Teure Stromtrassen für windigen Windstrom

Teure Stromtrassen für windigen Windstrom

Trasse zur Verlegung von Mittelspannungs-Erdleitungen vor einem Windpark: Ineffizient und kaum bezahlbar (Symbolbild:Imago)

Die Nord-Süd-Trassen für den Windstrom von den Küsten nach Bayern und Württemberg sollen weitgehend in der Erde verlegt werden, was über siebenmal (!) teurer ist als Freileitungen. Im Norden von Deutschland gibt es inzwischen zu viele Windgeneratoren. Bei Starkwind reichen die Leitungen nicht aus, den Strom abzutransportieren. Überlastungen drohen. Wenn dann Überlastsicherungen ansprechen, kommt es zum Stromausfall. Mit den neuen Leitungen soll der Windstrom in den windarmen Süden von Deutschland fließen.

Die Trassen sind inzwischen weitgehend geplant. Wenn nun ein Großteil der Leitungen in das Erdreich verlegt wird, ist Gleichstrom die erste Wahl, weil er deutlich geringere Leitungsverluste als Wechselstrom aufweist. Doch dafür gibt es an den Kopfenden der Leitungen Verluste – durch teure Wechselrichter zur Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom und wieder zurück. Die Leistungen der Wechselrichter liegen im Gigawattbereich. Das ist mehr als die Leistung eines Großkraftwerkes.

Teure Erdkabel

Die Übertragungsnetzbetreiber, die zum Bau und zur Wartung der Leitungen verpflichtet sind, plädieren hingegen für Freileitungen mit Wechselstrom. Diese kosten „nur“ eine Million Euro pro Kilometer, während die erdverlegten Gleichstromleitungen – wie gesagt – um den Faktor 7 teurer sind (laut Auskunft des Übertragungsnetzbetreibers Tennet). Hinzu kommt eine schneller mögliche Schadensbehebung bei oberirdischen Trassen: Reparaturen dauern bei Freileitungen nur Stunden bis Tage, bei erdverlegten Kabeln sind es Tage bis Wochen.

Die Ministerpräsidenten der Länder, durch die die Stromtrassen gebaut werden sollen, streiten sich über die optimale Ausführung. Einige ziehen die deutlich preiswerteren Freileitungen vor mit dem Argument, die höheren Kosten der erdverlegten Leitungen würden den Strompreis noch höher treiben. Der SPD-Ministerpräsident von Niedersachen, Olaf Lies, befürwortet hingegen die derzeitige Planung zur Erdverlegung. Sein Argument: Die Erdverlegung würde weitgehend von der Bevölkerung akzeptiert. Eine Umplanung zu Freileitungen würde hingegen die Akzeptanz verringern und die Zeit bis zum Bau wesentlich verlängern. Eine Kostenersparnis sei dann nicht mehr gegeben.

Hoher Kupferverbrauch

Kein Thema ist bei den Planungen offenbar der hohe Kupferverbrauch für die erdverlegten Leitungen. Eine Leitung für ein Gigawatt Leistung braucht pro Kilometer rund 40 Tonnen Kupferkabel mit einem Metallwert von über 400.000 Euro. Die geplanten 1.700 Kilometer Übertragungsleitungen mit 4 Gigawatt Leistung würden insgesamt etwa 270.000 Tonnen Kupfer benötigen mit alleine knapp 3 Milliarden Euro Metallwert (!). Das sind etwa 20 Prozent der Jahresproduktion in Deutschland. Durch die erhöhte Nachfrage wird der Kupferpreis deutlich steigen. Freileitungen hingegen haben Aluminium-Leiter und sind auch daher deutlich preiswerter.

Die grünen Politiker wollen mit den geplanten Leitungen den Windstrom von der Küste in die südlichen Wirtschaftsregionen von Deutschland bringen. Doch dazu reichen die Leitungen nicht: Allein in Niedersachsen stehen Windgeneratoren mit 12,5 Gigawatt installierter Leistung, die aber nie erreicht wird: 70 Prozent ist die maximale Leistung bei Starkwind. Das sind 8,5 Gigawatt. Zusammen mit den anderen Küstenländern erzeugt der Norden Deutschlands bei Starkwinden mehr Leistung, als überhaupt gebraucht wird. Daran ändern die geplanten Trassen nichts. Auch dann gibt es weiter Überschussstrom, der verschenkt oder sogar kostenpflichtig entsorgt werden muss (Stichwort “negative Börsenpreise”).

Stromleitungen ohne Strom

Bei Dunkelflauten hingegen, in der Nacht und bei Windstille, gibt es keinen Wind- und Solarstrom. Dann fließt kein grüner Strom durch die teuren Leitungen. Vielleicht könnten sie noch Kraftwerkstrom transportieren, denn Kraftwerke müssen einspringen, wenn die Wind- und Solaranlagen trotz knapp 190 Gigawatt installierten Leistung keinen Strom liefern; doch für Kraftwerkstrom werden keine neuen Trassen gebraucht, weil die Kraftwerke grundsätzlich in Verbrauchernähe liegen.

Die teuren geplanten Stromtrassen von Nord nach Süd werden also ausschließlich gebraucht, um Überschussstrom von den Windgeneratoren an der Küste abzuleiten. Diese Situation dürfte höchstens an 2.000 Stunden im Jahr vorliegen. Die Leitungen würden dann zu drei Vierteln des Jahres ungenutzt bleiben. Dieser geringe Nutzungsgrad muss zwangsläufig die Stromkosten weiter in die Höhe treiben. Der Ministerpräsident Olaf Lies ist mit seiner Forderung, erdverlegte Trassen zu bauen, ein großer Kostentreiber; dabei sollte er als Elektroingenieur eigentlich in der Lage sein, dies zu erkennen. Doch grüne Ideologie und Parteiräson halten ihn wohl davon ab.

Zurück zu Kohlekraftwerken

Es wird immer offensichtlicher: Wind- und Solarstrom treiben die Strompreise in die Höhe und zerstören die Umwelt in weitaus größerem Ausmaß als Kraftwerke. Mit den hohen Strompreisen ist die deutsche Industrie nicht mehr wettbewerbsfähig. Betriebe müssen schließen oder abwandern. Abhilfe bringt nur ein Zurück zu einer Stromversorgung durch Kraftwerke in Verbrauchernähe. Am günstigsten sind moderne, effiziente Kohlekraftwerke: Kohle ist weltweit zu haben und pro Kilowattstunde der preiswerteste Energieträger.

Die Leistung der deutschen Kohlekraftwerke wäre noch immer ausreichend, wenn die stillgelegten Kraftwerke wieder reaktiviert würden. Der Kohletransport zu den Kraftwerken ist günstiger als längere Stromleitungen und Kohle kann problemlos auf Halde gelagert werden. Zudem müssen die Abgaben auf CO2-Emissionen sofort enden. Die Behauptung oder der Glaube, CO2 würde die Erde kritisch erwärmen, ist ein unbewiesenes Narrativ, auf dessen Grundlage nicht länger die Zerstörung einer der einst größten und weltweit erfolgreichsten Volkswirtschaft mit Schlüsselindustrien betrieben werden darf.

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11 Antworten

  1. @“… dabei sollte er als Elektroingenieur eigentlich in der Lage sein….“
    Hören sie mir mit Elektroingenieur auf. Mal eine Begebenheit. Ich war grade dabei mir eine Schuko- Verlängerungsschnur zu verdrahten. Da kam ein mir bekannter Elektroingenieur dazu und sagte mir ich solle nicht vergessen den Schutzkontakt zu nullen. Es war mal einige Zeit üblich in der Steckdose den Schutzkontakt zu nullen. Aber auch das ging nicht denn wir hatten noch in der DDR Zeiten in unserem Ortsteil mit 2 Phasigen Strom also 2x 110 V. Also auch nullen in der Steckdose ging nicht. Verlängerungsschnur ist da auch gefährlich.
    Übrigens bei der Umstellung auf 220 V hat der Elektriker auch erst mal meinen Herd geschrottet.
    Wie soll man da von einem Elektroingenieur in der Politik Fachkompetenz erwarten.

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  2. „Der SPD-Ministerpräsident von Niedersachen, Olaf Lies, befürwortet hingegen die derzeitige Planung zur Erdverlegung. Sein Argument: Die Erdverlegung würde weitgehend von der Bevölkerung akzeptiert.“
    Diese Schlauis! Die können sich natürlich denken, dass man die Untertanen nicht ewig hinters Licht führen kann, und sich irgendwann mal unweigerlich einer fragen wird, warum die Riesenpropeller mit keinen sichtbaren Stromleitungen verbunden sind. Also einfach Ausrede erfinden: Die Leitungen werden UNTERIRDISCH verlegt! Doch wieso? Soweit mir bekannt ist das technisch womöglich noch gar nicht so einfach umsetzbar, in der Schweiz gab es vor kurzem mal eine versuchsweise Erdverlegung. Aber auch wenn es bereits möglich ist, macht das keiner, der noch bei Trost ist. Erdtrassen sind, wie im Artikel oben geschildert, viel teurer und aufwendiger als die einfachen Oberleitungen, obendrein ist der Stromverlust viel höher. Also unwirtschaftlich. Also macht das auch keiner mit Resthirn und man sieht überall im Land die typischen Oberleitungen mit riesigen Strommasten. Aber die Strom-Mafia und deren Polithandlanger haben eine schöne Ausrede, dass die Propeller einfach so in der Landschaft stehen, bzw. diese endlos verschandeln, aber der bisherige Atom- und Kohlestrom eben noch teurer als „sauberer Ökostrom“ verkauft werden kann. Daher ist auch davon auszugehen, dass es die „Überlastungen“ in Norddeutschland gar nicht gibt und nur erfunden sind (bei den Propellern vor der Insel Borkum -glaube es war Borkum- ist kürzlich sogar aufgeflogen, dass sie gar keinen Strom produzieren, bzw. mit der Insel gar nicht verbunden sind, soweit ich mich erinnere). So wie jetzt die Erdtrassen von Nord nach Süd. Aber der „Bau“ dieser Erdtrassen wird natürlich mächtig viel Steuergeld verschlingen. Auf welchen Konten das dann wohl landen wird … Nannte man früher mal Betrug. Schafe sind zum Scheren da.
    Wollte den guten Artikel oben nur noch etwas ergänzen.

  3. Jetzt kommt der Elektriker: Muß Ihnen mitteilen; die Berechnung des Küpfergewichts ist um den Faktor > 4 überhöht !
    Für 1 Kabel mit 525.000 V= und 2 GW sind eine Ader mit 2100 mm² Cu geplant.
    1 km 2-fach-Kabel für 4 GW = 4200 mm² = ( 89,2 To. x 0.42 ) = 37,464 To. / km
    Für 1700 km 2fach-Kabel wiegen die beiden Kupferleiter dann 37.464 x 1700 = 63.688 Tonnen – nicht 270.000 Tonnen! –

  4. Tesla hatte gegen Edison gewonnen, weil er auf Wechselstrom setzte.
    Jetzt wollen einige deutsche Hirnrissige mit Gleichstrom den Wechselstrom übertrumpfen?
    Dumm, dümmer, deutsch, kann man da nur sagen.

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  5. Da hab ich auch eine tolle Idee:
    Bohren wir in die Tanks unserer Autos Löcher, dann passt beim Tanken mehr Sprit hinein!
    Ist halt blöd, wenn man blöd ist, gell?
    😜

  6. Grundrechte für Steine, Tiere und Bäume
    Die zweite SPD-Kandidatin fürs Bundesverfassungsgericht, Ann-Katrin Kaufhold, fordert eine „sozial-ökologische Umgestaltung der Gesellschaft“, spricht sich für weniger „Ängstlichkeit“ bei Oppositionsverboten aus und sieht Gerichte als Möglichkeit, um „unpopuläre Maßnahmen anzuordnen“. In einem weiteren Aufsatz stellt sie Grundrechte für Tiere, Steine und Bäume in den Raum. Es wäre das Mittel, mit dem die von ihr geforderte „Umgestaltung der Gesellschaft“ in die Tat umgesetzt werden könnte

    https://www.anonymousnews.org/deutschland/grundrechte-fuer-steine-tiere-und-baeume/

    1. Diese Dame leidet offensichtlich an einer gestörten Realitätswahrnehmung.

      Es ist an der Zeit, sie amtsärztlich auf ihren geistigen Zustand untersuchen zu lassen und eventuell unterzubringen, damit sie der Öffentlichkeit keinen Schaden zufügen kann.

    2. Der deutsche DOOF kriegt doch hier nix mehr mit, ausserdem ist jetzt Urlaubszeit .
      Ansonsten gilt für den deutschen Doof, fressen, Saufen, Urlaub, Auto, Fußball und immer alles besser wissen.
      Der Deutsche Untergang ist unausweichlich!!

  7. Windradelegie
    (Melodie: Im Märzen der Bauer)

    Es wummert das Windrad am laufenden Band. Gerät dabei manchmal von selber in Brand. Zermatscht Vögel, Käfer und manch Fledermaus, das macht wohl dem Grünen überhaupt gar nichts aus. // Ein Windrad, das baut sich nicht auf von allein. Fressen Baumaschinen sich in Wälder rein. Beton und Eisen kosten viel Energie, Propagandeknechte erwähnen das nie. // Es wummert das Windrad bei Tag und bei Nacht. Hat mit Infraschalllärm manch Mensch umgebracht. Es fliegen Glasfasern und Gift umher weit, der Krebsdoktor sich über mehr Kundschaft freut. // Ein Windrad, das sollte sich fast immer dreh’n. Doch kommt es bei Flaute und Sturm schnell zum steh’n. Die Stromproduktion, die kommt zum Erliegen, Nachbarn die mit Kohle gern teuer aufwiegen. // Und ist eines Tages das Windrad dahin. Brachte der Windmaffia allein nur Gewinn. Die Verschrottung muss dann der Bürger bezahlen, zeigt Freude darüber bei Bundestagswahlen. // Und gehen in Deutschland Wärmepumpen aus, sind Verantwortliche längst nicht mehr zu Haus. Die sonnen sich an der karibischen See, wenn Deutsche gern frieren bei rieselndem Schnee. // Keine Rechnung sollen Sonne und Wind schicken. Fragt man sich: Wie blöde müssen Deutsche ticken? Lassen sich von den Altparteien verhöhnen, Höchstpreise für Strom und für Wärme sie löhnen. // Und ist der Wahnsinn eines Tages vorbei. Dann holen wir Grüne mit der Polizei. Die müssen zwangsweise so lange studieren, bis Mathematik und Physik sie kapieren.

  8. Der Elektriker zum Kupferbedarf der Nord-Link-Kabel. Ich vermisse eine fachliche Auseinandersetzung. Offenbar fehlt es am Willen – und/oder am Verständnis über die Beschaffenheit eines solchen Energie-Übertragungssystems. Dazu jetzt dieser Beitrag.
    Kucken Sie selbst im Netz. Diese Kabel liegen zum Teil auch schon auf übergroßen, extrem schweren Kabeltrommeln bereit für die Verlegung. So ein Kabel führt nur einen Leiter für den Betriebsstrom mit dem Querschnitt 2100 mm².
    Erst zwei Kabel davon bilden ein System, sodass ein Stromkreis möglich wird – aber eben in einem Zweileitersystem – im Gegensatz zu dem uns bekannten 3-Leiter-System bei Überlandleitungen für Wechselstrom – den man ohne Elektronik-Konverter in Spannung und im entgegengesetzten Verhältnis auch in der Stromstärke transformieren kann. Hier aber – mit entgegengesetzter Polarität von je 525.000 Volt an Gleichspannung.

    Bei dieser hohen Spannung braucht es dann auch eine dicke Aderisolierung. Deshalb auch zwei Kabel. So entsteht eine Übertragungskapazität der beiden Kabel – von zusammen max. 4 Gigawatt.
    Kupfer hat das spez. Gewicht von 8,92. Ein Meter von nur einem solchen Kupferleiter wiegt dann eben 89,2 kg x 0,21. Jetzt zwei, – dann in 1700 km ? Länge resultieren eben in 63.688 Tonnen an Kupferbedarf.
    – Jetzt, die Kabel liegen nicht so tief wie die Nord-Stream. Abgesehen von der Finanzlage, kommen sie, die extrem hohe Spannung möge sie beschützen.

  9. Ich glaub mein Schwein pfeifft. Hoffentlich bauen sie dir eine Hochspannungstrasse vor die Haustür, dann reden wir weiter. Es ist auch scheiss egal woher der Strom kommt der da durch fließt, das interessiert dich dann nicht mehr :))