Ukrainische Waffenwünsche: Darf’s noch ein bisschen mehr sein?

Aufrüstung der Ukraine für den Weltfrieden: Deutschland als blinder Erfüllungsgehilfe fremder Interessen (Symbolbild:Pixabay)

Hey, Marie-Agnes, als ihr die alten Marder-Panzer abgestaubt habt, lagen da zufällig noch ein paar gebrauchte U-Boote und Kampfjets in der Ecke? Wir nehmen auch B-Ware, unsere Ansprüche sind nicht so hoch.” Nein, das hat der ukrainische Ex-Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, natürlich nicht zu Frau Strack-Zimmermann gesagt, als sie wieder einmal ein gemütliches Plauderstündchen bei einer Tasse Tee eingelegt haben. Denn die Ukraine hat recht genaue Vorstellungen davon, was sie von Deutschland haben will (vor allem, seitdem Kanzler Scholz in der Panzerfrage weichgeklopft wurde):

(Screenshot:Twitter)

Nun gut, zunächst einmal handelt es sich um Altbestände, die nun geliefert werden sollen, denn der Marder ist der Veteran unter den deutschen Nachkriegspanzern. Aber wer weiß, was der nächste Schritt sein wird? Dann doch der Leopard? Wäre ich Bundeswehroffizier, würde ich längst nachts ins Kissen weinen – oder mir einen Plan austüfteln, wie ich der Ampelkoalition ebenfalls eine Lieferung des begehrten Kampfgeräts abringen könnte.

Als Privatperson allerdings wäre es mir lieber, einen objektiven Lagebericht aus der Ukraine zu bekommen. In meiner Vorstellung wird das Land von Tag zu Tag größer, denn die russischen Truppen werden in der Darstellung von „Tagesschau” & Co. seit Wochen erfolgreich zurückgeschlagen, sie müssten sich meiner Einschätzung nach längst östlich des Urals befinden. Zumal Putin offenbar Mühe hat, Kämpfernachschub für seine Sache zu rekrutieren. Ganz egal, wie man zu der Schuldfrage im Ukraine-Krieg steht: Es gestaltet sich alles sehr undurchsichtig. Das Vertrauen in die Berichterstattung ist verloren, denn vieles passt nicht zusammen. Die Propagandaschlacht tobt auf beiden Seiten, während gleichzeitig auch von Kriegsverbrechen beider Parteien die Rede ist. Jedes Mal, wenn die Russen aus einem Gebiet abgezogen und Tote in der Zivilbevölkerung zu beklagen sind, startet die „Wer war es?„-Diskussion aufs Neue. Russen-Massaker oder Racheakt der ukrainischen Truppen?

Schwankende Drohkulisse

Hinzu kommt die schwankende Drohkulisse: Steht Putin schon morgen unter dem Brandenburger Tor oder ist seine Armee schon mit den ukrainischen Truppen komplett überfordert? Die widersprüchlichen Medienmeldungen lassen beide Schlüsse zu. Für den Normalbürger ist es fast unmöglich, sich ein objektives Bild des Geschehens zu machen. Bei mir sagt lediglich der Bauch: Hier stimmt etwas nicht.

Die Ampel-Regierung verfügt sicherlich über genauere Informationen als wir; trotzdem sollten gerade all diese Unklarheiten zu Zurückhaltung führen. Aber bekanntlich lässt sich die Bundesregierung auf stets neue Zugeständnisse jenseits von humanitärer Hilfe ein. Dies nur auf den äußeren Druck durch den großen Bruder USA zurückzuführen, scheint mir zu kurz zu greifen, denn als Deutschland unter Kanzler Schröder die Gefolgschaft im Irak-Krieg verweigerte, hatte das außer einer Abkühlung der „Freundschaft” keinerlei weitreichende Konsequenzen für unser Land, sogar die New Yorker ließen sich trotz Handelskrieg den deutschen Riesling weiter schmecken. Betrachtet man Deutschlands Abstimmungsverhalten gegenüber Israel in der UN, so dürfte auch dieses nicht im Sinne der USA liegen, sondern vielmehr dem Erhalt der Wirtschaftsbeziehungen mit der arabischen Welt geschuldet sein. Mit dieser wollte es sich die deutsche Industrie schon zu Adenauers Zeiten nicht verscherzen.

Zum Wohlgefallen der Weltgemeinschaft

Auch wenn deutsche Regierungen also nicht so frei vom Einfluss der USA in ihren Entscheidungen sind, wie sie es sein sollten: Es geht in der Ukraine-Frage wieder einmal darum, der Weltgemeinschaft gefallen zu wollen und „das Richtige” zu tun. Während Russland droht, weiß die ukrainische Führung sehr gut, welche Knöpfe bei den Deutschen zu drücken sind, um sich deren Unterstützung zu sichern. Das Dilemma dabei: Während einige ukrainische Gruppen sich gern an die Zusammenarbeit mit Deutschland im zweiten Weltkrieg erinnern – auch Andrij Melnyk ist bekanntlich ein glühender Anhänger Stepan Banderas -, will man diese Zeit gleichzeitig als Druckmittel einsetzen: „Wer jetzt Russland unterstützt, hätte auch Nazi-Deutschland unterstützt”, stand in einem ukrainischen Meme am gestrigen Tag zu lesen. Man könnte es auch böse formulieren: Um nicht zu sein wie Hitler, soll Deutschland das gleiche Bündnis eingehen wie er. Im zweiten Durchlauf passt es dann moralisch. Gepaart mit den Forderungen nach immer mehr Waffen sollte das eigentlich ein Signal sein, schon aus gesunder Sturheit auf Vorsicht und Mäßigung zu drängen; aber stattdessen schaltet die Ampel wunschgemäß in den Gebermodus.

Stolz verweist man dabei immer wieder auf die neu errungene wirtschaftliche „Unabhängigkeit von Russland”, die uns allerdings bekanntlich erhebliche Mehrkosten bei der Gasversorgung beschert und in neue Abhängigkeiten geführt hat, bei denen ebenfalls nicht immer deutlich wird, worin wenigstens der moralische Vorteil liegen soll. Auch aus Russland wird weiterhin Gas bezogen, nur eben in flüssiger Form und mehrfach teurer – das erinnert ein wenig daran, dass Grüne an Greenpeace spenden, wenn sie in den Urlaub fliegen. Der Ablass beruhigt das Gewissen. Einzig Rheinmetall dürfte sich über finanzielle Profite freuen und schafft darüber hinaus noch Platz in den Lagerhallen für Neues. Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Gefragt wäre Pragmatismus statt wohlfeile Feindbilder

Man wünscht sich angesichts dieser Irrwege dringend mehr Pragmatismus zurück und weniger wohlfeile Feindbilder. Das Gut-Böse-Schema taugt in diesem Falle nichts, da keine beteiligte Partei als unschuldiges Opferlamm taugt. Warum sollte also ausgerechnet Deutschland in einem Spiel, in jeder seine eigenen Interessen verfolgt, seinen Retterkomplex ausleben und sich damit selbst in Gefahr bringen? Mit der Lieferung schweren Kriegsgeräts erklären wir uns selbst zur Kriegspartei. Selbst wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass Russland deshalb auch hier einmarschiert, heizt dies den Konflikt weiter an; ein Konflikt, in dem wir im übrigen recht wehrlos dastehen, sollte Putin es sich wider alle Vernunft doch überlegen, es Deutschland heimzuzahlen (zum Glück müsste er dazu erst an den besser ausgerüsteten Armeen unserer Nachbarländer vorbei – und das mit seinen jetzt schon erschöpften eigenen Streitkräften). Denn nur wenige Länder sind so dumm, erst die Armee eines anderen Staates aufzurüsten, bevor sie sich um die eigene kümmern.

Ist das der neue deutsche Pazifismus? Das grüne Wahlversprechen „Keine Waffen in Krisengebiete!” ist längst vergessen – und damit den Weg der meisten Wahlversprechen gegangen. Wir erinnern uns auch an die Empörung, als Ex-US-Präsident Donald Trump forderte, Deutschland müsse mehr in seinen Verteidigungshaushalt investieren. Stattdessen lassen wir jetzt kämpfen; denn das scheint moralisch hochwertiger zu sein. Auf den ersten Blick ist es auch mit weniger Risiko verbunden – führt aber dennoch dazu, dass wir wirtschaftlich weiter in den Abgrund rutschen. Man könnte fast glauben, den Verantwortlichen sei das egal.

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26 Kommentare

    • Richtig.
      Zitat: “ Wäre ich Bundeswehroffizier, würde ich längst nachts ins Kissen weinen – oder mir einen Plan austüfteln, wie ich der Ampelkoalition ebenfalls eine Lieferung des begehrten Kampfgeräts abringen könnte.“
      DAS wäre wohl der einzige Ausweg. Nur, die „Freunde“ hier haben „Freunde“ dort, und die würden die BRD ganz schnell wieder auf Kurs bringen. Dafür brauchte es noch nicht einmal Truppenverlegungen, denn dafür reichen die Truppen, die bereits hier stationiert sind. Sollte nicht ganz Europa aufbegehren, und das wird es nicht (Polen schon gar nicht!). Demnach sind wir verloren, bis sich ggf. Neues aus den Trümmern erhebt. Denn erst muss es Trümmer geben. Diese Block- und „Verteidigungsbündnisse“ sind kein Segen, sondern ein Fluch: Jeder noch so kleine Konflikt kann aufgrund dieser Tatsache zum Weltkrieg führen!
      Sonst wäre es so lustig wie in „Die Maus, die brüllte“!
      Und wer im Maidan auf wen geschossen hat, ist heute eigentlich relativ klar. Nur weiß es kaum Jemand hier. Und soll es auch nicht. Das würde das Bild der „Ukraine, die freiheitliche, demokratische Werte“ verteidigt, schnell zerstören!

  1. Sieht man sich die Landkarte der Ukraine an, kommt man auf ca. 10% Staatsgebiet, auf dem aktuell gekämpft wird.
    Es stellt sich daher die Frage, warum die große Zahl von Kriegsflüchtlingen z. B. nach Deutschland kommt, anstatt in den vom Krieg nicht betroffenen Gebieten untergebracht wird. Da gibt es zwar kein Bürgergeld, aber man müsste das Heimatland auch nicht verlassen, um anschließend hier nicht standesgemäß untergebracht zu werden, nebst weiteren Unbill. Für Deutschland und vor allem die Steuerzahler wäre es erheblich preiswerter, im Rahmen von EU-Aktionen (die eh D. meistens aufbringt) vor Ort humanitär tätig zu werden, als die nächste Welle von Sozialbeziehern im ausgesaugten System zu verköstigen. Ach so, stimmt ja, „no Matter what my german Voters..“ so geht das ja heute, seit Merkels „alternativlos“…

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  2. Entscheidend für die kriegsführende USA ist, dass Russland und die EU sich verausgaben, sich ihre Staaten weiter spalten und jegliche (!) Verbindungen zu Russland „gesprengt“ werden/wurden. Die Sprengungen im Ganzen erfolgen durchaus mit Sympathie der Grünen, wie man vor allem an deren Kriegsbegeisterung ablesen kann, ersparen sie doch dämliche Diskussionen und Neuauflagen alter Abhängigkeiten, wo die neuen doch so viel teurer, disziplinierender für die Bevölkerung und klimaneutraler sind, echt – oder?

    Die Ukraine ist lediglich der bedauerliche Kollateralschaden – an Menschen und Infrastruktur. Und die ganze Rüstungsindustrie drückt fest die Daumen, dass ein Herr Selensky noch lange durchhält. „Ukrainische Werte“ wären ja auch in der EU willkommen.

    Rüstung muss ständig nachgeliefert – und selbstverständlich auch bezahlt – werden. Und es ist auch egal, ob da sau-teure, nagelneue, alte oder sehr alte Waffensysteme, flugtaugliche Panzer, kieloben-treibende U-Boote oder unterirdische Flugzeuge „angekauft“ und im aufopferungsvollen Kampf klimaneutral verschrottet werden. Hauptsache, die Kasse klingelt.

    Wer sein Geld und damit seine wirtschaftliche Stellung und profitable Handelsbeziehungen derart blindgläubig zum Fenster hinauswirft, mit dem oder denen hat man schließlich in allem dann umso leichteres Spiel.

    Ach Gottchen, so ist sie halt, die Weltpolitik …! Etwas für Machtgeile, Geldgeile, Verantwortungslose, Schwachköpfe und ihre verblödeten Schafherden – für die wenigen anderen durchweg nichts Neues.

    • Das kann man so bestätigen. Das modernste, was die Ukrainer von mir bekommen würden, wären möglicherweise noch Zeppeline, falls noch welche übrig geblieben sind!

  3. Schnorren und andere Länder i.d. Krieg mit reinziehen, der
    in eine Atom-Eskalation enden könnte, das kann UK
    mit seinem fragwürdigen Oligarchen.

    Wie dumm und Menschen feindlich kann eine Politik nur sein,
    die dem Oligarchen Kriegsmaterial für NULL zur Verfügung
    stellt und somit das Sterben auf beiden Seiten nur verlängert.

    Kann mir gut vorstellen, das sich Iwan das „Spiel“ nicht mehr
    lange ohne harte Reaktionen ansehen wird und ein schmutziges „Ei“ schickt.

    Politiker hier, werden sich dann schnell ins weite Ausland „verpi….“

    • Ja, die Briten… aber man sieht auch, dass dort das gewöhnliche Volk schon viel mehr leidet als wir.
      Weil sie eben Arschkriecher Nummer eins in Europa sind.
      Von den „Siegermächten“ jetzt…😉😂

  4. „Nur durch den Ruhm der Waffen unterscheidet sich der Mensch vom Affen“.
    Tja, Kurt Halbritter kannte seine (deutschen) Pappenheimer!

  5. Darfs noch etwas mehr sein… dachte ich mir auch bei der Neujahrsüberraschung der neuen „Angleichungen“ des Stromabschlags!
    Ich habe noch nie so wenig Strom verbraucht wie in den letzten 11 Monaten und dank der grünen Schizos im Amt zahle ich ab jetzt den höchsten Abschlag für Strom den ich je hatte…
    Bekomme ich auch einen Leopard 2 geschenkt? – Ich brauche den auch ganz dringend, sogar für den gleichen Zweck, die Freiheit verteidigen und die bösen Invasoren aus unserem Land verjagen!

  6. geld spielt keine rolle…
    denke nur mal an die milliardenverluste durch den pcr- masken betrug und die politversager und betrüger…
    weiter so in diesem unserem drecksland… jeden tag ein verbrechen der besonderen art…
    wie fertig ist das drecksland und was muss noch passieren bis es knallt….

  7. Der Melnyk sieht aus wie das olle West-Sandmännchen, hat aber nicht mal im Ansatz die Klasse von Karl Eduard von Schnitzler…der konnte hetzen, ohne ordinär zu sein…mir persönlich geht der sonstwo vorbei…soll er blöken, mir völlig Latte…

  8. Darf es auch NUR ein Atomar getriebener Flugzeugträger & Bomber sein – einfach nur schlimm dieser NATO/USA Stellvertreterkrieg und die Vasallen kacken sich ins Hemd wenn der demente Opa ein Furz lässt. Wie dreist ist diese EU und die westl. Regierungschef alles ohne Stimmen des Volkes bzw. der Parlamente im Namen der diktatorischen Demokratur durchzupeitschen. Siehe Pandemie, Sanktionen, Klimasau und als nächste Zusatzkost gibt es Krieg als Nachspeise. Der Untergang des Westens wird nur noch beschleunigt durch die USA/WEF da wird es keine Sieger geben.

    • „..da wird es keine Sieger geben.“

      Oh doch ,die anonymen Strippenzieher/Oligarchen werden -wie immer -die Profiteure sein.Der gemeine Sklave zahlt mit seinem Leben.

  9. Sie verstehen das nicht.

    „Endlich, Herr Bundeskanzler! Aber jetzt auch Kampfpanzer für die Ukraine! Man stelle sich vor, wie anders die Kriegslage aussehen könnte, wären in großer Zahl Schützenpanzer …und im Gefolge sicherlich auch Kampfpanzer geliefert worden. Wie viel mehr ukrainische Soldaten wären noch am Leben?“ – Klaus Wittmann, Brigadegeneral a.D. in der WELT am 08.01.2023

    Und stellen Sie sich erst vor, wie viel mehr ostukrainische und russische Soldaten man längst schon hätte töten können!

    Und stellen Sie sich dann noch vor, wie viel mehr Ostukrainer würde man erst nach Abzug der russischen Soldaten mit den deutschen Waffen töten können, wenn man die Zivilbevölkerung wieder ungestört wie früher mit Artilleriefeuer in Wohn- und Schlafzimmern terrorisieren könnte!

    „Auch das ukrainische Militär terrorisiert die Zivilbevölkerung, es trägt den Krieg mit Artilleriefeuer in Wohn- und Schlafzimmer, es nimmt kaum Rücksicht auf die Not der Menschen und auf deren Leben offenbar noch weniger.“ – Georg Restle (tagesthemen) am 28.07.2014

  10. V. Putin hat sein militärisches Ziel nicht geändert. nur dass er dafür anstatt drei Tage nun drei Jahre einplanen wird. Das sollte man nicht unterschätzen. Denn es leitet sich daraus die Frage ab, ob der Westen mit seiner Zögerlichkeit und die ukrainische Bevölkerung in ihrem Leiden es so lange aushalten können. Der Westen ist nämlich gerade dabei, dem russischen Aggressor einen unnötigen Vorteil zu verschaffen.

  11. ZITAT: „Stattdessen lassen wir jetzt kämpfen; denn das scheint moralisch hochwertiger zu sein.“

    Warum genau lassen WIR denn die Ukraine gegen die Russen kämpfen?

  12. Keine Waffenlieferungen außerhalb dt. Grenzen-und in Kriegsgebiete schon gar nicht !!!-
    Die Ukrainer sollte endlich Ihre Amihörige Kriegsregierung absetzen und sich an den Verhandlungstisch setzen !!!

  13. Die Außenministerin hat gestern 40 mille Steuergelder an die Ukraine verschenkt.
    Liebe Ukrainer. Nehmt erst mal die Bärbock und holt ihre Familie nach. Die kriegt ihr auch geschenkt und könnt sie behalten. Das muß erst mal reichen.

  14. Ich vergaß noch: In welchem Krieg neueren Datums konnte die Bevölkerung trotz der kriegerischer Möglichkeiten (Raketen) jemals mit regulären Zugverbindungen, mit dem eigenen Auto, zu einem selbstgewählten Zeitpunkt, mit Aussicht auf Rück-Besuche jemals ausreisen und an dem Ort, an den man geflohen ist, ein wesentlich besseres Leben führen als zuvor Zuhause? In einem Monat so viel Geld von einem fremden Staat erhalten, wie man sonst nur in Monaten im eigenen Land verdienen könnte? Dazu eine noch passable Infrastruktur und Aussicht auf Arbeit, wenn man denn möchte?

    In welchem Krieg spielte sich dieser nur in einem geringen (als die technisch-militärischen Möglichkeiten ergeben) Landesteil ab, so dass selbst dorthin Politiker reisen können, um die Wirksamkeit ihrer diplomatischen Passivität begutachten zu können? Wann wurde je ein Krieg geführt, in dem dennoch so wenige Menschen getötet wurden? Wer Zahlen aus den letzten Kriegen kennt, versteht dies. Nicht dass ich falsch verstanden werde: Ich bin gegen jegliches Töten von Menschen – egal, wer, wie, wann, wo oder warum!

    Die Ukraine kann nur froh sein, dass Polen sich durch kriegsbedingten Erwerb neuer Staatsgebiete von Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg doch anscheinend saturiert zeigt, so dass gegenwärtig kein polnischer Einmarsch in ehemals von Polen reklamierte Gebiete erfolgt. Über polnische Strategien zwischen den Weltkriegen und die dabei nationalistisch-expansive Politik kann man sich ggf. mal informieren. Damit will ich nur sagen, dass zwischen Polen, der Ukraine und Russland je nach Zeitrahmen gewaltige Verschiebungen stattgefunden haben und man sich danach dann auch aussuchen kann, welche Gebiete denn nun die „eigenen“ sind. Die Ukraine war regelmäßig nicht selbstständig.

    Genauso wenig wie die NATO Russland eine Zusage über keine weitere Ost-Ausdehnung gegeben haben will, genauso wenig hat Russland der Ukraine eine Russen (Donbass) und russlandfeindliche Souveränität zu gestanden.

    Vor allem einem blauäugigen Russland (Jelzin etc.) kann man sagen: Hättet ihr mal daran gedacht, was kommen kann, dann hättet ihr sicher auch schriftlich „bombensichere Verträge“ geschlossen! So stehen heute leider nur fliegende und drohende „Bomben“ zur Verfügung.

  15. Die EU hat den Holodomor als Völkermord anerkannt.Mag sein, dass die EU die richtige Entscheidung getroffen hat. Nur es müssen dann gleiche Regeln für alle gelten.
    Die Massenmorde und Hungervölkermorde der Briten hat die EU bis heute nicht als Völkermorde anerkannt.

    Das britische Imperium hat 165 Millionen Inder in 40 Jahren getötet
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=91937

    Der von den Briten geplante Hungervölkermord an den Bengalen 1769-1773.
    https://yourstory.com/2014/08/bengal-famine-genocide

    Die Briten sind eines der grausamsten Königreiche der Erde. Und der Brite Churchill war kein Held, sondern ein Massenmörder!
    Und ja Stalin war auch ein Massenmörder…

  16. Die Türkei stoppt die russischen Tanker in Ihren Gewässern und untersagt Ihnen die Weiterfahrt Richtung EU-Häfen wegen fehlender westlicher Versicherung. Somit wirken die Sanktionen und die Russen müssen mit grossen Rabbaten an Indien oder China für unter 50 US-Dollar pro Barrel verkaufen, was gerade so knapp die Kosten deckt.

  17. Gegen weitere Eskalationen zu schreiben, ist das Einzige, was einem Bürger derzeit übrigbleibt:

    Da von wissenschaftlichen Dienst des Bundestages (!) ein Einschätzung zum Thema „Kriegsbeteiligung“ vorliegt, sollte dies der Regierung zu denken geben. Das Gutachten bleibt sogar hinter völkerrechtlichen Standards zurück, stellt aber immerhin schon eindeutig fest:

    „Erst wenn neben der Belieferung mit Waffen auch die Einweisung der Konfliktpartei bzw. Ausbildung an solchen Waffen in Rede stünde, würde man den gesicherten Bereich der Nichtkriegsführung verlassen.“

    Ist dieser Satz zu kompliziert, um ihn verstehen zu können? Und was läuft da bereits seit einiger Zeit ab? – Ausbildung schon seit Jahren durch us-amerikanische Ausbilder und das mit den Waffen, das dürfte auch dem Dümmsten langsam auffallen sein. Wird da nicht schon die Grenze zwischen Dummheit, grober Fahrlässigkeit, gar Vorsatz und stattdessen hin zur Kriminalität überschritten?

    Und wer etwas von „erhöhtem Druck auf Deutschland“ hinsichtlich der „erforderlichen Waffenlieferungen“ schwafelt, von dessen Gesicht sollte man die heuchlerische Maske herunterziehen, da sich so Deutschland als erstes Land der offenen (!) Kriegsführung schuldig machen würde. Die USA halten sich als Provokateur verlogen im Hintergrund. Aus westlicher Sicht versteht sich, wäre allein Deutschland an der weiteren Eskalation schuld – schon wieder „alleinschuldig“ und mit dieser Lüge endeten schon zwei Weltkriege – samt völkerrechtswidrigen (da der weit überwiegende Bevölkerungsteil immer Deutsche waren) Gebietsabtretungen.

    Aber so geht es, wenn man kein Rückgrat hat, nichts von Völkerrecht versteht, nicht einmal dessen Prinzipien verstanden hat (auch um das Thema Friedenssicherung herum) und schon gar nicht weiß, welche Ursachen und Motive vergangenen Kriegen zugrunde-lagen.

  18. Das russische Armee benutzt inzwischen das Flugabwehrsystem S-300 nicht zur Luftverteidigung, sondern zu Angriffen auf Bodenziele in der Ukraine. Das ist ein deutlicher Ausdruck der militärischen Hilflosigkeit Russlands.

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