Trump bringt seine eigene Community immer mehr gegen sich auf

Trump bringt seine eigene Community immer mehr gegen sich auf

Trumps Zustimmungswerte sind sogar in seinen Kernkompetenzthemen wie Migration und Abschiebung im freien Fall (Foto:ScreenshotFox)

Dass Donald Trump auch innenpolitisch zur Zeit unter enormem Druck steht, hatte ich bereits wiederholt thematisiert. Auch die ständige Wiederholung seiner unbestreitbaren außenpolitischen Erfolge, deren langfristige Effekte noch nicht wirklich sichtbar sind, ändern für seine Anhänger zunächst einmal rein gar nichts, ebenso wenig wie die Ankündigung von Billionen US-Dollar an Investitionen; all dies sind für seine Wähler bislang nur vollmundige Versprechungen, die erst einmal erfüllt werden wollen und von denen der einfache Bürger derzeit so gar nichts hat. Kurzum: Beim US-Wähler kommt nichts von alledem an, was Trump an Hoffnungen geweckt hat und wofür er gewählt wurde. Die anfängliche Begeisterung über die gemeinsam mit Elon Musk im Eiltempo nach Amtsantritt durchgeführten Schläge gegen ein korruptes globalistisches System und woke Strukturen können die aufkommende Enttäuschung nicht aufwiegen.

Im Gegenteil: Es geschehen derzeit zunehmend Dinge, die eher Frustration auslösen, als die Stimmung aufzuhellen. So steigen die Lebensmittelpreise US-weit immer weiter, wenn auch langsamer; die Sprit-Preise sind ebenfalls nicht gesunken, sondern weiterhin auf dem Level der Biden-Ära. Auch die Kosten von Immobilienfinanzierungen sinken nicht, weswegen die Verkäufe von Häusern derzeit ein All-Time-Tief erreichen, während die Mietpreise hoch bleiben. Die Desillusionierung der Wähler betrifft mittlerweile sogar eigentliche vermeintliche Kernkompetenz Trumps, die Migration – denn von der Einlösung des Versprechens, die illegale Einwanderung zu stoppen und Illegale massenhaft abzuschieben, ist Trump weit entfernt.

Angst und Unsicherheit greifen um sich

Während es Barack Obama gelang eine gewaltige Zahl von 3,5 Millionen Illegale nahezu geräuschlos außer Landes zu schaffen (was auch dem wohlwollenden Schweigen der linken Medien über diese “Massendeportationen” geschuldet war), setzt Trump mit seinem Immigration and Customs Enforcement (ICE) eher auf polternde, spektakuläre und lautstarke Aktionen, um seine Entschlossenheit und die angeblich Effizienz des Vorhabens deutlich zu machen. Leider ist es aber tatsächlich so, dass das ICE in manchen Fällen überzieht – und sogar so sehr, dass es mittlerweile selbst bei hartgesottenen MAGA-Anhängern Empörung auslöst. So häufen sich die Fälle, in denen auch Migranten mit legalem Status und gültiger Arbeitserlaubnis, ja sogar US-Bürger von der Straße geholt und in Abschiebehaft genommen wurden, nur weil sie “verdächtig” südländisch aussehen. Natürlich sind dies absolute Ausnahmen und Einzelfälle, doch Trumps Regierung müsste klar sein, dass diese natürlich an die supergroße Glocke gehängt und medial massiv aufgebauscht werden. Dadurch greifen Angst und Unsicherheit selbst unter US-Bürgern um sich.

Dazu trägt natürlich auch Trumps Statement bei, seine langjährige Intimfeindin Rosie O’Donnell, eine bekannte, in den USA geborene Comedian-Tante, ausbürgern zu wollen, weil sie nach Trumps Amtsübernahme nach Irland zog und von dort weiterhin gegen ihn „schießt“. Allein dass ein US-Präsident in Erwägung zieht, einem US-Bürger, der lediglich seine freie Meinung gemäß dem Ersten Verfassungszusatz zum Besten gibt, die Staatsbürgerschaft entziehen zu wollen, sorgt bei den nationalen und freiheitsliebenden Amerikanern, aus denen er vor allem seine Wähler rekrutiert hat, für heftiges Stirnrunzeln und Verstörung – und stößt auf massives Unverständnis. Trump erschüttert damit nämlich die Basis, auf der dieses Land aufgebaut ist und der er sich selbst doch angeblich verschrieben hat: Der uneingeschränkten Meinungsfreiheit. Nicht umsonst ist dies der erste Artikel der „Bill of Rights“, die in den USA einen in Europa nicht ansatzweise nachvollziehbaren Stellenwert genießt.

Deutlicher Negativtrend

Von daher verwundern die aktuellen demoskopischen Ergebnisse einer Gallup-Umfrage und verschiedener News-Outlets nicht wirklich: Während Gallup einen Rückgang von 27 Prozent der Unterstützung von Trumps Abschiebepolitik registriert, hat der Trump-freundliche Sender “Fox News” immerhin noch minus 7 Prozent zu bieten. Der Trend zeigt deutlich, dass Trump auch mit einem seiner zentralen Wahlversprechen nicht mehr punkten kann. Und jetzt kommt noch sein neuestes Statement hinzu, in welchem er große Teile seiner eigenen Gefolgschaft als Schwächlinge bezeichnet, weil sie ihn in Sachen versprochener Transparenz beim Wort nehmen. Und zu allem Überdruss fällt diese Wählerschelte mit der Affäre um die Epstein-Files zusammen, die Trumps Justizministerin Pam Bondi auf einmal nicht mehr veröffentlichen mag und in denen angeblich plötzlich gar keine belastenden Inhalte inklusive der berüchtigten “Kundenliste” enthalten sein sollen. Das nehmen Trump nicht einmal mehr enge Vertraute ab.

Ich mag ja keine Ahnung vom „großen Plan“ und 5D-Schach haben, aber eines weiß ich gewiss: Auch beim 5D-Schach sollte man seine Bauern nicht einfach opfern und schon gar nicht selber vom Spielfeld vertreiben. Aber genau das ist es, was Donald Trump gerade tut, indem er laut sagt, dass er seine Anhänger, die ihn ins Weiße Haus befördert haben, nicht mehr mag und nicht mehr braucht.


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12 Antworten

  1. Hat der „Deep State“ die Kontrolle über Trump übernommen?

    Unter den von Trump Enttäuschten befindet sich auch der russische Geopolitiker und Publizist Alexander Dugin. Er zeichnet in einem aktuellen Post auf seinem Telegram-Kanal ein düsteres Bild vom gegenwärtigen Zustand der MAGA („Make America Great Again“)-Bewegung. Was als politisches Erweckungserlebnis für Millionen Amerikaner begann, drohe nun in bitterer Enttäuschung zu enden. „Gerade diejenigen, die ihn aufrichtig liebgewonnen und an seine Mission geglaubt hatten, beginnen, Trump besonders zu hassen“, stellt Dugin fest. Die einst euphorische Anhängerschaft sei zutiefst desillusioniert.

    Für noch bezeichnender hält er das Verschwinden des Schlüsselbegriffs „Deep State“ aus Trumps Rhetorik. Der Präsident war schon 2016 angetreten, um die Schattenmächte im Hintergrund der amerikanischen Politik zu entmachten – doch heute dränge sich der Eindruck auf, als hätten eben jene Kräfte die Oberhand gewonnen. „Alle haben die Körpersprache des CIA-Direktors bemerkt, als Trump begann, Rußland zu drohen – er atmete erleichtert auf“, gibt Dugin seinen persönlichen Eindruck von einer kürzlichen Pressekonferenz wieder.
    https://philosophia-perennis.com/2025/07/15/hat-der-deep-state-die-kontrolle-ueber-trump-uebernommen/

  2. Ich bin erstaunt!
    Hat sich der Autor vom Saulus zum Paulus gewandelt? Noch vor kurzem wurde auch nur die geringste Kritik an Trump und seiner Politik abgebügelt und jetzt?
    Gerade mal ein gutes halbes Jahr im Amt, und von den vollmundigen Versprechungen, die Trump in seinem Wahlkampf gemacht hat, ist nichts mehr übrig – außer seiner letztlich nicht bedeutsamen Symbolpolitik gegen Migration und Wokismus. Kein Wunder, dass Trump und Merz sich gut verstanden haben. Nichts als heiße Luft. Oder genauer gesagt – Lüge! Diese Politiker braucht keiner!

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  3. Irgendwas stimmt da nicht. Sagt mir mein Bauchgefühl.
    Kann es sein, daß es zwei Donald Trumps gibt?

    Der echte Donald Trump ist 196 cm groß. Man sollte vielleicht mal den Donald Trump messen, der die Epstein-Akten für nicht existent erklärt hat, und anderes ungereimtes Zeug äußert. Falls der dann deutlich kleiner ist, haben wir es mit einem linken Double zu tun.
    Das hätte gewiss Konsequenzen!

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  4. Schön …
    Und jetzt?

    Russland / Ukraine hat er ja auch versaut. War ja nicht anders zu erwarten, wenn sich der Ami nicht durchsetzen kann, dann kommt er mit Gewalt. Das Übliche halt. Die Waffenlager sind voll. Die USA brauchen irgendwo einen Krieg, sonst gibt es mehr Arbeitslose bei ihnen.

    Sie bekommt schon, was sie sich verdient hat, seit 1914.

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  5. US-Außenministerium: „Trump ist der Führer der ganzen Welt“
    Bei einem Presse-Briefing am Mittwoch hat US-Außenamtssprecherin Tammy Bruce gesagt, dass Präsident Donald Trump der „Führer der freien Welt – ja, der gesamten Welt“ sei.

    In diesem Zusammenhang beschrieb sie ihn als geduldigen Mann, der jedoch nicht zulasse, dass seine Vision und deren Verwirklichung darunter leiden. Seine Forderung an Russland, binnen 50 Tagen eine Einigung mit Kiew zu erzielen, sowie die Entscheidung, der Ukraine weitere Waffen zu liefern, wertete sie als Ausdruck seiner globalen Führungsverantwortung.

    https://odysee.com/@RTDE:e/US-Au%C3%9Fenministerium—Trump-ist-der-F%C3%BChrer-der-ganzen-Welt–:e

  6. Die Epstein- Akten waren eine pööse rechte Verschwörungstheorie, entweder nicht existent oder nichtssagend – so lange Trump drohte, sie zu veröffentlichen, um seine Gegner zu zerlegen.

    Seit er sie bewusst zurückhält, schreien genau diese Gegner plötzlich laut. Den Leuten, die die Existenz der Akten bestritten haben und alle als geisteskranke Aluhutträger diskreditiert haben, die von ihrer Existenz und Brisanz überzeugt waren, kann die Veröffentlichung nun nicht schnell genug gehen.

    Jeder! redet über die Epstein-Files. Ich würde sagen, genau darum ging es Trump. 👍

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  7. Trump ist verglichen mit Biden und den US-Demokraten immer noch die bei weitem bessere Option. Solange Elon Musk oder Ron Paul nicht zur Wahl stehen, muss man zu Trump stehen oder zumindest sich nicht von der Anti-Trump-Hysterie der Linken anstecken lassen. Vieles was schief läuft dürfte auch auf Sabotage zurückzuführen sein. Auch die Republikaner sind schließlich durchsetzt mit Marionetten des Deep State. Auch muss man erst einmal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Trump liebt es seine Gegner zu täuschen. Bisher hat er noch nichts wirklich falsch gemacht. Die Bombardierung der iranischen Atomanlagen war z.B. oberflächlich gesehen eine Eskalation und der erste von Trump vom Zaun gebrochene Krieg, aber in Wirklichkeit war er das Gegenteil. Er hat Israel den Kriegsgrund genommen, also zum Frieden gezwungen und durch vorherige Information des Irans Todesopfer vermieden. Ich würde Trump erst einmal machen lassen.

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  8. Trump dreht durch:
    Trump verstört Anhänger: Nur „dumme Leute“ interessieren sich für die Epstein-Akten
    Der US-Präsident hat seine Anhänger scharf kritisiert, die von der jüngsten Behauptung des Justizministeriums nicht überzeugt sind, dass es keine Kundenliste des Sexverbrechers Jeffrey Epstein gebe. Trumps spektakuläre Kehrtwende im Fall Epstein hat viele seiner Anhänger verstört – und lässt die Chancen der Republikaner bei den Zwischenwahlen sinken.
    https://rtde.press/nordamerika/250899-trump-verstoert-anhaenger-nur-dumme/

    Mittlerweile haben sich hochrangige Trump-fans wie Tucker Carlson oder US-General Michael Thomas Flynn beim zum Thema Epstein-Files geäußert und sich sich deutlich von Trump distanziert. Beide fordern die komplette Veröffentlichung der Epstein-Files.
    https://tinyurl.com/4sp5mfvs

    Die Verbindung zwischen Epstein, Mossad und geopolitischen Geheimdiensten: Eine kritische Analyse
    https://uncutnews.ch/die-verbindung-zwischen-epstein-mossad-und-geopolitischen-geheimdiensten-eine-kritische-analyse/

  9. Was habe ich mich gefreut,als Trump wieder gewählt wurde.nach 2016….Ich finde ihn auch heute noch besser,als diese linken Vorgänger von ihm..
    Aber Trump kann man nicht mehr einschätzen..Er stellt sich überwiegend selbst dar und wirkt dabei überheblich..
    Auch sein heute so,morgen so und übermorgen wieder anders,geht mit auf den Keks..
    Er wollte ja Amerika(USA) an erster Stelle setzen,spielt aber jetzt den Weltpräsidenten und mischt sich überall ein..
    Auch im Ukraine Konflikt spielt Trump eine widerliche Doppelrolle..
    Wie soll man mit Trump noch über Frieden verhandeln,wenn man diesen Schaumschläger nicht mehr ernst nehmen kann von russischer Seite,da Trump unberechenbar und unverbindlich ist??

    Ich glaube,der Vance wäre der bessere Präsident..Er ist klar,deutlich und verbindlich,aber in letzter Zeit ruhig geworden,weil er sich innerlich wohl von Trump distanziert..
    Und wie Trump Elon Musk behandelt,der 288 Millionen in Trumps Wahlkampf gesteckt hat,ist an Charakterlosigkeit nicht zu überbieten..
    Vielleicht löst sich das ja biologisch,somit Vance sein Amt übernehmen kann..
    Ich hätte nichts dagegen..

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