Stadt Saarbrücken zeigt Iran-Solidarität – mit stylisher Kopftuchreklame

Muslimische Frauen unterm Kopftuch (Symbolbild:Imago)

Am Samstag fand auch in der saarländischen Landeshauptstadt eine Solidaritätsdemonstration mit den im Iran gegen das Mullah-Regime protestierenden Menschen statt. Veranstalter der auch von der Stadt Saarbrücken unterstützten und beworbenen Kundgebung waren hier der Kulturverein Peywand e.V. und die Menschenrechtsaktivistin Mina Ahadi. Die grüne Saarbrücker Bürgermeisterin Barbara Meyer ließ es sich nicht nehmen, in pathetischen Worten den Freiheitskampf der persischen Frauen zu würdigen: „Der Drang nach Freiheit der Menschen, die im Iran auf die Straße gehen, ist größer als die Angst vor dem Tod. Diese Menschen verdienen unsere Solidarität und unseren Respekt. Wir dürfen hier frei unsere Meinungen äußern, anziehen, was wir möchten und unsere Sexualität selbst bestimmen. Als Mensch, der hier aufgewachsen ist, ist es unvorstellbar, wie sich die Iraner dort fühlen müssen.

Damit gab Meyer selbst das Stichwort, woran sich die Unruhen im Iran erst entzündet hatten: Die rigiden religiösen Kleidungsvorschriften – und dass Frauen im Iran eben nicht das tragen dürfen, was sie wollen. Vor allem das Kopftuch wird dort seit dem Tod der Kurdin Mahsa Amini als Inbegriff der weiblichen Unterdrückung gesehen und demonstrativ verweigert. Umso grotesker mutet daher die Tatsache an, dass Meyers auf linksgrün gezogene Stadtverwaltung zuvor auf der offiziellen Saarbrücker Stadtwebseite die Veranstaltung mit dem Bild einer lächelnden jungen Muslimin mit Kopftuch angekündigt hatte – genau jenem Symbol der islamischen Frauenverachtung, gegen das im Iran protestiert wird:

(Screenshot:HomepageStadtSaarbrücken)

Nachdem diese skandalöse Verirrung – und fast schon provokante  Geschmacklosigkeit – heftige öffentliche Kritik ausgelöst hatte, wurde der komplette Eintrag sang- und klanglos von der Webseite der Stadt entfernt – und ist seither nicht mehr aufrufbar. Wer dem betreffenden Link folgt, findet nun dies vor:

(Screenshot: wie vor)

Mit diesem Zielsprung ins interkulturelle Fettnäpfchen blieb die Gutmenschenabteilung der saarländischen Hauptstadt jedenfalls dem linken Unsinnsnarrativ vom Kopftuch als feministischem Freiheitssymbol instinktiv treu. Damit liegt Meyers Stadtverwaltung auf einer Linie mit der schizoiden Sichtweise vieler öffentlich-rechtlicher „Islamversteher”-Femanzen. So hält man auch beim ZDF das Kopftuch für ein Zeichen der „Freiheit”: Als sich letzten Monat ein Nutzer erdreistete, unter einem ZDF-Facebook-Beitrag über die Iran-Proteste folgendes zu kommentieren: „Und bei uns behaupten die Woken, Kopftuch und Burka wären ein Zeichen für Freiheit. So kann man sich irren“, maßregelte der Sender den Mann folgendermaßen: „Ihre Kritik an den Gesetzen im Iran jedoch generell auf das Tragen eines Kopftuchs zu übertragen verlässt den hier besprochenen Kontext, diffamiert Kopftuchtragende und reproduziert antimuslimischen Rassismus.

Es ist dieselbe hirnrissige Mentalität, die auch der Auswahl des Kopftuchfotos durch die Stadt Saarbrücken zugrunde liegt: Irrigerweise werden hierzulande genau die Symbole der weiblichen Entrechtung in muslimischen Ländern zu modischen Accessoires eines fiktionalen aufgeklärten, modernen Islam umgedeutet, mit selbstbestimmten und selbstbewussten Frauen, die angeblich voller Stolz das Kopftuch tragen. Nichts könnte von der Realität von der Zwangslage unterdrückter Frauenrechtlerinnen in den koranhörigen patriarchalen Männergesellschaften des islamischen Halbmonds weiter entfernt sein als diese Vision linksgrüner deutscher „Träumer*Innen”.

Mut vs. Gratismut

Vielleicht setzte wenigstens bei OB’in Meyer ja tatsächlich ein Umdenken ein, angesichts des Schicksals von zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Iranerinnen, die das Kopftuch verweigerten, und erst recht der Willkürjustiz seit Ausbruch der aktuellen Unruhen: Die TV-Moderatorin Mariam Djafari berichtete in ihrer Rede auf der Saarbrücker Kundgebung, dass im Iran mittlerweile Tausende Menschen ohne Gerichtsurteile ins Gefängnis gekommen seien. Viele davon seien verschwunden, ohne dass ihre Familien erfahren hätten, was mit ihnen passiert sei. Andere seien nach unter Folter erzwungenen Geständnissen hingerichtet worden. „Seit 43 Jahren hält sich ein menschenverachtendes Regime, die islamische Republik, mit Korruption, Gewalt und Terror. In diesem Jahr gab es mehrere Protestwellen im Iran, die alle blutig niedergeschlagen wurden. Allein 2019 wurden während der Protestwelle 1500 Menschen getötet“, sagte sie weiter.

Auf diese drastischen Schilderungen, die den beeindruckenden Mut der iranischen Frauenbewegung verdeutlichen, folgte dann noch eine Dosis Gratismut der hiesigen vollarrivierten und privilegierten deutschen „Frauenbewegung“ aus sicherer Entfernung – hier mustergültig vertreten durch die SPD-Landtagsabgeordnete Réka Klein: „Die Iraner geben nicht auf. Sie setzen sich weiterhin für ihre eigenen Rechte und die ihrer Mitbürger ein. Wir, die Landtagsfraktion und ich, stehen dem bei, so gut wir können. Wir unterstützen auch mit stillen Aktionen wie dem Abschneiden einer Haarsträhne. Natürlich unterstützen wir auch laute Aktionen wie heute hier“, tönte sie. Maximalalimentierte SPD-Quoten- und Politkarrierefrauen, die sich in Saarbrücken Haare abschneiden, werden zwar weder das iranische Regime ins Wanken bringen noch den unter Lebensgefahr protestierenden Menschen dort helfen; aber Hauptsache, hierzulande fühlt man sich moralisch erhaben – und bedient dazu mit perfekt ausgeleuchteten Kopftuch-Postergirls die eigene Ikonographie der Pseudotoleranz.

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17 Kommentare

  1. Unglaublich, aber wahr !
    Steinmeier ist heute i.d. Ukraine.
    Er sichert der Ukraine Gelder zu.
    Darf das ein BP oder handelt es sich
    um Amtsmissbrauch?
    Diese Entscheidung obliegt dem Parlament,
    eingeschränkt der Regierung.
    Walter, der Spalter, einmal Sozialdemokrat,
    immer Spezialdemokrat oder?
    Ach ja, hat er schon vergessen, das es im unserem
    Land viele Probleme gibt, so z.B. die Hilfe im Ahrtal u.v.a. mehr.
    Er war niemals „mein“ Präses und wird er auch nie sein, da gab
    es andere, bessere, die dem eigenen Volk wesentlich näher
    gestanden haben.
    Johannes Rau war solch ein dem eigenen Volk zugeneigter BP !
    Zwischen Johannes und Walter, da liegen ganze Welten !

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    • Es ist eine Schmach und eine Schande für Deutschland dass sein gerade noch als unerwünscht von der Ukraine ausgeladenes Staatsoberhaupt sich bei der ersten Gelegenheit, auch noch geheim, als Bittsteller um einen Empfang zum Ukrainemessias begibt,
      Quasi wie ein Gang nach Canossa beim Heiligen Selenskij den Kniefall macht und sich anbiedert auch helfen zu dürfen.
      Damit überschreitet er auch die seinem Amt von der Deutschen Verfassung gegebenen rein repräsentativen Aufgaben. Man stelle sich vor die Britische Queen (Gott hab sie selig) hätte sich das erlaubt.

    • BuPräs darf Gesetze unterzeichnen oder verweigern. Mir ist nicht bekannt, dass er Gesetze machen dürfte, das ist Sache des Parlaments. Das Problem ist, dass Steinmeier praktisch wohl ein Versprechen gegeben hat, ich frage mich, ob das einklagbar ist?

  2. Tja, wenn Menschen sich nicht bewegen können, wohin sie wollen, ohne kontrolliert zu werden, dann brauchen sie sich auch nicht kleiden wie sie wollen ohne brüskiert zu werden. Mir ist es egal ob eine Frau mit oder ohne Kopftuch rum läuft. Es ist ihr Ding. Es ist wie mit der FPP2 Maske. Soll jede(r) damit glücklich werden wie er sie nutzt. Daraus ein Glaubensbekenntnis zu machen, ist auch Diktatur. Und ein Schutz vor Vergewaltigung oder Beobachtung durch Geheimdienste ist so was auch nicht. Eher vor der Sonne, zum Beispiel bei der Arbeit auf dem Lande. Für Ihre Rechte müssen die Menschen in jedem Land selber kämpfen. Wer schützt die Deutschen und Europäer denn vor ihren Eliten? Solidarität ist eine wunderbare Sache. Doch sie gewinnt erst an Bedeutung wenn die Leute die sie betreiben um was zu verändern, auch materiell, geistig und körperlich gesund sind. Sind die Menschen das überhaupt? Ich meine aber hier nicht nur Europa und die Deutschen! Ich nenne das verbreiten von allgemeinen Hass, der hinter solidarischen Masken versteckt wird. Der Iran ist nicht besser oder schlechter als Westeuropa und genauso eine Diktatur nur mit einem islamischen Glaubensbekenntnis als Häubchen obendrauf. Ist das christliche Abendland besser? ich denke auf keinen Fall!

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  3. „Seit 43 Jahren hält sich ein menschenverachtendes Regime, die islamische Republik, mit Korruption, Gewalt und Terror.“

    Also Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sieht das ganz anders:

    „Herr Präsident, auch im Namen meiner Landsleute übermittle ich Ihnen zum Nationalfeiertag der Islamischen Republik Iran meine herzlichen Glückwünsche.“ – Frank-Walter Steinmeier (SPD), Telegramm an den iranischen Staatspräsidenten Ruhani zum Nationalfeiertag am 26.02.2019

    Auch der österreichische Bundespräsident hat das mit dem Kopftuch ganz anders gesehen:

    „Es wird noch der Tag kommen, wo wir aus Gründen der Solidarität alle Frauen bitten müssen, ein Kopftuch zu tragen.“ – Alexander van der Bellen (Bundespräsident Österreichs, GRÜNE) am 26.04.2016

    Na also, dann erzählen Sie hier keine Geschichten.

  4. Warum tragen männliche Muslime keine Kopftücher?
    Das würde sich doch recht nett machen und der Grundsatz
    der Gleichstellung würde einen Schritt näher an sein Ziel kommen.

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  5. Männer deren Kaste sollten auch Kopftücher tragen?
    Hier scheint wieder der Löschteufel am Werk zu sein.
    Satirische Meinungsfreiheit auch hier im Klo?

  6. kopftuchfoto
    ich glaube solchen leuten sind die betroffenen egal, es geht darum sich selbst als woken gutmensch zu präsentieren

  7. Es geht noch „besser“. Schritt für Schritt zur feindlichen Übernahmen. Da sind Kopftücher das geringste Übel. Cicero schreibt „Während es an kluger Realpolitik mangelt und die Leute zunehmend die Geduld mit der Politik verlieren, läuft es wenigstens bei der Identitätspolitik so richtig rund im Land. In Hannover soll bis 2026 ein Drittel aller neuen Stellen mit Migranten besetzt werden. Auch in den politischen Parteien schlägt die Migrantenquote inzwischen die Frauenquote: Die „Quoteritis“ gerät dabei zum Nachteil für „bio-deutsche“ Frauen. Sogar die CDU macht bei diesem Zirkus mit. Leistung und Eignung spielen keine Rolle mehr, wenn nur noch die korrekte Herkunft zählt“. Während es an kluger Realpolitik mangelt und die Leute zunehmend die Geduld mit der Politik verlieren, läuft es wenigstens bei der Identitätspolitik so richtig rund im Land. In Hannover soll bis 2026 ein Drittel aller neuen Stellen mit Migranten besetzt werden. Auch in den politischen Parteien schlägt die Migrantenquote inzwischen die Frauenquote: Die „Quoteritis“ gerät dabei zum Nachteil für „bio-deutsche“ Frauen. Sogar die CDU macht bei diesem Zirkus mit. Leistung und Eignung spielen keine Rolle mehr, wenn nur noch die korrekte Herkunft zählt“. Während es an kluger Realpolitik mangelt und die Leute zunehmend die Geduld mit der Politik verlieren, läuft es wenigstens bei der Identitätspolitik so richtig rund im Land. In Hannover soll bis 2026 ein Drittel aller neuen Stellen mit Migranten besetzt werden. Auch in den politischen Parteien schlägt die Migrantenquote inzwischen die Frauenquote: Die „Quoteritis“ gerät dabei zum Nachteil für „bio-deutsche“ Frauen. Sogar die CDU macht bei diesem Zirkus mit. Leistung und Eignung spielen keine Rolle mehr, wenn nur noch die korrekte Herkunft zählt“. Belit Onay (Bündnis 90/Die GRÜNEN) ist der gewählte Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover. Noch Fragen?

    • @Heidi Walter: „Sogar die CDU macht bei diesem Zirkus mit.“
      Wieso nicht? Die CDU ist eine Systempartei und hat sich den Linksgrünen angeschlossen. Also gehört es auch dazu linksgrüne Dogmen zu erfüllen.

  8. So sehr man der Bevölkerung des Iran eine Demokratisierung wünschen mag. Erst wenn Teile des Sicherheitsapparats anfingen sich vom Regime abzusetzen, hätten die Protestierenden eine realistische Chance. Danach sieht es zur Zeit jedoch nicht aus.

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  9. Man muss wohl ueber ein zur gruen-schleimig-pulsierenden Masse fermentiertes Gehirn verfuegen , um in Saarbruecken intellektuell noch mithalten zu koennen . Ich las diesen Bericht umgehend einem nur noch halbgefuellten Glas Spreegurken , welches mir aus Berlin – damals noch voll – zwecks Entwicklung froehlich-munterer Gefuehle zum Erntedank geschickt worden war , vor und bat um eine Stellungnahme . Saemtliche verbliebene Gurken zeigten sich fassungslos ob der saarlaendischen Verzweiflung : Hierher sollten sie mal kommen , um zu erfahren , was echte Verzeiflung ist , wer der Gurken Geist wahrer Feind (!) , toente es aus dem verschlossenen Glas . Selten habe ich Gurken so aufgebracht gesehen ; ich glaube , die haetten anders gewaehlt .

  10. glückliche erlösende hühner… lach
    ich kenne nur dumme hühner… besonders in ddr2 dummland…
    die sollen bitte im iran so rum rennen… dann sind sie endlich entsorgt…
    wäre so als würden paar deutsche oberhirtenweiber mit kleinen kindern auf der strasse rumhüpfen und demonstrieren:
    gegen kirchlichen kindermissbrauch … lach dumm hohl…
    pissgurken ohne wert… halt fertige weiber … ohne aufgaben…

    http://www.amfedersee.de

  11. sorry nachtrag:
    wäre so als würden paar neudeutsche asyliweiber – aus dem iran….mit kleinen kindern hier demonstrieren gegen die kindermissbrauchskirche…. lach und fertig…

  12. Lt. Linksgrün bedeutet islamisches Kopftuch = Freiheit. Das wollen sie uns doch laufend weis machen. Die Werbung beweist es wieder.

  13. Ich befürchte fast, dass die lieben Saarländer bereits durch das Kopftuch-Geschwader samt ihren Macho-Männern längst unterwandert, also in der Minderzahl sind – so kommen dann natürlich und erst recht solche unfassbaren Solidaritätsbekundungen und politischen Entscheidungen zustande…
    Und machen wir uns nix vor – so geht’s weiter in der ganzen armseligen bis zur Selbstaufgabe seelisch und geistig verwahrlosten BRD, die sich die Untertänigkeit auf die Fahne geschrieben hat – diese unerträgliche, falsche Toleranz. Und diese Islamisten wissen das nur zu genau; der Begriff Moslem/Muslime ist mir zu harmlos…

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