Sebastian Münzenmaier neuer AfD-Landeschef in Rheinland-Pfalz

Sebastian Münzenmaier neuer AfD-Landeschef in Rheinland-Pfalz

Neue RLP-Landeschef der AfD: Sebastian Münzenmaier (Foto:Imago)

Die AfD Rheinland-Pfalz hat heute auf ihrem Landesparteitag in Bingen Sebastian Münzenmaier zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Der 36-jährige Bundestagsabgeordnete erhielt mit 89,5 Prozent der Stimmen eine klare Mehrheit und löst Jan Bollinger an der Spitze des 5.000 Mitglieder zählenden Landesverbandes ab, der seit 2022 an der Spitze stand, aber als stellvertretender Vorsitzender weiter im Vorstand bleibt. Bollinger war nach der Landtagswahl im März bereits als Chef der Landtagsfraktion abgewählt worden;  Michael Büge übernahm diese Position. Die Entscheidungen richteten sich nicht gegen Bollingers Amtsführung oder ihn persönlich, sondern sollen eine neue Aufbruchstimmung signalisieren: Die AfD strebt nach Höherem, nach der Regierung auch in Rheinland-Pfalz und danach, auch hier stärkste Partei zu werden, was sie mit 19,5 Prozent bei den Wahlen im März – trotz annähernder Verdreifachung und des bislang besten AfD-Resultats in Westdeutschland  – gegen die im Land dominierende CDU nicht geschafft hatte.

Doch die schwarzrote Mainzer Koalition der auch hier gebrochenen Wahlversprechen unter CDU-Ministerpräsident Gordon Schnieder wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dafür sorgen, dass die Union auch in Rheinland-Pfalz dem Bundestrend folgt und abschmiert – und damit wird die AfD als stärkste demokratische Opposition zwangsläufig wichtiger. Um diesem Bedeutungsaufwuchs gerecht zu werden, wurde Münzenmaier als “Mann von morgen“ mit absehbar großer Zukunft auch in der Bundespartei von der Parteibasis schon sein längerem als richtiger Mann an der Spitze gesehen: Er ist ein politischer Intimus von Bundeschefin Alice Weidel, stellvertretender Vorsitzender der AfD im Bundestag und extrem gut vernetzt in der Partei. Und: Er hat mit 36 Jahren noch sein ganzes politisches Leben vor sich.

Heutiger AfD-Landesparteitag in Bingen: Der Landesvorstand auf der Bühne – und die “Demokratieretter“ der “Zivilgesellschaft“ vor der Halle (Fotos:privat)

Von Münzenmaiers Wahl verspricht sich der rheinland-pfälzische Landesverband daher einen Machtwechsel hin zu noch mehr Bedeutung im Bund. Nach seiner Wahl betonte der neue Landesvorsitzende seinen Regierungsanspruch: „Uns hält niemand mehr auf!“ Die AfD, gab er sich kampfeslustig, wolle schnellstens stärkste Kraft werden und Verantwortung übernehmen. Bollinger formulierte ebenfalls das Ziel, spätestens bei der nächsten Wahl 2031 in die Staatskanzlei zu gelangen. Der neue Landeschef soll dabei für mehr Professionalisierung sorgen. So  beschloss der Bingener Parteitag einige Neuerungen und Umstrukturierungen, auch personell: Neu geschaffen wurde die Position eines Generalsekretärs, die Damian Lohr, ein enger Münzenmaier-Vertrauter, übernehmen soll. Stellvertreter Münzenmaiers sind zwei weitere AfD-Bundestagsabgeordnete, Bernd Schattner und Nicole Höchst.

Bei herrlichem, wenn auch zu heißen Sommerwetter fand der Parteitag in friedlicher Atmosphäre statt, wenn auch die übliche Slapstick-Einlage der “Walking Dead“ in Gestalt von ein paar Dutzend “Omas gegen rechts“ und Antifanten nicht fehlen durfte. Anscheinend schont die linke “Protestszene” ihre Ressourcen für den AfD-Bundesparteitag kommendes Wochenende in Erfurt…

3 Kommentare

  1. Die AfD wird erschrocken sein wenn sie in Deutschland einmal regieren müsste. Geld, das nötig wäre, hat man nicht. Deutschland ist genauso pleite wie Österreich und Frankreich und muss bereits Schulden machen, um nur schon die Sozialhilfegelder der Flüchtlinge bezahlen zu können. Man würde also sehen, was die AfD so drauf hätte.