Stuttgart 21 und andere Katastrophen der Bahnplanung

Stuttgart 21 und andere Katastrophen der Bahnplanung

Eingebrochener Tunnel von Rastatt 2017 (Foto:Imago)

Die wiederholten Verlängerungen der Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart 21 sind Anlass für diesen weiteren Artikel zum Thema Bahn. Ich habe oft schon zu diesem Komplex geschrieben, mich bisher aber über einige Hintergrunddetails zurückgehalten und lieber geschwiegen – weil ich befürchtete, dass kaum jemand mir abnehmen würde, dass ich auch auf diesem Gebiet ein ausgewiesener Kenner bin. 20 Jahre lang brachte ich mich als Mitglieder der Bürgerinitiative Bahn vor Ort und in der IG Bohr am Oberrhein aktiv in die Planung des Ausbaus der Oberrheinstrecke als komplexes Teilstück der Transversalen Bahnstrecke von Rotterdam bis Genua ein; ich war der Fachmann der Bürgerinitiative für die Berechnung von Betriebsabläufen, deren Streckenkonflikte, der schalltechnischen Ausbreitungsberechnung und Dimensionierung von Schallschutzmaßnahmen zuständig. Ebenso arbeitete ich der beauftragten Kanzlei zu, die im Auftrag der angrenzenden Kommunen die Bahnplanung und deren Alternativen rechtlich begleitete. Dabei erwarb ich eine solide Kompetenz und viele Insider-Einblicke. Infolge dessen wurde mir sogar von den Projektverantwortlichen der Bahn eine Arbeitsaufnahme angeboten wurde, nachdem ich 2008 im Erörterungstermin einen transparenten Zug-Zeitlauf-Rechner und dessen Ergebnisse vorgestellt hatte. Anhand dessen konnte ich darstellen, an welchen Stellen die unterschiedlichen Zuggattungen bei welcher Geschwindigkeit Streckenkonflikte auslösen würden, die durch neue Gleisanlagen zu beheben wären.

Dies Ausführungen seien hier nur zum Nachweis dessen vorangestellt, dass ich weiß, wovon ich rede, und um den folgenden Ausführungen die angemessene Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Stuttgart 21 (S21) soll hier nicht verteidigt werden, im Gegenteil. Aber der Schuldige an der Misere ist in diesem Projekt nicht die Bahn. Sie wollte dieses Projekt gar nicht! Der Stuttgarter Kopfbahnhof war so leistungsfähig wie andere Kopfbahnhöfe in Deutschland auch. Nein, es war die Stadt Stuttgart, die ein Immobilienprojekt im Kopf und auf dem Reißbrett hatte, bei dem der bisherige Bahnhof im Weg war. Das Land Baden-Württemberg wollte diesem Prestigeprojekt ihrer Hauptstadt nicht nur nicht im Wege stehen, sondern beförderte es im Gegenteil noch. Und nolens, volens machten am Ende auch die Bahnplaner mit; sie hofften wohl, mit ihren „Nettigkeiten“ gegenüber den hauptverantwortlichen Initiatoren noch staatstragender zu werden. Übrigens bestand durchaus auch ein finanzieller Anreiz für die Planung von teurem Schnickschnack – weil die Bahnplaner 18 Prozent der Bausumme erhalten. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Projekts S21 war von Anfang an trotz aller Schönrechnerei bestenfalls nur leicht positiv; es hätte also besser gar nicht realisiert werden sollen. Beschlossen wurde es trotzdem – und seit nunmehr bald drei Jahrzehnten wird versucht, es zu realisieren und irgendwann fertigzustellen. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, ein studierter Mathematiker, saß übrigens als Mitglied in der Verhandlungskommission. Inzwischen wird geunkt, dass mit “Stuttgart 21“ gar nicht das Jahr 2021 gemeint gewesen, sondern 2100? Doch genug des Sarkasmus.

Das Tunneldesaster von Rastatt

Kommen wir an dieser Stelle von S21 nun zu einem anderen, bereits erwähnten Desaster. Ein bedeutender Teil des Ausbaus der Güterzugstrecke Rotterdam-Genua war deren Untertunnelung in Rastatt. Solche Tunnel sind heutzutage kein “Hexenwerk” mehr (auch wenn die Bohrmaschinen des heimischen Herstellers Herrenknecht nur weibliche Namen tragen…). Wir konnten damals mit der eingangs erwähnten Bürgerinitiative den Tunnel von seiner nördlichen Seite her besichtigen – wahrlich ein Paradebeispiel deutscher Ingenieurskunst. Doch der Teufel steckt im Detail: Zwar können sich solche Monstren von zwei Seiten her durch härtestes Gebirgsstein fressen und sich in der Mitte fast zentimetergenau treffen; doch wie bohrt man einen Tunnel durch das Kiesgestein am Oberrhein? Das ist fast so wie einen Pudding an die Wand nageln. Die Lösung: Man muss ihn dazu einfrieren. Der Kies vor dem Bohrkopf wird mit riesigen Sonden fortlaufend vereist. Am Oberrhein haben wir die größten Grundwasserbestände in Europa. Hinter dem eingefrorenen Kies wird gebohrt und gleich dahinter werden die Tübbings eingesetzt, jene exakt nach dem Bogenverlauf der Röhre vorgefertigt gebogenen Betonteile, die dann hinter dem Bohrkopf von derselben gleichen Maschine eingesetzt werden – bevor der Kies wieder auftaut.

Wie kam es aber dazu, dass am 12. August 2017 die Oströhre einbrach und die darüber kreuzenden Gleise plötzlich ein Meter durchhängten? Näheres dazu siehe hier. Das Malheur passierte nur 52 Meter vor der Stelle, wo die gewaltige “Wühlmaus” eigentlich wieder das Tageslicht erblicken sollte. „Im Be-reich der Unterfahrung war mit einer bis zu −33 °C kalten Kühlflüssigkeit der Boden eingefroren worden, um ihn zu stabilisieren. Der Maschinenvortrieb auf einer Länge von 205 m in einem vollständig gefrorenen Eiskörper stellte ein Novum im maschinellen Tunnelbau dar“, wuschen die Experten ihre Hände in Unschuld. Ich dagegen hatte sofort einen anderen Verdacht: Weil es in den Monaten zuvor, vom Herbst 2016 bis Frühling 2017, sehr wenig geregnet hatte und der geringe Regenüberschuss im Sommer 2017 eigentlich noch nicht aufs Grundwasser durchgeschlagen sein konnte, rief ich einen befreundeten Hydrologen an. Dieser recherchierte für mich, was ich geahnt hatte: Tatsächlich lag der Grundwasserstand einen halben Meter tiefer als in den Jahren zuvor. Das erscheint zwar nicht viel, aber bei einer Gradiente (Steigung) von 12 Promille am Einsturzort macht ein halber Meter über die die Länge fast 42 Meter aus – sprich: 10 Meter bis zur vorberechneten Stelle des fertigen Tunnels. Bei normalem Grundwasserstand hätte die Vereisung unter den beiden querenden Gleisen funktioniert; aber ohne ausreichendes Grundwasser gibt es kein Eis, auch wenn die Temperatur -100 Grad betragen hätte. Die Folge des Desaster: Die Tunnelbohrmaschine musste zuerst verschüttet und dann zubetoniert werden, um dem Bahnverkehr darüber wieder zu ermöglichen. Später musste sie wieder zusammen mit dem Beton herausgemeißelt werden, um den Tunnel fertigstellen zu können.

Riesiger Vertrauensverlust

Meine Erkenntnisse der Ursache der Havarie stellte ich großen Printmedien zur Verfügung, erhielt aber leider keine Rückmeldung. Entweder hatte man dort kein Interesse, meinen Indizien weiter nachzugehen – oder man  tat es, wurde jedoch – gegen viel Geld oder unter Verweis auf was auch immer? – von interessierter Stelle zum Schweigen gebracht (ein paar Tausender fallen bei einer Milliarde Schadensumme alleine bei den Eisenbahnunternehmen, plus den Kosten eines Tunnelbohrkolosses und Betonspecht-Arbeiten, kaum ins Gewicht). Ins Gewicht fiel aber das verloren gegangene Vertrauen in die Fachkompetenz von Experten aller Beteiligten wie auch in die Aufklärungsbereitschaft von Politik und „Qualitätsmedien“; der Nord-Stream-Anschlag lässt grüßen…

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Abschließend noch ein Beispiel, das Kopfschütteln auslösen müsste: Sicher haben Sie, liebe Leser, als Bahnreisende schon festgestellt, wie beängstigend hoch die Lärmschutzwände auch entlang von Bahnhöfen sind. Die Anwohner klagen zunehmend, dass für sie die Sonne später aufgeht und früher unter, und dass willkommene Luftbewegung verhindert wird, vor allem im Sommer. Lärmschutzwände werden in ihrer Höhe berechnet – und gebaut – entsprechend den Schallemissionen der Anzahl verschiedener Züge und deren Geschwindigkeit. Dabei wird jedoch nach Vorschriften verfahren, die faktisch längst überholt sind: Anhaltende Züge verursachen im Stillstand kaum Lärm, und beim Herunter- und Anfahren viel weniger, als wenn ein Zug mit gleicher Geschwindigkeit durchfährt. Beim Erlass der Berechnungsvorschrift im letzten Jahrhundert kam man überein, zum Ausgleich des geringen Lärms haltender Züge das Türenknallen der alten Waggons gegenzurechnen. Doch jetzt knallen die Türen nicht mehr, aber trotzdem werden diese Lärmschutzmonstren – die teilweise höher sind als damals die Berliner Mauer  – so berechnet, als ob alle Züge mit der geltenden Streckengeschwindigkeit durchrasen, die meist viel höher liegt als die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten. Die zu hohen Lärmschutzwände in Bahnhofsbereichen sind für alle ein Ärgernis und kosten uns Steuerzahler viel Geld. Und: Sie werden nicht von der Bahn bezahlt, sondern aus dem Bundeshaushalt. Abgeordnete und das Verkehrsministeriums machte ich auf dieses anachronistische Verwaltungsgedicht Relikt aufmerksam; ich habe aber erhebliche, Zweifel ob sich etwas ändert. Ich könnte die Beispiele fortsetzen, etwa mit der Bahnplanung für den Ausbau der Rheintalbahn fast vor der Haustüre, die einen ebenfalls verzweifeln lässt, weil sie mit den geänderten verkehrspolitischen Parametern nicht kompatibel ist und unnötig viel Zeit und Geld kostet. Aus dem Projektbegleitung der Rheintalbahn zog ich mich zurück, weil mir die 20 Jahre zu viele schlaflose Nächte bereitet hatten. Häme liegt mir dabei fern; es ist mehr eine tiefe Enttäuschung über unser Land. Meine Erkenntnis über den Zustand der Bahn: Ich würde inzwischen sagen, sie ist das Spiegelbild Deutschlands. Nichts läuft mehr rund. Ob die neue Bahnchefin und der neue Verkehrsminister die Wende schaffen? Wohl eher nicht, wenn man an das abschreckende Biespiel der Bundesregierung und Friedrich Merz denkt…

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6 Kommentare

  1. Darüber zu streiten wie Adolfs – Pläne durchgeführt werden, hat schon in den 70-ern zu keinem Erfolg geführt, wie andere Städte beweisen. Kriegsvorbereitende Maßnahmen haben eben Vorrang vor Allem.

  2. Die Bahn ist nur ein Symptom der Grunderkrankung und steht am Ende eines jahrzehntelangen Krankheitsentwicklumg, die ich gerne mit einem Krebsgeschwür vergleiche. Krebs äußert sich im Laufe der Jahre zunächst mit Allgemeinsymptomen wieSchwäche, Schwitzen, allgemeines Krankheitsgefühl, häufige Erkältungen , und je nach Lokalisation, Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchbeschwerden, Blässe, usw, usw. Irgendwann kommt der Punkt wo der Patient sagt -jetzt muss ich zum Arzt und dann sucht der Arzt bis er die grunderkrankung findet- z.B Darmkrebs mit Metastasen. Die Grunderktankung in D und in der EU ist- die jeweilige Regierung und die Landesregierungen – deren linksgrünrote über Jahrzehnte bürgerverachtende Politik hat zu der verrotteten Infrastruktur, Bildungsmisere, Anstieg von Kriminalität, Zerstörung der Innenstädten, Deindustrialisierung mit massivem Verlust an Stellen und Wohlstand, Anstieg von Alters- und Kinderarmut, sowie Steuerlast und Inflation
    <> die Bahn steht nur am Ende und ist ein Symptom der Krankheit > LGR – linksgrünrote Politik

  3. Meine Erfahrung: Keine, gar keine Geschäfte mit der Bahn! Allenfalls dort, wo die bauen wollen, vor Enteignung verkaufen wenn sie denn gut zahlen sollten.
    Ich hatte als Betreuer mit den Herrschaften zu tun. Schäden an einer Wohnung auf dem Katzenbergtunnel in Bad Bellingen.
    Als ich noch nicht involviert war haben die meine damals bereits offensichtlich demente Tante während der Bad – Reparaturen in ihrer Eigentumswohnung in Hundebeutel scheißen lassen statt ein angemessenes Hotel und was sonst so dran hängt (eigener Sachverständiger, Anwalt, Bewachung der Wohnung u.a.m.) zu bezahlen.

    Zur Rolle des WEG Verwalters und des Ortsbürgermeisters möchte ich hier nichts schreiben. Zu der Zeit war ich noch nicht der Betreuer, das wäre lustig geworden.

    Ich habe dann noch ein paar oberflächliche Risse festgestellt. Imo vermutlich im niedrigen 4 stelligen Bereich, also lächerlich. Am Telefon haben Bahnler die mir das blaue vom Himmel versprochen. Dann rückten sie mit 3 Leuten eines teuren Ingenieurbüros an die alles leugneten und bestritten.

    Das Problem war der lächerliche Streitwert: Finden Sie mal einen Anwalt und einen Sachverständigen der sich damit auskennt und gewillt ist ins Flachland in Süddeutschland zu fahren. Zu gesetzlichen Gebühren.

    Ich hatte dann einen Käufer dem das egal war.

    Aber der panische Gesichtsausdruck des Notars im grünen Freiburg — nachdem ich darauf bestand die Bergschäden in den Vertrag zu schreiben – war unbezahlbar.

    Fazit: Vorsicht !! Oder frei nach Franz – Josef Degenhardt: Spiel nicht mit …

  4. Im Prinzip ist es wie an allen Großbaustellen. (BER, Elbphilharmonie, diverse Theater)
    Sobald die Politik das Sagen übernimmt und Fachleute (Architekten, Ingenieure)
    ausgebootet werden kann es nur noch schiefgehen. Hinterher will es niemand gewesen sein
    und die Irgendwanneröffnung wird pompös gefeiert und die Politiker klopfen sich gegenseitig
    ob des Erreichten auf die Schulter. Was der ganze Spaß gekostet hat und um wieviel überzogen
    wurde ist nebensächlich, es ist ja nur Steuergeld.
    Deswegen sollte man auch den Olympiabewerbungen misstrauen, denn dem Größenwahn unserer
    Politiker ist inzwischen alles zuzutrauen.

  5. Hallo Herr Künstle,
    es ist auch in HH (Philharmonie) und Berlin (BER) genau das gleiche. Dabei ging es während deren Bauzeit auch anders, wenn man wollte. Ich war für den Bau eines Hangars für die AN 225 verantwortlich, nur mickrige Zahlen (18 Monate, 18 Mio €), erlebte aber Sabotage über komplette 18 Monate. Gegen das Projekt haben der Projektsteuerer (vom ersten bis letzten Tag +2 Monate und +2 Mio), meine Konzernleitung (dem Projektsteuerer dürfen sie nicht kündigen) und etliche kleinere Unwillige unablässig gestänkert. 3 Tage vor Übergabe wußte ich, der Termin wird gehalten. Die Kosten wurden wegen befohlener Ausweitung des Projektsteuerungsvertrages (200T€) um 64T€ überschritten. Möglich war der Erfolg, weil unsere Mannschaft ee war: erfahren und engagiert.
    10 Jahre vorher hatte ich als Einzelunternehmer eine Villa in 6 Wochen (850 m², denkmalgeschützt,
    Holzschwamm, einstürzende Decken, Nässeschäden von unten und oben, ca. 3 Mio €) zu sanieren. Am Tag nach meinem Geburtstag war Übergabe, ich hatte ihn glatt vergessen.
    Bei der Villa konnte ich es noch allein stemmen, beim Hangar schafften wir es im Kollektiv. Eine Delegation Berliner Stadträte kam, um sich unser Erfolgsrezept (BER war schon dreifach so alt, wie geplant) anzuhören.
    Jetzt ist Bauen in Deutschland nicht mehr möglich. Jeder darf torpedieren, weil da ein Grashalm unter Beton nicht mehr wachsen wird und weil bei Wind die abgewandte Seite keinen Luftzug bekommt.
    Ich war vor kurzem in einem Land, dass unserem Kaiser egal war, auch wenn da ein Reissack umfallen täte. Das Bahnnetz ist zwischen Städten ab 1 Mio (chinesisch: größere Dörfer) durchgängig mit 250 Sachen befahren. Alle Städte ab 4 Mio haben Bahnhöfe größer als jeder europäische und oft 2 oder 3 davon. In der tiefsten Provinz fuhr der Bus ohne Fahrer. Würde die Sprachbarriere nicht sein, wäre ich dort auf dem Bau! In D gehe ich eher für solche Worte in den Bau.
    Kein Trost für die deutsche Zukunft, ich ernähre mich von Erinnerungen und lebe da, wo die Gesellschaft Vernunft (wenn auch nicht 100%) aufweist.

  6. Das Projekt Stuttgart 21 als geplanten „Tiefbahnhof“ zu bezeichnen ist schon die erste Lüge der Projektbetreiber.
    (Was der Autor vermeidet)

    Geplant ist kein „Bahnhof“, sondern eine „Haltestelle“, denn anders wären all die Regelverstöße und Ausnahmen — zum Beispiel bei Gleisneigung, Tunnelquerschnitten, fehlendem Brandschutz etc — gar nicht genehmigungsfähig. Auch so geht das Projekt nur mit unzähligen „Ausnahmegenehmigungen“ durch das EBA (Eisenbahnbundesamt).

    Der Autor schreibt:
    „Der Stuttgarter Kopfbahnhof war so leistungsfähig wie andere Kopfbahnhöfe in Deutschland auch. Nein, […]“

    Daran ist nur das letzte Wort richtig, denn der Stuttgarter Kopfbahnhof war viele Jahre der leistungsfähigste Großbahnhof Deutschlands! Manchmal auch auf Platz zwei nach Leipzig. Und das bei vergleichsweise geringstem Flächenverbrauch dank dem sog. „Tunnelgebirge“, einer genialen Konstruktion aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, das durch Gleise in drei Ebenen eine kreuzungsfreie Fahrt der Züge in alle Richtungen ermöglicht(e).

    Ein Sommerfahrplan aus den 1970ern, den ich gesehen habe, beweist: mehr als 55 Züge pro Stunde waren regelmäßig möglich. Demgegenüber ist die geplante maximale Leistung von 33 Zügen pro Stunde des Haltestellenprojekts Stuttgart 21 eine Bankrotterklärung!

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