
Ach, wie schön ist doch der Erfolg! Kaum klettert eine Partei in den Umfragen und lässt das Etablissement leise am Krawattenknoten nesteln, schlägt die Stunde der wahren Helden. Sie kommen nicht auf weißen Pferden, sondern mit gepflegtem Scheitel, Aktentasche und dem unerschütterlichen Lächeln des altgedienten Staatsdieners. Willkommen im Märchenwald der deutschen Politik! Und wer tritt da aus dem Dickicht? Kein Geringerer als Hans-Georg Maaßen – der Mann, der den AfD-Gründern einst so aufmerksam zuhörte, dass seine Behörde vorsorglich gleich meterhohe Aktenberge anlegte. Man kann das Nestbau nennen. Oder feinsinnige Vorarbeit.
Erinnern wir uns kurz: Von 2012 bis 2018 leitete Herr Maaßen das Bundesamt für Verfassungsschutz. Ein Mann der Tat! Während die Identitäre Bewegung mit ein paar Bannern im Greenpeace-Stil auf die Folgen von „Wir schaffen das“ aufmerksam machte, war Maaßens Amt wachsam wie ein Argusauge: Zack, Verdachtsfall! Man muss schließlich Ordnung halten im deutschen Vorgarten.
Der Meister der feinen Klinge
Heute jedoch erleben wir die Metamorphose des Dr. Maaßen. Vom akribischen Aktenanleger zum konservativen Rebellen! Erst rettete er tapfer die WerteUnion, dann spaltete er sie in einen Verein und eine Partei. Dann kandidierte er 2024 im thüringischen Wahlkampf direkt gegen Björn Höcke, selbstlos wie ein Heiliger. Nicht etwa, um der Opposition Stimmen abzujagen; wo denken Sie hin! Nein, aus reiner Nächstenliebe zur Demokratie.
Bereits 2021 hatte er seine Strategie glasklar formuliert: „Ich bemühe mich, sehr viele Stimmen der AfD wegzunehmen, weil ich es für wichtig finde, dass die AfD deutlich kleiner wird, wenn nicht sogar ganz verschwindet.“ Fast verschwunden ist inzwischen die WerteUnion-Partei, gegründet im Februar 2024 auf einem Schiff als “Premium-Partner der Union”. Maaßen erklärte im Oktober 2025 sein Projekt für gescheitert – und seinen Austritt.
Ein Korb voller Bekehrter
Nun spricht Herr Maaßen bei AfD-Veranstaltungen – und wendet sich an seine ehemaligen Kollegen: So war der frühere Chef des Inlandsnachrichtendienstes im Juni als Redner beim ersten Demokratiekongress der AfD-Bundestagsfraktion eingeladen. In seiner Rede formulierte er launig: “An meine Ex-Kollegen an den Empfangsgeräten… ein Gruß an die Spitzel, Quellen und Agenten. Ich kann nur sagen, das, was wir heute hier bereden werden, das, was ich sagen werde, ist wert, als Delegitimierung und Verächtlichmachung unserer Bundesregierung angesehen zu werden.” Maaßen sprach anschließend von einer Zerstörung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und forderte den Rücktritt von CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Klingt gut? Ja, aber…
Genau das ist der berühmte rot-glänzende Apfel. Außen knackig-konservativ, innen mit einer feinen Note Systemaroma. Maaßen ist damit in der AfD nicht allein. Um die Aufsteigerpartei schart sich mittlerweile ein ganzer Reigen plötzlicher Geläuterter: Ex-Geheimdienstler, Alt-Politiker, Mediensprecher und Kabarettisten stehen Schlange, um dem einstigen “Feind” nun mit wertvollen Ratschlägen zur Seite zu springen. Das Motto: Mach mit bei den Gewinnern! “Märzgefallene“ nannte man sowas vor 93 Jahren, heute wäre die Schreibweise “Merz-Gefallene“ passender.
Denkbar simples Prinzip
Die Hinwendung fragwürdiger Wendehälse und Umorientierter zur AfD erstreckt sich nicht nur auf Ex-Schlapphüte; andere singen die Nationalhymne der DDR, wollen Merkel an die Wand stellen und rufen nach Stauffenberg in Bezug auf Merz, behaupten von sich aber im gleichen Atemzug, ein alter Linker zu sein.
Das Prinzip ist denkbar simpel: Erst beobachten wir dich, dann bekämpfen wir dich, und wenn du trotzdem erfolgreich bist, erklären wir dir freundlich, dass wir ja auch schon immer dagegen waren. Der AfD möchte man zurufen: Achtung, liebe Parteistatuten-Schreiber und Strategen! Wenn ein ehemaliger Chef des Inlandsgeheimdienstes, der offen erklärt hat, euch „zum Verschwinden bringen“ zu wollen, nun plötzlich mit dem Berater-Köfferchen vor der Tür steht, dann ist das kein Friedensangebot. Das ist ein Trojanisches Pferd. Glaub Ihr nicht? Na, dann beiß ruhig in den knackigen Apfel, Schneewittchen! Doktor Maaßen meint es nur gut mit dir.
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11 Kommentare
👁️👍👁️
Bravo für die letzten Sätze des Artikels.
Dr. Markus Krall (und meine Wenigkeit) haben das -Fähnchen im Winde Maaßen schon sehr frühzeitig durchschaut!!!
! Achtung ⚡💀💀💀💀💀⚡
sch-merz lass nach…nicht abwählen… zum teufel jagen zu seinen freunden nach niger -syrien – jerusalem und die ukraine..
hau endlich ab du bundestags gesicherter lügenbaron…
Maaßen war bei jeder noch so großen Merkel-Schweinerei dabei.
Ich möchte ihm nichts unterstellen, aber als AfD würde ich ihn lieber meiden.
Aber ich denke, die AfD wird wieder reinfallen, denn sie haben es bisher doch vor jeder Wahl geschafft, sich in die Nesseln zu setzen. Man erinnere sich an Gauland’s „Fliegenschiss“ (womit er ja eigentlich recht hatte, aber als alter Politprofi hätte er doch wissen können (müssen), wie so ein Satz sofort ausgeschlachtet und umgedreht wird)…das deutsche Volk ist eben zum selber denken schon zu blöde.
Wie beim Ende der ehemaligen „Zone“: Blockflöten und Wendehälse soweit das Auge reicht – während die richtige Kacke hinterm Vorhang dampft… .
Gute Analyse – Danke – solchen Typen wie Maaßen kann man nicht trauen –
Damals in einem vergangenem Land kamen sie auch aus der Normannenstrasse (Stasihauptsitz) und riefen laut und falsch : ICH WAR JA SCHON IMMER DAGEGEN , kennen wir schon wollma nich xD
Da möchte ich dem Autor entschieden widersprechen. Ich halt Maaßen für einen integeren Mann. Sicherlich kommt er von einer anderen politischen Seite und hat es mit den Hetzjagden in Chemnitz am eigenen Leib erlebt, was passiert, wenn man dem Establishement widerspricht bzw. auf der Wahrheit besteht. Er hat dafür seinen Hut nehmen müssen, aber er ist nicht eingeknickt, hat sich selbst nicht widersprochen oder gar entschuldigt.
Das er damals nicht fahnenschwingend zur AfD übergelaufen ist, das rechne ich ihm eher hoch an, er hat seine Prinzipien und ein Mensch mit Prinzipien braucht Zeit, um eine Kehrtwende zu absolvieren. Genau deshalb halte ich ihn nicht für einen Wendehals (und als Ossi weiß man, wie Wendehälse aussehen und sprechen).
Ich hätte ihm und uns auch irgendwie gewünscht, dass die Werteunion ein Erfolg wird, unsere Gesellschaft hätte es bitter nötig. Aber leider hat es nicht sein sollen, Maaßen hat schnell das Fazit für sich gezogen, natürlich ist er irgenwo auch ein Mensch, der Erfolg haben will.
Seine kürzlichen Äußerungen zur AfD kann ich nicht beurteilen, ich weiß nicht, worauf er sich da bezogen hat. Aber das er keine Berührungsängste mit der „Schwefelpartei“ 🙂 hat, ist ihm doch hoch anzurechnen? Seine Interviews mit Wallasch sind immer fundiert und kritisch. Er ist keiner, der den Mund hält, wenn es für ihn besser wäre.
Auch die anderen Beispiele, auf die hier im Artikel Bezug genommen werden, ordne ich so ein: Steimle, dessen Aussagen schon immer mal etwas drüber waren, kommt nach eigenen Aussagen von Links. Aber wenn ein Linker sieht und erkennt, wie verkehrt dieses Land läuft, warum sollte er das nicht sagen? Deshalb kann er doch trotzdem weiter sich als links bezeichnen? Es gibt Grüne – z. B. Palmer – die sind echte Grüne, aber nicht mehr Parteimitglied, weil sie eben gemerkt haben, das etwas stinkt in diesem Land.
Ich würde alle diese Beispiele nicht als „Fähnchen im Wind“ bezeichnen wollen, im Gegenteil, die lehnen sich entgegen der Zuschreibungen ihrer politischen Richtung weit aus dem Fenster, um aufzuzeigen, was hier falsch läuft, nehme berufliche und sicherlich auch private Anfeindungen in Kauf. Ich kann falsch liegen, in die Köpfe kann ich nicht schauen, aber aktuell scheint nach meiner Meinung nichts auf Falschheit hinzuweisen, weder bei Maaßen noch bei Steimle.
Beschluss des Koalitionsausschusses
SPD und Union planen Abschaffung des IFG
Es ist der schwerste Angriff auf staatliche Transparenz in der Geschichte der Bundesrepublik: Der Koalitionsauschuss von SPD, CDU und CSU hat beschlossen, das Informationsfreiheitsgesetz de facto abzuschaffen.
https://fragdenstaat.de/artikel/policy/2026/07/spd-und-union-planen-abschaffung-des-ifg/
Selbst der SPIEGEL ist empört und kann es immer noch nicht fassen!
@leitete Herr Maaßen das Bundesamt für Verfassungsschutz
ja – und da hatte er eine Menge Leichen im Keller, das er in Sicherheit gebracht werden mußt mit einer neuen Aufgabe – politische Bekämpfung der AFD als Feindagent und Schläfer.
Und da ist er immer noch unt3rwegs, geschützt vor seinen Verfehlungen im Verfassungsschutz und als sicherer Garant für die Blockpartei !
Aus alten Zeiten gibt es die Weisheit : eine treue Sklavin im Lager des Feindes ist mehr wert als eine ganze Armee – und das gilt angepaßt auch für Maaßen !
Und andere Überläufer bewerte ich da nicht anders – sie werden versuchen, die AFD zu zerstören oder in der AFD grüne Politik weiterzuführen. Es gibt schon andere Parteien, die so vernichtet wurden – wer kennt heute noch die Piraten ? Die waren damals dumm genug, Beer und andere aus anderen Parteien aufzunehmen, weil die wissen, Wie Politik geht. Immerhin haben sie damit bewiesen, daß sie keine Ahnung hat, wie perfide es in der Politik zugeht – Fairness ist Schwäche !
Patientenakten: Koalition will Betriebsärzten weitreichenden Zugriff ermöglichen
Betriebsärzten ist es derzeit untersagt, ohne Zustimmung des Arbeitnehmers Einblick in die elektronische Patientenakte (ePA) samt aller Zusatzinformationen zu erhalten. Laut den Plänen der Koalition soll das „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ diesen Datenschutz nun beenden.
https://tinyurl.com/2yv9wep2
Betriebsärzte sollen Zugriff auf elektron. Patientenakte (ePA) bekommen
Es hat nicht mal eine längere Schamfrist gegeben, bis die Schranken fallen. Gerade wurde bekannt, dass das Bundeskabinett eine Verordnung vorbereitet, die den Zugriff von Betriebsärzten auf die elektronische Patientenakte (ePA) regelt. Die Vorstellung: „Betriebsärzte sollen bald vollen Zugriff auf die elektronische Patientenakte ohne extra Zustimmung des Arbeitnehmers bekommen.“
https://borncity.com/blog/2026/07/07/betriebsaerzte-sollen-zugriff-auf-elektron-patientenakte-epa-bekommen/
Patientenakten: Koalition will Betriebsärzten weitreichenden Zugriff ermöglichen
Betriebsärzten ist es derzeit untersagt, ohne Zustimmung des Arbeitnehmers Einblick in die elektronische Patientenakte (ePA) samt aller Zusatzinformationen zu erhalten. Laut den Plänen der Koalition soll das „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ diesen Datenschutz nun beenden.
https://tinyurl.com/2yv9wep2
Betriebsärzte sollen Zugriff auf elektron. Patientenakte (ePA) bekommen
Es hat nicht mal eine längere Schamfrist gegeben, bis die Schranken fallen. Gerade wurde bekannt, dass das Bundeskabinett eine Verordnung vorbereitet, die den Zugriff von Betriebsärzten auf die elektronische Patientenakte (ePA) regelt. Die Vorstellung: „Betriebsärzte sollen bald vollen Zugriff auf die elektronische Patientenakte ohne extra Zustimmung des Arbeitnehmers bekommen.“
https://borncity.com/blog/2026/07/07/betriebsaerzte-sollen-zugriff-auf-elektron-patientenakte-epa-bekommen/