
Die vom Stadtrat im sächsischen Heidenau auf einen Antrag von AfD, CDU und dem „Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie“ hin beschlossene Beendigung des Verlegens von Stolpersteinen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus sorgt weiterhin für erbitterte Kritik des linken Polit- und Kulturestablishments – nicht nur wegen des damit einhergehenden neuerlichen Bruchs der Brandmauer, sondern vor allem auch wegen der Entscheidung selbst. Die Initiatioren eines entsprechenden Antrags hatten damit argumentiert, viele Bürger, Angehörige und Initiativen empfänden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als nicht angemessen. Stattdessen solle das Gedenken vorzugsweise auf dem Nordfriedhof der Stadt stattfinden, „sodass ein direktes Betreten der Gedenkelemente ausgeschlossen ist“. Die Verwaltung hatte empfohlen, die Vorlage abzulehnen, weil gerade die Präsenz im öffentlichen Raum „eine breite Wahrnehmung und die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Geschichte“ ermögliche.
Vor allem SPD, Linke und Grüne schäumen natürlich vor Wut – und interpretieren in völliger Verkennung der Motive den Antrags und die Entscheidung als angebliche “Schlussstrich”-Mentalität und Verdrängung der NS-Erinnerung. Christoph Heubner, der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, kritisierte, dies sei „ein durchsichtiger und schäbiger Versuch, Heidenauer Opfer der Nazis erneut aus der Stadt hinauszuwerfen und sie dahin zu entsorgen, wohin das Gedenken nach Meinung der AfD schon längst gehört: auf den Friedhof“. Dass CDU-Abgeordnete der AfD „zu solchen Schäbigkeiten die Hand reichen“, sei ein Skandal. Leider ist Heubner hier entweder vorsätzlich ignorant oder er argumentiert unredlich – müsste ihm doch bekannt sein, dass es auch anderswo keine Stolpersteinverlegungen mehr gibt und dies ganz sicher nicht aus Gründen einer Opferverleugnung oder Erinnerungsausmerzung. So werden im linksgrün regierten München nach einem Stadtratsbeschluss ebenfalls keine Stolpersteine mehr auf städtischem Grund verlegt. Stattdessen gibt es Erinnerungszeichen mit Fotos und knappen Lebensdaten vor Wohnhäusern, die auf das Schicksal der Menschen aufmerksam machen, die früher dort gelebt haben, bevor sie von den Nazis deportiert wurden und meistens in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden.
Mit Füßen getreten
Auch Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die die NS-Zeit als Kind miterlebte, hatte sich stets vehement gegen die in den 1990er Jahren eingeführten Stolpersteine ausgesprochen. „Vor meinem geistigen Auge sehe ich die Menschen, auf die man schon auf dem Boden liegend immer weiter eintrat und die mit schweren ledernen, stahlbekappten Stiefeln in die Transporter getreten wurden“, berichtete sie. Allerdings hielt sie dies nicht davon ab, um des AfD-Bashings willen im Fall des Heidenauer Stadtratsbeschluss exakt diese Argumente natürlich wieder zu leugnen – damit das eigene Weltbild wieder stimmt: “Ich war nie eine Freundin des Konzepts der Stolpersteine, aber eines war doch immer glasklar: Dezentrales Gedenken, das nicht aus dem öffentlichen Raum verbannt wird, sondern ihn gerade durchdringt und prägt, ist grundsätzlich entscheidend für eine echte Kultur des Erinnerns”, sagte sie. Dies sei der „völlig falsche Weg“, Orte der Erinnerung aus dem Stadtbild zu entfernen. Sie sei „entsetzt, dass eine demokratische Partei sich dafür hergibt, ein so durchsichtiges Manöver der Extremisten von der AfD zu unterstützen“, so Knobloch. Obwohl also man in Heidenau nur das – in der Tat wesentlich vernünftigere – Gedenkmodell aus München nachahmt, das Knobloch eindeutig befürwortet hatte, muss bei ihr natürlich doch gleich wieder dieser Ausbruch gegen die AfD folgen.
Die Problematik ist in der Tat diffizil; die Idee, an den Wohnorten der NS-Opfer daran zu erinnern, wer einst dort lebte und aus dem Leben gerissen wurde, war angemessen. Die Form, dies in Form von Steinen auf dem Boden zu tun, auf denen, von den meisten unbemerkt, herumgetrampelt wird, war aber schon immer fragwürdig – und wirkte, wie Knobloch ausführte, in der Tat so, als ob man ein weiteres Mal auf diese Menschen eintritt. Hinzu kommt, dass sich auch die Verlegung der Stolpersteine schnell zu einem Überbietungswettbewerb im Rahmen der bis zur völligen Banalisierung ritualisierten deutschen Gedenkroutine entwickelte, der es immer mehr darum ging, sich selbst für ihre (viel zu späte) Aufarbeitungsbereitschaft zu feiern, als ein wirklich sinnvolles Gedenken zu betreiben. Irgendwann wurden dann teilweise auch Stolpersteine für Menschen verlegt, die gar nicht zu Tode kamen, sondern ins Exil gingen. Hier stellte sich die Frage, welches schlimme Schicksal jemand erlitten haben musste, um als gedenkenswertes Opfer des Nationalsozialismus zu gelten? Und wo sollte man die Grenze ziehen?
Ohne Maß und Ziel
Müsste dann nicht auch Zwangsarbeitern vor ihren ehemaligen Wohnhäusern gedacht werden? Und waren Menschen, die den Holocaust überlebten und vielleicht in Deutschland blieben, nicht ebenfalls dieser Form der Erinnerung wert? Wie immer wurde auch diese ursprünglich berechtigte und symbolische Gedenkform mit typisch deutschem manischem Eifer betrieben, ohne Maß und Ziel, in einer Art der Durchführung, die nach ihrer inflationären Logik dann zu geschlossen mit Stolpersteinen gepflasterten Fußgängerzonen oder Gehwegen geführt hätte. Wenn man schon all diese Menschen auf dem Gewissen hatte, wollte man sich wenigstens im Gedenken an sie von niemandem überbieten lassen – so auch hier der deutsche Übereifer, wo immer er am Werke ist. Inzwischen ist die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ohnehin von denen, die sie scheinbar betreiben, längst geschändet und ins Absurde verzerrt worden – ist sie doch auf eine die damaligen Greuel unverzeihlich verharmlosende Weise zum bloßen Vorwand verkommen, haltungspolitische Duftmarken gegen die AfD zu setzen und sich als heldenhafter “Widerstand“ gegen eine Opposition zu inszenierten, deren Angehörige mit ihrer alltäglichen Diskriminierung und Ausgrenzung weit mehr mit damaligen Opfern als Tätern gemeinsam haben. In unzähligen Sonntagsreden beschwören die Vertreter „unsererDemokratie“ mit unerträglicher Geschichtsvergessenheit die angebliche Wiederkehr der Nazis in Form der AfD und verharmlosen die NS-Verbrechen damit aufs Widerwärtigste.
Am schwersten wiegt jedoch, dass man aus dieser grauenhaften Vergangenheit in Wahrheit offenbar gar nichts für die Gegenwart gelernt hat: Denn noch viel wichtiger als das Gedenken der toten Juden wäre der Schutz der heute Lebenden. Vor allem der Juden in Deutschland, die sich dankenswerterweise trotz dem kollektiven Trauma der Shoa für ein Leben in Deutschland entschieden haben und heute wieder Verfolgung und Anfeindungen ausgesetzt sind wie seit 90 Jahren nicht. Statt das “nie wieder“ zu heiligen, importierte eine völlig wahnsinnig gewordene Politikerkaste Millionen der schlimmsten Judenhasser der ganzen Welt – und das teilweise auch noch unter Berufung auf “Offenheit“ und “Toleranz”, zu der Deutschland als Ergebnis seiner NS-Vergangenheit verpflichtet sei. Man erinnert an tote Juden, macht ihre übriggebliebenen Nachfahren aber zum Freiwild von Menschen, in deren Kultur die Nazis als Helden gelten, gerade weil sie sechs Millionen Juden ermordet haben und das gesamte jüdische Volk ausrotten wollten. Stolpersteine sollte es sinnvollerweise heute eher dort geben, wo die Opfer der verbrecherischen Zuwanderungspolitik Angela Merkels zu Tode oder zu Schaden kamen – und zwar nicht nur jüdische Opfer, sondern auch all die Messertoten, vergewaltigten Frauen und Mädchen oder Terroropfer.
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12 Kommentare
Ich hätte gerne für jedes ermordete Kind in Palästina einen Stolperstein!
Die müssen dann ihre heißgeliebten Hamas-Freunde legen, denn die haben diese Kinder auf dem Gewissen. Wer aus Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen Raketen abfeuert und das eigene Volk als menschlichen Schutzschild missbraucht, ist schuld an zivilen Opfern.
(…) Egal, ob Ihre Behauptung wahr ist. Zivilisten ermorden verboten, aber o. g. dürfen alles. Westen störts nicht, nur bei die Ukrops jaulen die auf. Iran bombardieren-wenn schon. Wies israel. Regime mit den eigenen Leuten während der Covzeit verfuhr, spricht Bände.
Andere Völker errichten Denkmale für die exzellenten Leistungen von Bürgern, auf die sie stolz sind.
In Deutschland dagegen baut man Mahnmale für die Schandtaten der vergangenen Generationen.
Finde den Fehler!
😜
Nicht unterschlagen werden sollte die Tatsache, daß diese Unsitte schlicht ein äußerst einträglich Geschäft für die „Verleger“ war/ist und das -überwiegend osteuropäischer- Metalldiebe ob der paar Gramm Messing da tatsächlich mal ein paar Sekunden stehen bleiben, allerdings eben nur, um es zu klauen & als Metallschrott zu versilbern. 😢
Zitat: „… beschlossene Beendigung des Verlegens von Stolpersteinen zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus …“ (Zitatende)
Dies ist m.W. nicht ganz korrekt, da mit den „Stolpersteinen“ den jüdischen Opfern der Nazi-Diktatur und Nazi-Ideologie gedacht werden soll. Die Sinti, die politischen Oppositionellen, die psychisch Behinderten, die geistig Behinderten, die Menschen aus dem späteren Widerstand bleiben von dieser Form des Gedenkens ausgeschlossen (von den deutschen Bombenopfern und verheizten deutschen Soldaten, die ja nicht alle Anhänger der Nazi-Diktatur waren, ganz zu schweigen).
Es hinterlässt einen faden Geschmack, dass hier der Opfer der Nazi-Diktatur in der gleichen „Sortierung“, in den gleichen menschenverachtenden Kategorien gedacht wird, wie sie von den Nazi-Ideologen ermordet wurden.
Die Politik muss lernen, ALLEN Opfern dieses damaligen Zivilisationsbruchs zu gedenken.
Sämtliche Völker haben wegen ihrer Taten in der Vergangenheit irgendwo Dreck am Stecken.
Keines dieser Völker kasteit sich deswegen.
Nur die Deutschen machen daraus ihre Staatsraison.
Finde den Fehler!
😜
Stolpersteine.
Und das Holokaustgedenken der derzeitigen Machthaber im Algemeinen
In meinen Augen u.a. :
-Schuldkult und Diffamierung von nachgewachsenen inländischen Generationen
-zynische Heuchelei für Profiterlangung über den „Totenkult“
-gigantische Steuergeldverschwendung
-Zerstörung eines gesunden Volksempfindens durch und mittels Unterwerfung
-usw…
All das kann entlich weg!
„Stolpersteine sollte es sinnvollerweise heute eher dort geben, wo die Opfer der verbrecherischen Zuwanderungspolitik Angela Merkels zu Tode oder zu Schaden kamen – und zwar nicht nur jüdische Opfer, sondern auch all die Messertoten, vergewaltigten Frauen und Mädchen oder Terroropfer.“
Der beste Satz auf Ansage! seit Menschengedenken.
Warum nicht die dafür Verantwortlichen steinigen?
Während ihrer konspirativen Sitzungen in den Parlamenten?
Angehörige der Opfer würden vermutlich gerne die ersten Steine werfen!
😜
Dass auf diesen Metallflächen ausgerutscht werden kann, unwichtig! Dass drauf gelatscht wird, ebenfalls.
KL hat das schon lange vorher in nur einem Satz zusammengefasst: „Man kann nicht Millionen Juden töten und später Millionen ihrer schlimmsten Feinde ins Land holen“.