, wenn er für ihn nicht mehr verwendbar ist.
    Genaugenommen steht er mit dem Rücken zur Wand . das Ende der Pandemie ist auch für ihn das berufliche Ende – da sind die Bankiers gnadenlos.
    Deshalb kann man ihn nicht so ernst nehmen, sondern muß – was immer er sagt – in Bezug auf seine berechtigte Existenzangst sehen.
    Er hat den Fehler gemacht, sich in eine Machtposition locken zu lassen, in der er nur mit Lug und Trug und der Vortäuschung einer gefährlichen Seuche bleiben kann ! Deshalb muß er alles ignorieren, was seine falsche Grundbehauptung gefährdet.

  5. Ich habe mich eh schon gefragt ob es jemanden gibt, der diese Zahlen je kontrolliert. Sie könnten sich doch selbige aus dem Hut zaubern und niemand würde es erfahren. Ok, nicht total, dann wären sie noch höher um die Menschen zu ängstigen, aber so ein paar tausende……

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