„taz“: Wie der böse rechte Buchverlag einmal einen braven Journalisten bedrohte

„taz“-Journalist Andreas Speit (Foto:Imago)

Und dann wurde er auch noch bedroht. Von einem rechten Buchverlag. Wer? Der „taz„-Journalist Andreas Speit. Man liest „rechter Buchverlag„, denkt natürlich sofort an die Buchmesse in Frankfurt, weil „rechter Buchverlag“ in diesem Zusammenhang zu einer oft gehörten Phrase geworden ist. Bei der Buchmesse wird es wohl zu dieser Bedrohung gekommen sein. Eigentlich heißt der Verlag „Jungeuropa„, nicht „rechter Buchverlag“. Aber gut, der rechte Buchverlag hat also den linken Journalisten Speit bedroht. Was war passiert? Ist der linke Journalist Speit am Messestand des rechten Buchverlages vorbeigelaufen und wurde er dabei von dem Buchverlag bedroht? – Nein. Wurde Speit überhaupt bedroht? – Ebenfalls nein. Warum schreibt er das dann? – Weil es ihm leichtgefallen ist. Der linke Journalist lebt in einer konstruierten Welt. Er konstruiert sich „Realitäten“, „Freiheiten“ und „Gerechtigkeiten“, sein Geschlecht konstruiert er sich sowieso. Und „Narrative“ konstruiert er auch. Im folgenden Absatz mache ich einmal vor, wie das geht.

Im konkreten Fall scheint es so gelaufen zu sein: Speit wollte dem „rechten Buchverlag“ eine auswischen, wußte aber nicht wie. „Rechter Buchverlag“ war offensichtlich nicht ausreichend gewesen, um die Messeleitung davon zu überzeugen, ihn von der Ausstellung zu verbannen. „Gewaltbereiter Buchverlag“ wäre besser gewesen. Einen gewaltbereiten Buchverlag würde bestimmt niemand mehr verteidigen. Als nächstes griff Andreas Speit dann in die linke Rhetorik-Trickkiste und kramte die Werkzeuge hervor, die er braucht, um aus „rechter Buchverlag“ ein „gewaltbereiter Buchverlag“ zu machen. Da nun – und das wußte Speit – „gewaltbereiter Buchverlag“ ein wenig albern klingt, so daß womöglich jemand gelacht hätte, war es klüger, es beim „rechten Buchverlag“ zu belassen – und ihm einfach eine Bedrohlichkeit an die Seite zu stellen. „Rechter Buchverlag“ hier, die „Bedrohlichkeit“ gleich daneben – das sollte ausreichen, damit sich der „taz“-Leser seinen „gewaltbereiten Buchverlag“ konstruiert, ohne daß Speit es selbst hätte schreiben müssen. Ein realitätskonstruierendes Narrativ mußte also her. Früher hätte man gesagt, daß sich Speit etwas Zielführendes „aus den Finger saugen“ mußte. Also steckte er wie eh und je die Finger in den Mund und dachte sich ein Narrativ aus, mit dem sich Realität konstruieren läßt.

… und Zack! gibt es keine Neger mehr

Ein uraltes Linkenproblem: Sie glauben inbrünstig, daß sich Sachverhalte ändern, wenn man sie nur anders benennt. Bisweilen verdrehen sie fingerzuzelnd die Augen gen Himmel, dann trifft sie der Geistesblitz, aus den Negern werden „die Menschen in Afrika“ – und zack! – schon gibt es keine Neger mehr. Nur so als Beispiel. Bevor Karl Marx das Licht der Welt erblickte – folgenlos im Sinne seiner eigenen Erleuchtung übrigens -, redete auch niemand von „die Linken“, obwohl es sie schon gegeben hat. Im vormarxistischen Zeitalter sprachen „die Menschen“ von den „Einfältigen“. Das waren glückliche Zeiten, weil es pro Dorf und Blödheit nur einen einzigen Dorfdeppen gegeben hat. Daß es im Lauf der Zeit mehr geworden sind, lag an der Frankfurter Dorfschule. So sieht ein konstruiertes Narrativ aus. Nichts zu danken.

Der Jungeuropa Verlag schwelgt in Gewaltfantasien, wenn er an einen taz-Journalisten denkt. Vermeintliche Ironie gehört zur Strategie dieses Milieus.“ – Donnerlittchen, ist die Bedrohungslage doch schon so heftig? Kein Wunder, daß der Andreas vor Entsetzen fast speit. Schwelgen-Denken-Ironie-Strategie-Milieu. Wos a vermeintliche Bedrohung. Herbeigeschwelgt und ausgedacht. Gut, daß der Andreas Speit von der „taz“ noch kein Buch von dieser „Carmen Mola“ gelesen hat. Die hat kürzlich den spanischen Buchpreis verliehen bekommen – und eine Million Euro obendrauf – dafür, daß sie als „konventionelle Frau“ literarisch in splatterartigen Gewaltfantasien schwelgte und sich so aus ihrer „überkommenen Geschlechterrolle“ befreit hat, wie das linke Feuilleton in den Jahren zuvor dachte und schwelgte. Und dann die ultimative Denkschwelgung bei der Preisverleihung: „Carmen Mola“ entpuppte sich als ein männliches Drehbuchautoren-Trio. Machte 333.333,33 Euro für jeden. Vermeintliche Weiblichkeit gehörte zur Strategie des Drehbuch-Milieus bei der Herbeidenkung einer konstruierten Realität. Da fragt man sich schon, was ausgerechnet ein „taz“-Schreiber auszusetzen hat an der löblichen Schwelgdenkung – und warum er sich als bedroht begreift. Die Antwort fällt einem allerdings schnell ein: Andreas Speit fühlt sich bedroht, weil er sich bedroht fühlen will. Zu behaupten, er fühle sich bedroht, sei nützlich, aus einem „rechten Buchverlag“ einen „gewaltbereiten Buchverlag“ zu machen, hieß die Eingebung aus den Fingern in seiner Mundsaughöhle. Er sollte sich künftig unbedingt die Hände waschen, bevor er anfängt, mit der rechten Hand Realitäten zu konstruieren. Damit wenigstens die Narrative sauber bleiben.

Abgründe auf der Frankfurter Buchmesse

Seit Tagen läuft eine Debatte um den Verlag. Einzelne Au­to­r:in­nen haben wegen einer möglichen Bedrohung ihr Kommen abgesagt. In dem Podcast „von rechts lesen – Sendung 27“ sprechen der Verleger Philip Stein und der Autor des Verlages Volker Zierke über die Buchmesse, was so geplant sei, was vorstellbar wäre. Recht launisch, recht langweilig geplaudert. Ein Kollege von der rechte rand – das antifaschistische Magazin hielt das Gerede von Biertrinken und stabilen Kerlen durch – und wies auf die Minute 45 plus hin.„, konstruiert sich Speit „seine Realität“. Die muß ich jetzt wieder mühsam „dekonstruieren“, wie man das in Speits Kreisen nennt, damit die einzige Realität sichtbar wird. 1. Die Debatte um den Verlag fing nicht von selber zu laufen an, sondern sie wurde absichtsvoll in Bewegung gesetzt. 2. Einzelne „Autor:innen“ haben nicht wegen einer möglichen Bedrohung abgesagt, sondern sie fanden es nützlich, zu behaupten, daß sie eine Bedrohung für möglich halten. Wenn dieselben „Autor:innen“ alles unterließen, was tatsächlich eine mögliche Bedrohung darstellt, dürften sie nie wieder autofahren oder in Urlaub fliegen. Sie haben sich also die Notwendigkeit einer unterbleibenden Teilnahme an der Buchmesse genauso utilitaristisch selbst konstruiert wie Andreas Speit seine Bedrohung. Wahrscheinlich waren sie früher alle zusammen in der Frankfurter Dorfschule. 3. Es gibt einen Unterschied zwischen „launisch“ und „launig“. 4. Es gibt keine Kollegen bei „der rechte rand – das antifaschistische magazin“. Ein Kollege ist etwas anderes als ein Genosse. „der rechte rand – das antifaschistische magazin“ und die „taz“ bilden zusammen eine Gesinnungsgenossenschaft, keinesfalls ein Kollegium. Gesinnungsgenossenschaften sind Einrichtungen für Leute, die nicht selber denken wollen.

Mein Name fällt und kurz der von Andrea Röpke, wir beide haben mehre Bücher über dieses weite Milieu in der Mitte der Gesellschaft verfasst und herausgeben. Aus diesem Zirkel der vermeintlich neu-rechten Publizierenden werden vor allem Frauen mit journalistischem Engagement oder publizistischer Resonanz verbal-radikal, sexistisch-körperlich aufgeladen angegangen. Die feinen Herren – vom Selbstverständnis her – sind dann nicht mehr so fein.“ – Die „vermeintlich neu-rechten Publizierenden“ wären also, Speits Narrativ im Dienste der zu konstruierenden Realität zufolge, zugleich das „weite Milieu in der Mitte der Gesellschaft“? – Da staunt das weite Milieu und seufzt: „Mon Dieu“. Sollte die „Mitte der Gesellschaft“ schon so verkommen sein, daß sie „vor allem Frauen mit journalistischem Engagement oder publizistischer Resonanz verbal-radikal, sexistisch-körperlich aufgeladen“ angeht? – Obwohl solche Frauen vorher selbst niemals verbal-radikal und sexistisch verallgemeinernd behauptet haben, Männer seien Schweine? Und daß alte weiße Männer die größten Schweine seien? Einfach so werden diese unschuldigen Frauen grundlos angegangen vom weiten Milieu? Diese Mitte der Gesellschaft aber auch. Listig scheint sie sich allen linken Umerziehungsversuchen der vergangenen Jahrzehnte entzogen zu haben. Alle diese „vermeintlichen“ Bücher über das weite Milieu, die Speit und Röpke geschrieben haben – komplett für die Katz´.

Linke Umerziehungsversuche

Kein Wunder, daß sich Andreas Speit nun etwas aus den Fingern saugt, um dem weiten Milieu einmal so richtig eine in die Mitte der Gesellschaft zu klatschen. Und das, obwohl intensives Fingersaugen zur Bedrohung werden kann. Wegen des Vakuums, das dabei entsteht. Was für ein wagemutiger Hasardeur, dieser Speit von der „taz“! Wenn die ungewaschenen Finger nämlich verstopft sind, so daß nichts Gesaugtes mehr durchgeht, kann es passieren, daß sich stattdessen das Gehirn mit einem „Plopp!“ im Schädel ablöst und an den Fingerspitzen kleben bleibt. Das ist das, was man unter Säugern als „kontraproduktiv“ beschreibt. Dann muß der Säuger die Finger aus dem Mund nehmen, sie mit einem Kleenex abwischen, das Resthirn ausspucken und anschließend Zähneputzen, damit kein übler Nachgeschmack bleibt. In der Folge kann er dann nur noch melancholische Gedichte über des Lebens große Leere schreiben. Aus Andreas Speit wird bestimmt einmal ein großer Dichter werden.

Wie hat sie nun aber ausgesehen, die Gewaltfantasie, bei der sich der Verleger Philip Stein und sein Autor Volker Zierke die Bälle zuspielten? So sah sie aus: „Die Zöglinge Götz Kubitscheks aus dem Institut für Staatspolitik (IfS), das der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt jüngst als gesichert rechtsextrem einstufte, erwarten mein Erscheinen an ihrem Stand. Zierke wirft ein, dass ich einen Friseur bräuchte. ‚Friseur‘, sagt Stein und sagt weiter, dass sie das ‚auch am Stand‘ gleich mit ’so einer Schermaschine‘ machen könnten, so im Look der 80er-Jahre-Oldschool-Skinheads. (…) Zierke meint, am Stand könnten sie mich auch sofort gesichtstätowieren, und Stein schlägt vor, ‚dann könnten wir dem Andreas Speit theoretisch so ein richtig cooles Fraktur-Tattoo machen – Deutschland ganz groß‘. Ganz bei sich kichern, grienen und lachen sie bei ihren Worten – ihren Bildern im Kopf.“ – und sofort sieht man: Das weite Milieu in der Mitte der Gesellschaft wird von Gewaltfantasien geplagt, die schlimmer sind, als die Gewaltfantasien der spanischen Literaturpreisträgerin „Carmen Mola“. Immerhin hat Speit mitbekommen, daß Fantasien sich mit Theoretischem beschäftigen. In der Fantasie von Stein und Zierke ist er theoretisch am Messestand des „rechten Buchverlags“ vorbeigekommen, weswegen ihm theoretisch ein Gesichts-Tattoo hätte verpaßt werden können. Obwohl der „taz“-Speit also erkannt hatte, daß es um ein für die Herren Stein und Zierke amüsantes Gedankenspiel gegangen war, um eine erheiternde Genugtuungs-Vorstellung als Reaktion auf Speits und Röpkes tatsächliche Bücher zur „Neuen Rechten“, titelte er dann trotzdem: „Rechter Verlag bedroht taz-Journalisten„. Im Teaser dann: „Vermeintliche Ironie gehört zur Strategie dieses Milieus„.

Gewaltfantasie und Entschuldigung von rechts

Mir ist nicht bekannt, daß sich bei der „taz“ schon einmal jemand großartig mit den Gewaltfantasien der „ubiquitären Linken“ beschäftigt hätte, die zwar zahlenmäßig stark vertreten ist, es aber aus irgendwelchen unerklärlichen Gründen trotzdem nicht bis zum „weiten Milieu in der Mitte der Gesellschaft“ gebracht hat. Speits Entsetzen über linksextremistische Brandanschläge, Mordaufrufe und Attacken auf Andersdenkende ist mir bisher auch völlig entgangen, obwohl ich mir die gar nicht mehr in der Phantasie auszumalen brauche. Das alles hat tatsächlich stattgefunden und findet fortwährend statt. Es wird sich doch bei Andreas Speit, diesem grandiosen Fingersauger vor dem Herrn, nicht etwa um eine zimperliche Heulsuse handeln? Prinzessin auf der Erbse? Mimöschen?

Namens und ganz ohne Auftrag des weiten Milieus in der Mitte der Gesellschaft, möchte ich mich dennoch bei Andreas Speit von der „taz“ für die amüsanten Friseur- & Tintegeschichten von Philip Stein und Volker Zierke entschuldigen. „Lieber Andreas Speit! Hiermit bitte ich Dich im Namen des weiten Milieus in der Mitte der Gesellschaft um Entschuldigung für alle Phantasien, die das weite Milieu bekommt, wenn es an Dich denkt. Sei ganz beruhigt. Diese Phantasien werden schon ihren Grund haben. Niemand wird Dir tatsächlich das Wort ‚Deutschland‘ ins Gesicht tätowieren. Solche verlogenen Tätowierer gibt es nämlich gar nicht in der unkonstruierten Realität. Du mußt keine Angst haben. Ganz herzlicher Gruß – Dein Max (völlig phantasielos, ehrlich) P.S.: Das war keine vermeintliche Ironie, Andreas, sondern eine tatsächliche.

5 KOMMENTARE

  1. Anschauen das Mänekin und Bescheid wissen…deutlich zuviel Raum für eine so unwichtige Gestalt…geht mir sonstwo vorbei…

  2. Darüber macht man keine Witze, Herr Erdinger.

    Haben Sie schon vergessen, wie die AfD alleine schon durch ihre Anwesenheit eine so starke Bedrohung für einen taz-Journalisten darstellte, dass seine Knie nachgaben und er zu Boden sank?

    https://www.youtube.com/watch?v=jWQZ6SKuO30

    „Wir schreiben aus Überzeugung.“ – taz

    Etwas mehr Verständnis für die Leiden dieser Überzeugungstäter bitte.

  3. „Links“ ist eine Geisteskrankheit, immer und sie ist unheilbar. Alles was „Links“ auskotzt ist eine Lüge oder massive Verdrehung und überall da. Man kann die nur aufhalten oder selber vergehen.

  4. Bis zur Mitte hab ich den Artikel hier oben gelesen, dann war mir das doch ein wenig zu verschwurbelt. Was ist denn nun wirklich passiert? Was hat wer gesagt? Ich erfuhr’s leider nicht aus dem Artikel. Jedenfalls nicht in der ersten langen Hälfte.
    So viel Zeit, um auch noch den Rest zu lesen, hab ich nicht, ich will ja noch den Rest der „NeuesWestfernsehen“ durcharbeiten.

    • Wenn ich die Zeit habe, einen Artikel zu schreiben, für den Ihnen die Zeit fehlt, ihn komplett zu lesen, Herr Klaus, dann beschweren Sie sich gefälligst nicht darüber, daß Ihnen eine Information fehlt. Wir sind hier nicht im Kindergarten. Ich denke überhaupt nicht daran, Ihnen die Frage „Was hat wer gesagt?“ zu beantworten. Lesen Sie den Artikel einfach ganz, dann wissen Sie es. Müssen Sie noch gefüttert werden, oder können Sie schon selber essen?

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