„Russiagate“ und die Folgen: Der Deep State brauchte einen Sündenbock und fand ihn in Russland

„Russiagate“ und die Folgen: Der Deep State brauchte einen Sündenbock und fand ihn in Russland

US-Historiker Harley Schlanger geht hart mit dem „Russiagate“-Hoax ins Gericht (Foto:Imago)

In einem aktuellen Gespräch auf der Plattform „X22 Report legt der US-Historiker Harley Schlanger dar, warum der US-Sicherheitsapparat – auch als „Deep State“ – zu bezeichnen – ausgerechnet Russland zum alten neuen Feindbild und zum Kern des Russiagate“-Narrativs machte: Eine echte Annäherung Washingtons an Moskau hätte die Vorherrschaft der Globalisten gefährdet. Schlanger spricht von einer zielgerichteten Kampagne mit dem Ziel, die transatlantische Entspannung zu sabotieren – flankiert durch Ukraine-Eskalation, Sanktionen und Medienpropaganda.

Warum gerade Russland? Schlangers Antwort darauf, die gleichzeitig seine Kernthese darstellt: Weil ein USA-Russland-Ausgleich die Architektur einer „neuen Weltordnung“ mit ihren Zielsetzungen Unipolarität, NATO-Expansion und US- Finanzhegemonie unterlaufen würde. Vor allem deshalb wurde der „Russia Hoax“ als politisches Instrument aufgebaut, so Schlanger. Auch die Rolle der Ukraine definiert Schlanger: Kiew diente als Hebel – für Sanktionen, für die weitere NATO-Ostausdehnung und für einen dauerhaften Konfliktherd, der propagandistisch beschworen wird, wodurch jeder Ruf nach Entspannung moralisch diskreditiert wird. Das Medien-Narrativ mit dem zentralen Vorwurf „Trump = Moskau“ war von Beginn an ein kommunikatives Schmiermittel, das von den wahren Plänen ablenken sollte, jegliche Diplomatie kriminalisierte und das linke Establishment geschlossen auf Linie hielt.

Neue Puzzleteile aus Washington

Ende Juli veröffentlichte Tulsi Gabbard, Direktorin des Office of National Intelligence (ODNI) und damit oberste Koordinatorin aller US-Geheimdienste, brisante Enthüllungen eines Geheimdienst-Whistleblowers. Dieser habe jahrelang vor manipulierten Russland-Erkenntnissen gewarnt und sei dabei ausgebremst worden. Das ODNI spricht von „egregious manipulation“ (“gravierender Manipulation”) rund um den „Russia collusion hoax“. Wohlgemerkt: Es handelt sich dabei um eine offizielle Mitteilung der US-Regierung, keinen Blogpost! Ebenfalls letzten Monat veröffentlichte der United States House Permanent Select Committee on Intelligence (HPSCI), der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses, einen Mehrheitsbericht, in dem der Ausschussvorsitzende Rick Crawford vom „letzten Nagel im Sarg des Russia-Hoax“ sprach; ein entsprechendes Declass-PDF liegt US-Medien vor, das aufzeigt, wie Nachrichtendienste die Affäre konstruierten und welche Mechanismen ineinander griffen. Natürlich handelt es sich “nur” um einen parlamentarischen Ausschussbericht, aber immerhin verfasst von der Mehrheit der Ausschussmitglieder, und er ist öffentlich, zitierfähig und politisch gewichtig.

Ins Gesamtbild passt auch das, was schon länger aktenkundig ist; zum Beispiel das sogenannte FISA-Desaster. FISA steht für den Foreign Intelligence Surveillance Act, ein Gesetz, das seit 1978 die Überwachung von Ausländern und US-Bürgern im Zusammenhang mit ausländischer Spionage und Terrorismus regelt und seither wiederholt angepasst und verschärft wurde. Vertreter des “Deep State” versuchten das Gesetz im Zuge der “Russiagate”-Intrigen gegen Trump und seine Gefolgsleute anzuwenden – und gingen dabei grob rechtsmissbräuchlich vor: Der frühere US-Justizgeneralinspekteur Michael E. Horowitz dokumentierte bereits im Jahr 2019 nicht weniger als 17 schwere Fehler und Auslassungen (“Omissions”) in den FISA-Anträgen gegen den Trump-Berater Carter Page. Der FISA-Gerichtshof rügte das FBI öffentlich und forderte Reformen. Auch dabei handelt es sich nicht um subjektive Meinungen, sondern um amtliche Berichte und Gerichtsanordnungen.

Worum es strategisch geht

Auch der sogenannte Durham-Report von 2023 zeigt, wie manipuliert und getrickst wurde, um den angeblichen Russland-Skandal zu inszenieren. Der US-Sonderermittler John Durham kritisierte darin unter anderem die Eröffnung der „Crossfire Hurricane“-Ermittlungen als voreilig und ohne solide Grundlage. Vergangenen Monat wurde eine erweiterte, deklassifizierte Version offengelegt, die zusätzliche Details über die Tragweite der Kampagne im Jahr 2016, dem Jahr der Wahlen zu Trumps erster Amtszeit, liefert. Darin wird “Russiagate” auch mit der Soros-Stiftung in Verbindung gebracht.  Das Ziel der großangelegten Geheimdienstoperation war es, Außenpolitik als Binnenwaffe einzusetzen: „Russland“ wurde zum Allzweck-Stigma, um jede Abweichung von der globalistischen Linie zu brandmarken. Wer Entspannung wollte, dem wurde „Kreml-Nähe“ angehängt – genau das, was auch in Deutschland passierte (und bis heute passiert). Schlanger ordnet genau dies als Konstrukt ein – mit dem Zweck, jegliche Entspannung, jeden Dialog und jede Kooperation zu verhindern.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch, warum der Ukraine-Konflikt als “Dauerbrenner” am Lodern gehalten wird: Statt einer tragfähigen Sicherheitsordnung mit Russland wird das Land als Feindstaat dämonisiert. Man setzt weiter auf Eskalation, Aufrüstung und Wirtschaftskrieg – koste es, was es wolle –, um so ständige Empörung und innenpolitische Disziplinierung zu erreichen. Dies geschieht unter tatkräftiger Mitwirkung linker Agenda-Medien, die bereitwillig das Label „Russia collusion“ transportierten und alle, die dieses Narrativ in Frage stellten, zu Verschwörungstheoretikern stempelten. Dabei  lagen schon früh Hinweise auf handwerkliche und rechtliche Fehlleistungen der Ermittler vor, über die praktisch nicht berichtet wurde (auch und gerade im Fall Horowitz und FISA-Court).

Jahrelanges Blendwerk

Das Blendwerk hielt jahrelang. Die gleichen Kreise, die ständig das Wort „Demokratie“ im Munde führen, bedienten sich offenkundig eines konzertierten Geheimdienst- und Medienkomplexes, um politische Normalität – Diplomatie, Austausch, stehende Gesprächskanäle zwischen Großmächten – dauerhaft zu sabotieren und Versuche zu Überwindung der Spaltung zu kriminalisieren. Das Ergebnis für Europa liegt auf der Hand: Rapider Sicherheits- und Wohlstandsverlust durch Sanktionsspiralen und stetige Energieverteuerung. Doch auch die USA zahlen einen hohen Preis für diese Sabotagepolitik: Altehrwürdige staatliche Institutionen erodieren, einst vertrauensvolle Kontrollmechanismen werden zur Farce gemacht und herabgewürdigte. Die Politik verliert ihre Unschuld.

Schlangers Analysen sind stichhaltig und ergeben ein schlüssiges Gesamtbild. Sicher: Man muss ihm nicht in jedem Punkt folgen. Aber wer nach Jahren noch immer so tut, als sei der „Russia Hoax“ nur eine Verschwörungserzählung, ignoriert jede Menge offizielle US-Dokumente. All das weist in eine Richtung: Hier wurde Agendapolitik über den Umweg „Sicherheit“ gemacht – und wer immer (auch innenpolitisch) störte, wurde zum “Russenstiefel” stilisiert. Das heißt nicht, dass es keine Gegenrede geben darf. Diese zu äußern ist legitim; dann aber bitte objektiv und nach Aktenlage: Ja, es gab 2016 russische Einflussversuche. Doch dabei handelte es sich um punktuellen Operationen. Daraus eine eine innenpolitische Dauerwaffe zu zimmern und dabei rechtliche Standards zu schleifen, war und ist illegitim, und genau das ist der Skandal. Eben hier setzt daher auch die aktuelle Dokumentenlage an. Wer immer dieser widerspricht, soll bitte sehr nicht mit Phrasen kommen, sondern mit konkreten Fundstellen, die die Horowitz-, Durham-, ODNI- und HPSCI-Befunde widerlegen. Das dürfte allerdings schwer fallen, da die Dokumentation dieser Berichte fundiert und lückenlos ist. Daher ist das Resümee klar: Die „Russiagate“-Maschinerie war ein großangelegtes politisches Schmierentheater, gegen das Watergate wie ein Kindergeburtstag anmutet; der angerichtete Schaden für die politische Kultur des Westens ist kaum absehbar.

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8 Antworten

  1. „Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg … Aber … es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. … Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land.“ — Hermann Göring Interview mit Gustave Gilbert in der Gefängniszelle, 18. April 1946, Nürnberger Tagebuch (1962; Originalausgabe: „Nuremberg Diary“ 1947), S. 270

    Diese Methode funktioniert auch heute noch:

    „Was wir brauchen ist ein Feindbild… Wir brauchen ein Bild eines möglichen Feindes, der unsere Freiheit und Demokratie beseitigen will.“ – Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) am 31.05.2022

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  2. Zum Thema gibt es einen Klassiker, Buch von Antony C. Sutton – The Best Enemy Money Can Buy, aus dem Jahr 1986. Die These: Die Sowjetunion war Strohmann, wurde mit Technologie ausgestattet, für den kalten Krieg brauchte es einen Feind. Ein bekanntes Beispiel ist die Tu-4.

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  3. @Deep State brauchte einen Sündenbock
    glaube ich nicht !
    In meinen Augen hat der DeepState ein Ziel – seien Full Spektrum Dominance im Rahmen der Weltherrschaft – ein Weg geht nach Mackinder und seiner Herzland-Theorie über die Ukraine zu dem zu unterwerfenden Russland – und diesem Ziel ist das untergeordnet.
    Es macht sich natürlich immer gut in der Propaganda, den Feind als Ursache allen Übels zu verbreiten :

    Die Prinzipien der Kriegspropaganda nach Arthur Ponsonbys
    1 Wir wollen keinen Krieg!
    2 Der Gegner ist allein für den Krieg verantwortlich!
    3 Der Führer des feindlichen Lagers wird dämonisiert
    4 Wir verteidigen ein edles Ziel und keine besonderen Interessen!
    5 Der Feind begeht wissentlich Grausamkeiten, wenn wir Fehler machen, geschieht dies unbeabsichtigt
    6 Der Feind benutzt unerlaubte Waffen
    7 Wir erleiden geringe Verluste, die Verluste des Feindes sind erheblich
    8 Anerkannte Kulturträger und Wissenschaftler unterstützen unser Anliegen
    9 Unser Anliegen hat etwas Heiliges
    10 Wer unsere Propaganda in Zweifel zieht, arbeitet für den Feind und ist damit ein Verräter

    Und das ist durch die Geschichte immer zu sehen – die Südstaaten, Spanien, Mexiko, Hawaii, Kuba, Deutschland, Afghanistan, Irak, Iran – und jetzt eben der aktuelle Hemmschuh Russland – demnächst auch China.
    Die Propaganda beherrschen die Amerikaner perfekt – wann immer sie den Mund aufmachen ! Immer so, das es zu ihrem Vorteil ist – da sind sie für deutsche Politiker der Blockpartei große Vorbilder !
    Sündenbock ist immer der, der gerade den größten Vorteil bringt !

  4. Ein langer Artikel – lesenswert und vor allem zeigt sich WER dahintersteckt !! Wenn man das eigene Hirn einschaltet.
    Soros ist NUR eine Marionette von Rothschilds u.a. Bibi bezeichnete sogar Trump als seinen „Laufburschen“ Ich kann
    (bekannt) Israel hat seinerzeit Milosevic mit Flugdaten versorgt um auch den Tarnkappenbomber der Amis vom Himmel zu holen. In der Politik gibt es keine Freunde – die Interessen stehen an der fordersten Stelle GELD was Israel
    braucht – beschaffen die US-Milliardäre. Die Unipolare Weltmacht – hat nur einen Feind – Sozialismus. Mit einem Satz
    gesagt: eine – Handvoll – bringt die ganze Welt ins Verderben. Sorry man darf die käuflichen Idioten nicht außer Acht
    lassen. Wenn jetzt die wahnsinnigen Milliardäre und die gekauften Politiker nicht gestoppt werden – wird es Düster !!

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  5. Ein Krieg gegen Russland ist der einzige Weg, das eigene Versagen zu kaschieren! Westliche Politiker nutzen jetzt noch die Zeit, um ihr Vermögen und ihre Fluchtmöglichkeiten aus zu loten!

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  6. US-Finanzminister brüstet sich: So dreist werden die USA ihre „Verbündeten“ ausplündern
    „Empörenden Klartext zum Vasallen-Status von „Verbündeten“ gegenüber den USA hat kürzlich US-Finanzminister Scott Bessent gesprochen: Als Folge von Einigungen wie dem EU-Deal mit den USA könnten ausländische Werte laut Bessent bald indirekt wie ein US-„Staatsfonds“ und nach Ermessen des US-Präsidenten behandelt werden. Die ausbleibende Reaktion auf diese brutale „Offenheit“ unterstreicht die unterwürfige Haltung „unserer Politiker“. Diese Haltung muss sich ändern, der EU-Deal muss dringend neu verhandelt werden.

    US-Finanzminister Scott Bessent hat in einem Interview mit dem US-Sender Fox News kürzlich unter anderem gesagt, dass die USA Werte von Verbündeten wie Japan oder EU-Ländern nun indirekt wie einen amerikanischen „Staatsfonds“ behandeln würden. Die USA würden den Verbündeten „weitgehend nach Ermessen des [US-]Präsidenten“ Anweisungen geben, wie sie ihr Geld verwenden sollen, um US-amerikanische Fabriken zu bauen und US-amerikanische Industrien wieder ins Land zu holen, so Bessent. Sogar der Moderator von Fox News kann diese Aussage kaum glauben und spricht von „offshore appropriation“ (Aneignung ausländischer Werte) – er sei sich nicht sicher, ob es so etwas überhaupt schon einmal gegeben hätte.

    EU-Milliarden für die USA

    Die aktuelle Haltung von Bessent deckt sich mit älteren Aussagen von US-Präsident Donald Trump bezüglich des kürzlich bekanntgewordenen, selbstzerstörerischen EU-Deals mit den USA. Trump hatte laut Medien die von der EU im Rahmen des Zollabkommens zugesagten Investitionen von 600 Milliarden Dollar als „Geschenk“ bezeichnet. Er sagte im Sender CNBC, er könne das Geld der Europäischen Union in alles investieren, was er wolle. Falls die EU die Zusage nicht einhalten sollte, werde er Zölle in Höhe von 35 Prozent verhängen.

    Trumps Äußerungen standen laut Deutschlandfunk aber im Widerspruch zu damaligen Angaben der EU-Kommission. Diesen damaligen Angaben zufolge handele es sich bei den Investitionen um Interessenbekundungen von Unternehmen. Die Kommission als Behörde könne sie gar nicht garantieren. Welche Unternehmen Investitionsabsichten und in welcher Höhe bekundet hätten, teilte die Brüsseler Behörde laut dem Bericht nicht mit.

    Zusätzlich zu den 600 Milliarden Dollar hatte die EU Trump laut Medien zugesagt, binnen drei Jahren amerikanische Flüssiggas-, Öl- und Kernenergieprodukte im Wert von 750 Milliarden Dollar zu kaufen. Dazu kommt aktuell noch die US-Forderung, dass EU-Europa den „Löwenanteil“ bei den „Sicherheitsgarantien“ für die Ukraine übernehmen solle.“
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=137763

    Ich erinnere außerdem daran, dass Trump’s Finanzminister Scott Bessent, ein Soros Agent ist.Er hat früher erfolgreich als Chief Investment Officer bei „SOROS Fund Management“ gearbeitet.

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    1. … und zwischen „2008“ und „2019“ haben U$-Geld-Manager aus der „EU“ Vermögens-Werte in Höhe von fast „17“ (siebzehn) Billionen (Tsd.Mrd.) USD/Euro? – mit allerlei Tricks und Machenschaften – über den „Großen Teich“ geschafft !?! – hinterlassen – somit NICHT gestohlen – haben sie dafür NUR „300“ Milliarden – also ein Verhältnis in „Haus-Nr.“ von „170“ zu „drei“ !!! – Quelle ist ein ehem. russ. Botschafter in „London“ via „uncut-news.ch“ vor Monaten ;-)))