Teherans Machtkampf: Kriegskurs ohne klare Linie

Teherans Machtkampf: Kriegskurs ohne klare Linie

Das Regime lässt auch Kinder aufmarschieren, um Geschlossenheit zu demonstrieren – dabei toben die Machtkämpfe im Inneren (Foto:Imago)

Die Signale aus Teheran bleiben widersprüchlich – und sie werden schärfer. Hinter der Fassade offizieller Verlautbarungen zeigt sich ein System, das zunehmend von inneren Spannungen geprägt ist. Es geht nicht mehr nur um Strategie nach außen, sondern um die Frage, ob sich die Islamische Republik intern überhaupt noch auf einen Kurs verständigen kann. Der Journalist und Analyst Mehrdad Ghasemfar beschreibt eine Führung, die sich in zwei Lager aufspaltet: jene, die den Krieg für nicht mehr durchhaltbar halten, und jene Sicherheitskreise, die genau darauf bestehen. Diese Spaltung ist keine taktische Nuance, sondern ein struktureller Riss – mit direkten Folgen für jede Entscheidung in Teheran.

Währenddessen versucht man, Stärke zu demonstrieren. Der Abgeordnete Mahmoud Naboyan sprach offen davon, dass Iran seine Ölexporte sogar steigern konnte. Das auf See befindliche Öl sei vollständig verkauft worden – zu Preisen, die deutlich über dem bisherigen Niveau lagen. Eine Botschaft, die weniger ökonomisch als politisch zu verstehen ist: Man will Handlungsfähigkeit zeigen, auch unter Druck. Doch dieser Druck ist real. Das United States Department of the Treasury verlängerte zwar eine Ausnahmeregelung für iranische und russische Öllieferungen, doch geschah dies nicht aus Entgegenkommen, sondern aus Notwendigkeit. Mehrere Staaten fürchten Engpässe, sollte die Lage rund um die Straße von Hormus weiter eskalieren.
Parallel dazu verschiebt sich das militärische Gleichgewicht schrittweise. Laut Fox News verlängerte Donald Trump eine Waffenruhe um wenige Tage – ein Zeitfenster, das auffällig genau mit der Verlegung des Flugzeugträgers USS George H.W. Bush korrespondiert.

Die Gewichte verschieben sich

Doch ein entscheidender Punkt wird dabei oft übersehen: Die militärische Präsenz im Roten Meer ist weiterhin nicht vollständig aufgebaut. Für einen groß angelegten Konflikt – insbesondere einen, der nach Prinzipien geführt würde, wie sie historisch mit dem Bürgerkriegsgeneral William Tecumseh Sherman verbunden werden – fehlt bislang die vollständige operative Tiefe. Ein solcher Ansatz, der auf systematische Zermürbung wirtschaftlicher und infrastruktureller Grundlagen abzielt und in seiner Logik an Konzepte erinnert, die später etwa im Umfeld von Henry Morgenthau Jr. diskutiert wurden, setzt eine andere Dimension der Vorbereitung voraus.

Genau diese Diskrepanz ist bemerkenswert: rhetorische Eskalation auf der einen Seite, unvollständige militärische Disposition auf der anderen. Auch diplomatisch bleibt die Lage unklar. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums ließ offen, ob Teheran an Gesprächen in Islamabad teilnehmen wird. Man entscheide „im nationalen Interesse“ – eine Formel, die Spielraum lässt, aber keine Richtung vorgibt. Im Inneren verschieben sich derweil die Gewichte. Die Islamische Revolutionsgarde und konservative Kräfte dominieren zunehmend den außenpolitischen Kurs. Reformorientierte Stimmen spielen kaum noch eine Rolle. Das macht Kompromisse unwahrscheinlicher – und erhöht zugleich das Risiko für jene, die sie dennoch versuchen.
Denn hinter den Kulissen geht es längst auch um persönliche Sicherheit. In einem System, das Loyalität über alles stellt, kann Diplomatie schnell zur Gefahr werden. Ein weiterer Verhandlungstermin zwischen den USA und Iran ist für Freitag angesetzt. Ob er mehr ist als ein taktisches Manöver auf Zeit, bleibt offen. Sicher ist nur: Diese Geschichte bewegt sich nicht auf ein Ende zu – sondern auf eine Zuspitzung, deren Richtung selbst in Teheran nicht mehr eindeutig festgelegt ist.

14 Kommentare

  1. Offiziell bestätigt (keine Fake News):
    Israelischer Soldat zerstört mit voller Absicht eine Jesus-Statue in einem libanesischen Dorf.
    https://www.telegraph.co.uk/world-news/2026/04/20/image-soldier-striking-jesus-christ-statue-israel/

    Nur als ergänzende Info:
    In den letzten Wochen hat Israels Armee mehrere christliche Dörfer in Libanon bombardiert, in denen nur Christen leben und es weit und breit keine Hisbollah-Soldaten gibt und überhaupt nicht zu diesem Zeitpunkt dort stationiert waren, nicht einmal dort in der Nähe der Dörfer.

    Christen über den israelischen IDF-Terror im Südlibanon : „Sie schaffen hier ein neues Gaza“:
    https://rtde.press/kurzclips/video/277900-sie-schaffen-hier-neues-gaza-nahost-christen-israels-terror/

    Israels Angriffe auf Heiligtümer im Libanon seien „nicht überraschend“, sagt ein orthodox-christlicher Erzbischof.
    https://www.aa.com.tr/en/middle-east/israels-attacks-on-sanctities-in-lebanon-not-surprising-orthodox-archbishop-says/3915343

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    1. Wie alles, was Sie schreiben, nicht ernstzunehmen, da grotesk irreführend und verfälschend-selektiv. Wieso erwähnen Sie nicht, dass dieser Soldat harte Strafen erwartet, dass Netanyahu dazu seine Fassungslosigkeit geäußert hat und dass das ein absoluter Ausnahmefall war – während umgekehrt die Schändung und Zerstörung von christlichen, jüdischen und sonstigen religiösen Einrichtungen und Symbolen für Ihre muslimischen Lieblinge der Normalfall sind? Widerlich,nur noch widerlich, diese Propaganda.

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      1. Vollkommen richtig! Danke für die klärenden Worte, Herr Matissek. Ob diese – diesmal TATSÄCHLICHEN – Neonazis diese Lügen WIRKLICH glauben…?

        In diesem Zusammenhang höchst interessant auch diese Klärung durch Nick Freitas:

        https://www.youtube.com/watch?v=ppFCUwNpjBQ&t=569s – aller-allerspästens DANACH weiß man: Die verdammten Judenhasser – ganz gleich, ob rechts, ob links, haben nichts als Lügen und Auslassungen, um Juden in ein schlechtes Licht zu stellen!

  2. Es ist schon enorm was Journalisten so alles von sich geben. Die picken sich diese und jene Aussage von irgendwelchen Leuten raus ohne jemals vor Ort gewesen zu sein. Kennen nicht mal die Besonderheiten eines Landes und servieren uns dann Schlussfolgerungen. Daraus machen dann sogar Politiker ihre Aussagen. Statt zu zugeben das sie gar nichts wissen. Erbärmlich dieser Informationsfluss.
    Letzten Endes muss man sich mühselig die Infos zusammensuchen um die wirkliche Lage einigermaßen zu verstehen.

  3. Die öffentlichen Verlautbarungen kann man getrost vergessen. Allesamt.

    Was zählt, sind ausschließlich belegbare Fakten. Und auch da wird getrickst, was moderne Technik hergibt (Stichwort: CGI) .
    😜

  4. und wer hat den Iran angegriffen?? Die USA und der treue Vasall Israel auf Befehl der USA , das gehört zur Einkreisungstaktik gegenüber Russland frei nach Rand Corporation

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    1. Ja nee, is‘ klar. Die armen, armen Islamfaschisten, die ihr Uran auf bereits 60% angereichert haben und die seit 47 Jahren das eigene Volk in Geiselhaft hält sowie Krieg gegen den „kleinen Satan“ und den „großen Satan“ führt – wie kann man DIESE netten Menschen einfach angreifen?! Un-er-hört!

  5. @Kriegskurs ohne klare Linie
    bei Sun Tzu heißt es nicht nur : „kenne deinen Feind besser als dich selbst“
    sondern auch :
    „Das mächtigste Werkzeug eines Anführers ist Täuschung. Erscheine schwach, wenn du stark bist, und stark, wenn du schwach bist. Überzeuge den Feind, dass deine Armeen nah sind, wenn sie fern sind, und fern, wenn sie nah sind. Auf diese Weise wird der Feind dazu verleitet, sich selbst in die Niederlage zu manövrieren.“

    Und mir scheint, das sich da zwei Meister begegnet sind, die die großen Strategen verinnerlicht haben !

  6. Christlicher Zionismus – Entstehung, Entwicklung und theologische Problematik
    „Der sogenannte „christliche Zionismus“ ist ein Phänomen, das bis zum Angriff der USA und Israels auf den Iran der breiten Öffentlichkeit in Europa unbekannt war. Aufmerksame Beobachter wußten freilich schon länger um seine Existenz. Auf den ersten Blick erscheint diese Strömung als eine bloße politische Sympathiebewegung, bei näherer Betrachtung offenbart sie sich jedoch als eine eigentümliche Verbindung von Theologie, Endzeiterwartung und geopolitischer Strategie. Seine wachsende Bedeutung – insbesondere im angelsächsischen Raum – macht es notwendig, seine Grundlagen, seine Entwicklung und seine inneren Widersprüche genauer zu beleuchten.

    Dabei ist aus katholischer Sicht eine grundsätzliche Vorbemerkung unerläßlich: Der christliche Zionismus stellt nicht bloß eine problematische Frömmigkeitsrichtung oder eine politisch einseitige Haltung dar, sondern berührt den Kern der Glaubenslehre selbst. Insofern ist er – in seinen zentralen Aussagen – als eine Häresie zu bezeichnen, da er wesentliche Inhalte der christlichen Heilsgeschichte verfälscht und in unzulässiger Weise politisiert.
    Begriff und Selbstverständnis des christlichen Zionismus

    Unter christlichem Zionismus versteht man jene religiös motivierte Haltung, die den Staat Israel nicht nur politisch unterstützt, sondern ihm eine besondere Rolle im Heilsplan Gottes zuschreibt. Diese Überzeugung speist sich aus einer sehr spezifischen, einseitigen Auslegung biblischer Texte, vor allem der prophetischen Bücher des Alten Testaments sowie apokalyptischer Passagen des Neuen Testaments.

    Nach dieser Sichtweise ist die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land Israel kein historischer Zufall, sondern die sichtbare Erfüllung göttlicher Verheißungen. Der moderne Staat Israel erscheint somit als ein heilsgeschichtliches Zeichen, ja als notwendige Voraussetzung für das Eintreten endzeitlicher Ereignisse. Diese Deutung ist eng verbunden mit der Erwartung der baldigen Wiederkunft Christi und eines dramatischen Endzeitgeschehens, das sich – so die Überzeugung – wesentlich im Nahen Osten abspielen wird.“
    weiterlesen:
    https://katholisches.info/2026/04/15/christlicher-zionismus-entstehung-entwicklung-und-theologische-problematik/

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  7. Diese Terroristen glauben tatsächlich sie könnten die ganze Welt beherrschen, dabei beherrschen die noch nichtmal sich selber. Fünfmal am Tag den Bodex betend gen Himmel strecken – ist ein Muß. hahaha

  8. Folgende Machtverteilung bestand im Iran. An erster Stelle stand der Oberste Religionsführer mit dem Wächterrat an seiner Seite. Ihm anscheinend treu ergeben waren die Revolutionsgarden, die die Macht ausübten. Der Staatspräsident und das Parlament sind Verwaltungsorgane. Nach den Enthauptungsschlägen und durch den Krieg gewannen die Revolutionsgarden an Bedeutung. Ich nehme an, dass der Iran inzwischen mehr oder weniger eine Militärdiktatur ist, und das Militär die Amerikaner aus dem Nahen Osten vertreiben will. Die Regierungsebene strebt aber mit der Amerikanern Verhandlungen an, um an Bedeutung zu gewinnen und um eine weitergehende sinnlose Zerstörung des Landes zu verhindern.

  9. Die Mullahs wissen, dass sie sich in eine No-win-Situation manövriert haben, wissen aber nicht, wie sie da wieder herauskommen sollen.
    Die Dilettantengeneräle die sie um sich geschart haben, wissen es auch nicht.
    Das heisst, niemand weiss wohin die Reise geht und auf normalen Weg lässt sich daran nur wenig ändern.
    Das ist gefährlich für die Weltwirtschaft und vielleicht sogar darüber hinaus.
    Wie geht man richtig mit in die Ecke gedrängten Mullahs um, die von Jasagern umgeben und Befehlshaber der Streitkräfte sind?

  10. US-Kriegsminister: „US-Militär verdient jährlich den Friedensnobelpreis“
    https://rtde.press/kurzclips/video/278111-us-kriegsminister-us-militaer-verdient/

    Nur noch Bekloppte Politiker im Westen. Der Kriegsminister gehört wie Trump einer christlichen Sekte an ,die einen Kreuzzug gegen alle Ungläubige befürworten. ER hat auf seiner Brust ( Gottes Krieger ). Trump fordert auf die USA zu bekehren .
    Und ist Trump der MAGA-Messias?
    Trump postet Bilder von sich als Jesus, JD Vance belehrt den Papst, Pete Hegseth gibt den Kreuzritter und zitiert Bibelverse, die es in der Bibel gar nicht gibt: Von Blasphemie bis zum christlichen Zionismus ist alles dabei bei den NeoCOn Schwachköpfen in den USA…