Stinkefinger-Udo: Probier’s mal mit Gemütlichkeit…

Wie war das noch gleich, von wegen „Hass macht hässlich“ (Johannes Kahrs, SPD): Haltungs-Gruftie Udo Lindenberg bei der Verleihung der Hamburger Ehrenbürgerwürde (Foto:Imago)

Sich nicht aufzuregen fällt heute tatsächlich schwer – allein schon die Nennung der Namen Habeck, Baerbock und Steinmeier lässt die Pulsfrequenz signifikant steigen. Manchmal brülle ich den Fernseher an, etwa beim „heute-Journal”. Da berichtet der Haus- und Hofsender der Regierung schon einmal ungewohnt offen über die Welle von Firmenpleiten, die derzeit über Deutschland schwappt und lädt einen Vertreter des Mittelstandes ein. Der Mann beklagt zwar die Höhe der hiesigen Energiepreise im Vergleich zu denen in den USA – verzichtet dann aber trotz Nachfrage darauf, Ross und Reiter zu nennen. Man müsse alle Möglichkeiten der Energieerzeugung nutzen – das böse Wort „Atomkraft“ wagte er aber nicht auszusprechen. Dabei muss man nun wirklich keine Angst haben, noch grün-wählende Kunden zu verprellen, wenn das eigene Geschäft schon pleite ist. Ich war wirklich wütend darüber, dass der Mann die Chance verstreichen ließ, ein paar Fakten auf den Tisch zu knallen. Auch wenn das keine Wunder bewirkt hätte: Der ein oder andere Zuschauer wäre vielleicht zur Erkenntnis gelangt, dass es legitim ist, gegen die Energiepolitik der Bundesregierung zu protestieren.

Aber regt mich ein Stinkefinger von Udo Lindenberg gegen die AfD auf? Eindeutig nicht, denn darüber sollten wir hinaus sein. Erstens kann sich der Alt-Rocker offensichtlich nicht anders politisch artikulieren. Er hat in der Vergangenheit einige wirklich schöne Lieder veröffentlicht, aber mit der gesprochenen Sprache hat er keinen Vertrag geschlossen. „Jo, Mann, das ist eben voll die Sch…, ey, da muss man mal krass durch die Ohren fegen” – so ähnlich hört sich ein typischer Lindenberg-Satz an. Da dürfen wir keine ausgefeilte politische Kritik erwarten, von einem alten Ochsen kann man kein Kalbfleisch schneiden.

Routinemäßige Rechten-Beschimpfung

Hier eine Entschuldigung zu verlangen, bewirkt ungefähr so viel wie mein Anbrüllen des Fernsehers: Nichts. Da ist es wahrscheinlicher, dass woke Filmemacher James Bond endlich Miss Moneypenny heiraten lassen – nachdem beide das Geschlecht gewechselt haben. Bodo Ramelow wurde für seinen Stinkefinger an einen AfD-Abgeordneten zwar zu einer Geldstrafe verurteilt, aber im Kreise der Gratismutigen macht ihn das eher zum Helden – so, als habe er das Dritte Reich mit eigenen Händen zu Fall gebracht. Wir dürfen nicht vergessen: Zivilcourage bedeutet heute nicht mehr, etwas Mutiges zu tun, sondern sich für das feiern zu lassen, was ohnehin alle tun und sagen. Und da steht routinemäßige „Rechten”-Beschimpfung ganz oben auf der Liste. Und immer hübsch abarbeiten, was uns in Dauerschleife vorgeworfen wird.

Natürlich steht dahinter eine Methodik; die gleiche, die auch gegenüber unzufriedenen Bürgern auf der Straße angewandt wird: Das „Alle sagen das”-Prinzip, mit dem man auch im Alltag oft konfrontiert wird. Sie bringen eine anonyme Masse hinter sich, von der wir nie sicher wissen können, ob sie tatsächlich existiert. Das Wichtigste ist, dass wir es denken sollen. Man braucht ein dickes Fell, um sich nicht entmutigen und den Ball von sich abprallen zu lassen. Aber das kennen wir mittlerweile – dann gähnt irgendwann man nur noch gelangweilt vor sich hin. Wir werden als dumm und ungebildet beschimpft, als Nazis und autoritätshörig. Das ist gewiss nicht angenehm. Aber halten wir uns mal vor Augen: Diese Leute würden sich ohne Zögern eine rote Pappnase aufziehen, wenn es Karl Lauterbach wegen einer ominösen Virusvariante von ihnen verlangte. Wollen wir uns von solchen Menschen wirklich vor sich hertreiben lassen?

Der „Meuthen-Mistake“: Umstimmungsversuche durch Wohlverhalten

Unsere Erwartungen an den politischen Gegner sind noch viel zu hoch gesteckt, einige glauben, ihn durch Wohlverhalten umstimmen zu können: Damit ist zum Beispiel Jörg Meuthen grandios gescheitert. Man köderte ihn mit einer Rückkehr in ein gutbürgerliches Leben, wenn er sich nur ausreichend von den „Rechten“ in der Partei distanziere. Das schuf nur Unfrieden – und Meuthen selbst, dem man ordentlich um den Bart ging, verschwand sofort im Nirwana, als er durch seinen Austritt aus der AfD für die Presse als Spaltkeil unnütz geworden war. Umgekehrt macht es aber auch keinen Sinn, sich über ein Verhalten zu empören, das vollkommen erwartbar und unoriginell daherkommt.

Mich beruhigt es immer wieder, dass so ziemlich jeder, der mit seinen Ansichten heute als „Nazi“ bezeichnet wird, mit den „echten Nazis“ furchtbaren Ärger bekommen hätte. Schon wegen der Weigerung, sich an alles anzupassen, was von der Staatsführung vorgegeben wird. Da müssen wir schon irgendetwas richtig gemacht haben.

15 Kommentare

  1. Ich sehe mir diese Propagandanachrichten gar nicht mehr an, sonst würde ich nicht nur den Fernseher anbrüllen, er flöge hochkant aus dem Fenster. Stinkefinger-Udo hat seinen nächsten Auftritt wohl in der Geisterbahn.

  2. Also ich habe hier in der Krummhörn/Ostfriesland das Prädikat des Orts NAZIS und mal genz ehrlich….ICH BIN STOLZ DARAUF…….
    Von wahrlich massiv gestörten linken Dumpfbacken/SPD und in einer Woge des von sich selbst besoffen seins aus dem grünen Kindergarten na was will man denn von solchen Schwachmaten erwarten
    Davon abgesehen gibt es etlich Deutsche Gesanfsheinis deren Platten und CD’s ich kostenlos abgeben wollte doch erstaunlich die wollte keiner.
    Ein Linsenzwerg oder der Dröhneeier waren ne nette Dudelbegleitung doch als Wegbegleiter taugen diese Typen wahrlich einen …wie würde der kleine Udo sagen…nen Scheiss!

    • Lindenberg, die SPD und die Grünen wären sehr abträglich für das wunderschöne Krummhörn. Warten wir die Wahlen im Oktober ab und sehen, dass sich nichts ändert, weil die Menschen einfach zu blöd sind, zu begreifen. Gruß aus Westoverledingen.

  3. Ein Mensch entwickelt sich sein ganzes Leben und nicht zwingend in die gleiche Richtung.
    Seinen Mut hat Lindenberg längst für ein bequemes Dasein eingetauscht. Was für ein erbärmliches Leben am Ende seiner Tage.-
    Und in Anbetracht der vielen Klatschhasen ist es keine Ehre, auf die er sichwirklich etwas einbilden könnte.

    • Genau, und nach Aussge des späteren Reichspropagandaministers war ihnen nichts „verhasster, als der rechtsstehende konservative Besitzbürgerblock“.
      Heute hieße das „der Mittelstand“.

  4. Die Anzeige ist nur konsequent, auch wenn sie nichts bewirkt und natürlich eingestellt wird. Viel wichtiger war die Laudatio von Alexander Wolf, der in seiner Rede eine exzellente Analyse getroffen hat. Diese Wahrheit ist für den rot-grünen Senat und den Stinkefinger-„Ehrenbürger“ das wirkliche Problem …

  5. Erst einmal finde ich Ihren Artikel gut! Einmal kein „Hass und Hetze“ Artikel zu lesen baut auf!
    Seit zwei Jahren Mitglied der AfD und fühle mich dort sehr wohl, Der Grund: es wird nicht verschleiert, es werden keine „Nebelkerzen“ geworfen. Die Abgeordneten reden Klartext und haben alle eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen mit anschließender Arbeitsaufnahme. Sie denken klar und sachlich. Dort fühle ich mich politisch zu Hause.

  6. Ach, Naazi. Juckt mich nicht mehr, wenn man mich so nennt. Mittlerweile ist das nur noch eine andere Beschreibung von „Patriot“. Von so einer primitiven Stigmatisierung lasse ich mich nicht mehr ausbremsen! Sollen sie mich nennen wie sie wollen, mein Gewissen ist rein und vor Gott lege ich Zeugnis ab. Die „Anderen“ werden da mehr Schwierigkeiten haben!

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