Social-Media-Verbote für Jugendliche: Kids, wehrt euch!

Social-Media-Verbote für Jugendliche: Kids, wehrt euch!

Internet- und Handyzugang nur mit Altersfreigabe: Eine fatale Fehlentwicklung und Anmaßung der älteren Generation zur eigenen Machtbehauptung (Symbolbild:Imago)

Immer mehr Länder machen gegen soziale Plattformen mobil. Australien hat als zweites Land nun den Zugang von Jugendlichen unter 16 Jahren zu sozialen Netzwerken verboten. Frankreich prüft Beschränkungen für unter Fünfzehnjährige, Dänemark und Norwegen diskutieren neue Altersgrenzen, Spanien plant eine verpflichtende Zustimmung der Eltern, und Großbritannien setzt verstärkt auf umfassende Altersverifikationen. In der Schweiz wächst die Unterstützung für strengere Vorgaben. Die Begründung dafür ist das übliche Lügengewebe. Die Regierungen reagieren damit auf Hinweise zu schädlichen Inhalten, Cybermobbing und unerwünschten Kontaktaufnahmen. Eine staatliche Erhebung zeigt, dass ein relevanter Teil der zehn- bis fünfzehnjährigen Nutzer mit problematischen Inhalten konfrontiert ist. Bei dieser Wortwahl muss man das nicht weiter kommentieren. Betroffen sind nahezu alle großen Dienste. Facebook, Instagram, Threads, Snapchat, TikTok, X, YouTube, Reddit, Twitch und Kick müssen Minderjährige vollständig ausschließen. Ausnahmen gelten für Anwendungen mit vorrangig kommunikativer oder schulischer Ausrichtung wie WhatsApp, Pinterest, Facebook-Messenger und YouTube Kids. Auch hier muss nicht weiter kommentiert werden, dass die Dienste mit den schärfsten Zensurregeln ausgenommen sind.

Nun gibt es durchaus diese negativen Tendenzen wie Mobbing oder schädliche Inhalte; diese sind aber nicht auf Jugendliche begrenzt, wie ARD, ZDF und die restlichen Mainstream-Medien täglich beweisen. Angepisst wird man im täglichen Leben ohnehin und man kann auch Jugendliche nicht davor bewahren, indem man sie vermeintlich in Watte packt. Klar, viele Kids daddeln heute länger auf ihrem Handy rum, als meine Generation früher auf Schutthalden, Fußballplätzen oder in Wäldern spielte – aber die Zeiten ändern sich halt. Es mag auf manche befremdlich wirken, wenn meine 13-jährige Nichte theatralisch am Kaffeetisch über ihrem Handy mit den Worten „Oh Gott! Der neue Lippenstift ist rausgekommen und ich kann ihn jetzt gar nicht bestellen!“ in sich zusammensinkt. Das sind vorübergehende Phasen,, denn gleich darauf erweist sich die junge Dame schon wieder als mit beiden Beinen, und zwar ihren eigenen (!), auf dem Boden der Realität stehend. Und, Hand aufs Herz: Welche der honorigen älteren Damen von heute hat nicht in ihrer Jugend vor ihrer Unterwäscheschublade gestanden und sich gefragt „Die Beatles kommen! Welches Höschen werfe ich?

Es geht um Macht- und Kontrollsicherung der Eliten

Nein, Verbote waren früher das Falsche und sind heute das Falsche. Klar gab es und gibt es Probleme, heute andere als früher. Und da sind die Erwachsenen mit Rat und Tat gefordert, da sie über die entsprechenden Erfahrungen verfügen. Hatte man früher den Kindern immer wieder eingeschärft: „Steige nie zu einem Fremden ins Auto, selbst wenn er dir einen Negerkuss zum Naschen anbietet!”, so muss man das heute bei der Internetnutzung eben auch machen, und die zahlreichen Fallen zeigen, wo man in Unwissenheit falsch abbiegen kann. Und wenn die Alten da nicht mithalten können, weil sie zu faul sind, sich mit der Technik zu beschäftigen (oder  die “Mittelalten”, sprich Eltern, weil sie zu doof sind, mal etwas nachzudenken), dann wäre an dieser Stelle eben die Schule gefragt  Kritischen Umgang mit der Materie in kritischen Fällen kann man durchaus vermitteln und die Kids dürften das schneller umsetzen, als man die nächste Webseite öffnen kann – man muss es eben nur tun. Und was dann noch an Restrisiken bleibt – etwa massives Mobbing durch Posten demütigende Videos –, dem kann man strafrechtlich (etwa durch schärfere Strafbestimmungen auch für Minderjährige und strengere Disziplinierung) sicher besser beikommen als dich generelle Verbote, die von gewieften Kriminellen sowieso unterlaufen werden.

Nein, es geht hier nicht darum, die Jugend vor Gefahren zu beschützen – das sogar als Allerletztes. Denn die genannten probaten Mittel, die dazu schon heute zur Verfügung stehen, werden gar nicht erst angewandt. Auffällig an der ganze Kampagne ist, dass vorzugsweise Länder dieses Verbot vorantreiben, in denen “Desinformation” (mittlerweile Synonym für jegliche von der absolut gesetzten, staatlich vorgeschriebenen Sichtweise abweichende persönliche Meinungen) zunehmend zum Problem für die Machterhaltung der Eliten wird. Und so weichgespült die Generation Ü25 auch sein mag – die Jüngeren sind es zum Glück vielfach noch nicht. Der aktuelle Widerstand gegen den Kriegsdienst zeigt, dass die heranwachsende Generation alles andere als so systemkonform ist, wie man sich das wünscht. Ich sage dazu: Richtig so! Es ist seit jeher ein Privileg der Jugend, den Aufstand gegen die Alten zu proben und selbst ihre Stellung in der Welt zu finden.

Verbrechen an der jungen Generation

Dass dagegen heute unlauterer eingeschritten wird denn je, liegt schlicht am Interesse der Sicherung von Macht und Kontrolle eines politischen, medialen und kulturellen Milieus, das sich für moralisch unfehlbar und selbst progressiv hält. Seine Vertreter haben vergessen, dass es ist den frühen Jugendjahren hauptsächlich um die Sozialisierung des Menschen geht, um das Ausloten von Grenzen, die Suche nach Widersprüchen und Widerständen, an denen man sich reiben kann, um eigene Maßstäbe zu entwickeln, und der neugierige Austausch mit Fremdem, Unbekanntem, zur Erfahrungsbildung: Wie gehe ich mit anderen um, wie kommuniziere ich, wie komme ich an Informationen und was haben sie zu bedeuten? All diese Lernprozesse laufen heute eben zu einem großen Teil über das Internet.

Bis zum Alter von 16 die Jugendlichen von den wesentlichen sozialen Interaktionen auszuschließen, würde daher nichts anderes bedeuten als die faktische soziale Isolierung jedes einzelnen Kindes. Es soll nicht mehr mitbekommen, was andere denken, es soll nicht einmal eine kritische Ahnung dafür entwickeln können, dass die “seriösen“ Medien hauptsächlich ideologische Propaganda betreiben, es soll keine Möglichkeit mehr haben, sich gegen  perfide politische Verirrungen –  wie jetzt das nächste geplante Verheizen an der Ostfront – organisieren und vernetzen zu können. Insofern sind Verbote mehr als nur der einfachste Versuch, mit – sicherlich durchaus vorhandenen – Herausforderungen und Problemen einer komplexen digitalisierten Welt umzugehen; es handelt sich dabei aus meiner Sicht um ein weiteres Verbrechen an der jungen Generation, vergleichbar mit dem, was bereits in Corona-Zeiten mit aller Brutalität (und den bekannten Folgen) durchgezogen wurde.

Auslegungssache und Behördenwillkür

Aus Sicht der betroffenen Dienste würde diese Regulierung bedeuten, dass die Betreiber verpflichtet werden, verlässliche Altersprüfungen einzuführen – wobei amtliche Dokumente, Videoaufnahmen und automatisierte Schätzverfahren zum Einsatz kommen. Meta deaktiviert bereits Konten auf Grundlage früherer Altersangaben. Snapchat testet eine optische Altersbestimmung. TikTok kombinieren Ausweisdaten, Kreditkartenangaben und biometrische Faktoren. All das wird, wohlgemerkt, von westlichen Regierungen vorangetrieben, die gleichzeitig keine einzige dieser Kontrollmaßnahmen bei der Aufnahme illegaler, angeblich vielfach minderjähriger sogenannter Flüchtlinge auch nur ansatzweise zum Grenzschutz oder zur Bekämpfung illegaler Migration einsetzen. Doch bei der eigenen Jugend greift man totalitär durch.

Der Aufwand ist mithin beträchtlich: Bei unzureichender Umsetzung drohen in Australien Bußgelder von bis zu 49,5 Millionen australischen Dollar (rund 28,2 Millionen Euro). Alles schön und gut, solange man noch auf dem Amt erscheint und sich persönlich ausweist – aber im automatisierten Geschäft mit Millionen, weltweit gar Milliarden von Teilnehmern? Und dass „unzureichende Umsetzung“ letztlich auch nichts anderes als Auslegungssache und damit Behördenwillkür bedeutet, erkennt man aktuell am Umgang der EU mit X. Die Unternehmen sollten sich eher überlegen, ob sie das alles nicht gemeinsam wie – und  mit – Elon Musk ignorieren, oder tatsächlich so billig und fehlerhaft wie möglich umsetzen.
Sicher ist: Sollte dieser Feldzug übergriffiger Politiker gegen Social Media in die heiße Phase eintreten und sollten dieses Jugendverbot kommen  – und das wird es –, werde ich definitiv keinerlei Skrupel haben, für meine Enkelkinder falsche Konten zu eröffnen. Und das immer wieder aus Neue, falls eines auffallen sollte. Hier geht es um mehr, als den meisten bewusst ist. Deshalb: Jugendliche, wehrt euch gegen den unerträglichen Dreck und die Zumutungen, mit denen die sogenannten Eliten euch überschütten! Es ist morgen EURE Welt – und ihr habt ein natürliches Recht, hier mitzuspielen und mitzureden – egal was eine zunehmend verlogene Justiz dazu sagen mag!

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8 Antworten

  1. Ähm, gehört so ein Artikel nicht eher in die taz?? Die Jugend soll doch schön kaputt gemacht und zugemüllt werden! Die Robotik und KI stehen Gewehr bei Fuß während man unsere Kinder restlos zu hirnlosen Digitaljunkies umdressiert, die gerade noch das Facebook- vom WhatsApp-Icon unterscheiden können! Leider zieht sich die klamme Freude an der (Dumm-) Erziehung durch sämtliche Zeitalter und politischen Einstellungen hindurch!

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  2. Die jungen Leute von heute sind viel besser als die Alten gemeinhin denken.

    Kürzlich saß ich frühmorgens in einem Bus voller Schüler und war erstaunt, wie aufgeweckt die sind. Selbverständlich spielt das Smartphone eine große Rolle, aber die Kommunikation findet hauptsächlich verbal statt.
    Die Kinder haben ihre ganz eigenen Ansichten und keine Hemmungen, über diese zu sprechen. Sie werden sicherlich Mittel und Wege finden, um die Diktatur, die sich Demokratie nennt, zu überwinden, denn für dumm verkaufen lassen sie sich nicht. Ganz im Gegensatz zu so manchen Alten!
    😜

  3. Satirisches:
    Früher (Zitat von oben):
    „Steige nie zu einem Fremden ins Auto, selbst wenn er dir einen Negerkuss zum Naschen anbietet!”,……………“

    Heute:
    „Steige nie zu einem Fremden ins Auto, selbst wenn er ein Neger sein sollte………………”,“

  4. Wer als erwachsener Mensch „Kids“ schreibt, der ist gewöhnlich von allen guten Geistern verlassen. Was durch den Artikel eindrucksvoll bestätigt wird: zu behaupten, die unglaubliche Ansammlung von dümmstem Dreck in den asozialen Medien sei ganz unverzichtbar für Kinder und Jugendliche – da muss man erstmal drauf kommen.

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  5. Jedes Verbot wird umgangen werden, da bin ich mir sicher. Und wenn es dazu führt, daß die Kinder unter 16 Jahren sich wieder auf Plätzen treffen, wo sie miteinander wie wir früher reden, dann hat das Verbot sogar ein Gutes. Nur werden die Eliten merken, daß sie das dann gar nicht mehr kontrollieren können…

  6. Machtbehauptung? Ggü Kindern, die sowieso nichts zu sagen haben? Total sinnvoll, sie vor dem Sch… zu schützen.