
„Mir ham an Marder!“, ruft die Frau Chefin mit einer Impertinenz, als hole uns der Boandlkramer heim (für all jene, die im Jenseits vom Weißwurstäquator stammen: das ist der Sensenmann – oder für die, die eher mit der griechischen Mythologie vertraut sind, der Fährmann Charon, der die Toten über den Fluss Styx ins Reich der Unterwelt führt). So ganz falsch ist die Metapher nicht, gilt im Schamanismus der Marder doch als Begleiter für die Rückholung verlorener Seelenanteile sowie für Vergebung und innere Heilung. Dass wir es inzwischen so nötig haben, dass sich selbst Naturreligionen unserer geschundenen Existenz widmen, war mir zwar nicht bewusst; aber man ist dennoch dankbar für jede Art von Zuwendung, selbst von einem hundeartigen Raubtier.
Doch mit meiner Liebe zu Vertretern der Gattung Mustelidae war ich dann doch recht alleine – gilt der kleine Fratz immerhin als gewichtiger Schädling. Gut, Erwin – so vermutlich sein Rufname – hat sich unter dem Dach gänzlich ungefragt eine Behausung eingerichtet. Und das war nicht zu überhören: Mit einer Geräuschbelästigung ähnlich der Dezibelzahl der Straßenarbeiter, die vor wenigen Wochen bei uns endlich mal Glasfaser verlegten, machte es sich Erwin des nächtens wohnlich, und entsprechend sah der Balkon dann am nächsten Morgen aus: Hier war ein echter Handwerker zugange! Entsprechend wenig amüsiert war da die Frau Chefin – und orderte gleich mal, allen Intervenierungsversuchen von Tierfreunden zum Trotz, den Kammerjäger ins Haus. Doch dieser zeigte sich überfordert: Ohne einen Dachdecker würde er gar nicht dort hin gelangen, wo sich der Marder eingerichtet hat. Tja, blöd isser nicht, unser Erwin!
Selektiver Umgang mit dem eigenen Moralhaushalt
In einer Zeit spätestens seit 2015, in der die Kultur des Willkommenheißens als moralische Pflichtübung vorausgesetzt wird (ansonsten wäre man ja ein schlechter Mensch!), sollte selbiges natürlich auch und insbesondere für Marder gelten! Doch wenn es um das eigene Dach oder wahlweise das eigene Auto geht, hört die ansonsten so stetige Betonung der Toleranz sehr schnell auf. „Wir schaffen das“ gilt offensichtlich nicht für Erwin, der doch ansonsten niemandem etwas Böses will. Vielleicht ist er ja traumatisiert? Von Flucht und Vertreibung heimgesucht? Hat man ihn je gefragt? Hätte man bei anderen ungefragten Gästen (ich persönlich finde ja gefragte Gäste genauso schlimm!) ebenfalls gleich den Kammerjäger gerufen, und das 80 Jahre nach Auschwitz?!?
Ich möchte hier allen Anfeindungen vorbeugen und auf keinen Fall eine Gleichsetzung von Mensch und Tier forcieren, auch wenn mich Hugo Egon Balder, der eigentlich Egon Hugo Balder heißt, frappierend an einen Weißwangengibbon erinnert (dabei liebe ich diesen Comedian, ein geistreicher Jude, der mich stets zum Lachen bringt, was weit mehr ist, als die allermeisten von sich behaupten können). Und doch muss man sich die Frage stellen, wie selektiv manche Menschen mit ihrem Moralhaushalt umgehen: Ab dem Jahr 2015 haben weite Teile des Juste Milieus ihr Hirnschmalz durch eine krude Idee von Haltung ersetzt. Plötzlich waren Fakten ganz egal – beispielsweise die nüchterne Feststellung, dass mit den überwiegend muslimischen Flüchtlingen eine Lawine von Judenfeinden ins Land kommt, die es auch mit der Gleichstellung der Frau oder der Überzeugung, dass man Homosexuelle nicht gleich umbringen muss, nicht so genau nehmen.
Die meisten sind gekommen, um zu bleiben – Erwin nicht
Alles Nebensache, schließlich galt es doch, ein höheres Ziel zu erfüllen und eines, das ein zutiefst deutsches Bedürfnis zu sein scheint: Endlich wieder moralisch zu glänzen und nach dem Holocaust vom Ausland gemocht zu werden! Die Tatsache, dass gar nicht mal so wenige der viel beschworenen Goldstücke, Raketenwissenschaftler, Kieferorthopäden, Radiologen und Proktologen heute zur Fortführung eben dieses Holocausts und zur finalen Erledigung der “Endlösung” bereit wären, störte die Toleranzbesoffenen offensichtlich nicht.
Nochmal zu Erwin: Nach drei Tagen war der Spuk auch ganz ohne Kammerjäger vorbei: Zumindest stand jetzt fest, dass der kleine Marder ausgezogen ist. Ob er bei der Rückführung verlorener Seelenanteile gescheitert ist oder ob doch alles in Ordnung ist, konnte oder wollte er uns nicht mehr sagen. Aber immerhin: Auch wenn es mich (lachen Sie mich nicht aus!) ein wenig traurig macht, ist er doch aus freien Stücken ausgezogen – etwas, was man vom hiesigen Personal der sogenannten Flüchtlinge kaum behaupten kann. Erwin war gekommen, um am Ende wieder zu gehen, während viele von 2015 gekommen sind, um zu bleiben – und das ganz jenseits von Fluchtgrund, Krieg oder Vertreibung. Da war mir der Marder Erwin dann doch deutlich lieber.
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3 Kommentare
Mein Reden seit Jahren. Ich hab 2 solcher Spinner in der Familie. Absolut gehirngewaschen und komplett von der Uni in Halle Saale verblödet. Ich hatte aber auch schon den Eindruck, das denen in der Örtlichen Kooperativen Gesamtschule gehörig das Gehirn gewaschen wurde. Denn dort war in Ostzeiten die STASI sehr aktiv. Ich habe den Kontakt zu solchen Idioten komplett abgebrochen. Brr.. ich kriege schon wieder Schüttelfrost, wenn ich an diese linken Spinner nur denke.
Eigentlich kann man nur hoffen, dass die gemeinsame europäische Verteidigungspolitik gegenüber Russland nicht genau so gut funktioniert, wie die gemeinsame Migrationspolitik.
Marder gehören nicht dem Islam an. Deswegen dürfen die nicht.