Sozialdemokratie 2025: „Wehrhafte Demokraten“ oder Faschisten?

Sozialdemokratie 2025: „Wehrhafte Demokraten“ oder Faschisten?

Willy Brandt, zu Stein erstarrt angesichts dessen, was aus seiner Partei geworden ist (Foto:Imago)

Die Frage ist so zugespitzt wie beunruhigend –  und wirkt fast wie ein Dolchstoß in das Herz der politischen Debatte: Ist die SPD eine faschistische Partei? Wer sie stellt, wirft allerdings nicht mit billigen Etiketten um sich, sondern zielt auf eine neue, perfide politische Praxis ab, die unter dem hehren Banner der „wehrhaften Demokratie“ die Grundfesten der Freiheit untergräbt. Denn wo das Wort „Faschismus“ zum Allzweckhammer mutiert, schrumpft der Raum für echte Pluralität auf ein Minimum zusammen – und blüht stattdessen der finstere Drang auf, den politischen Gegner nicht mehr mit Argumenten zu bezwingen, sondern ihn mit allen Mitteln aus dem Weg zu räumen, als wäre er zu beseitigendes Ungeziefer in der politischen Hygiene des Staates.

Der jüngste Skandal, der diese finstere Entwicklung wie ein Blitz beleuchtet, ist der „Hitlerbärtchen“-Fall des Neunkirchener SPD-Oberbürgermeisters Jörg Aumann, der zugleich saarländischer SPD-Landesvize ist: Eine von ihm verbreitete, billige Montage zeigt den CDU-Vorsitzenden von Neunkirchen, Karl Albert, mit einem Hitler-Schnurrbart . Die Junge Union forderte daraufhin seinen Rücktritt, denn solch eine Entwürdigung sei nicht nur geschmacklos, sondern ein Schlag ins Gesicht der Demokratie. Alberts „Vergehen“? Ein simpler Versprecher beim CDU-Empfang Anfang Januar: Er nannte versehentlich den Namen des lokalen AfD-Politikers Christoph Schaufert, meinte aber den SPD-Politiker Heiko Schaufert. Als Reaktion klebte der Oberbürgermeister digital den Bart drauf und versah das Bild mit einer hämischen Sprechblase: „Ich begrüße Ortsvorsteher Christoph Schaufert!

Verräterischer Gestus

Dieses Machwerk schickte er per WhatsApp an Heiko Schaufert, wie die “Saarbrücker Zeitung” berichtete. Selbst wenn die juristische Aufarbeitung noch in der Schwebe hängt: Der Gestus selbst ist verräterisch. Den Gegner durch NS-Assoziationen in den Dreck zu ziehen, ihn zu entwürdigen und zu diffamieren – das passt nahtlos in das neue, giftige Klima in diesem Land, das die SPD maßgeblich mitzuverantworten hat. Charlotte Warken-Luxenburger, Mitglied des Bundesvorstands der JU, bringt es auf den Punkt: „Dabei gehört das gewissen- und schamlose Hantieren mit NS-Symbolik in der heutigen SPD mittlerweile zum kleinen 1×1 ihrer sogenannten politischen Debattenkultur.“ Ein Satz wie ein Peitschenhieb, der die Heuchelei entlarvt.

Nicht minder aufschlussreich und weitreichender in seiner Symbolik war vor wenigen Wochen der Fall, der wie ein Erdrutsch die politische Landschaft durcheinanderbrachte: Der baden-württembergische SPD-Landtagsvize Daniel Born gestand ein, bei einer geheimen Wahl im Landtag ein Hakenkreuz auf einen Stimmzettel geschmiert zu haben – direkt hinter den Namen des AfD-Abgeordneten Bernhard Eisenhut. Born trat zurück. Doch strafrechtliche Ermittlungen? Fehlanzeige. Der Vorfall ist dokumentiert, der politische Schaden unermesslich. Diese Episoden allein “beweisen“ noch nichts über die Gesinnung einer gesamten Partei, das sei eingeräumt; aber sie markieren eine kulturelle Verschiebung, die alarmierend ist. Wo das NS-Stigma zur bloßen Spottgeste verkommt, sinkt die Hemmschwelle dramatisch – und plötzlich wird das Matt- oder Außerkraftsetzen des Gegners nicht mehr als letztes Mittel, sondern als moralisch gebotener Akt geframt, als heilige Pflicht in der Schlacht gegen das Böse.

Wahlrecht als Bollwerkspolitik

Noch folgenreicher als diese symbolischen Schmähungen, die wie Giftpfeile wirken, ist das administrative Ausschalten des Gegners, das systematisch und kaltblütig vorangetrieben wird. Zwei aktuelle Fälle enthüllen, wie SPD-Funktionäre in Wahlausschüssen die AfD aus demokratischen Prozessen regelrecht herausprügeln, unter dem Deckmantel der Verfassungstreue. Neh-men wir Joachim Paul: Vom Wahlausschuss Ludwigshafen wurde er von der OB-Wahl ausgeschlossen – mit dem fadenscheinigen Verweis auf Zweifel an seiner Verfassungstreue. Ein Verfassungsschutz-Dossier diente als scheinheilige Grundlage. Sechs von sieben Mitgliedern stimmten gegen Paul; nur der FDP-Vertreter wagte es, für seine Zulassung zu votieren.

Bemerkenswert – und enthüllend – ist die Rolle der SPD-Vertreterinnen darunter: Die scheidende Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, bis 2023 SPD-Mitglied, fungierte als Wahlleiterin und schleppte das Verfassungsschutz-Material persönlich in den Ausschuss. Auch die Juristin Julia-Caterina May war involviert, die zynisch erklärte: „Politisch hätte ich anders entschieden, denn eine wehrhafte Demokratie muss sich mit Menschen wie Joachim Paul in einer Wahl befassen.“ Doch juristisch, so May, sei die Sache „eindeutig“. Eine solche Spaltung zwischen politischem Gewissen und juristischer Kälte zeigt, wie sehr die SPD inzwischen die Demokratie aushöhlt.

Politische Instrumentalisierung der Justiz

Ähnlich perfide der Fall von Matthias Kalkreuter, SPD-Bürgermeister und Vorsitzender des Wahlausschusses in Lage: Unter seiner Leitung wurde der AfD-Kandidat Uwe Detert von der Bürgermeisterwahl ausgeschlossen – wiederum mit dem mantraartigen Hinweis auf angebliche Zweifel an seiner Verfassungstreue. In beiden Fällen wird sichtbar, wie die SPD Wahlausschüsse als Filterinstanzen missbraucht, die nicht länger über Formalien wachen, sondern den politischen Wettbewerb manipulieren und regulieren. So verschiebt sich ihre Funktion von der Sicherung demokratischer Verfahren zur Vorzensur politischer Konkurrenz – eine Bollwerkspolitik, die den Geist des Faschismus atmet, ohne sein Etikett zu tragen.

Doch begnügen wir uns nicht mit bloßen Vorwürfen; tauchen wir tiefer in die juristische Diskussion um diese Urteile ein, die den Kern der Kontroverse enthüllen. Im Fall von Joachim Paul in Ludwigshafen – Lehrer und seit 2016 (!) Landtagsabgeordneter – hat der Wahlausschuss den Ausschluss mit Verweis auf ein Verfassungsschutz-“Dossier” begründet, das Pauls Äußerungen und Aktivitäten arbiträr als “verfassungsfeindlich“ einstuft. Paul und die AfD haben dagegen juristisch opponiert: Ein Antrag auf Eilrechtsschutz wurde beim Verwaltungsgericht Neustadt eingereicht. Doch das wies den Eilantrag als unzulässig ab; ein vorläufiger Rechtsschutz sei nur bei offensichtlicher Rechtswidrigkeit gerechtfertigt – dies sah das Gericht hier nicht gegeben, obwohl eine größere Eilbedürftigkeit als im Fall einer unmittelbar bevorstehenden Kommunalwahl wohl kaum denkbar wäre.

Dünne Beweislage

Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz bestätigte – wenig überraschend – die Entscheidung der Vorinstanz: Joachim Paul bleibt von der Wahl ausgeschlossen. Auch das OVG betonte die bestehende Rechtsprechung: Kandidaten für kommunale Spitzenämter müssen “besonders verfassungstreu” sein (Paragraph 53, Absatz 3 Gemeindeordnung Rheinland-Pfalz). Die Entscheidung über die Zulassung könne erst nach der Wahl überprüft werden; ein vorgezogener Schutz greife nur bei offensichtlichen Fehlern, das sei hier nicht der Fall.

Juristen wie der SWR-Rechtsexperte Kolja Schwartz betonen, dass der Ausschluss auf dem Kommunalwahlgesetz Rheinland-Pfalz basiert, das eine „Zweifel an der Verfassungstreue“ als Ausschlussgrund erlaubt, doch die Beweislage sei dünn: Sie stützt sich auf Pauls Nähe zu AfD-Strömungen, die als “rechtsextrem” gelten, ohne konkrete strafbare Handlungen nachzuweisen. Kritiker argumentieren, dies verstoße gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und das Wahlrecht als Grundrecht nach Grundgesetz Artikel 38, da es politische Meinungen vorab sanktioniert, anstatt sie dem Wählerurteil zu überlassen. Die AfD sieht hier eine politische Instrumentalisierung der Justiz, die die Demokratie ad absurdum führt – ein Vorwurf, der durch die SPD-Dominanz im Ausschuss an Schärfe gewinnt.

Willkürliche Einschätzungen

Noch deutlicher konturiert sich die juristische Debatte im Fall von Uwe Detert in Lage: Hier hat das Verwaltungsgericht Minden den Ausschluss des AfD-Kandidaten in einem Eilverfahren bestätigt, indem es den Entscheid des Kreiswahlausschusses aufrechterhielt. Die Begründung? Zweifel an Deterts Verfassungstreue – wiederum gestützt auf “Verfassungsschutzberichte”, die seine Äußerungen zu Themen wie Migration und Demokratie willkürlich als “extremistisch” einstufen. Das Gericht argumentierte, dass der Ausschluss verhältnismäßig sei, da Detert eine „Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung“ darstelle – eine Formulierung, die aus dem NRW-Kommunalwahlgesetz stammt und auf Artikel 21 GG zurückgreift.

Doch die Kritik tobt: Staatsrechtler wie Volker Boehme-Neßler warnen, dass solche Urteile auf einer „Zitatenhuberei“ beruhen, bei der isolierte Aussagen aus dem Kontext gerissen werden, ohne tatsächliche militante Aktivitäten zu belegen. Das Gericht wies Deterts Eilantrag ab, mit der Begründung, dass keine unmittelbare Verletzung seiner Rechte vorliege, da die Wahl ohne ihn fortgesetzt werden könne. Dies untergräbt das passive Wahlrecht und schafft Präzedenzfälle für eine „Vorzensur“ politischer Kandidaten – eine Praxis, die natürlich an die dunkle Logik autoritärer Regime erinnert. Die AfD plant zwar, Berufung einzulegen – doch das Urteil steht: Es bestätigt den Ausschluss und verstärkt die These, dass SPD-geführte Institutionen das Recht als Waffe missbrauchen, um Wettbewerber auszuschalten. Insgesamt enthüllen diese Urteile eine Spaltung im Rechtsdiskurs: Während Befürworter wie Julia-Caterina May von „eindeutiger Jurisprudenz“ sprechen, mahnen Skeptiker vor einer Politisierung der Justiz, die die Demokratie nicht schützt, sondern erstickt. Sie stehen damit exemplarisch für eine SPD-Praxis, die die Gremien des Wahlrechts gegen den Gegner instrumentalisiert – eine Taktik, die den Wähler entrechtet und den Staat zum Richter über Meinungen macht.

Vom Gegner zum „Objekt der Gefahrenabwehr

Ebenfalls symptomatisch – und wie ein Schatten, der sich über die Republik legt – ist der neue, tödliche Ernst in der Verbotsdebatte: Auf ihrem Parteitag Ende Juni 2025 hat die SPD beschlossen, die Vorbereitung eines AfD-Verbotsverfahrens zu unterstützen; Parteichef und Vizekanzler Lars Klingbeil spricht seither offen von der „Verpflichtung“, ein solches Verfahren zu erwägen. Das ist keine Randmeinung, sondern die offizielle Leitlinie, die wie ein Schwert über der Opposition schwebt. Die verfassungsrechtliche Landschaft ist ein Schlachtfeld: Eine Studie der Forschungsstelle Nachrichtendienste an der Uni Köln sieht das Gutachten des Verfassungsschutzes als tauglichen Anknüpfungspunkt für ein Verbotsverfahren; andere Staatsrechtslehrer wie Volker Boehme-Neßler warnen vor Scheinexpertisen, zurechtgebogenen Paragraphen  und einer dünnen Beleglage, die mehr auf Interpretation als auf Fakten basiert. Der Diskurs ist gespalten – und genau diese Spaltung sollte Politiker zur Vorsicht mahnen, nicht sie in blinde Bannlust treiben.

Nicht alle in der SPD ziehen übrigens vorbehaltlos mit: Hamburgs SPD-Innensenator Andy Grote warnte vor den politischen Risiken eines scheiternden Verbots, das die AfD nur stärken würde. Skepsis gibt es auch außerhalb der SPD – bis hin zur Union –, doch die institutionelle Stoßrichtung der Sozialdemokratie ist unmissverständlich: Delegitimierung des Konkurrenten durch Sicherheitsrecht, als wäre die AfD kein politischer Rivale, sondern ein Virus, das ausgemerzt werden muss.

Zusätzlicher Eskalationsverdacht

Die juristische Großkulisse lässt sich rasch skizzieren: Das OVG Münster bestätigte 2024, dass der Verfassungsschutz die AfD als “Verdachtsfall“ beobachten darf – ein niedrigerer Status als „gesichert extremistisch“. Im Mai 2025 erklärte das Bundesamt dann die bundesweite Hochstufung auf „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“; im Eilverfahren wurde die Umsetzung vorläufig ausgesetzt. An diesen Wechselfällen erkennt man, wie fragil und manipulierbar die Lage ist – und wie riskant es wäre, darauf sogleich ein Parteiverbot aufzubauen, das die Demokratie selbst in die Knie zwingen könnte

Für zusätzlichen Eskalationsverdacht sorgte Ex-Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD): Ein Ex-Richter des Bundesverfassungsgerichts, Peter Müller, kritisierte ihr Vorpreschen bei der Veröffentlichung der Hochstufungs-Bewertung als „grob unprofessionell“ und „unkollegial“. Wenn politische Kommunikation vor fachlicher Prüfung steht, weckt das berechtigte Zweifel, ob hier Recht oder bloße Rhetorik regiert – eine Rhetorik, die wie Gift wirkt. Die AfD reagierte erwartbar scharf und wehrte sich gerichtsfest – bis hin zur Verfassungsbeschwerde: Ein Weg, der Zeit und Nüchternheit erzwingt, doch die SPD scheint genau das zu fürchten.

Parteiverbot als Instrument politischer „Säuberung“?

Was hieße ein Parteiverbot praktisch? Es bedeutete, dass gewählte Mandate erlöschen und Parlamente neu formiert würden – ein Erdbeben, das die politische Landschaft umkrempeln würde. Staatsrechtler haben genau darauf hingewiesen: Ein Schlag mit tektonischer Wirkung, der „plötzlich“ Mehrheiten verschöbe – nicht durch politische Überzeugung, sondern durch juristische Exklusion, als wäre der Wählerwille ein lästiges Hindernis. Wer das befürwortet, muss wissen, dass er die Repräsentation von Millionen Wählern im Wege der Sicherheitsdog-matik neutralisieren will – eine „Säuberung“, die den Duft des Totalitären verströmt.

Gerade diese Logik der Reinigung – der Verdacht, die Ordnung müsse durch Ausschluss stabilisiert werden – trägt Züge, die rechte Theoretiker des 20. Jahrhunderts als politischen Manichäismus benannt haben: Es gibt nicht mehr Gegner, sondern Feinde, die aus dem „Siedlungsgebiet“ der Demokratie hinausgefegt werden sollen. Man nennt es heute “wehrhafte Demokratie“; in der Praxis droht es, zum Feindstrafrecht der Moral zu verkommen, wo der Staat zum Richter über Seelen wird. Auch konservative Medien und Juristen mahnen, ein Verbot sei rechtlich extrem hoch aufgehängt und politisch riskant – ein Sprung ins Ungewisse, der die Republik spalten könnte.
Damit kristallisiert sich ein Kernproblem: Der Verfassungsschutz gerät in die Rolle des politischen Akteurs; Beobachtung wird zur Vorentscheidung; Gutachten werden zu politischen Hebeln, die wie Keulen geschwungen werden. Rechtsstaatlich ist das legitimiert, aber demokratisch ist es prekär, wenn die Herrschaft der Gründe in Aktenvermerke und Einstufungen externalisiert wird, die dann als Vorverdikt ins Parlament zurückschlagen – ein Kreislauf der Unterdrückung.

Brutale Symphonie

Ist die SPD faschistisch? Historisch gewiss nicht: Faschismus war eine Bewegungs-Diktatur, die den Staat totalisierte und Militarismus mit Massenästhetik verschmolz – eine brutale Symphonie aus Gewalt und Propaganda. Der SPD fehlt jede ästhetische, organisatorische, ökonomische und geschichtsphilosophische Tiefenstruktur, die das stützen würde. Aber: Es lassen sich illiberale Versuchungen erkennen, die mit faschistoider Logik verwandt sind – wie Schatten, die sich aus der Vergangenheit recken:

  • Moralische Selbstermächtigung: Der Gegner wird mit NS-Chiffren entwürdigt – siehe Stimmzettel und Bildmontage. Solche Entgleisungen sind keine Programmpunkte, aber Signale eines Milieus, das Entmenschlichung instrumentalisiert, als wäre es ein Spielzeug.
  • Sicherheitsrechtliche Politiksubstitution: Wo die politische Überzeugungskraft schwindet, wächst die Neigung, den Konkurrenten über Dienste, Verbote und Finanzentzugs-Techniken zu bekämpfen. Die SPD macht sich zur Speerspitze dieser Strategie – nicht aus Staatsnot, sondern aus blanker Machtlogik, die den Thron sichern will.
  • Institutionelle Instrumentalisierung: Wenn selbst Ex-Verfassungsrichter ministerielle Kom-munikationskürzel rügen, dann sind die Grenzziehungen zwischen Recht und Rhetorik nicht mehr stabil – sie zerbröckeln wie ein morsches Gebäude.

Das alles ist noch kein Faschismus, aber es ist antipluralistisches Regieren durch Scham-Semantik und Sicherheitsrecht. Wer in dieser Logik aufwächst, lernt, dass Mehrheiten nicht erstritten, sondern hergestellt werden – notfalls durch Ausschluss, als wäre die Demokratie ein Club, in den nur die Reinen eintreten dürfen.

Schläft der Verfassungsschutz?

Das deutsche Parteiverbotsrecht ist nach den Fehlversuchen gegen die NPD bewusst hoch justiert: Nicht die Gesinnung genügt, sondern aktiv kämpferische, aggressiv-militante Verfassungsfeindlichkeit – mit konkreter Wirksamkeit. Genau hier verläuft die Sollbruchstelle zwischen politischer Empörung und juristischer Tauglichkeit – eine Linie, die die SPD zu überschreiten droht. “Legal Tribune Online” warnt zu Recht davor, aus verwaltungsgerichtlichen Mosaiken vorschnell den „letzten Baustein“ eines Verbots zu basteln, als wäre es ein Puzzle der Macht. Wer die Wehrhaftigkeit des Grundgesetzes ernst nimmt, muss zweierlei können: beobachten, abgrenzen, sanktionieren – und zugleich politische Selbst-Enthemmung vermeiden, bevor sie zur Tyrannei wird. Eine Sozialdemokratie, die in Sicherheitssprache denkt, verliert ihre histori-sche Würde: die des Streitens um den Menschen, nicht die des Säuberns der Parlamente – ein Verrat an ihren eigenen Wurzeln.

Die provokante Schlussfrage ist daher doppeldeutig und schneidend: Schläft der Verfassungsschutz – oder ist er überwach und dadurch übergriffig geworden, zu einem Werkzeug in den Händen der Mächtigen? Wenn eine Ministerin zu früh öffentlich nachlegt, wenn Hochstufungen erfolgen und ausgesetzt werden, wenn Parteitage mit Verbotsaufträgen hantieren und Juristen gleichzeitig Nüchternheit mahnen, dann ist das Problem nicht der „Schlaf“, sondern die Verwechslung von Rechtspflege und Politikersatz – eine Verwechslung, die die Demokratie in den Abgrund reißen könnte.
Als Fazit bleibt die Feststellung: Nein, die SPD ist keine faschistische Partei – aber sie spielt mit Formen und Mitteln, die illiberal sind: Stigmatisierung statt Streit, Verbotsphantasie statt Überzeugungsarbeit und Diskurs. Wer die Demokratie wehrhaft machen will, muss zuerst ihre Pluralität verteidigen – mit Zähnen und Klauen. Alles andere führt – ob von links oder rechts – in eine Staatsästhetik der Ausgrenzung, die den Geist bekämpft, aus dem das Grundgesetz lebt.

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22 Antworten

  1. wie wäre es mal mit was anderem z.b. einem erklärenden artikel zu : Synonyme für kriminell
    ….verboten unmöglich verfassungswidrig tabu unzulässig rechtswidrig verpönt eigenmächtig widerrechtlich illegitim kriminell ungerechtfertigt irregulär ordnungswidrig unrechtlich vorschriftswidrig unstatthaft polizeiwidrig gegen das Gesetz….

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  2. Die Übergänge von arroganter Dummheit heutiger Folklorelinker zur bösartigen Niedertracht nationaler Sozialisten des Dritten Reiches sind mitunter recht fließend …

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    1. Sozialisten sind Sozialisten sind sozialisten, ob national oder international ist zweitrangig. Die Methoden ähneln sich, die Grundüberzeugungen, der Kollektivismus (der einzelne ist nichts, das Kollektiv ist alles). Nur weil es heute andere Möglichkeiten gibt, Dinge durchzusetzen, ist es keinen Deut besser als damals.

      Man kann es mit dem Islam vergleichen. Da gibt es Sunniten und Schiiten. Sie sind sich zum Teil spinnefeind, aber sie hängen beide dem Islam an! Dessen Grundsätze erkennen beide an, nur nicht, wer der legitime Nachfolger Mohammeds ist.

      Und hey, wer hat doch noch die Abschiebung Adolf Hitlers aus Deutschland verhindert? Der SPDler Erhard Auer wars! Brüder im Geiste? Wer hat Aufständische niederschießen lassen? Gustav Noske, SPD!
      Und wer war bei den Schweinereien der letzten Regierungen seit der Schröder-Zeit immer vorne mit dabei? Die SPD!

      Gewaltfreiheit in der DNA der SPD (Zitat Ralf Stegner, SPD)?
      Man könnte lachen, wenn man nicht so viel ko**** müsste!

    2. „Sozialismus“ endet IMMER im Faschismus, ist sogar zwingende Voraussetzung, siehe 3. Reich & DDR!!!
      Der Erfinder des Faschismus, Mussolini, war ja ebenfalls glühender Sozialist…

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      1. Mussolini hat den Faschismus doch nicht erfunden, sondern war der erste.
        Wie alles entstand, installiert wurde und woher das ganze Geld kam, wird in dem Buch erklärt:

        „Die deutschen Katastrophen 1914 bis 1918 und 1933 bis 1945 im Großen Spiel der Mächte“ von Andreas Bülow.
        Gibt es bei Amazon.

        Da schlackert man mit den Ohren und sagt sich immer wieder, das kann doch wohl nicht wahr sein.

        Nichts ist so, wie es scheint.

  3. Wenn die Politik nicht mehr den Willen des Volkes abbildet, sondern versucht, ihren eigenen Willen dem Volk aufzuzwingen, ist es mit der Volksherrschaft aka Demokratie vorbei.
    Dann sind wir im Totalitarismus angekommen: Die „richtige“ Meinung wird dem Volk von der Politik diktiert.
    🤮

    Pfui! Bäh!

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    1. „Volksherrschaft aka Demokratie“

      Sowas gibt es nicht.

      Die Demokratie ist die Diktatur der Politiker.

      Die können sich blind darauf verlassen, dass sie immer wieder gewählt werden, weil es viele Menschen gibt, die der Illusion erliegen, der Souverän zu sein.
      Sie erkennen nicht, dass sie nur den Tyrannen im Amt bestätigen oder ihn austauschen, wenn sie ein Kreuz auf einem Wahlzettel machen.
      Nur dafür wird der „Souverän“ benötigt. Und schon hat er die nächsten 4 Jahre einfach die Fresse zu halten, um sich dann wieder souverän seinen Tyrannen zu bestätigen oder neu zu wählen.

      1. @ Ronny
        „Wenn die Politik nicht mehr den Willen des Volkes abbildet, sondern versucht, ihren eigenen Willen dem Volk aufzuzwingen, ist es mit der Volksherrschaft aka Demokratie vorbei.“

        Die Politik bildet eben genau den Willen des Volkes ab. Ein Blick auf das Wahlverhalten des Bratwurstmichels
        verschafft Klarheit. Die machen genau das, was vom Wähler gewünscht wird, sonst hätte dieser die ein oder
        andere Partei besser nicht gewählt.

        1. Ich sehe es so:
          80 Jahre Gehirnwäsche lässt das Volk das machen, was die Politiker wollen. Es sind weite Teile der Nachkriegsgenerationen, die ihr eigenes Land zerstören. Warum? Weil sie den Lügen Glauben schenken. Ein weiteres Problem sind die politischen Verbote, die „unsere“ Demokratie zur Antidemokratie machen.
          Die gewählten Politiker arbeiten nicht für das deutsche Volk. Der erste Verräter war der erste Kanzler der BRD.
          Nur ab Schröder als Kanzler konnten sie ihre Zerstörung für Deutschland endlich offen zeigen, denn die Nationalsozialsten starben aus. In den Bundestag zogen die Nachkriegsgenerationen ein, die keine Heimatliebe, keine Volksliebe mehr zeigen. Im Gegenteil. Alles in diese Richtung wird bekämpft.
          Statt in der Menschheitsgeschichte das sorgloseste Leben führen zu können, machen die echt alles platt. Die Masse der Menschen will wohl kein sorgloses Leben. Denen geht es einfach zu gut.
          Mittlerweile haben sie die letzten Hemmungen fallen lassen.

          Dazu kommt noch, dass kein Wähler Koalitionen wählt, die nach der Wahl gebildet werden, um an die Macht zu kommen.

          Na ja, gefangen in „unserer“ Demokratie.
          In meiner Demokratie gebe es eine Verfassung.
          Diese Verfassung sind die Menschenrechte. Über allem steht das selbstbestimmte und eigenverantwortliche Leben! Also eine Prise Anarchie. 🙂
          Alle nachgeordneten Gesetze dürfen den Menschenrechten in keiner Weise gegenlaufen. Jeder Politiker, der dagegen verstößt, war die längste Zeit in Freiheit und in der Politik tätig.

          Was aber in „unserer“ Demokratie tun, die noch nicht einmal eine Verfassung besitzt, dessen Staat kein souveräner ist.
          Es bleibt ja nur die AfD zu wählen und dann mal schauen, was kommt.

          Es muss den Altparteienwählern richtig weh tun. Und langsam beginnt es wohl damit, wenn man die Wahlumfragen sieht.

  4. Eine wehrhafte Demokratie wehrt sich dadurch, indem derjenige mit den meisten Stimmen gewinnt. Anderenfalls geht es nicht um wehrhafte Demokratie, sondern um das Abwehren der Demokratie.

    Und: käme es zu einem AfD-Verbot, was passierte dann eigentlich mit den rechten Sitzen im Bundestag und in den Landtagen? Würden diese dann ersatzlos abmontiert und an deren Platz ein paar Blumentöpfe aufgestellt werden, oder würde auf diese Plätze dann sogleich eine andere Partei (aus der Mitte) nachrücken, die dann geradeso wieder als rechts außen gälte und prinzipiell damit dann gar nichts (im Sinne der AfD-Verbotstreiber) erreicht wäre? Nur mal so gefragt.

  5. @„Wehrhafte Demokraten“ oder Faschisten?
    Wo liegt der Unterschied ?
    In meinen Augen als Pack aus Dunkeldeutschland war das besetzte Deutschland und seine Besatzungsverwaltung immer faschistisch – es ist nur nicht so aufgefallen, weil da die Faschisten unter sich waren.
    Mit dem Aufkommen der anders denkenden AFD kommt erfolgreiche Konkurrenz auf, und da treten sie zwangsweise offener auf, weil sie die AFD mit den üblichen Mitteln nicht mehr versenken können !
    Politiker verbieten – oder gleich ganz exekutieren, demnächst fällt dann die Antifa bei den Politikern nach Vorgaben des VS ein – die Beispiele sind aus anderen Staaten ja schon bekannt !
    Geheimdienste, die die schwarzen Blocks anführen bei Entführungen und politischen Morden – in Italien ist auch Gladio bekannt geworden damit – bei uns war es weniger aufgeklärt die sogenannte RAF ! Wird wohl wieder aufleben !

  6. Die Frage: „Sozialdemokratie 2025: Wehrhafte Demokraten oder Faschisten“, ist für mich zu kurz gefasst.
    Die Machenschaften der Sozialdemokraten erinnert doch sehr an das „Konzept des Sozialismus“ von Josef Wissarionowitsch Dschugaschwilli (Kampfname : Stalin).

  7. Kölner SPD verteilt Abtreibungspropaganda an Zehnjährige

    KÖLN. Die SPD-Jugendorganisation hat vor einer Kölner Schule abtreibungsverherrlichendes Material an zehnjährige Schüler verteilt. Die „Jungsozialisten“ gaben am Freitag vor einer Gesamtschule Tüten aus, die neben Flyern auch Aufkleber enthielten. Ein Motiv zeigte Delphine, Regenbogen und Herzchen mit der Aufschrift „How Life feels – Wenn wir Paragraph 218 endlich abgeschafft haben“.

    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2025/koelner-spd-verteilt-abtreibungspropaganda-an-zehnjaehrige/

  8. „Sozialdemokratie 2025: „Wehrhafte Demokraten“ oder Faschisten?“

    Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten.
    Die SPD ist das, was sie schon immer war: Feinde der Arbeiterklasse. Und damit eher keine Deutschlandfreunde.

    Wie der Wolf im Schafspelz.

  9. Oberbürgermeister Dortmund
    Thomas Westphal SPD

    Drogenhölle Dortmund: Eine Ruhrgebietsstadt verfällt durch Rauschgift und Migration

    1. Abschaffung des Menschenrechtsfeindlichem BtmG und schon ist das Thema gegessen.
      Das BtmG ist das Verbrechen.

      Kein Mensch und kein Gott hat das Recht, einem freien Menschen etwas zu verbieten, schließlich lebt jeder Mensch selbstbestimmt und eigenverantwortlich.
      Er muss selber entscheiden, ob er Rauschgifte, Betäubungsmittel oder Drogen nimmt.
      Den Staat hat das nichts anzugehen, denn erwachsene freie Menschen sind keine Kinder!

      Wird im Rauschzustand eine Straftat begangen, dann muss diese Straftat mit aller Härte des Gesetzes betraft werden. Aber der Rauschmittelkonsum bleibt straffrei.
      Passt doch mit dem Rauschgift Alkohol, welches die Nummer 1 ist, wenn es um Verbrechen geht.

  10. Kurz und bündig: Was außer Faschismus sollen brandmauernde Prteien denn darstellen? Es ist die Rede von einem Fünftel bis Viertel an Wählern bundesweit und mindestens einem Drittel in manchen Bundesländern, die hier völlig ignoriert und diskriminiert sowie diffamiert werden! Eigentlich ist das sogar kriminell, wie so vieles (oder gar alles) was diese Parteien sonst so tun! Denn wenn die andere Seite das tun würde, so würde sie mit voller Gesetzeshärte dafür behelligt! Also was soll das darstellen, etwa ernsthaft Demokratie? Es ist Faschismus in Reinform und das ohnehin schon lange, nicht erst der Anfang. Und die benannte Partei ist asozial und faschistisch, auch wenn sie meint sie sei das Gegenteil! Denn wer hat denn Sozialleistungen wie das Arbeitslosengeld gestrichen oder gekürzt und arbeitet Vollgas am Sozialismus und Globalfaschismus sowie Digitalfaschismus???
    Aber die antichristlichen Faschos, die sich christlich und demokratisch nennen sind kein Haar besser! Wenn unser Rechtsstaat funktionieren würde und die obersten Gerichte nicht mit deren Parteibuchträgern unterwandert wären, so wäre dies längst unterbunden oder gar im Keime erstickt worden! Hier gibt es also nichts zu überlegen oder zu hinterfragen, denn offensichtlicher können sie nur mit Folter und Mord noch operieren, denn alles andere ist in voller Fahrt und bereits von ihnen installiert und etabliert! Danke!

  11. Das Problem mit dem Faschismus und damit ist grundlegend erstmal der Begriff gemeint, es gibt keine einheitliche Definition dafür. Es könnte daran liegen, daß es „den Faschismus“ ebenso wenig gibt wie „die Wissenschaft“, so unterscheidet sich der italienische Faschismus, vom dem Faschismus der einst in Deutschland en Vouge war. Während man den Deutschen, den Faschismus als ewige Schuld anlastet, wird gern übersehen, daß auch in anderen Ländern der Faschismus große Beliebtheit und zahlreiche Nachahmer fand. Aus meiner Sicht würde ich die SPD als ziemlich nah dran bezeichnen, da sie fortwährend Methoden aus jener düsteren Zeit anwenden, wenn es darum geht, unliebsame Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Allerdings hatte die Nazis niemals soviel Empathie mit ihren Nachbarn, egal ob nah oder fern, sie kamen nie auf die Idee, deutsches Steuergeld in unfassbarem Maße, Fremden zu Gute kommen zu lassen, während die Deutschen im Dreck saßen. Sowas schafft eben nur die SPD, deren Hass auf alles deutsche mittlerweile zum Leitbild der Partei geworden ist.
    19 Jahre lebte ich im „real existierenden Sozialismus“, im Unrechtsstaat DDR, nie hätte ich für möglich gehalten, daß so eine düstere Zeit uns aktuell wieder einholt.

    1. Faschismus ist die Bündelung der Staatsgewalten in einer Hand oder einer Gruppe.
      Das Wort ist abgeleitet vom lateinischen ,fasces‘, was Bündel bedeutet. Das Symbol des Faschismus ist ein Bündel Stäbe mit herausschauendem Beil.

      Der Faschismus läßt sich mindestens bis zur Zeit der römischen Imperatoren zurückverfolgen, ist also keineswegs eine Erscheinung der Neuzeit, wie viele irrtümlich annehmen und fälschlicherweise immer wieder posten.

  12. Habe jahrelang SPD gewählt, weil ich immer ft Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit war. Heut weiß ich, dass der Begriff „soziale Gerechtigkeit“ ein Euphemismus für NEID ist.

  13. Die heutige SPD ist nicht „faschistisch“, aber totalitär. Sie hat nichts mit Benito Mussolini gemeinsam, aber sie will ihre Ideologie durch Beherrschung von Justiz und Staatsmedien alleinverbindlich durchdrücken.