
Stuttgart 21 als der neue Tief(kühl)bahnhof: Das Dauerfanal von Infrastruktur- und Planungsversagen im “neuen Deutschland”, die ungewollt typische „ewige Baustelle“ der defekten Republik, sorgt wieder mal für knallig-rumpelnde Schlagzeilen. “Tiefkühl”? Jawohl, Sie haben richtig gelesen – denn laut einer skurrilen aktuellen Pressemitteilung der Deutschen Bahn (DB) bleibt es zukünftig angeblich auch ohne Klimaanlage (!) beim wann auch immer fertiggestellten Tiefbahnhof, der längst zum Synonym für Fehlplanung, Baustellen-Chaos und dilettantisches Polit-Management geworden ist, stets angenehm kühl – und das garantiert auch im tödlichsten Hitzesommer.. Die für deutschlandweites Chaos mit ständigen Verspätungen, technischen Pannen und sonstiger Dysfunktionalitäten seit mittlerweile schon Jahrzehnten berühmt-berüchtigte DB erklärt darüberhinaus in einem Erklärvideo im Netz, warum im neuen Stuttgarter Tiefbahnhof keine Klimaanlage geplant ist. Was für Laien überzeugend klingt oder klingen soll, erntet allerdings bitterböse Resonanz von Experten. Die Reaktion auf die Ankündigung, die krampfhaft versucht, den Mangel zum gewollten Clou und die Not zur Tugend zu machen, ist ein mehr als deutlicher Hinweis darauf, dass dieser einst technikstarken Nation längst der gute Glaube an hiesige Ingenieurskunst, Solidität des eigenen Handwerks und Vertrauen in die technische Überlegenheit inzwischen ebenso vollständig abhanden gekommen ist wie jede finanzielle Handlungsfähigkeit.
Ein Land und seine Leute lachen und lästern nur noch über sich selbst und das Schlimme ist. Sie haben recht damit. Wir haben fertig. Tonnenweise Spott ernteten die Experten der DB, welche hier abgrundtiefe Respektlosigkeit quasi stellvertretend für unfähige deutsche Politik und imperfektes Verwaltungshandeln entgegenschallt. Und ebenso wie bei Politik und Behörden ist es auch bei der DB erstaunlich ist, dass man anscheinend ernsthaft denkt, die Leute würden ihnen noch irgendetwas glauben. Die Kommentare über den angeblich so “intelligenten“ Verzicht auf eine Klimatisierung sprechen für sich: “Weil der Bahnhof erst zur nächsten Eiszeit fertiggestellt sein wird. Clever”, schreibt ein User unter dem auf Youtube veröffentlichten Clip der Bahn. “Da werden sich meine Ur-ur-ur-Enkel freuen über angenehme Temperaturen bei der Eröffnung“, schreibt ein anderer – und bezieht sich damit darauf, dass die Bahn die Eröffnung des Bahnhofs erst vor kurzem um weitere fünf Jahre auf Ende 2031 verschoben hatte.
Blick ins Desaster-Loch von Stuttgart
Die DB hatte in ihrem Video im Internet erklärt, dass der neue Tiefbahnhof wegen seiner Lage in der Erde ohne eine zusätzliche Klimaanlage auskommen werde: “Dadurch nehmen die Bauteile die Temperatur des Untergrunds an und das massige Bauwerk im Zusammenspiel mit der Einbettung in das Erdreich bewirkt, dass die Temperaturen hier im Inneren relativ konstant bleiben”, erklärte René Krull vom technischen Projektmanagement von Stuttgart 21 in besagtem Video. Zudem liege der Bahnhof am tiefsten Punkt des Stuttgarter Talkessels. Alle Tunnel, die daran anschließen, führten nach oben, heißt es in dem Video. „Das heißt, einströmende Luft kühlt sich ab und drückt nach unten in den Bahnhof rein. Das sorgt dafür, dass die Temperatur im Bahnhof relativ konstant über das gesamte Jahr bleibt“, so Krull. Hinzu komme die Bewegung der Züge, die ebenfalls für einen Wechsel der Luft zwischen Tunnel und Bahnhof sorge. Soso.
Man muss weder Geologe, Physiker noch Klimaforscher sein, um derartige Erläuterungen in Zweifel zu ziehen und sich bei diesen “Machern” nichts Gutes auszumalen. Auf der Baustelle wurden bekanntlich schon mal die Zuleitung für Sprinkleranlagen, Heizungselektronik oder die Bestellung passender Bauteile vergessen. Und nun wollen uns diese “Profis” und Experten für Chaos und Terminirrsinn allen Ernstes weismachen, sie könnten da unten im Erdreich die Temperaturen schon auf Jahre (!) hinaus genau prognostizieren – wobei sie bei ihrem perspektivischen Blick nach vorn in ihr Desaster-Loch von Stuttgart seltsamerweise Faktoren wie Eigen- und Abwärme durch Rohrleitungen, Ein- und ausfahrende Züge, Extremwetterlagen vor den Tunnelzugängen, Temperaturschwankungen durch mutmaßlich ungeplant übergroße Menschenansammlungen innerhalb und außerhalb der Züge wie auch sonstige Variablen exakt kennen wollen. Was die allgemeine Skepsis angesichts dieses “ausgeklügelten“ Blindflugs beweist, ist dies: „Made in Germany“ ist als Marke und Gütesiegel für handwerklich-fachliche Qualität ebenso so am Boden zerstört wie (seit und dank Merkel) der deutsche Grenzschutz, die Innere Sicherheit und die ehemaligen deutschen Atomkraftwerke. Die völlige Ernüchterung und der grimmige Spott angesichts der S21-Ingenieursnabelschau ist das Spiegelbild des fundamentalen Autoritätsverlust des Staates und all seiner Institutionen ebenso wie des gigantischen Vertrauensverlusts der Bürger. Politik, Behörden, Staatspersonal und Staatsbetriebe wirken nur noch lächerlich. Stuttgart 21 – es darf gelacht werden. Und bald heißt es dann wohl flächendeckend: Macht euren Scheiß doch alleine!
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12 Kommentare
„das massige Bauwerk im Zusammenspiel mit der Einbettung in das Erdreich bewirkt, dass die Temperaturen hier im Inneren relativ konstant bleiben“
Zurück in die Zukunft: wenn den Freunden erst auffällt, was das Leben in Höhlen für wunderbare Möglichkeiten bietet: immer konstante Temperaturen, fließendes Wasser die Wände runter, massig Platz für Höhlenmalereien usw.. Das Wohnen an der Erdoberfläche wird in Baden-Türkenberg vom olivgrünen Oberguru wann zum Sündenfall an sich erklärt? Das Wichtigste am Neuen Deutschland ist offenbar die Umdeutung erbärmlicher Niederlagen zum Endsieg? Diese jämmerlichen „Bullaugen“ dieses Bahnhofs im Gewächshaus-Look konnte ich gestern besichtigen: die sind so etwas von lächerlich rückständig, dagegen wirkt das Dach des Olympiastadions wie ein top-aktuelles Designwunder. Und das ist von 1972. Von Frei Paul Otto. Gestorben vor den Toren Stuttgarts.
Verstehe ich das richtig? Die wollen in einen unterirdischen Bahnhof keine Lüftungsanlagen einbauen? Die hoffen darauf, dass die ein- und ausfahrenden Züge für den nötigen Luftaustausch sorgen? Die Leute, die später dort arbeiten, kann man jetzt schon bedauern. Von denen werden viele über Kopfschmerzen klagen.
Warum wird dann nicht gleich die ganze Stadt unterirdisch neu aufgebaut, es wird keine Heizung, Wärmepumpe und so gebraucht nur die Lichttechnik muss dann noch Autark werden. Es darf nur nicht zu tief gebaut werden, denn dann wird es wieder zu warm.
Ich finde das Geld (z.Zt. 14,5 Milliarden ) ist gut angelegt. Mal eben 10 Millarden überzogen, kein Ding. Auch die nächsten 15 Millarden sind dort unter der Erde besser aufgehoben bzw.ausgegeben, als dem ukrainischen Bettelpräses
aufzudrängen.
Wie ich schon anderswo geschrieben habe, gibt es jetzt noch genau zwei Möglichkeiten: Die Deutsche Bahn streicht Stuttgart aus dem Streckennetz, das Loch wird mit Beton aufgefüllt, ein paar Windräder reingestellt, fertig! Oder: Die Chinesen übernehmen den Bums mit chinesischen Ingenieuren, Bauleitern und chinesischen Arbeitern und in drei Jahren gibt’s ne neue Hochgeschwindigkeitsverbindung Stuttgart-Peking…..
Das Problem, dass die DB mit den Bahnhof haben wird, ist noch garnicht erkannt! Für die E- Lokomotiven wird wohl dannkeine Strom zur Verfügung stehen. Wohl oder Übel wirden wir wieder mit Dampf- Locks fahren. Wer mitfahren will muss ein Bünder Reisig oderein Sack Holz ( nachwachsende Rohstoffe!)mitbringen und eine Taschlampe, weil da unten kein Licht mehr brennt. Achso, einer wird dann noch gesucht, der die vorher Lock heizt.
@Stuttgart 21 setzt auf Erdabkühlung
nun ja – ein General hat das mal so erklärt : wir ziehen uns nicht zurück, wir rücken in eine andere Richtung vor !
Im übrigen – im Zeitalter der DE-Industrialisierung und DE-Mobilisierung, Verarmung und Verelendung mit dem Übergang zum Agrarstaat nach Morgenthau wird so ein Bahnhof nicht gebraucht – er dient nur als Geldwaschanlage für einige Investoren und ihre Politiker !
Aber glücklicherweise haben wir ja eine politik-hörige, politisch weisungsgebundene Justiz, die darüber doch gerne wegsieht, selbst wenn es davon ein Schleudertrauma gibt !
Warum soll man sich auch um solche Machenschaften kümmern, wenn das Geld an die richtigen geht – bei einer Verkäuferin wird wegen eines gefundenen 20C-Pfandbons die ganze Härte des „Rechtsstaates“ aufgefahren, Ballweg war – genaugenommen mit falschen Anschuldigungen lange in U-Haft, und die Rollatorgang sitzt heute noch in U-Haft – aber bei Milliardenbetrügereien wie Cum-EX, Cum-Cum und Wirecard schaut dieser tolle „Rechtsstaat“ weg, Steuerprüfer werden aus dem Amt gekegelt wie in Hessen und Whistleblower wie Gustl Mollath für viele Jahre in die Klapse gesteckt, bis der Fall verjährt ist.
Mich wunder nur, das sie diese häßliche tägliche Dunkelperiode noch nicht bekämpfen – die liese sich doch noch so manches verdienen – oder gar diese Dinge, die wir volkstümlich als Sommer und Winter bezeichnen – hätten wir durchgehend 20°, was könnten wir da an Energie sparen – alleine die Heizungen – obwohl es da schon Lösungen gibt – wer erinnern sich nicht an die Todesraute mit einem 2. Pullover, hüpfen, Kniebeugen und in die Hände klatschen.
Aus ursprünglich veranschlagten Kosten von 4,5 Milliarden Euro wurden Stand 2026 dann 14,5 Milliarden, aus dem Ziel der Fertigstellung von Datum 2019 wurde Dezember 2031 !
Dem braucht man glaube ich nichts mehr hinzuzufügen!
Aus ursprünglich veranschlagten Kosten von 4,5 Milliarden Euro wurden Stand 2026 dann 14,5 Milliarden, aus dem Ziel der Fertigstellung von Datum 2019 wurde Dezember 2031 !
Dem braucht man glaube ich nichts mehr hinzuzufügen!
Ein Kommentar andernorts hat ganz richtig erkannt: Es wäre mittlerweile billiger, einfacher und schneller, würde man auf der grünen Wiese einen Bahnhof bauen und Stuttgart neu darum herum ansiedeln.
In einem herkömmlichen Keller wird es nie sehr heiß, genau deshalb bewahrt man seit Jahrtausenden Lebensmittel in Kellern auf. Vielleicht ist der Keller-Effekt in einem Tiefbahnhof nicht mit dem in einem ganz normalen Miethauskeller vergleichbar, jedenfalls hatte ich diesen Eindruck schon öfters in Tiefgeschossen von Bahnhöfen, auf denen U- und S-Bahnen ankommen und abfahren. Immerhin war es da nie so heiß wie ein paar Meter weiter oben. Es gibt also einen gewissen, absehbaren Hitzeschutz im Tiefbahnhof, das ist auch ohne geophysikalische, geochemische und Ingenieurs-Kenntnisse absehbar. Geplapper darüber ist überflüssig. Da hören sich einige Leute gern reden, mehr ist wohl nicht dahinter.
Könnte es sein – natürlich nur theoretisch – dass die DB- und Polit-Äkspärten, die diesen Bahnhof „planen“, doch tatsächlich die Lüftungs- undKlimaanlage vergessen haben und nun versuchen, diesen Faux-pas ziemlich dämlichen zu verargumentieren? Zutrauen würde ich denen das inzwischen. Ich traue dieser Truppe aus Parteigängern, Pöstchenhockern und Quoten-„fachleuten“
inzwischen ALLES zu. Wirklich ALLES.