Systemkonforme „Satire“ zieht nicht mehr: Quoteneinbruch bei der Heute-Show

Angepasster Alibi-Humor ohne „Delegitimierungsrisiko“: Oliver Welke (Foto:ScreenshotYoutube)

Immer weniger Deutsche haben Lust auf öffentlich-rechtlichen „Humor“, der die wahren Mächtigen allenfalls mit Samthandschuhen anfasst und ansonsten vor allem Oppositionelle und Kritiker von Corona-Maßnahmen, Kriegstreiberei oder Klimawahn ins Visier nimmt – und genau für diese konformistische Sorte von Pseudo-Kabarett steht die „Heute Show“. Am vergangenen Freitag floppte nun eine Art „Spezial-Edition” der Show massiv. Die Sonderausgabe der von Oliver Welke moderierten „unlustigsten Sendung des ZDF nach Böhmermann“, wie bissige Netzkritiker wiederholt schrieben, hatte noch während der abendlichen Ausstrahlung kontinuierlich an Zuschauerinteresse eingebüßt und blieb am Ende weit hinter den Quotenerwartungen zurück.

Schon in den vergangenen Monaten verzeichnete die Show rückläufige Zuschauerzahlen. Allerdings bleibt ein hartnäckiger, öffentlich-rechtlich dauerberieselter Stammzuschauerblock auch diesem rundum regierungs- und altparteienfreundlichen Format in unverbrüchlicher Treue verbunden. Wenn es daher auch unwahrscheinlich ist, so wäre doch zu hoffen, dass der lehrreiche Einbruch von Freitag einen dauerhaften Quotensturz dieser offiziell als politische Satireshow firmierenden, in Wahrheit aber als linkes Propagandaorgan dienenden Agitpropveranstaltung markieren würde.

Betreutes Denken

Seit die „Heute Show” 2009 auf Sendung ging, hat sie sich schnell den Ruf erworben, angeblich eine – zumindest für Deutschland – „neue Art von Komik” eingeführt zu haben. Tatsächlich hat es, mit Ausnahme der in ihren Anfangszeiten Mitte der 1990er Jahre genialischen „Harald-Schmidt-Show”, in Deutschland kaum je auch nur den Versuch gegeben, eine hintersinnige, reale Satire-Show ohne Parteinahme zu starten. Dinge für sich selbst sprechen zu lassen und dem Publikum die jeweilige Einordnung selbst zu überlassen, ist für deutsche Humorverhältnisse wohl buchstäblich undenkbar. Ohne unmissverständliche Vorgaben, wie das Gesehene oder Gehörte gefälligst zu verstehen ist, funktionieren in Deutschland weder normale mediale Berichterstattung noch Satire. Man nennt das auch: Betreutes Denken.

Dieser Gesinnungshumor zieht sich, im Prinzip schon seit „Scheibenwischer”-Zeiten, durch die gesamte Satirelandschaft – wobei damals die linken Programmacher ihrerseits noch subversiv auftraten, weil sie nicht der „Mainstream” waren. Die Attitüde von einst gegen „die da oben“, die grundsätzlich dumm, korrupt, geldgierig und verlogen seien, funktionierte und galt als hip und frisch, solange Konservative oder Liberale die Feinde waren. Unter Helmut Kohl blühte diese Spottkultur zuletzt besonders auf, danach schmierte sie – erst unter Rot-Grün, dann unter Merkel – begreiflicherweise ab. Bis heute fremdelt dieses „kritische” Unterhaltungsfernsehen damit , dass „die da oben“ inzwischen längst die Linken selbst sind. Deshalb funktioniert auch linke Verballhornung nicht mehr, und ist erst recht nicht mehr glaubwürdig.

Peinlicher linker Brachialhumor

Die „Heute Show” mag sich vielleicht vordergründig von der bräsig-altväterlichen Besserwisserei früherer Satireformate abheben; letztlich aber handelt es sich jedoch auch hier nur um linken Brachialhumor mit dem Holzhammer. Die Liste der entsprechenden abstoßenden Beispiele dafür ist schier endlos: Jahrelang diente die FDP der Show als Fußabtreter, wobei kein Klischee ausgelassen wurde  („Die FDP ist und bleibt ein herzloser Arschgeigenverein“). Mit dem Aufkommen von „Pegida”, der AfD, Corona und Impfkritikern war dann endgültig kein Halten mehr: 2018 wurde der AfD-Politiker Dieter Amann, der sich kritisch zum Flüchtlingsnachzug geäußert hatte, wegen seines Stotterns, für das er ausdrücklich um Verständnis gebeten hatte, der Lächerlichkeit preisgegeben. In einer halbseidenen Entschuldigung behauptete Moderator Oliver Welke anschließend fadenscheinig, nichts von Amanns Behinderung gewusst zu haben. Stattdessen sei man davon ausgegangen, dass es sich „um einen der üblichen Versprecher handelt, die durch eine gewisse Nervosität beim Sprechen bedingt sind.

Dass genau dieser schenkelklopfende Primitivhumor das Problem ist, kam ihm nicht in den Sinn. 2020 erregte Welkes Show den Unmut der ungarischen Regierung, als er es für witzig hielt, Ministerpräsident Viktor Orban als „Gulasch mit Ohren“ zu bezeichnen. Hier gelten rassistische Stereotypen plötzlich nichts mehr – es lachen ja Linke! Und die gänzlich unlustige „Komikerin“ Carolin Kebekus ergänzte den Vorschlag, man könne die EU doch einfach auflösen und unter dem Kürzel „EUODBUUP“ neu gründen: die „Europäische Union ohne die bekloppten Ungarn und Polen.“ Dieser unerträgliche Halbwüchsigenhumor wurde selbst von dezidiert linken Medien kritisiert. Die „Welt” kommentierte bereits 2015 über die Ausrichtung der Show: „Wonnevoll schwimmt man im Fahrwasser einer vermeintlich fortschrittlichen Weltanschauung, in der raffgierige Stromkonzerne, VW und die Pharmaindustrie zu ‚Deutschlands besten Schweinebranchen‘ gezählt werden und der deutsche Justizapparat – was sonst – auf dem rechten Auge blind ist. Polizisten und Verfassungsschützern wird geraten, mal kurz die Youporn-Seite zu verlassen, die ‚Wichsgriffel aus der Hose zu nehmen‘ und endlich gegen Nazis zu ermitteln. Wenn es um islamistische Terroristen geht, werden derartige Gags lieber vermieden. Man will ja nicht unnötig provozieren.

Schonung der Hauptagenda

Eine weitere „Spezialität” der Sendung ist seit eh und je das Vorführen von Menschen ohne Medienerfahrung durch gezielt manipulierte Situationen, um sie als  borniert und lächerlich darzustellen. Diese Methode findet unter anderem zur Bloßstellung von gläubigen Christen (natürlich wiederum nicht Muslimen!) Anwendung. Zwar werden – pro forma – auch SPD und Grüne gelegentlich aufs Korn genommen – aber stets, ohne dass deren Agenda (vor allem Migration und Klimaschutz) jemals grundsätzlich hinterfragt wird, und ohne dass diese „Kritik” auch nur annähernd die blindwütige Schärfe, ja Brutalität erreicht, mit der auf AfD, FDP, CDU, „Neuliberale“, Konservative, Impfskeptiker oder andere missliebige Gruppen eingedroschen wird.

Da das ZDF allerdings Formate wie die „Heute Show” braucht, um zumindest gelegentlich noch Zuschauer außerhalb des Rentner-Milieus vor der Glotze binden zu können (auch wenn dies immer seltener gelingt), und die Sendung – wie die noch linkere Böhmermann-Show „ZDF Royal“ – zugleich auf der links-woken Generallinie des Senders schwimmt, ist hier jedoch keine ernsthafte Besserung zu erwarten. Daran dürfte auch der Quoteneinbruch von Freitag nichts geändert haben.

15 Kommentare

  1. Der bürgerlich-konservative Internetradiosender „Kontrafunk“ startete genau heute mit seinem 24-Stunden-Programm. Erster Interviewpartner war der ehemalige ZDF-Moderator Peter Hahne.

    Man sei Teil des „bürgerlichen Widerstands“ für „Hörer, die noch alle Tassen im Schrank haben“ betont Burkhard Müller-Ulrich.

    Eine eigene Nachrichtenredaktion soll ständig aktualisierte Kurznachrichten sowie eine Morningshow produzieren. Also, eine Heute-Show des ZDF braucht kein Mensch mehr.

    Hier geht’s zum Kontrafunk:

    https://www.kontrafunk.radio/de/

  2. Das „beste“ Paradoxon an der Deutschlandshow selbst ist Oliver Welke als Satire selbst. Der hätte am liebsten als Diversity Kandidat Jogi Löw oder Uschi Glas während diese ihre Impfkampagnie im öff. recht. Fernsehen hinauf und hinunterdudelten gleichzeitig den Ar….. abgewischt.
    Alle die bei ihm auftreten inkl. auch er selbst leiden seit langem an Größenwahn und gleichzeitig an ADHS Aufmerksamkeitsdefizit.
    https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ADHS-Noch-immer-haeufig-nicht-erkannt,adhs152.html

    Fällt derzeit besonders auf bei der Grünen Politclique die uns das Leben inzwischen unerträglich machen!

  3. Sie sind überall

    Sie schikanieren die Menschen täglich,
    nicht nur mit Gendergeplapper allein,
    verbreiten ihr Credo, wo nur möglich,
    auf allen Kanälen im trauten Verein.

    Man muss die Wahrheit ins Auge fassen,
    alle Medien haben sie okkupiert.
    Keines der Medien wird ausgelassen,
    stets und ständig wird indoktriniert.

    Sie schleichen sich in des Menschen Gehirn
    mit verlogenen Phrasen und Worttorsionen,
    finden dort Opfer, wo hinter der Stirn
    keine anti-Gehirnwaschkörper wohnen.

    So finden sie es gar nicht schlimm,
    Kindergehirn zu missbrauchen,
    lassen in Märchen der Brüder Grimm
    farbige Menschen auftauchen.

    Bei Sendungen über Wald und Wiesen
    sie keine Gelegenheit verlieren,
    das Fernsehvergnügen zu vermiesen,
    von Klimaerwärmung zu fabulieren.

    In Talkshow, Krimi, Information,
    Berichten, Serien oder sonstiges Genre,
    was nicht ist rotgrüne Passion,
    stell’n sie als rechts an den Pranger.

    Propaganda wo man hört und sieht,
    Rotgrün tut überall motzen,
    so dass es mir den Schuh auszieht,
    find’s einfach nur zum Kotzen.

    Ich weiß, dass ich nicht der einzige bin,
    dem der Zeitgeist geht auf den Zünder.
    Frage ist: Wie kriegt man es hin,
    zum Schweigen zu bringen die Sünder?

  4. Lasst die Leute in Ruhe. So wie ihr das den Leuten beibringen wollt, funktioniert es genauso wenig als sie es uns verbieten wollen anders zu denken. Hinweisen ja, den Rest müssen sie alleine in die Köpfe bekommen. Wenn wir es ehrlich im Umgang miteinander meinen, sollten wir darüber diskutieren was uns bremst und nicht die ausbremsen die erst mal nicht mit uns reden wollen, sondern ihnen kritisch aber offen gegenüber stehen. Das macht nämlich den Unterschied zu denen aus, die genau das machen Das ist ein schwieriger Weg, ich weiß. Aber es ist nach meiner Meinung der einzige sinnvolle um einer weitere Polarisierung und Spaltung in der Bevölkerung wie die Eliten es wollen entgegen zu wirken. Wir müssen uns darum kümmern unsere Rechte zu vertreten und dafür kämpfen. Und darüber sollten wir reden.

  5. Wer die „Heute Show“ konsumiert, lacht über seine eigene Dummheit. Hab mich immer schon gefragt, was daran lustig ist. Da Ich gerade einen Bericht über Thailand gesehen haben, allgemein für den Kuturkreis. Sich stets vor andereverbergen und Hände zusammen falten und immer schön verbergen vor der Obrigkeit und besser gestalten Personen. Sowas werden sich auch die Grünen und Roten hier wünschen wenn Habeck, Lauterbach, Roth oder Scholz usw irgendwo auFrauchen, immer brav unterwürfig verbeugen. Fällt mir gerade so ein, da ich diesen Pokriecher sehe.

  6. Verstörte Intendanten und Programmdirektoren müssen sofort terminiert werden.
    Denn sie sind die Rädelsführer für einseitige linksgrün versiffte Berichterstattung.
    Egal ob Real oder Satire.
    Mit einem genüsslichen schmunzeln würde ich jeglichen Sturm auf Studios
    des von uns Zwang finanzierten TV registrieren.

    Das sich ein Welke für solch einen Dreck hingibt, stimmt sehr nachdenklich.

  7. Die einzige Satire-Sendungen die ich mir noch ansehe, sind Schleich und Grünwald. Alles andere ist unerträglich und wird erst gar nicht eingeschaltet.

  8. Vielen Dank für den Hinweis auf das Verspotten der Christen. Dass sowohl die Staatskirchen als
    auch die Freikirchen auf diese Ungeheuerlichkeiten nicht reagieren, spricht Bände!

  9. Trotzdem muss man für diesen Dreck unter Androhung von Freiheitsstrafe zahlen. Was für ein widerliches und verkommenes System in dem wir leben müssen.

  10. Kann mich nicht erinnern, wann ich die letzte Folge dieser zwangsbemüht lustig sein wollende Sendung gesehen habe. Ich glaube, man hackte noch ständig auf der FDP herum und Brüderles Ausschnitt-Gate war gerade das große Ding, wofür sich der feiste Welke ein paar Schenkelklopfer hat schreiben lassen. Schon damals war die selbsternannte Satire so gelungen, wie eine misslungene Wurzelbehandlung. Es wird nicht besser geworden sein. Guckt sich das wirklich noch jemand an?

  11. Extra3 ist leider auch zu einer Regierungsnarrativposse verkommen.

    Aber Hildebrandt fand ich genial. Leider für viele zu intelligent. Georg Schramm war auch klasse. Urban Priol leider auch verschwunden. Alle zu unbequem…

  12. Bei dem Thema möchte ich an Schweinegrippe 2009 erinnern, wo Bill Gates unsere Öffentlich Rechtlichen wohl noch nicht gekauft hat und kein geringerer als der Herr Böhmermann (hier als Rüdiger Alt) es als Schweinegrippe-Opfer bis in Hauptnachrichten der damals schon gekauften privaten Medien geschafft hat….

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