Volksverarschung: Die grüne Studienabbrecherin im VW-Aufsichtsrat ist nicht das Problem

Hitler bei der Grundsteinlegung des VW-Werks Fallersleben 1938 (Foto:Imago)

„Bild” hat damit angefangen und alle – von Guido Grandt bis „Tichy’s Einblick” – machen mit: Das Land Niedersachsen hat eine bekennende Radfahrerin in den Aufsichtsrat der Volkswagen AG entsandt. Die Dame hat irgendwas studiert und – wie es sich für Grüne offenbar gehört – das Studium vorzeitig abgebrochen. An der Personalie gibt es nichts schönzureden, aber das lenkt nur vom eigentlichen Problem ab. Und das heißt Volkswagen. Es ist eine Geschichte voller Lügen, Täuschungen, Tricksereien und von Anfang Betrug am Volk.

Der erste “Volkswagen” wurde bekanntlich von Adolf Hitler in Auftrag gegeben. Mit Beträgen ab 5 Reichsmark pro Woche sollten Kleinsparer den KDF-Wagen für 990 Reichsmark erhalten. Ferdinand Porsche wurde mit der Entwicklung beauftragt, und der Grundstein für den größten Automobilbauer der Welt war damit gelegt. Dann aber brach einfach so, natürlich ganz plötzlich und völlig unerwartet, der Krieg aus und in Wolfsburg musste die Produktion umgestellt werden. Statt Käfern wurden Kübelwagen für die Front gefertigt, die Bürger guckten in die Röhre und nach dem Krieg war das Geld futsch. Bei den KdF-Sparern handelte es sich überwiegend um vergleichsweise gut situierte Mittelständler. Facharbeiter, deren Tariflöhne damals bei weniger als 80 Pfennig pro Stunde (!) lagen, konnten es sich nicht leisten, jede Woche für 5 Reichsmark Sparmarken zu erwerben. Ende 1939 sparten bereits 273.000 Kaufinteressenten für einen KdF-Wagen; Ende 1944 betrug die gesamte Sparsumme 268 Millionen RM, bei insgesamt 336.638 Sparern (Näheres zum Thema siehe hier).

Symbol des Wirtschaftswunders mit „Volksnormung“

Was für eine Verarsche. Und natürlich wehrte sich Volkswagen nach dem Krieg gegen die Klagen der Betroffenen, die erst 1961 endeten – mit einem lächerlichen Rabattangebot für die inzwischen zu Rentnern gereiften Kläger. Da wurde man dreißig Jahre über den Tisch gezogen und sollte dann dem Moloch noch Geld in den Rachen werfen, damit man endlich das bekommt, wofür man schon längst bezahlt hat. Für das eigene Seelenheil wäre es sicher besser gewesen, schon aus Prinzip Ford oder Opel zu fahren; Japaner gab es zu der Zeit leider noch nicht in Deutschland. Der Käfer wurde trotzdem zum Symbol des Wirtschaftswunders, ein Auto für jedermann auf der ganzen Welt, das passende Gefährt für genormte Familien mit zwei Kindern auf der Rückbank, für alle, die sich keinen Mercedes leisten konnten, für Menschen mit vorhersehbarem Lebenslauf: Erster Herzinfarkt mit Anfang 50, Schrebergarten, Parterrewohnung mit Hinterhofklo, die Kinder mutierten später zu Hippies und verkrümelten sich mit dem bunt angemalten VW-Scheibenbus nach Marokko. Durchschnittsautos für Durschnittsmenschen, die im Volkswagenwerk auch gleich ihren Durchschnittsjob bekamen.

Nach dem Käfer kam der Golf. Wieder ein typisch deutsches Durchschnittsauto mit genau einem Rundinstrument im Cockpit der Basisversion und der funktionalen Heckklappe als Innovation. Und plötzlich war Volkswagen überall – auch dort, wo ganz was anderes draufstand: Zum Beispiel im Audi 80, der um einiges teurer als der Passat verkauft wurde. Selbiges mit dem Audi 50 und dem VW-Polo. Oder dem Porsche 924, den keiner haben wollte, weil er mit VW-Motor einfach zu peinlich war. 125 PS Frontantrieb und die Höchstgeschwindigkeit von 204 Stundenkilometern erreichte der „Arme-Leute-Porsche” nur auf dem Tacho. Dann Golf GTI, GTD und später das Sondermodell “Pink Floyd”, und sie alle zeigten nur zu gut, wie es wirklich um den deutschen Geist bestellt war. Ich fragte mich damals, ob es nicht bald auch ein erstes Modell bei IKEA geben würde, das von Papi in der Garage zusammengeschraubt wird, mit dem die ganze Familie dann zum Festival fahren kann und dessen Heckklappe auf die Maße der IKEA-Verpackungen abgestimmt ist.

Jeder Mist ist als Qualität verkäuflich

Dann kam Volkswagen mit seinem Drei-Liter-Auto. Es nannte sich Lupo, und den gab es auch schon als Seat Aroso – natürlich eine ganze Stange billiger. Wer zum Teufel ist eigentlich so blöd, wunderte man sich, und zahlt für ein Logo als einzigen Unterschied freiwillig mehr Geld? Der Durchschnittsdeutsche. Aber die kleine Faltschachtel wollte am Ende trotzdem keiner haben, sie erinnerte wohl zu sehr an den kleinen ostdeutschen Trabbi-Bruder, der in seinen letzten Tagen in Zwickau ebenfalls mit VW-Motor vom Band gelaufen war.

Zehn Marken aus fünf europäischen Ländern gehören inzwischen zum Konzern: Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Skoda, Seat, Cupra, Audi, Lamborghini, Bentley, Porsche und Ducati. Eine ziemlich volkstümliche Mischung, nicht wahr? Aber Deutschen kann man wirklich jeden Mist als “Qualität” verkaufen. Je exotischer die Namen klingen, desto besser läuft der Schwindel. VW „Touareg” oder “Tiguan”, weil “Tigerente” markenrechtlich leider für die Janosch-Mütter mit Sven-Malte und Solveigh-Swantje nicht mehr zu ergattern war. Wer bitte fährt freiwillig so eine hässliche Karre mit einem so bescheuerten Namen? Ja, läuft denn überhaupt niemand mehr rot an, wenn er nach seinem Auto gefragt wird und “Tiguan” antworten muss? Das klingt doch geradezu nach Objektophilie mit Legosteinen, die man sich zwanghaft in gewisse Körperöffnungen einführt! Ein anderes Modell heißt Sharan, das klingt auch sehr deutsch und voll volkstümlich; dann gibt es einen Arteon, ein Amarok und ein T-Roc… was soll denn das sein – ein Dinohunter mit Fluxkompensator? Nein, es ist derselbe Mist wie ein Skoda namens Karoq, nur etwas billiger. Auf so einen undurchsichtigen Müll habe ich keinen Bock. Da lobe ich mir ein wirklich deutsches Unternehmen, auch wenn das Kameras statt Autos baut: Leica. Echte Handarbeit, echte Preise, überschaubares Modellangebot und Qualität, die ihresgleichen sucht. Keine Volkskameras – aber deutsch, durch und durch und alles andere als durchschnittlich.

Julia Willie Hamburg gewissermaßen als Familienmitglied

Doch jetzt nochmal zurück zu VW und der grünen Studienabbrecherin Julia Willie Hamburg. Die Dame sitzt in ihrer Eigenschaft als Vize-Ministerpräsidentin in dem Konzern, der alles andere als deutsche Tugenden verkörpert, weil es das VW-Gesetz erlaubt, durch das dem Land Niedersachsen eine Sperrminorität eingeräumt wird. Die wirkliche Macht aber hat trotzdem der Porsche-Piëch-Clan. Daran wird auch die grüne Radfahrerin nichts ändern. In wie vielen anderen Unternehmen sitzen ebenfalls inkompetente Familienmitglieder, die manchmal nur mit Müh und Not von den Konzernlenkern in Schach gehalten werden können? Und in gewissem Sinne ist Hamburg ein Familienmitglied, wenn Vater Staat schon am Unternehmen beteiligt ist. Da liegt eher das Problem. So eine Verflechtung schreit geradezu nach Korruption, wie jener etwa, die beim Skandal um Untreue und die Bestechung von Betriebsräten mit Sexreisen durch den Erfinder des Hartz-4-Konzepts, Peter Hartz, zur Abwechslung einst ausnahmsweise ans Tageslicht kam (Hartz hatte sich seine Prostituierten übrigens ebenfalls von VW bezahlen lassen; sehr volkstümlich).

Aber noch eine andere Tatsache wird bei dem Geschrei um die grüne Autohasserin im Wolfsburger Aufsichtsrat übersehen: Den Takt bei der Debatte um grüne Politik bestimmt die Springer-Presse – nicht die AfD, nicht die “alternativen Medien”. Auch Ex-„Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt legt vor und alle springen über das hingehaltene Stöckchen. Der scharfe Ton, den „Bild“ ungefähr seit seinem Übergang an den Großinvestor KKR anschlägt, soll wohl verlorene Leser zurückbringen. Diesem Zweck dienen wohl auch in den “Alternativen” beliebte Autoren wie Steinhöfel oder Marc Friedrich, die zuletzt mit Kolumnen in „Bild“ auftauchten. Inmitten des Tittitainements der „Bild” warten aber – neben scheinbarer Kritik an der Regierungspolitik – auch üble Kriegshetze, plumpe Abtreibungs-, Homo- und Genderpropaganda sowie Dokus wie “Reichsbürger – Feinde des Staates”, “Die kranke Welt der Impfgegner” und sonstige Geschichten auf. Ein wahres „Volksblatt” eben, das regelmäßig “Volksprodukte” empfiehlt… für Leute, die Volkswagen fahren.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Opposition24.

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11 Kommentare

  1. Tichys Einblick ist bei uns schon lange Geschichte.
    Wir haben keine Lust uns von einem FDP-nahe stehenden
    Blättchenherausgeber hinters Licht führen zu lassen.

    Zum Thema Grüne im Aufsichtsrat von VW.
    Solange das Land Niedersachsen bei VW rum werkelt,
    es wird immer ein Hemmschuh f.d. Unternehmen sein.

    Wie kann man eine Kriegstreiberin mit faschistischem
    Gedankengut überhaupt in eine solche Position bringen.
    Quote geht auch dort über fachliche Qualifikation.

    Pfui Deibel !

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  2. @ DIE GRÜNE STUDIENABBRECHERIN IM VW-AUFSICHTSRAT IST NICHT DAS PROBLEM

    Das Ziel der Politik ist die nachhaltige De-Industrialisierung und De-Mobilisierung !
    Also – alles im grünen Bereich !

    Vielleicht ist es aus dem militärischen Bereich bekannter, daß es für viele Aufgaben Spezialisten gibt, und ein guter Beobachter kann an Hand von Versetzungen erkennen, was der Gegner plant!
    In Politik und Wirtschaft ist es nicht anders.
    Wenn sie sich in der Regierung Baerbock, Habeck, Lauterbach oder den Cum-EX so ansehen, dann können sie daraus schon ableiten, was die US-Besatzer für Deutschland planen !
    Und wenn bei VW solche Leute in den Vorstand kommen, ist auch klar, was für diese Firma geplant ist. Wer da arbeitet, sollte sich schon einmal umsehen – und wer da Aktien hat, ein Auge darauf haben, wann er diese besser abstößt !
    Wasser fließt immer bergab !

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  3. Na das passt doch! Eine wie alle! Studienabbrecherin, dummdreist und gewillt, alles zu zerstören, was unsere Mütter und Väter aufgebaut haben. Schließlich muss die Transformation gelingen und das geht am besten, wenn man Flitzpippen in einflussreiche Positionen hievt.
    Wer braucht schon Autos, wenn man auch Fahrad fahren kann?
    Der grüne Schwachsinn fährt das Land an die Wand. Leider ist es so, dass eine gewisse Mehrheit in Deutschland genauso schwachsinnig zu sein scheint, wie die grünen Dummbeutel.

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  4. Ein wirklich seltsamer Artikel, was ist hier eigentlich der Schwerpunkt, das „Volkswagen“ als „Global Player“ keine deutschen Bezeichnungen mehr für ihre Produkte verwendet, das „VW“ kaufen blöd ist weil es keine Volkswagen mehr für’s Volk sind?
    Der „Käfer“ wurde erst nach dem Krieg produziert, in Wolfsburg wurde soweit ich weiß während der NS-Zeit nur Kriegsgerät gebaut, es war nie ein „Volkswagen“ für das nationalsozialistische deutsche Volk und wenn man es ganz genau nimmt war es eigentlich ein Porsche.

    Ich habe Hintergrundinfos über das grüne unqualifizierte Balg erwartet, wie das alles Zustande kam, was man bezahlt hat das eine grüne Quotenfrau sich wichtig machen darf und nicht eine Auflistung was Sie alles Scheiße finden.
    Die Preisunterschiede der einzelnen Marken kommen zum großen Teil durch nichtdeutsche Produktionsstätten und nichtdeutsche Löhne zustanden, VW macht nur was alle Hersteller machen um konkurrenzfähig zu bleiben und nein, die Leute schämen sich überhaupt nicht einen „Tiguan“ zu fahren, vermutlich weil ihnen völlig egal ist wie ihr Auto heißt…

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  5. Höchst ärgerlicherweise für die haben Rot/Grün + FußlappenDummPartei den von Merkel angerichteten Schaden bislang nur vergrößert.
    Es ist daher für die dringend an der Zeit, eigene tiefe Wunden in den deutschen Körper zu schlagen. Und das wird zweifellos gelingen, denn darin sind die derart begabt, wie kaum jemand niemand zuvor und sicher niemand mehr danach, denn aus Schaden lernen beherrschen die meisten Menschen und dieser wird gigantisch, monumental, epochal!

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  6. Ja ! Exakt auf dem Punkt denn VW was für eine gigantische Verdummung der Bürger und welches Selbstbedienungsmodell für die, die noch wirklich gearbeitet haben. VW ein Konzern der zerschlagen werden sollte um dann im echten Rahmen eines VOLKSWAGENS auch vom Volk geplant , gebaut und gekauft werden zu können. Keien marodierende , korrupte Clique von unmoralischen ich bin mir der Nächste Gestalten und eine premanente Offenlegung der Zahlen. Eben etwas, was man wohl vergessen hat ein Fahrzeug von und für die Menschen und nicht eine Dreckschleuder die nur hinsichtlich Wachstum und Profit für die schon übersättigten Schmarotzerbonzen produziert wird.

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  7. Kommentare befreien das Herz u. die Seele – politisch verändern können dieselben so wenig
    wie BRD-Wahlen – alles wie gehabt u. deshalb weiter so – nach den bürgerfernen ideologischen
    eigennützigen realitätsfernen Vorstellungen Dt. Politeliten u. Herrscher des Volkes !!!
    Bescheidene Antwort der Dt. Bevölkerung ist das innere Aufkündigen dieser Dt. Politik, durch Fernbleiben bei Wahlen von ca 40% aller Wahlberechtigten !!!

  8. Die Dame ist prädestiniert für offizielle Aufgaben – sie ist leidenschaftliche Radfahrer:IN. Ist doch das Radfahren eine der wenigen echten Leidenschaften des Deutschen und der Deutsch:IN. Mit unnachahmlichem Feingefühl und traumwandlerischer Sicherheit macht er/sie/es den Buckel krumm und tritt und strampelt nach unten was das Zeug hält. DER/DIE/DAS Deutsch:INNEN ist der geborene RADFAHRER 😉

  9. ZITAT: „Oder dem Porsche 924, den keiner haben wollte, weil er mit VW-Motor einfach zu peinlich war.“

    War der arme Leute-Porsche nicht der 928er?

    Wirklich peinlich war vielleicht eher der Porsche 914 mit lüftgekühltem Motor und dem entsprechenden Klangbild. Der einzige Porsche, der mir je optisch gefallen hat. Der Motor mit seinem sehr speziellen Klang klang nach Käfer und nicht nach Porsche.

    Stichwort Lupo: Mir kam es immer so vor, als wolle VW alle paar Jahre nun endlich mal ein preisgünstiges Auto auf den Markt bringen. Die Vehikel wurden von mal zu mal kleiner, ein günstiger Preis wurde jedoch nie erreicht. Das war auch beim Lupo der Fall und für mich der Grund für sein Scheitern. Renault hat mit Dacia tatsächlich günstige Autos auf den Markt gebracht. Seit neun Jahren fahre ich einen Dacia Sandero. Mittlerweile hat er 130.000 km auf dem Tacho ohne irgendwelche Ausfälle. Sehr günstig. Sehr zuverlässig.

  10. Der Autor scheint ein VW Hasser zu sein.Ist er dort rausgeflogen oder nicht eingestellt worden oder hat er sonst ein Problem ?

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