Simson ist nicht rechts, sondern normal!

Simson ist nicht rechts, sondern normal!

Zwei Simsons S51: Ein Moped als Kultmarke und Freiheitssymbol für Nostalgiker und etliche Ostdeutsche: 06.06.2025 Simson S 51 (Foto:Imago)

Für jeden in der DDR Gebürtigen und viele konservative Deutsche ist die vom einstigen „Sturmgeschütz der Demokratie“, dem “Spiegel”, aktuell beförderte Politisierung der Debatte um die DDR-Kultmarke Simson empörend. Simson steht für ein Stück ostdeutscher Alltagskultur, für Freiheit und Jugend – und sonst gar nichts! Simson-Mopeds waren in der DDR mehr als nur Fortbewegungsmittel. Sie verkörperten den Wunsch nach Unabhängigkeit und Abenteuer, besonders für junge Menschen. „Mit der Simson durch die Welt. Große Pläne, wenig Geld“, wie es in einem Songtext heißt, beschreibt dieses Lebensgefühl treffend. Diese Zeilen spiegeln eine universelle Sehnsucht nach Freiheit wider, die nichts mit politischer Ideologie zu tun hat. Simson war und ist ein Symbol für die kleinen, aber bedeutsamen Freuden im Leben vieler Ostdeutscher. Ein Kulturgut, das weit über die Grenzen der DDR hinaus Bestand hat.

Es ist mehr als irritierend, wenn Simson nun als Symbol einer „rückwärtsgewandten Idee“ bezeichnet wird: Machen wir das mit KTM oder Energica auch? Solche Aussagen reißen die Marke aus ihrem kulturellen Kontext und unterstellen eine politische Agenda, die es schlicht nicht gibt. Die Treffen in Zwickau, bei denen Tausende ihre Leidenschaft für diese Fahrzeuge feiern, sind in erster Linie Ausdruck von Nostalgie und technischer Begeisterung. „Zehn Anzeigen wegen Verwendens verfassungsfeindlicher Gesten“ bei einem so großen Treffen zeigen dass es sich um Einzelfälle handelt, die nicht die gesamte Veranstaltung oder die Marke definieren. Fußballspiele oder Konzerte erleben ähnliche Vorfälle, ohne dass sie pauschal als „rechts“ stigmatisiert werden.

Vereinnahmung von Marken für politische Zwecke

Dass politische Akteure versuchen, bestimmte Marken, Produkte oder Symbole für ihre Zwecke zu vereinnahmen, ist ein völlig normaler Vorgang. Ich erinnere nur an die Currywurst als Sympathie-Katalysator und Kampagneninstrument aller Parteien: „Currywurst ist SPD“ hieß es 2012 in Nordrhein-Westfalen; Rainer Haseloff nahm öffentlich eine Currywurst zu sich als symbolischer Protestakt gegen Bundesernährungsminister Özdemirs Cem Empfehlung, den Fleischkonsum zu reduzieren (die Wurst stammte übrigens vom lokalen Imbiss „Curry 54“ in Magdeburg). Markus Söder traf sich mit CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz bei “Borkowskis” am Wittenbergplatz, einem Berliner Kult-Imbiss – und ließ sich dort öffentlich eine Currywurst mit Mayo servieren. Gregor Gysi startete 2023 die Eventreihe und das gleichnamige Buch „Auf eine Currywurst mit Gregor Gysi“. Und abseits der Currywurst ließe sich Bodo Ramelow anführen, der während einer Landtagsdebatte demonstrativ eine Kiste Sternburg-Bier mitbrachte – als Symbol für Solidarität mit protestierenden Bauern.

Und so ist auch die Identifikationskraft von Simson ist nicht exklusiv rechts. Sie ist universell und verbindet Menschen über politische Lager hinweg. Wenn bestimmte Milieus beziehungsweise deren politische Protagonisten – darunter auch abgehobene, vorurteilszerfressene Haltungsjournalisten –  Simson (oder andere, bevorzugt ostdeutsche, Marken, Produkte oder Symbole) nicht nutzen, dann sagt das mehr über sie aus als über die Nutzer. Die Wertschätzung der Marke heute hat nichts mit einer Verharmlosung der jüdischen Geschichte Simsons zu tun – im Gegenteil: Simson-Fans bewundern die technische Qualität und die kulturelle Bedeutung der Fahrzeuge, ohne die Vergangenheit zu ignorieren. Es ist unredlich, ja unverfroren, ihnen pauschal antisemitische Tendenzen zu unterstellen, wie es die verleumderische Aussage andeutet, Rechtsextreme könnten Antisemitismusvorwürfe relativieren, indem sie Simson fahren.

Ein Stück ostdeutscher Identität

So bleibt am Ende die Feststellung: Simson ist kein rechtes Symbol, sondern ein Stück ostdeutscher Identität – eines, das für Freiheit, Jugend und technische Leidenschaft steht! Es ist schlimm, angesichts der allgegenwärtigen aktuellen Versuche zur Freiheitseinschränkungen – von Heizungsgesetz über Essensvorgaben bis hin zur “verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates” – das mobiles Freiheitssymbol der Kultmarke Simson gerade in Ostdeutschland umzulabeln. Die verkrampften Bemühungen, die Marke in einen politischen Kontext zu zwingen, verkennen ihre universelle Bedeutung. „Wir drehen die Karre richtig auf“, singt die Bitterfelder Ostrock-Band Goitzsche Front – und genau das tun Simson-Fans: Sie leben ihre Begeisterung, ohne sich für politische Zwecke instrumentalisieren zu lassen!

Simson gehört nicht der Politik – einerlei welcher Couleur –, sondern der Normalität. Und das soll auch so bleiben. Der perfide “Spiegel”-Text von Steffen Winter passt wieder voll in die hanseatische Ostdeutschenfeindlichkeit à la „Eigenarten ständig im Blick behalten“. Er wird sowohl „Lügenpresse“-Pauschalisierungen weiter befeuern wie auch zu einer weiteren Marginalisierung der Leserzahlen führen. Letzteres wäre sicher kein Unglück.

19 Antworten

  1. Wenn man nach blödsinnigen Meinungen sucht, wird man nicht nur bei dem im Artikel genannten Propagandablatt fündig.

    Man kann auch ohne die Schmierfinken und ihre verbalen Ergüsse leben. Das mache ich seit vielen Jahren so. Darum ist es mir völlig wurscht, was da alles geschrieben steht. Taugt vielleicht noch zum Ofen anfeuern, mehr nicht.
    😜

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    1. Ich schaue mir gerade mal ein paar Heinz Rühmann Filme vor 45 an… Die Filmqualität ist scheiße aber die Deutschen damals waren irgendwie anders. Vielleicht dümmer vielleicht direkt da aber auf jeden Fall waren das Männer. Da kann ich schon verstehen dass man damals darauf verfallen konnte damit Europa zu erobern…

  2. „… vorurteilszerfressene Haltungsjournalisten …“
    Da können Sie die Haltungs“journalisten“ und Haltungs“redakteure“ des Stürmers 2.0 (Tagesspiegel, Berlin) mit hinzunehmen. Von Hass auf die annektierten DDR-Bürger zerfressen. Vor der Wende haben diese Typen, wie Kurbjuweit, gern von den preiswerten Waren (die es im Otto-Versand zu kaufen gab) aus der DDR gelebt.

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  3. Die Elaborate aus Hamburg sollte man als Demokrat nicht für allzu wichtig erachten. Das ist gedrucktes ARD- und ZDF-Niveau. Hinterfragen und Nachrecherchieren bei allen einen wirklich interessierenden Themen lohnt sich da immer.

    S50 (die Vordere) und S51 (diese auf dem Bild nicht mit dem originalen Tank, dafür aber mit Vier-Gang-Schaltung) sind in Ost und West primär so gefragt, weil sie nicht nur locker 60 km/h fahren können, sondern offiziell auch dürfen. Im Gegensatz zu den den fließenden Verkehr ausbremsenden 45 km/h der Westmodelle. Das wurde im Einigungsvertrag BRD-DDR so festgelegt.

    Die Versicherung kostete seinerzeit 8,50 Ostmark im Jahr. Steuern keine. Ein Nummernschild brauchte man dafür nicht. Verbrauch um die drei Liter Zweitakter-Gemisch 50:1 auf 100 Kilometer.

    Könnte sich die EU-Kommission endlich dazu durchringen, allen Rollern und sonstigen Kleinkrafträdern mindestens 60 km/h Höchstgeschwindigkeit zu erlauben, wären die heutigen gemeingefährlichen „Schleicher“ kaum weniger als die guten alten Simmis gefragt. Und das sogar bei Naz:innen aus dem Osten …

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  4. Mir sagte jemand aus den USA vor 30 Jahren: Coca Cola ist demokratisch und jüdisch. Pepsi ist republikanisch und weiss-angelsächsisch. Ich trinke TROTZDEM lieber Coca. Pepsi ist mir zu süß. OK, ich weiss, man sollte überhaupt keine Cola trinken.

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    1. „… Coca Cola ist demokratisch und jüdisch. …“
      Hat sich dieses Unternehmen der koschere Fink ebenfalls bereits einverleibt?

  5. Identität und Freiheit sind beides fremde böse Unworte für die lebensfeindlixhen Schreiberlinge der immer irrer werdenden Gegen-Rechts- Junta. Am besten diesen bedauernswerten Kreaturen samt ihrer Auswürfe keine Aufmerksamkeit schenken

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  6. Der Mechanismus ist u.a. bei Orwell und den Monty Pythons beschrieben und findet in allen totalitären quasireligiösen Regimen statt: deklariere irgendwas als entweder heilig oder „halal“ und verbrenne jeden öffentlich, der dabei nicht mitmacht.

    Faschismus benötigt zwingend einen äusseren Feind, um die Schafherde zusammen zu treiben. Und wer sich dem verweigert, ist „innerer Feind“. Zu erkennen an entweder mangelnder Ehrerbietung zB vor der verlorenen Sandale des angeblichen Heilands oder eben, weil er die falschen Produktmarken gut findet. Deswegen ist Simson „Nazi“.

    Was auch die Frage beantwortet, wer die Faschisten sind.

  7. Spiegel _BILD & Co nicht mehr konsomiren,nicht mal von der Parkbank ,außer für die Restetonne, aber alle Wahlen ge_recht beXzen,da_mid dieses DDR Geschwür aus unserer Demokratie verschwindet,inclusif ihrer Stasi geschulten IM_Erika . Und gut ist’s,wie sich die linksdraller erblöden vor Gräfin Schloss nutzlos zu Blöcken,immer mehr erkennbar wer die er_rötend unterstützt,die Rotgrüne Maf_ia „unsere_Demokartie „!!!

  8. Deutschland am Abgrund und die Bürger stehen am Rand des Grabes und jubeln!!!…Deutschland hat heute keine nationalen Interessen mehr. Die Regierenden tun das, was kriminelle Eliten aus WEF und WHO oder die AMIS befehlen!!!!…Das zumindest ist die offizielle Regierungsposition.
    Stattdessen stehen „geisteskranke Werte (ÖKO–Sozialismus)“ im Mittelpunkt der Politik. Das ist nicht erst seit dem Amtsantritt der Ampelregierung so, sondern kennzeichnet die deutsche Politik schon seit vielen Jahren (seit 1945 und früher!!!). Neu ist aber, dass sich unsere Regierung nicht mehr nur darauf beschränkt, unsere (falschen!!!) Werte selbst zu leben, sondern auch versucht, andere Länder zur Akzeptanz dieser Werte zu bewegen.

    Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Dieses Sendungsbewusstsein zeigt sich auf vielen Gebieten der Außenpolitik etwa, wenn es um die Außenwirtschaftspolitik, die internationale Klimapolitik oder die Sanktionspolitik geht. Die deutschen Moralapostel gehen dabei mit großem missionarischem Eifer zu Werke und nehmen keine Rücksicht auf den Schaden, den sie mit ihrer Politik anrichten. Nur Gesinnung und gute Absichten zählen; Verantwortung und Konsequenzen spielen keine Rolle.

    So werden die nationalen Interessen Deutschlands massiv beeinträchtigt. Nicht nur Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch der Einfluss Deutschlands auf der Bühne der Weltpolitik sind in Gefahr. Es ist deshalb höchste Zeit für einen grundlegenden politischen Wandel, für die Abkehr vom politischen Moralismus und die Hinwendung zu einer interessengeleiteten Realpolitik.

  9. Die Marke Simson geht auf einen jüdischen Unternehmensgründer zurück. Ich war damals leider zu arm und mittellos, um mir dieses Moped kaufen können. Weshalb man ein Rechter sein soll, wenn man auf diesem Ding hockt und durch die Prärie braust, erschließt sich mir nicht. War denn der jüdische Fabrikgründer und Besitzer dann etwa ein Nazi? Ja? Nein???

  10. Mal was zu Simson. Mit 16 bekam ich ein KR 50 (Einsitzer) Damit fuhr ich dann später, als Lehrling, mit Anhänger und Material über die Dörfer. Das Ding fuhr mit 50 ccm locker 55 km/h. Als ich später meinen Betrieb eröffnete übernahm ich von meinem Vorgänger eine Schwalbe mit Handschaltung, die nicht so hakelig war wie bei der APE ist und Anhänger. Hatte wenigstens schon Blinklicht welches mein super Lehrling einfach absägte weil es mal nicht ging.
    60 km/h. Man bekam ja als Selbständiger kein Betriebsfahrzeug.
    Später kaufte ich meiner Frau den Nachfolger der Schwalbe mit allem was ein 2 Rad so brauchte um ein Vollwertige Fahrzeug zu sein. Meine Frau war aber zu dämlich und so schenkte sie es meinen Nachwuchs bei der Trennung der war aber genauso dämlich und so wurde das Teil im Westen verschleudert.
    Jetzt fährt der Nachwuchs und deren Nachwuchs eine Vespa. Die Technik um Generationen zurück.
    Ich fahre selbst gelegentlich eine APE weil ich regelmäßig von den Autowerkstätten betrogen wurde und da ich noch die Kenntnis vom KR 50 hatte, auf deren technischen Stand von damals wurde bei der Ape alles aufgepfropft und ist auch noch langsamer. Als Rentner damit Camping machen macht schon Spaß. Auch im EU Ausland. Wurde schon zig mal fotografiert.

  11. Simson ist nicht rechts und nicht links sondern vorne und geradeaus, aber sobald ES vorbeigeknattert ist, stinkt es gewaltig…;-)

  12. …für nahezu alle westlichen Politiker sind „Ossis“ rechtsradikale Nazis, egal was sie machen, sie sind NAZiS – und möglicherweise die einzigen die Deutschland retten…

  13. Damals wurden diese Maschinen auf unserem Grund& Boden hergestellt und sie haben sehr gute Qualität bis jetzt. Deutsche Wertarbeit eben und nicht in China und anderen asiatischen Ländern zusammengebaut und das ist der Punkt warum herumgestochert wird auf ein Stück deutscher Verkehrsgeschichte. Es soll eben alles verschwinden oder neusprachlich gecancelt werden was Herkunft& Kultur hat auf unserem alten Kontinent. Erstmal sind wir Restdeutschen in diesem Wahnsinns-Experiment Agenda 2030 wie immer die ersten Versuchskaninchen. Sind wir weg dann sind alle anderen EU-Nachbarn fällig denn geizig sind wir god damned germans nicht. Hört das deutsche Herz aufzuschlagen dann stirbt Europa und so die ganze Welt. mfg

  14. Diese dämlichen Wessis gehen mir nur noch auf den Sack! Alles ostdeutsche ist denen einfach unbegreiflich und damit verhasst. Soviel Engstirnigkeit der angeblich Toleranten. Gibt es umgekehrt ähnliches, dass der Ossi permanent des Wessis Vorleben in Frage stellt? Nein! Das können nur Wessis. Ungestraft übrigens.

  15. Märchenerzählung des Tages:

    „Parteiinternes Papier“ von der AFD
    Wie die AfD-Strategie funktioniert
    Vor Kurzem wurde eine Strategie der AfD öffentlich, wie sie ins Kanzleramt kommen will – nämlich mit Kulturkampf und Spaltung. Das Auftreten der Partei zeigt: Sie hält sich auch dran.
    https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-strategie-104.html

    Wer betreibt denn hier tatsächlich die Spaltung der Gesellschaft?
    Es sind eher die linkswoken Medien und die Altparteien.Nur um mal ein paar Beispiele der letzten Jahre zu nennen: Hass und Hetze gegen Ungeimpfte, gegen Corona-leugner, gegen Klimaleugner,gegen EU- oder Eurokritiker,gegen Kritiker der Migrationspolitik,gegen Putinversteher,Hetze gegen die Ossis (weil die Ossis angeblich falsche Parteien wählen und angeblich nach 35 Jahren immer noch nicht gelernt haben sollen, wie Demokratie funktioniert) etc…

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