Springer gehen die Besten von der Fahne: Ralf Schuler schmeißt bei „Bild“ hin

Top-Journalist Ralf Schuler verlässt „Bild“ (Foto:Imago)

Seit der gestrigen Bekanntgabe Ralf Schulers, des bisherigen Leiters der Parlamentsredaktion von „Bild”, dass er den Verlag verlässt und seine Kündigung beim Chef des Axel-Springer-Verlages, Mathias Döpfner sowie bei „Bild”-Chefredakteur Johannes Boie bereits eingereicht habe, schießen die Spekulationen ins Kraut, wo Schuler dereinst unterkommen wird. Für Beobachter gilt es als denkbar, dass er beim hochinformativen und investigativen Medienprojekt“ „Achtung, Reichelt!” anheuert, das der im letzten Oktober auf interne Intrigen hin gefeuerte Ex-„Bild“-Chefredakteurs Julian Reichelt dieses Jahr gestartet hat und das sich stark steigender Popularität und Reichweiten erfreut.

Die Begründung Schulers für seinen Rücktritt ist eine Ohrfeige für den Springer-Verlag mit seiner anhaltenden zeitgeistanbiedernden zwangsprogressiven Linksausrichtung (die seit dem Versuch des größten europäischen Zeitungsverlags, sich auf dem nordamerikanischen Medienmarkt zu etablieren, nochmals deutlich zugenommen hat): In seinem „Cicero” vorliegenden Kündigungsschreiben führt Schuler aus, er sei nicht länger bereit, „für eine politische Bewegung und unter ihrer Flagge zu arbeiten.” Damit bezieht er sich auf die „LGBTQ+“-Bewegung, die auch in der Springer-Chefetage – sei es aus Strategie, Feigheit oder Opportunismus – zunehmenden Anklang findet. Schuler hierzu wörtlich: „Im Geiste Axel Springers treten wir selbstverständlich im besten freiheitlich-bürgerlichen Sinne für die Rechte des Einzelnen ein, diskriminierungsfrei zu leben, solange er niemandes Freiheit beschneidet. Das bedeutet aber ausdrücklich nicht, dass wir „fest an der Seite der LGBTQ-Community im eisenharten Kampf für Menschenrechte und gegen Diskriminierung“ stehen, wie es ein stellvertretender Bild-Chefredakteur im täglichen Briefing dieser Tage schrieb. Vom stalinistischen Schwulst der Formulierung einmal abgesehen, stehe ich keiner politischen Bewegung ‚fest zur Seite‘ und halte dies auch ganz grundsätzlich NICHT für die Aufgabe von Journalisten.

Woke Verlagsspitze vergrault ihre Kapazitäten

Schuler ist damit bereits der zweite prominente Journalist, der „Bild” verlässt, weil er zu dem Schluss gekommen ist, dass sich der Springer-Verlag der queer-woken Bewegung und ihren politisch-gesellschaftlichen Forderungen nicht nur nicht entschieden entgegenstellt, sondern sie sich im Gegenteil sogar noch zu eigen macht. Im Juni hatte bereits die Kolumnistin Judith Sevinç Basad hingeschmissen, wobei sie in einem offenen Brief an Döpfner, ähnlich wie jetzt Schuler, erklärt hatte: „Der Grund für meine Kündigung ist am Ende der Umgang von Axel Springer, also auch Ihr Umgang, mit der woken Bewegung. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr über die Gefahren berichten kann, die von dieser gesellschaftlichen Bewegung ausgehen. Und ich habe das Gefühl, dass der gesamte Verlag in dieser Sache nicht mehr hinter mir steht. Keine Thematik hat mich als Journalistin so sehr um den Verstand gebracht wie der Aktivismus einer kleinen Minderheit, die offiziell behauptet, für Diversität zu stehen, aber eine im Kern radikale Ideologie verfolgt.“ Basad begründete ihren Schritt konkret auch damit, dass ein Artikel von ihr nicht veröffentlich worden sei, weil dessen kritischer Tenor gegenüber der Queer-und-Trans-Bewegung der „Bild”-Chefredaktion missfallen habe.

Der Konflikt im Springer-Verlag über den Umgang mit der „LGBTQ+“-Bewegung schwelt seit Anfang Juni, als eine Gruppe von Wissenschaftlern in der „Welt” einen Beitrag veröffentlichte, in dem sie ARD und ZDF vorwarfen, Kinder und Jugendliche in ihren Programmen mit den völlig unkritisch übernommenen Inhalten der Bewegung zu indoktrinieren. So würde unter anderem der Eindruck vermittelt, der Wechsel des Geschlechts sei beliebig möglich und die eventuellen Operationen zur Geschlechtsumwandlung eine Petitesse. Zu den Autoren des Textes gehörte auch die mittlerweile in woken Kreisen verhasste Biologin Marie-Luise Vollbrecht, die im Juli nur unter größten Schwierigkeiten – und nach einer zunächst ausgesprochenen Absage – einen Vortrag an der Berliner Humboldt-Universität halten konnte, in dem sie auf die simple wissenschaftliche Tatsache der biologischen Zweigeschlechtlichkeit hinwies.

In den Rücken gefallen

Keine 48 Stunden, nachdem der Text in der „Welt” erschienen war, hatten die kritisierten Lobbys einen derartigen Druck ausgeübt, dass sich Döpfner zu einer ebenso ausführlichen wie wirren Distanzierung gezwungen sah. Unter anderem behauptete Döpfner in reumütiger Selbsttadelung, wissenschaftlich sei der Text „bestenfalls grob einseitig”, sein ganzer Tonfall „herablassend und ressentimentgeladen” gewesen. Er habe „einen Sound, der für jeden freien toleranten Geist unangenehm ist”, gehabt und sei „eine Verletzung und Zumutung“ für alle, „die sich der LGBTIAQ*-Community zugehörig fühlen.“ Auch jammerte Döpfner darüber, dass sein Verlag wegen dieses Beitrages in diesem Jahr nicht an der „queeren Jobmesse Sticks & Stones” habe teilnehmen dürfen. Wohl selten in der deutschen Pressegeschichte fiel ein Verlagschef der eigenen Redaktion derart in den Rücken.

Seither jedenfalls kommt der Springer-Verlag nicht mehr zur Ruhe – und verliert nun seine fähigsten verbliebenen Köpfe: Während Basad bereits vor zwei Monaten ihre Konsequenzen zog, war Schuler offenbar bereit, das Gebaren seines Arbeitgebers zähneknirschend zu erdulden, bis dann der abermalige Kotau von Bild vor der „LGBTIAQ*-Community“ auch bei ihm das Fass zum Überlaufen brachte. Damit hat Döpfners woker Kurs den Verlag nun bereits den zweiten bundesweit bekannten Mitarbeiter gekostet. Er wird sich fragen lassen müssen, ob es das wirklich wert ist. Übrigens: Auch Basad hat wieder einen neuen Job – bei Julian Reichelt…

12 Kommentare

  1. Döpfner ist das Problem.
    Er hängt halt am faschistischen Mainstream und hat nicht begriffen.
    Wir meiden schon seit Jahren Produkte des Verlages und haben vor Monaten
    den TV-Sender vom Receiver gelöscht.
    Döpfner sollte sofort hinschmeißen, denn er ist und bleibt eine Schande für den
    ehrlichen und vielfältigen Journalismus.
    Was waren das noch für gute Zeiten, wo innovative Studenten Auslieferungsfahrzeuge
    und die Produkte m.d. 4 Buchstaben in hellem, heißen Licht aufgingen ließen.
    Kein Mensch braucht „Schmieren- und Weglasblätter“

    • Welt- Chef Ulf Poschardt steht Matthias Döpfner in Sachen Missachtung wissenschaftlicher Denkweisen und Standards leider nicht nach. Sie unterstützen Gender-Mainstreaming und Ulf Poschardt hält null Covid für eine gute Option – entgegen aller epidemiologischen Vernunft und Tradition.

  2. Die BILD-Redaktion ist wie die WELT-Redaktion…

    „… eine Redaktion, in der gerade LGBTIAQ*-Themen eine wichtige Rolle spielen, in der lesbische und schwule Redakteur*innen und Autor*innen arbeiten.“ – Ulf Poschardt (WELT) am 04.06.2022

    Das erklärt nicht nur all die Artikel voller Hass auf Trump, Putin oder die AfD, es legt auch nahe, dass diejenigen, die ausschließlich die queere Sicht auf die Welt interessiert, sie am besten gleich bei den Originalen nachliest: Queer, Queerpride, Mannschaft Magazin, Schwulissimo und wie sie alle heißen mögen.

  3. Vielleicht kommt ja nun endlich Bewegung in das verkrustete, und von unserer korrupten Regierung offen unterstützte Medienkartell. Bei den ÖR grummelt es ja ebenfalls hörbar.
    Nichts, aber auch nichts kann man mehr glauben, was diese Banden seit Jahren in die Köpfe der Wähler prügeln. Man fühlt sich an die unseligen 30-er Jahre erinnert. Die Paralelen sind nicht zu übersehen.
    Allerdings muß man bei Herrn Reichelt Vorsicht walten lassen. Gerade er hat unsere heißgeliebte Kanzlerin, Angela die Erste, wo es nur ging, machtvoll unterstützt. Kein Wort der Kritik an ihren ungezählten katastrophalen Fehlentscheidungen, die uns Bürger noch Jahrzehnte lang Billionen kosten werden. Und schon im Spätherbst wird es zu dramatischen Verwerfungen kommen.
    Trotz alledem, Herr Schuler, herzlich willkommen im Freien Markt! Sie schaffen das!

  4. Na bitte, das sind doch gute Nachrichten, das nenne ich Zersetung ideologisch feindlicher Kapazitäten!
    Schaden in der Maschinerie der Staatspropaganda, mir persönlich ist es dabei herzlich egal wie „mitschuldig“ da jeder einzelne oder wie „aufrecht“ es von jemanden ist, wenn es dem schadet was mir schadet bin ich da nicht wählerisch!
    Dem Beispiel könnten noch so einige folgen, wenn sich Zweiflern eine Alternative bietet ist ein Wechsel nur noch eine Formularität!
    Ich weiß gar nicht was es da immer zu jammern und klagen gibt, das intolerante und verlogene Wokeregime steckt eine Niederlage nach der anderen ein, Optimismus ist durchaus angebracht.
    Wird die Ökofaschistische Transenlover Schundpolitik öffentlich von immer mehr „neuen“ Nachrichtenagenturen kritisiert, könnte das die „Programmierten“ ihr gesamtes Betriebsprogramm chrashen lassen und zum kompletten Umdenken veranlassen!
    Das mögen im Moment nur kleine Tropfen sein, aber irgendwann ist die Tonne dann halt doch voll!

    • …nenne ich Zersetzung ideologisch…verdammte Tastatur, bin nur noch am korregieren, entweder reagiert es gar nicht oder schon nen Zentimeter vor dem Antippen, dann natürlich mit dem falschen Buchstaben… 😠

  5. Von mir aus können die doch treiben was sie wollen. Aber wenn sie ihre Andersartigkeit dazu benutzen, ihre kranken Ziele durchzusetzen; die Bedürfnisse einer Minderheit über die Bedürfnisse der Mehrheit zu stellen; ihre Problemchen rücksichtslos in den Vordergrund stellen obwohl wir größere Probleme haben als ein paar Verrückte, die morgens noch nicht wissen, ob sie tagsüber ein „er“, eine „sie“ oder ein „es“ sind; alles was seit Beginn der Menschheit normal ist als unnormal hinzustellen; jeden der sie nicht völlig akzeptiert sofort als Feind oder als „rechts“ hinzustellen; das k… mich an. Sollen sie doch in die Ukraine an die Front gehen, dort können sie sich beweisen.

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