Donnerstag, 30. November 2023

Und es hat Zoom! gemacht: Pop-Marxist Dehm verklagt Silbereisen nach Indianer-Zensur

Und es hat Zoom! gemacht: Pop-Marxist Dehm verklagt Silbereisen nach Indianer-Zensur

Tausendmal berührt: Schmalzbarde Silbereisen mit Beatrice Egli in der ARD (Foto:Imago)

Das hat Jürgen Drews nicht verdient, dass ausgerechnet sein TV-Abschied von einem neuerlichen schweren Anfall von Zeitgeist-Idiotie der Woko-Haram-Sekte überschattet wurde: Am vergangenen Samstag gönnte die ARD dem 77-jährigen Schlagerveteranen eine Abschiedsshow, die, wie in solchen Fällen üblich, von Florian Silbereisen moderiert wurde (vermutlich, weil dieser dermaßen vorgealtert aussieht, dass sich dagegen selbst die prämumifiziertesten Showrentner noch wie Jungspunde fühlen?). Silbereisen brachte es fertig, als Opfer desselben politisch-korrekten Wahns, der auch die ARD vollständig infiziert hat, das Wort “Indianer” aus dem Originaltext des 80er-Jahre-Gassenhauers “1000 und 1 Nacht (Zoom!)” von Klaus Lage zu streichen. Silbereisen gab diesen im Duett mit Beatrice Egli zum Besten. Da der Begriff “Indianer” seit längerem bekanntlich zum Ausdruck von weißem Kolonialrassismus umgedeutet wurde, war Lages Songzeile „Erinnerst du dich, wir ham‘ Indianer gespielt“ von der woken ARD-Religionspolizei kurzerhand wegzensiert und “Indianer” durch das Wort „zusammen“ ersetzt worden.

Allerdings währte die Genugtuung der Sprachjakobiner über ihre erfolgreiche Kulturglättung nur kurz: Prompt rief die Verschandelung des Liedes nämlich mit Dieter Dehm einen von dessen Mitautoren auf den Plan. Dieser tobte über die nicht abgesprochene Urheberrechtsverletzung und erstatte prompt Strafanzeige gegen Silbereisen.  Von einem Linken-Politiker und bekennenden Marxisten wie Dehm hätte man solche umgehend kapitalistischen Beißreflexe, die sonst eher doch bei verpönten kapitalistischen Geldschefflern und Bourgeois auftreten, zwar gar nicht erwartet. Doch Dehm setzte sogar noch einen drauf: Ganz und gar unlinks wütete er über die Woke-Ideologie insgesamt – und dies auch noch im AfD-nahen “Deutschlandkurier”! Auch wenn Dehm nicht nur im Recht ist, sondern seine Kritik vollumfänglich berechtigt ist: Einen so schnellen Abschied von linken Tabus hat man wohl noch nie gesehen.

“Paternalistischer Versuch, Menschen umzuerziehen”

Und da Dehm – mit Blick auf die weltanschauliche Ausrichtung seiner Strafanzeige wohl aus gutem Grund –  große Zweifel an der Staatsanwaltschaft hegt, strengt er parallel außerdem auch noch eine zivilrechtliche Klage gegen Silbereisen an. Zu dem eigenmächtigen Eingriff in das von ihn mitkomponierte Liedgut stellt Dehm fest: „Das ist natürlich der paternalistische Versuch, Menschen umzuerziehen. Das hinterlässt eine verkrampfte Angst, man könnte etwas Falsches sagen. Damit werden Menschen nicht mutiger, sondern eingeschüchtert. Das ist so ein Zug in dieser diktatorischen Art, die Sprache zu verhunzen.” Er ärgere sich über die ARD, „die übrigens laut des Dauervertrages mit der GEMA“ (bei der er, Dehm, Mitglied sei) „ein Veränderungsverbot einhalten“ müsse. Die ARD dürfe daher „nur unveränderte Aufführungen“ zulassen. Und der Interpret oder der Verlag habe Änderungen zu genehmigen, führte er weiter aus.

Zudem macht Dehm bereits einen „prätotalitären Zustand“ aus, in dem sich Deutschland mittlerweile befände: Es gehe die Angst um, „am Stammtisch oder am Arbeitsplatz das falsche Wort auszusprechen“. Sprache sei „aber dafür da, Menschen aufzuwecken und zu befreien und nicht, um sie zu unterdrücken“. Für die nahe Zukunft prophezeit Dehm: „Demnächst wird es wohl noch irgendeine App geben, womit man Nachbarn, Kinder ihre Eltern bei Behörden denunzieren, Gespräche am Nachbartisch eines Lokals belauscht. Wenn bei staatlichen Klima- und Virenschutz-Maßnahmen oder unerschütterlicher Liebe zur NATO und zur ukrainischen Regierung nicht wie von oben vorgegeben geredet wird. Und dann erscheinen vielleicht noch am selben Abend in dieser Gaststätte zwei unauffällige Menschen und führen die Eltern ab. Solche und ähnliche Horrorvorstellungen sind gar nicht mehr so weit entfernt.

Eglis Liebe zu Erdogan-Fanboy: Für die ARD hingegen kein Problem

Alles richtig, doch so zutreffend Dehms Aussagen größtenteils auch sind, bleibt es doch absurd, dass sie ausgerechnet einer äußert, der sich nach wie vor unerschütterlich zum marxistischen Gesellschaftsmodell bekennt und damit just jener Ideologie, die mit der Sowjetunion den ersten totalitären Staat der Welt errichtete, in dem übrigens genau die Methoden, die Dehm nun kritisiert, vorweggenommen und sogar perfektioniert wurden – und die auch im heutigen Deutschland vor allem von seinen linken Kampfgenossen und Gleichgesinnten wieder praktiziert werden. Gewissermaßen verdammt Dehm hier die Geister, die er selbst mitrief.

Doch die ARD ist auch nicht besser: Hypersensibel setzt sie auf präventive Cancel-Culture, weil jemand an einem bis vor wenigen Jahren völlig unpolitischen und unschuldigen Begriff wie “Indianer” Anstoß nehmen könnte – doch sie hat kein Problem damit, eigene Compliance-Regeln mit Füßen zu treten. Der Sender nimmt keinen Anstoß daran und hat offenbar auch kein Problem damit, dass das Schweizer Schlager-Busenwunder Beatrice Egli offenbar mit einem türkischstämmigen Ex-SPD-Politiker liiert ist, der heute der nationaltürkischen AKP-Partei des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angehört und als Berater des türkischen Außenministeriums fungiert – und damit einer Regierung, die schwerer Kriegsverbrechen in Nordsyrien beschuldigt wird und für die brutale Unterdrückung von Oppositionellen nicht nur in der Türkei, sondern auch auf deutschem Boden berüchtigt ist. Die “Background-Checks” scheinen hier ebenso schlampig oder gleichgültig gelaufen zu sein wie bei der Verpflichtung Louis Klamroths zum Plasberg-Nachfolger bei “Hart aber fair” – trotz dessen Beziehung zur Klima-Wohlstandslinksradikalen Luisa Neubauer. Die ARD kann sich nicht auf den Standpunkt stellen, dass dies alles ja die Privatsache der Betreffenden sei und die Politik hier ausgeblendet werden müsse – und gleichzeitig populäre Liedtexte wegen angeblich “toxischer” oder “problematischer” Vokabeln zensieren.

13 Antworten

  1. Und prompt hat Dieter Dehm auch Recht. Es handelt sich nicht um einen Willkürakt von Dehm sondern um eine Urheberrechtsverletzung von Silbereisen. Und entweder ich stehe für die Woke oder dagegen. Aber es soll auch hier Leute geben die sich dazwischen stellen. Ich habe auch gar nichts dagegen solange es nicht zum ideologischen Massaker missbraucht wird. Wenn wir miteinander leben wollen müssen wir die Gesetze des Zusammenlebens achten. oder neue schaffen. Jemanden verurteilen der sein eigenes Recht sucht ist schon perfide, selbst wenn der Unrecht hat. Aber hier geht es nicht nur um Recht hier geht es auch um die Lebensgrundlagen eines oder mehrerer Künstler. Wir können uns nicht hinstellen und Indianer als das was sie sind Indianer bezeichnen und auf der anderen Seite Woke Interessen vertreten nur um unserem ideologischen Trend zu folgen. Auch ein Lied der Gruppe Karussell dient mir hier als Abschluss: Ehrlich will ich bleiben, ehrlich will ich sein

    1. Trotz linker Kritik: Slowakei schafft Rundfunkgebühren ab

      Das slowakische Parlament hat das durchgesetzt, was hierzulande längst schon mehr als nur überfällig ist: Es hat die Rundfunkgebühren abgeschafft. Ab Juli 2023 wird das „staatlich-mediale Angebot“ durch eine jährlich neu festzulegende staatliche Direktzahlung ersetzt. Eine Mehrheit aus den drei regierenden konservativen Parteien und den oppositionellen Liberalen setzte sich Ende Dezember über die Kritik von Medienvertretern und der sozialdemokratischen Opposition hinweg.

      1. Es geht also was, oder? Nur was hat das jetzt mit dem Thema hier an sich zu tun? Wollen sie damit sagen Linker Kritik ist fehl am Platze oder gar unwichtig? Da liegen sie sicher falsch. Nur kann man in deutscher Landschaft von fundamentaler linker Kritik nicht viel hören, weil es zu wenige sind die sie betreiben. Und da muss sich grundlegend was ändern. Die Linke Politik die heute hoffähig ist hat mit Links wenig zu tun.

  2. Und hier auch noch ein schönes Indianerlied.

    Komm, hol das Lasso raus,
    Wir spielen Cowboy und Indianer.
    Wir reiten um die Wette,
    Ohne Rast und ohne Ziel.
    Hast du mich umzingelt,
    Werd′ ich mich ergeben.
    Stell mich an den Marterpfahl,
    Komm, hol’ das Lasso raus,
    So wie beim ersten Mal.
    Quelle:
    https://www.songtexte.com/songtext/olaf-henning/cowboy-und-indianer-komm-hol-das-lasso-raus-339b84fd.html

    Dieses o. g. Lied (erste Strophe) war/ist gerade bei Faschingsveranstaltungen ein sehr beliebtes Lied.

    Naja sagen wir mal so, die sich am „Indianer“ stören, sollten sich doch mal psychologisch untersuchen lassen oder zum Dachdecker gehen, also ich meine wegen des Dachschadens, weil wohl nicht ganz dicht etc….

    Und wenn die linken Linken und Sprachverhunzer und Belehrer und Erklärbären meinen ein Lied umtexten zu müssen, ohne denjenigen, der wohl ein Urheberrecht auf dieses Lied hat, zu fragen, dann sollen sie auch mit den Konsequenzen klarkommen.

    Diesen Sprachverhunzer– und Sprachzerstörer– und Gendergeschwafeltypeninneninnenden gehört auch einfach nur der Koffer vor die Tür gestellt.
    Wird ohnehin Zeit, dass denen mal richtiger Wind entgegen bläst.

  3. Zu Dehm kann man unterschiedlicher Auffassung sein. Aber mit Marxismus an sich hat das, was heute so abläuft, nur sehr wenig zu tun. Man könnte das vielleicht Vulgärmarxismus nennen. Vielleicht ist es die westliche Marxismusauffassung, das mag sein. Ich habe einige Werke von Marx in der Schule und beim Studium lesen und darüber Exzerpte anfertigen müssen. So etwas wie heute? So etwas kenne ich nicht und habe auch nie darüber gelesen. Was der Kulturmarxismus ist, das entzieht sich meiner Kenntnis. Das ist westdeutsches Gedankengut. Herrn Dehm zolle ich für diese Sätze Hochachtung. Er hat zu 100% recht. Das was heute abläuft, ist besser unter dem Begriff “Sekte” aufgehoben. Sektenmitglieder, hier linksgrün-woke, lassen immer nur ihre eigene Meinung zu. Deren Mitglieder haben einen bestimmten Sprachgebrauch. Da diese Sektenmitglieder die Altparteien und die Regierung übernommen haben, werden wir mit dessen kruden, ideologischen Gedankengut geknechtet. Übrigens, Linke sind nicht gleich Linke. Man denke an Sarah Wagenknecht, die auch eine Linke ist und diesen Boden nicht verlassen hat.

  4. ach – ich weiß nicht.
    Meine Instrumente sind ja Plattenspieler, Radio, CD-Player u.ä. – trotzdem weiß ich, daß es von einem Lied von verschiedenen Künstlern verschiedene Versionen geben kann mit anderer Melodieführung und Betonung, anderem Takt und auch Anpassungen am Text.
    Insofern würde ich das weglassen eines Wortes nicht so genau sehen – wenn es nicht gezielt aus einem bestimmten Grund passiert ist.

    Laut diesem Bericht allerdings sieht es nach ideologischen Gründen aus wie Pipis Negerkönig und ähnlichen Gehirnkrampf von Leuten, die nicht zu tun haben und gesellschaftlich überflüssig sind, sich aber irgendwie wichtig machen wollen!
    Da ich öffentlich-rechtlich schon seit fast 20 Jahren ignoriere, ist mir das egal und ich bedauere nur, daß ich gezwungen bin, den Unsinn zu bezahlen.
    Ich wähle nur Parteien, die GEZ abschaffen wollen !

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    1. Ich nicht! Nur wer dort kämpft wo er politisch hingehört hat auch die Chance etwas zu verändern. Es ist leicht auszutreten aber schwer etwas zu verändern wenn man selbst gegen die eigenen Mitglieder antritt. Aber nur eine starke Führung der Linken kann das Dilemma beenden. Wenn Dehm und Wagenknecht austreten werden viele die Partei verlassen. Das können manche gut finden, ich nicht. Mitglieder einer Partei müssen sich durchbeißen wenn sie zu dem stehen was sie erreichen wollen. Wenn sie das bei ihren eigenen politischen “Freunden” nicht können, dann auch nirgends wo anders. Und da ist es unwichtig in welcher Partei ein Mensch ist.

  5. Dieser Dreck ist wohl nur einigen aufmerksamen Beobachtern aufgefallen. Der Konsument eines solchen Dummdödel – Verblödungsprogrammes ist mittlerweile taub, blind oder beides. Ich kenne einige ü 65.
    P.S. Nichts gegen Jürgen Drews.

  6. Also, INDIANER ist ein Wort was C. Kolumbus erfunden hat um die Ureinwohner INDIENS zu beschreiben. Wir wissen alle, daß die Bezeichnung nicht stimmt, aber trotzdem weiß jeder was gemeint ist, wenn man von INDIANERN spricht. Man könnte auch in die Stammeszugehörigkeiten abschweifen, aber das würde jeder Konversation das Genick brechen, denn welcher Außenstehende weiß schon über die Stammeszugehörigkeit Bescheid ? Indianer, genauso wie Neger ist eine Bezeichnung für eine bestimmte Menschengruppe und hat nichts mit Rassismus zu tun ! Es gibt nichts Schlimmeres als diesen vorauseilenden Gehorsam, denn die Betroffenen wollen ja oft gar nicht, daß man sie ins Rampenlicht zerrt !

  7. Tut mir leid, aber der Marxismus liefert ja keine Anleitung, wie eine postkapitalistische Zukunft auszugestalten wäre, auch wenn einige das sich so einfach vorstellen würden. Jedenfalls sind die Gleichsetzungen von Kapitalismus mit Freiheit und Sozialismus mit Diktatur einfach unsinnig. Dieter Dehm ist mit seiner Kritik für mich durchaus glaubhaft.

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