Vom Amt gesponsert: Das Tattoo meines Lebens

Vom Amt gesponsert: Das Tattoo meines Lebens

Die Jahre bestrafen jeden – und machen Tättoos verblichener Zeiten zu unerbittlichen Zeugnissen der Vergänglichkeit (Symbolbild:Grok)

In den tristen Vorzimmern der Jobcenter bietet sich heute ein Bild, das an ein alternatives Kunstmuseum für mittelmäßige Tätowierkunst erinnert. Während die arbeitende Bevölkerung fleißig in die Sozialkassen einzahlt, damit der Laden läuft, investiert ein nicht zu verachtender Teil der Leistungsempfänger das so mühsam „erwirtschaftete“ Geld aus der Grundsicherung, vormals Bürgergeld in das, was man im Volksmund liebevoll „Knast-Ästhetik“ oder „verlorene Lebenszeit auf der Haut“ nennt.

Es ist ein beeindruckendes Phänomen der modernen Zeitrechnung: Die Energiekosten steigen, die Inflation frisst sich durch das Ersparte – aber die Wade? Die Wade muss brennen. Wenn der tätowierte Lebenskünstler im Wartezimmer sitzt, ist das Budget für den Monat vielleicht schon durch die letzte Sitzung beim „Künstler seines Vertrauens“ im Kellerstudio neben der Dönerbude aufgebraucht, aber dafür trägt er nun ein 40-Zentimeter-Tribal am Unterarm. Jetzt also die Wade.

Die Prioritätenliste: Erst das Tribal, dann die Miete

Man muss es ihnen lassen: Konsequenz ist eine Tugend. Während andere sich mit langweiligen Dingen wie Altersvorsorge oder Berufsperspektiven beschäftigen, baut der wahre Ästhet an seinem Ganzkörper-Sammelsurium aus schlecht gestochenen Ankern, Sternen und chinesischen Schriftzeichen, deren Bedeutung er selbst nicht kennt, die aber laut Google-Übersetzer wahrscheinlich „Nudelsuppe“ oder „Montageschaum“ bedeuten.

Besonders charmant wird es beim Thema Liebesbeweise. Nichts schreit so sehr nach existenzieller Reife wie der Name „Kevin-Justin“ oder „Chantal-Marie“ in gotischer Fraktur auf dem Schlüsselbein – vorzugsweise noch mit einem Datum, das die Halbwertszeit der Beziehung um etwa 14 Monate überlebt hat.

Die „Ex-Freund-Falle“ und andere Katastrophen

Wenn dann in drei Jahren der neue Partner „Tariq“ auf der Bildfläche erscheint, beginnt das große Rätselraten: Überstechen, weglasern oder einfach den Namen in „Kein-Justin“ umfunktionieren? Es ist ein Perpetuum Mobile der peinlichen Korrekturen, das den Tätowierern in dieser sozialen Schicht ein ewiges, goldenes Auskommen sichert.

Doch kommen wir zum ultimativen Endgegner des lebenslangen Hautschmucks: das Alter. Wir alle kennen das Bild des 80-jährigen Rentners im Schwimmbad. Die Haut wirkt dort, wo sie früher mal straff war, nun eher wie eine Landkarte im Stil von Seersucker-Bettwäsche.

80 Jahre: Born to be old

Wenn dann in verblasstem Blau auf dem faltigen Oberarm „Born to be wild“ steht, bekommt der Spruch eine ganz neue, ironische Note. Denn während der Tätowierte mit 20 vielleicht noch dachte, er sei der Rebell der Nation, ist er mit 80 froh, wenn er den Weg zur Kaffeemaschine ohne Oberschenkelhalsbruch schafft. Es ist die visuelle Dokumentation des eigenen Jugend- und Größenwahns, der Glaube an die ewige Fitness konserviert in Tinte – ein Mahnmal für die Ewigkeit, das die Nachwelt später beim Ankleiden im Altenheim noch einmal herzhaft zum Lachen bringen wird.

Wer braucht schon eine Rentenversicherung, wenn er eine wandelnde Litfaßsäule seiner eigenen Fehlentscheidungen ist? Die Tätowierung als Ersatz für das fehlende Lebenskonzept ist vielleicht nicht sonderlich effizient, aber immerhin eines: absolut unkündbar. Also, liebe Rebellen der neuen Grundsicherung: Weiter so! Solange die Tinte fließt und die Sozialkasse zahlt, bleibt der deutsche Körper die größte Leinwand für Dinge, die eigentlich niemand wissen wollte.

6 Kommentare

  1. Selten so ein Schwachsinn hier gelesen!

    Was hat der Autor zwischen seinen Satteltaschen verewigt?

    „Born to write nonsense“?

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  2. Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Dazu gibt es einen Witz: Der kleine Fritz sieht seinem Opa beim duschen zu und wundert sich über das Tätoo auf dessen Hintern. “ Wieso hat Opa auf dem Hintern OMA ANKE stehen? Du heißt doch Erna. Oma: Opa bück dich mal, dein Enkel will das ganze Tätoo lesen. Der Opa bückt sich und was sieht jetzt der keline Fritz. ATOMKRAFT NEIN DANKE.

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  3. Ich kann mit dem Artikel nichts anfangen.

    Hat der Autor soviel geschrieben, um der Welt zu zeigen, dass er sich nicht tätowieren lässt? Na dann tu es einfach nicht.

    Was andere Menschen mit ihren Körpern machen, geht ihn schließlich einen Scheiß an. Dazu muss man nichts schreiben.

    Wie gesagt, ich kann mit dem Artikel nichts anfangen.

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  4. köstlich! Auf den Punkt gebracht. Ich weiß wirklich nicht, was Menschen dazu bringt sich Lacke unter die Haut zu spritzen und ein Leben lang mit irgendwelchen Fehlentscheidungen rumzulaufen.

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  5. Kannte mal einen, der wollte den Mafia-Spruch: „La Familia (por vida)“ auf dem Arm haben. Der Tätowierer war etwas zu bekifft, weil das seine Bezahlung war, und so stand dann da „La Famila“, Famila war damals der größte Supermarkt im Ort. Hat für einigen Frohsinn gesorgt.

  6. Merz und Bas wollen Vorschläge der Rentenkommission vollständig umsetzen
    Merz und Bas knallhart gegen die Bürger: Längere Lebensarbeitszeit, höhere Rentenbeiträge, keine Minijobs
    https://freiewelt.net/artikel/redaktion/politik/merz-und-bas-knallhart-gegen-die-buerger-laengere-lebensarbeitszeit-hoehere-rentenbeitraege-keine-minijobs/44405

    „Frontalangriff auf die Flexibilität des Arbeitsmarkts“
    Hotellerie- und Gastronomieverband: Minijob-Ende ist „Katastrophe“ für das Gastgewerbe
    https://freiewelt.net/artikel/redaktion/politik/hotellerie-und-gastronomieverband-minijob-ende-ist-katastrophe-fuer-das-gastgewerbe/44410

    6,8 Millionen Jobs weg – auch so zündet man ein Land an
    Die Regierung will das Ende des Minijobs. Wenn sie Pech hat, bringt sie damit unwillentlich das größte Extremismusförderprogramm in der Geschichte des Landes auf den Weg.
    https://www.focus.de/politik/meinung/fleischhauer-kolumne-6-8-millionen-jobs-weg-auch-so-zuendet-man-ein-land-an_54a84cc1-761c-4d25-bbd4-c8635dea99fa.html