US-Rapper Takeoff erschossen: Black Lives Don’t Matter to Blacks?

In Houston erschossen: Migos-Rapstar Takeoff (Foto:Imago)

Der US-Rapper Takeoff, vor allem bekannt als Teil der Gruppe „Migos”, wurde vorgestern Nacht im texanischen Houston erschossen; Auslöser der Tat soll offenbar eine Auseinandersetzung um ein Würfelspiel gewesen sein. Der Tod des 28-Jährigen reiht sich ein in eine mittlerweile traurig lange Liste ermordeter US-Rapper in diesem Jahr. Die Seite „rap.fandom.com“ listet alleine für 2022 mehr als 150 tote Rapper auf – mit den Todesursachen „shot and killed”, „stabbed to death” oder darunterfallenden Kategorien wie „Drive-by shooting”. Eine Studie fand bereits 2015 heraus, dass 51 Prozent aller US-Rapper durch die Todesursache „homicide” („Tötung”) versterben.

Um diese 150 ermordeten Rapper nur in diesem Jahr noch einmal anders einzuordnen: Gemäß einer Datenbank der „Washington Post” wurden im gesamten Jahr 2022 bislang „nur“ sechs unbewaffnete Schwarze von der Polizei erschossen – was übrigens keinesfalls zwangsläufig bedeutet, dass diese einfach so aus rassistischen Gründen abgeknallt wurden (wobei ich diesen Zusatz ja ohnehin nur anbringe, weil gesellschaftlich und politmedial ein großes Ding aus der vermeintlich so schlimm rassistischen Polizei gemacht wird).

90 Prozent der Schwarzen werden von anderen Schwarzen umgebracht

Umso befremdlicher ist es dann, wenn über 150 ermordete Rapper (oder die vielen anderen nicht-rappenden Schwarzen, die sich täglich gegenseitig in den USA umbringen) komplett ignoriert werden. Alleine in Chicago liegt die Zahl der zwischen 2001 und 2016 getöteten Menschen (7.916) höher als die Gesamtzahl gefallener amerikanischer Soldaten im Irak und in Afghanistan (6.888) im gleichen Zeitraum. Dabei war die absolute Mehrheit sowohl der Täter als auch der Opfer schwarz.

Betrachtet man die gesamten USA, so werden 90 Prozent der Schwarzen von anderen Schwarzen umgebracht. Für Schwarze in den Altersgruppen 1-19 Jahren (35 Prozent) und 20-44 (26 Prozent) ist „homicide” sogar die Haupttodesursache. Aber darüber reden wir nicht. Wir reden über George Floyd und tun so, als lebten wir in ständiger Angst vor der Polizei. Denn: Wenn ich selbst als Schwarzer darüber rede, dass es mir nicht gefällt, wenn sich junge Schwarze sinnlos gegenseitig umbringen, macht es mich seltsamerweise zum Verräter meiner Hautfarbe. Lasst uns lieber Triggerwarnungen vor Disney-Filmen oder andere Nichtigkeiten diskutieren als reale Probleme anzusprechen, bei denen Menschen sterben oder sich ihre Leben ruinieren!

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5 Kommentare

  1. Daß in den USA weit überwiegend Schwarze von Menschen ihrer eigenen Hautfarbe getötet werden, ist korrekt. Aber das paßt nicht in die woke Blase, also verschweigt man es lieber. Wenn man es aber unter den Tisch kehrt, anstatt es zu thematisieren und Lösungen zu suchen, wird es nicht nur so weitergehen, sondern sogar noch schlimmer werden.
    Bei den Tötungsdelikten von Ausländern in Deutschland ist Verschweigen oder zumindest Verschleiern dem Staat auch wichtiger als eine korrekte Benennung der Täter, die Analyse der Taten und die Lösungssuche.

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  2. Das wäre dann quasi ein “ Weißen-Versteher“….🤦‍♂️🤦‍♂️
    O tempora, o mores!
    Die Welt ist völlig verrückt geworden!

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  3. Wäre ich Zyniker böser Art käme ich auf folgende Idee:
    Der Rapper mußte sterben, weil er Jünger westlicher Kultur war. Sonnenbrille, elektrische Musikinstrumente, typische US-Klamotten, Nutzung der englischen Sprache, Bezahlung in Dollar.
    Mithin ein Hochverräter an der BLM-Bewegung…

    Er hätte brillenlos auftreten müssen, auf Buschtrommel trommeln, Baströckchen tragen, Schnalzknackslaute artikulieren, sich mit Schneckengehäusen bezahlen lassen müssen – das wäre klares Signal zum Thema Cancel Culture gewesen!

    Nun Spaßernst beiseite: Ich hatte von dem Typen noch nie was gehört, aber sehr wohl davon, was in solcher „Szene“ abgeht, und finde derlei als konservativ-friedlicher Mensch richtig übel.

    Was die Neger da in US unter sich ausmachen, das kann ich nicht beurteilen, aber gewisse Parallelen vermag ich zu erkennen, wenn ich mir die Klimakleberterroristenaktionen so anschaue. Nuneben Todesfall in Berlin, hätten die Flinten wie in den USA, würde vermutlich auch bald auf Autofahrer geschossen.

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  4. 150 tote schwarze Rapkünstler, mir kommen die Tränen, ein menschlicher und auch kultureller Verlust, hoffentlich verkraftet das die Rapmusikszene. Zum Glück gibt es immer wieder neue talentierte Rapkünstler. Aber sonst sind die US-Schwarzen voll lieb und respektvoll, man schaue sich nur die US-Statistik an wieviele Weisse von Schwarzen getötet werden und wieviele Schwarze von Weissen getötet werden. Und dann setze man dies noch in Relation zum Anteil beider Gruppen an der US-Gesamtbevölkerung, dann kommt man auf einen Faktor von ungefähr 10. Die US-Schwarzen sind also 10x so lieb zu den Weissen. Und untereinander sind sie natürlich auch voll lieb und respektvoll, aber auch zu US-Asiaten. Hat aber nix mit den Schwarzen zu tun, Schuld daran ist der Weisse Mann und die Unterdrückung durch den Weissen Mann, falls jemand das noch nicht wusste, fragt mal die Dems wie Pelosi oder Biden oder die ADL.

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