Von weißen Negern und schwarzen Schafen

Von weißen Negern und schwarzen Schafen

Die Spezies Mensch hat viele Unterrassen, doch ihre Abgrenzung ist diffizil (Collage:ScreenshotFacebbok)

Was ist eine Frau? Eigentlich ist das eine einfache Frage. Als Matt Walsh sie allerdings vor vier Jahren in einer Dokumentation stellte, konnte sie irgendwie niemand so richtig beantworten. Ähnliche Zustände könnten auch bei der Frage „Wer ist schwarz?“ bevorstehen. Im Sommer hatte es eine Kontroverse gegeben, weil das Freibad vor der Volksbühne in einem kurzen Zeitfenster nur schwarzen Personen Eintritt gewähren lassen wollte. Henryk Broder zeigte sich gegenüber “Welt TV” erschüttert. Ihn als Sohn von Holocaustüberlebenden erinnere dies an die Nürnberger Rassengesetze, die Juden auch je nach ihrem Abstammungsgrad beurteilten. Eine ähnliche Frage könnte auch ins Haus stehen, wenn erst geklärt werden muss, wer überhaupt schwarz ist und damit Anspruch auf Zutritt hätte.

Ob Mann oder Frau – die Frage lässt sich noch vergleichswiese einfach beantworten (jedenfalls wenn man sich an die Biologie hält). Aber ganz so einfach ist es nicht, wenn man Menschen als “schwarz“ oder “person of color” einstufen will. Dürften zum Beispiel dravidische Inder und australische Aborigines ins Freibad? Denn ihre Haut ist unzweifelhaft schwarz. Afrikaner mit Albinismus sind aufgrund ihrer Gesichtszüge als afrikanisch zu erkennen, haben aber helle Haut. Was ist mit Elon Musk? Denn er wurde ja in Afrika geboren. Das würde allerdings auch auf Ägypter zutreffen, die ja ebenfalls auf dem afrikanischen Kontinent leben, aber Araber sind. Etwas weiter südlich identifizieren sich Sudanesen als Araber (wegen Sprache, Kultur und Islam), sind aber optisch als Afrikaner zu erkennen. Madagassen sind ebenfalls dunkelhäutig, aber aus einer austronesischen Ursprungspopulation und afrikanischen Einwanderern (ist das dann Überfremdung?) hervorgegangen. Sprachlich ist Madagaskar näher an Indonesien als an Afrika (diese Logik wird später tatsächlich noch wichtig!).

Wann ist ein Schwarzer schwarz?

Und hätte man dann den früheren Bundestagsabgeordneten Harald Weyel abgewiesen? Immerhin hat er neben einer deutschen Mutter auch einen afroamerikanischen Soldaten als Vater. Kleiner Schönheitsfehler: Er ist in der AfD und lehnt die Bezeichnungen „schwarz“ und „afrodeutsch“ für sich ab. Weyel bezeichnet sich selbst als „preußisch-hessischen Nationalkosmopoliten“. Laut Flüchtlingsaktivistin Carola Rackete ist auch Hengameh Yaghoobifarah schwarz. Dabei scheint die Deutsch-Iranerin dem optischen Eindruck nach weiß zu sein. Was ist mit Aurel Mertz? Er ist zu drei Vierteln deutsch und zu einem Viertel Ghanaer. Die Zwillinge Lucy und Maria Aylmer aus England haben eine jamaikanische Großmutter. Während die eine komplett weiß erscheint, ist die andere noch als sehr helle Afrikanerin anzusehen. Dürften dann auch beide Schwestern planschen? Oder müsste die hellere draußen bleiben?

Die britischen Zwillinge Lucy und Maria Aylmer (Foto:ScreenshotX)

Auf die Spitze treibt diese Logik Ralph Taylor: Der weiße Amerikaner hat durch einen Gentest erfahren, zu 4 Prozent afrikanischer und zu 6 Prozent nativer Abstammung zu sein. Er wollte seine Firma daher als „minderheitengeführt“ eintragen lassen, da Steuervorteile und Bevorzugung bei staatlichen Ausschreibungen locken. Taylor führte einen erbitterten Rechtsstreit durch die Instanzen und sah sich schon auf der Siegerstraße, unterlag aber letztlich vor dem US Supreme Court. Die woke kritische Rassenlehre sollte hier doch eigentlich für Klarheit sorgen, aber irgendwie macht sie alles nur komplizierter. Ihre “Vertreter_innen” behaupten oft, dass ihr Schwarzsein kein Ausdruck ihrer Hautfarbe, sondern eine politische Positionierung darstelle. Beide Faktoren seien voneinander unabhängig.

Aber wenn Hautfarbe und Schwarzsein also wirklich unabhängig voneinander sind, dann müsste es ja auch Schwarze geben, die man als weiß einstuft. Und selbst dies wäre noch keine komplette Entkopplung beider Begriffe: Denn wenn Schwarze zwar weiß sein können, aber Weiße niemals schwarz, dann wäre diese Logik eine Einbahnstraße, die nur in die eine, aber nicht in die andere Richtung funktioniert. Um zu überprüfen, ob es sich bei der Behauptung, Schwarzsein und Hautfarbe stünden in keinem Zusammenhang, um die übliche woke Dekonstruierung von Wortbedeutungen handelt oder ob sie einen realen Kern hat, wurde daher ein simpler Fragenkatalog an namhafte Exponenten der kritischen Rassenlehre in Deutschland übermittelt, die alle sinngemäß Schwarzsein als politische Kategorie statt als Hautfarbe eingestuft hatten, nämlich Josephine Apraku, Florence Brokowski-Shekete, Anne Chebu, Alice Hasters, Hadija Haruna-Oelker, Tebogo Nimindé-Dundadengar,  Tupoka Ogette, Sharon Dodua Otoo, Noah Sow und Olaolu Fajembola.

Deutsche Critical-Race-Vertreter befragt – nur eine antwortet

Außer Fajembola antwortete keiner auf den Fragenkatalog. Von ihm gab es auf die nachfolgenden Fragen die jeweiligen kursiv gesetzten Antworten:

  • Kann nach Ihrem Verständnis eine Person, deren Hautfarbe bzw. äußeres Erscheinungsbild eindeutig als weiß wahrgenommen wird, dennoch schwarz sein?

Antwort: Da wir Schwarzsein als eine soziale Konstruktion sehen, kann eine Person, die afrikanisch-diasporische Bezüge hat, einen sehr hellen Hautton haben, trotzdem als Schwarz gelten. Menschen mit Albinismus können auch einen sehr hellen Hautton haben und sind auch Schwarz. Schwarze Menschen („Schwarz“ wird politisch großgeschrieben), auch Menschen mit afrikanisch-diasporischen Bezügen, machen in weißen Mehrheitsgesellschaften Rassismuserfahrungen und werden in der racial Hierarchie nach unten eingeordnet, während weiße Menschen an der Spitze stehen und als Norm gelten in Bezug auf Schönheit, Eignung, Intelligenz, als Deutsche etc.
Mehr Info findest du unter dem Stichpunkt „White Passing“ in den USA (z. B. Walter Francis White).

  • Kann umgekehrt eine Person mit eindeutig sehr dunkler Hautfarbe dennoch weiß sein?

“Aus dem Weißsein ausgeklammert“

Antwort: Historisch gesehen (siehe USA) gab es immer wieder Personengruppen, die trotz heller Hautfarbe nicht als weiß gelesen wurden: italienische Immigrant*innen, jüdische Menschen, indigene Menschen etc. Weißwerdung durchlief historisch also auch einen Prozess. „Sehr dunkle Hautfarbe“ ist auch schwierig zu definieren. Meinst du damit dunkleren Hautton (zum weißen Gegenüber?), welche Grundlage/Ausgangspunkt nimmst du an? Nimmst du in die Bewertung auch Augenfarbe, Haarfarbe etc. mit ein? Viele Menschen, die aus südeuropäischen Kontexten kommen (Italien, Spanien, Griechenland, Türkei, arabische Länder etc.), eine als „weiß“ angenommene Hauttönung haben, wurden auf der Basis dieser Merkmale abwertend als „Schwarzköpfe“ bezeichnet und damit aus dem Weißsein ausgeklammert. Durch die Migrationsbewegungen seit jeher in der Menschheitsgeschichte gibt es natürlich auch Menschen mit sehr dunklen Hauttönen, die heute dennoch als weiß gelten. (Spannend hierfür auch mal die künstlerische Ausstellung „Humanae“ anzuschauen, um festzustellen, wie sich Hautfarbe und deren soziale Bewertung unterscheiden (siehe hier).

  • Könnten Sie für beide Fälle jeweils eine konkrete Person als Beispiel nennen?

Antwort: Please check Rachel Dolezal.

  • Falls Sie nur eine der beiden Möglichkeiten bejahen: Welche Rolle spielt die tatsächliche Hautfarbe dann bei der Einordnung als schwarz oder weiß?

Antwort: (Weiße) Hautfarbe erlaubt Zugänge zu bestimmten Privilegien: Erfolg im Showbusiness, Zugänge in illustre Kreise, Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen, historische Geschichte der jeweiligen Gesellschaft, welche Assoziationen diese mit den verschiedenen Hauttönen hat. Wie sortiert diese Gesellschaft historische Konzepte des Kolonialismus, Versklavung Schwarzer Menschen, Errungenschaften afrikanischer Gesellschaften und der Diaspora in ihrer Gesellschaft ein etc.? All diese Ebenen beeinflussen, wie wir das Konzept der Hautfarbe bewerten.

Da Fajembola die einzige Person war, die antwortete (und dies noch ausführlich), werden ihre Antworten hier vollständig wiedergegeben und verdienen zudem natürlich eine ebenso ausführliche Betrachtung. Es fällt auf, dass sie einerseits sehr konkret wird, dann aber wieder doch nicht. Aber der Reihe nach: Grundsätzlich stimmt es, dass afrikanische Albinos eine weiße Hautfarbe haben, aber dennoch als Teil der schwarzen Community gelten. Allerdings war nach einem eindeutig als weiß wahrgenommenen Erscheinungsbild gefragt worden – und das trifft in diesem Fall nicht zu. Afrikanische Albinos kann man nicht mit Europäern verwechseln, wie diese Bilder zeigen:

(Screenshot:Netzfund)

Dann kommt Fajembola darauf zu sprechen, dass auch oft genug Europäern ihr Weißsein abgesprochen wurde. Man könnte ihrer Aufzählung auch noch die US-Iren hinzufügen, die von der Mehrheitsgesellschaft lange Zeit ausgegrenzt wurden. Dies ist sogar eine gute Bestätigung dafür, dass Rassen eben (auch) ein soziales Konstrukt sind. Allerdings führt dies ein wenig von der Frage weg. Denn in diesem Beispiel wurden Weiße nur als nicht-weiß, aber eben nicht als schwarz klassifiziert. Etwas weniger überzeugt der Verweis auf die Südländer, die als „Schwarzköpfe“ bezeichnet wurden – denn das bezog sich ja nur auf die Haarfarbe und nicht auf die Hautfarbe. Auch spricht Fajembola nur davon, dass diese Personen (im weitesten Sinne) als schwarz gelten, trifft aber keine Aussage darüber, ob sie diese selbst als Teil der schwarzen Gemeinschaft ansieht.

Nach konkreten Personen befragt, nennt Fajembola dann Walter Francis White und Rachel Dolezal. Walter Francis White war (je nach Definition) Afroamerikaner und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Bürgerrechtsbewegung aktiv. Zumindest auf Schwarz-Weiß-Fotos sieht er tatsächlich weiß aus. Auf Farbfotos könnte man ihn gerade noch als Afroamerikaner erkennen (wobei damals allerdings die Farbqualität zu wünschen übrig ließ). Laut seiner Autobiographie hatte er fünf schwarze und 27 weiße Urururgroßeltern, womit er mathematisch etwa zu 10–20 Prozent afrikanischer Abstammung wäre. Und Rachel Dolezal war eine weiße Frau, die sich allerdings mit genug Selbstbräuner und Lockenwicklern als zumindest hellhäutige Afroamerikanerin inszenierte und in antirassistischen Initiativen engagierte. Als der Schwindel 2015 aufflog, trat sie von ihren Ämtern zurück.

Blackfacing und Schwindel

Fajembola lässt leider nicht erkennen, ob sie Dolezal als schwarz anerkennt oder nur wiedergibt, dass sie von anderen Menschen als schwarz anerkannt wurde, jedenfalls, bevor der Schwindel aufflog; die Reaktion war damals aber überwiegend negativ. Viele Afroamerikaner nannten sie eine Betrügerin und warfen ihr Blackfacing vor. Tupoka Ogette – die für diesen Artikel ebenfalls angefragt wurde, aber nicht antwortete – hatte sich 2015 zu Dolezal wie folgt geäußert: „Der Fall hat mich ebenso schockiert und entsetzt wie viele andere aus der schwarzen Community hier in Deutschland oder auch in den USA, weil es einfach ein extremes respektloses Verhalten gegenüber schwarzen Menschen ist, die seit Jahrhunderten und auch tagtäglich gegen strukturellen Rassismus kämpfen, gegen Alltagsrassismus, gegen institutionellen Rassismus, und wenn dann jemand kommt und weiß ist und sich diese schwarze Jacke an- und auszieht, wie es ihr gerade beliebt, das ist eine Art Hohn für diese ganze wichtige Arbeit.“

Noah Sow, die ebenfalls angefragt wurde, hatte sich zwar nicht zu Rachel Dolezal geäußert, wohl aber zu Günter Wallraff, der sich mittels „Blackfacing“ als Kwami Ogonno ausgab, um mit versteckter Kamera Rassismus in der deutschen Gesellschaft aufzuspüren. Er bediene sich dabei weißer Privilegien: „Er äfft unterdrückte Minderheiten nach und erntet damit Geld, Aufmerksamkeit und sogar Respekt. Er kann als angemalter Weißer schwarze Erfahrungen nicht machen und auch nicht in einen Zusammenhang stellen, auch wenn er das glaubt oder versucht. Wallraff macht hier vor allem auf sich selbst aufmerksam.“ Wenn man nach einem weiteren deutschen Fall sucht, stößt man auch auf „Martina Big“: Die deutsche Frau hat sich ihre Haut einfärben lassen und absurd große Brustimplantate (daher auch der Künstlername). Sie benannte sich in “Malaika Kubwa” um und reiste nach Kenia. Ihr Fall rief gemischte Reaktionen hervor. Die deutsche Antirassismus-Szene scheint von ihr keine Kenntnis genommen zu haben; Afroamerikaner lehnen sie meist ab, in Kenia sind die Reaktionen der Bevölkerung eher positiv.

Clinton, der “erste schwarze Präsident“

Norman Mailer beschrieb schon 1957 den „White Negro“ („Weißen Neger“), also Weiße, die aus Liebe zu Swing und Jazz einen schwarzen Lebensstil adaptierten. In einer Weiterentwicklung des Gedankens wurde daraus „Wigger“ oder „Whigger“, wobei dieser Begriff eher abfällig gebraucht wird. In den USA kann die Situation tatsächlich schnell kompliziert werden: Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren ist weiß, bezeichnete sich aber immer als „Native American“, wofür sie von Präsident Donald Trump als „Pocahontas“ verspottet wurde. Schließlich legte sie das Ergebnis eines Gentests vor, laut dem sie zu weniger als 2 Prozent nativer Abstammung war. Das Ergebnis bewegte sich allerdings im Rahmen der statistischen Unschärfe – und etwa 10 Prozent der weißen Amerikaner dürften von den Ureinwohnern abstammen. Herman Cain wollte 2012 für die Republikaner Barack Obama herausfordern und betonte immer wieder, ein „echter Schwarzer“ zu sein, weil er ja – anders als der US-Präsident – kein weißes Elternteil habe. Er bekam allerdings postwendend aus dem demokratischen Lager den Vorwurf, bei ihm handele es sich um einen „Oreo“ (schwarzer Keks mit weißer Cremefüllung). Über Senator Tim Scott hieß es, er sei ein „weißer Mann in einem schwarzen Körper“, und vom Verfassungsrichter Clarence Thomas wurde gesagt: “Er sieht schwarz aus, denkt aber weiß“.

Joe Biden erklärte 2020 im Gespräch mit einem schwarzen Radiomoderator, wer Trump wähle, sei kein Schwarzer – und musste nach heftiger Kritik um Entschuldigung bitten.
Als herauskam, dass US-Vizepräsident Dick Cheney und Barack Obama weit entfernte Cousins seien, bezeichnete Obama ihn als das „schwarze Schaf der Familie“. Wenigstens einen Weißen, der als schwarz bezeichnet wurde, findet man nach längerer Suche dann doch: Nämlich Bill Clinton. Die afroamerikanische Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison nannte ihn 1998 den „ersten schwarzen Präsidenten“. Sie bezog sich darauf, dass er aus der Arbeiterschicht stamme, ohne Vater aufgewachsen sei, Fast Food liebe und auf dem Saxophon gern Jazz, Blues und Soul anstimme. Vor allem aber spielte sie auf den damaligen Skandal um Monica Lewinsky an, der sie an die häufigen Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen schwarze Männer erinnere. Obwohl eigentlich als Solidarisierung gemeint, erntete sie für ihre wenig schmeichelhafte Darstellung der Afroamerikaner – wen wundert’s? – Rassismusvorwürfe.

Künstlerische Empörung über den „Rassisten“ Biden 2020

Die schwarze Schriftstellerin Elizabeth Alexander, die zu Obamas Amtseinführung ein Gedicht verlas, meinte, man müsse Bill Clinton als ersten schwarzen Präsidenten langsam in Rente schicken, und auch Morrison selbst schwächte damals ihre frühere Einschätzung deutlich ab. Mittlerweile ist das Zitat gute 30 Jahre alt. Kaum vorstellbar, dass es heute noch auf Zustimmung aus der antirassistischen Szene stieße. Die ebenfalls für den Artikel angefragte Alice Hasters hatte im Jahr 2020 Dieter Nuhr “Rassismus” vorgeworfen und sich an einer Begriffsdefinition versucht: „‚Weiß‘ ist, wie alle anderen Rassifizierungen auch, ein soziales Konstrukt und kein biologischer Fakt. Ob man in die Kategorie ‚weiß‘ fällt, kann kontextabhängig sein. Auch ich kann in manchen Kontexten weiß sein. Dieter Nuhr ist in jedem Kontext weiß.“ Auch hier erkennt man eine gewisse logische Einbahnstraße: Sie als Schwarze kann weiß sein, ein Weißer aber eben niemals schwarz sein. Also ist es, anders als sie sagt, eben nicht kontextabhängig, ob jemand als weiß gilt, denn sonst könnte sie einen Kontext benennen, in dem Nuhr eben schwarz ist. Und natürlich ist auch das Weißsein, das Hasters beansprucht, an biologische Fakten gebunden.

2020 klagte Aaliyah Bah-Traoré, dass „light-skinned“ (hellhäutige) Schwarze einen „Weichspül-Antirassismus“ verträten und dadurch die Arbeit von “dark-skinned” (dunkelhäutigen) Schwarzen an den Rand gedrängt würde. In der “Zeit” schrieb Philipp Awounou, dass hellhäutige Schwarze „ähnliche Abwehrreflexe wie weiße Menschen in der Rassismusdebatte“ zeigten und nicht bereit seien, ihr hellhäutiges Privileg anzuerkennen. Daraufhin zogen sich Alice Hasters, Aminata Belli, Ciani-Sophia Hoeder, Fabienne Sand, Hadnet Tesfai, Josephine Apraku und Noah Sow aus der Jury für einen feministischen Preis zurück. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten sie: „In den vergangenen Wochen waren es vor allem Schwarze Menschen mit vergleichsweise hellerer Haut, die als Sprecher*innen unserer diversen Communities dargestellt und vereinnahmt wurden. Die Realitäten Schwarzer Communities und auch unsere Erfahrungen mit Rassismus sind vielfach komplexer und können auf diese Weise kaum repräsentiert werden. Wir wissen, dass es unsere Nähe zum Weiß-Sein ist, die es für weiße Menschen bequemer macht, uns einen bestimmten Raum im Diskurs um Rassismus zuzugestehen.“

Es ist paradox

Besonders bezeichnend: Auch Tesfai, die selbst kein weißes Elternteil hat, schloss sich der Stellungnahme an. Über die Ursachen kann man nur spekulieren. Ihre Eltern entstammen dem Volk der Tigrinya, das in Eritrea lebt. Tatsächlich ist sie aber vergleichsweise hellhäutig. Denn die Tigrinya sind aus einer afrikanischen Ursprungspopulation und Einwanderern von der arabischen Halbinsel hervorgegangen. Wie man sieht, ähnelt die kritische Rassenlehre der klassischen Rassenlehre darin, dass sie Konzepte für Reinheit und Mischlinge hat, auch ohne diese Begriffe explizit zu verwenden. Statt „Genen“ sagt man einfach „Privileg“. Das allerdings würde erneut die Frage aufwerfen, ob man Aurel Mertz den Zugang zum Freibad gewährt hätte oder nicht. Schauspielerin Zoë Saldaña jedenfalls erfuhr selbst Blackfacing-Vorwürfe, als sie einige Hauttöne dunkler geschminkt wurde, um die Rolle der Sängerin Nina Simone zu spielen. Die Vertreter der kritischen Rassenlehre schaffen es zwar, Personen mit heller Hautfarbe zu benennen, die sie als schwarz einordnen, jedoch nur dann, wenn diese Person wenigstens zum Teil afrikanischer Abstammung ist. Wer ausschließlich europäische Vorfahren hat, wird nicht als schwarz angesehen. Es ist paradox. Das woke Lager erkennt einerseits eine transsexuelle, jedoch keine transrassische Identität an. Weiße dürfen in dieser Logik keine Dreadlocks tragen, weil dies „kulturelle Aneignung“ wäre. Dabei sollte ein Wechsel andererseits aber doch problemlos möglich sein, da Linke die biologischen Unterschiede zwischen den Rassen leugnen. In Bezug auf die Geschlechter ist ihnen zumindest doch ein letzter Funken Realitätssinn in Bezug auf körperliche Unterschiede übrig geblieben, wovon Begriffe wie „Frau mit Penis“ oder „Person mit Uterus“ zeugen.

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Sind Palästinenser eigentlich weiß oder nicht? Die “New York Times” ist sich da nicht ganz sicher. Der Palästinenser Justin Amash gilt ihr als weiß, denn er ist männlich, christlich und Republikaner. Die Palästinenserin Rashida Tlaib gilt hingegen als Person of Color, denn sie ist weiblich, islamisch und natürlich Demokratin. Ein besonders unschönes Beispiel: Der Polizist Daniel Holtzclaw, der mehrere schwarze Frauen bei Verkehrskontrollen vergewaltigt hatte, wurde im linken Lager als Weißer bezeichnet. Viele Nachrichtenartikel zeigten kein Foto. Denn anderenfalls hätte man ihm seine asiatischen Wurzeln angesehen: Sein Vater ist weiß, seine Mutter Japanerin.

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15 Kommentare

  1. ,,Ein kosmetischer Eingriff zur Penisvergrößerung ist für den (,,britisch“)-nigerianischen Influencer und Unternehmer Igho „Tiny“ Ubiribo tödlich ausgegangen. Der 43-Jährige starb wenige Stunden nach einer Behandlung in Bangkok. Das geht aus den nun vorliegenden Erkenntnissen der Londoner Gerichtsmedizin hervor.“

    https://www.welt.de/vermischtes/article6a9ebecc721eb476650a2b88/behandlung-in-bangkok-43-jaehriger-stirbt-nach-penis-vergroesserung-obduktion-offenbart-hyaluronsaeure-in-der-lunge.html

    ,,Ubiribo, der auf Instagram rund 185.000 Follower hatte und dort unter anderem seinen luxuriösen Lebensstil zeigte, hielt sich Anfang März gemeinsam mit seiner Ehefrau Danielle Simba Allen (44) in Bangkok auf. Nach Angaben der „Bangkok Post“ unterzog er sich dort in einer Klinik einem sogenannten Penis-Filler. Dabei wurden den Ermittlungen zufolge 40 Milliliter Hyaluronsäure und Lidocain injiziert. Der Name der Klinik wurde bislang nicht öffentlich gemacht.

    Nach dem Eingriff kehrten Ubiribo und seine Ehefrau in ihr Hotel zurück. Anschließend ließen sie sich massieren. Währenddessen verschlechterte sich der Zustand des 43-Jährigen plötzlich. Er klagte über starke Schmerzen in der Brust und brach mehrfach zusammen.“…“

    https://gazettengr.com/igho-tiny-ubiribo-who-died-after-penis-enlargement-surgery-was-once-declared-wanted-for-drug-trafficking-by-ndlea/

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  2. Wenn die „Wiege der Menschheit“* in Afrika liegt, wie können dann Menschen als nicht Afrikaner gelten? Wären wir dann nicht alle afrikanischen Ursprungs und somit nur shades of grey ähm black?
    Aber wer die Geschichte nur von heute bis 1933 kennt, kann das natürlich nicht wissen. Wie so vieles andere auch nicht.

    *= „Wiege der Menschheit ist eine Metapher für jene Region, in der sich die Hominisation zugetragen hat, also die biologische Evolution und die frühe kulturelle Entwicklung der Gattung Homo. Diese Redewendung bezieht sich insbesondere auf den anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens), häufig jedoch auch auf dessen Vorläufer-Arten wie Homo erectus und die Australopithecinen. In diesem weiteren Sinne bezieht sich die Metapher auf die Region, in der der letzte gemeinsame Vorfahre des Menschen und der Schimpansen lebte.
    Schon Charles Darwin hatte 1871 vermutet,[1] der Mensch habe sich in Afrika entwickelt, da seine nächsten Verwandten – Gemeine Schimpansen, Bonobos und Gorillas – dort beheimatet sind. Seit 1924, als das damals älteste Fossil eines unmittelbaren Vorfahren des Menschen in Südafrika entdeckt wurde (das Kind von Taung), trugen zahlreiche weitere Fossilfunde dazu bei, dass Darwins Hypothese heute als sehr gut abgesichert gilt und daher Afrika von den Paläoanthropologen als die Wiege der Menschheit angesehen wird. Bedeutende Fundstellen befinden sich in Südafrika, entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, vor allem in Kenia, Tansania und Äthiopien sowie in der Höhle von Djebel Irhoud in Marokko.“

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiege_der_Menschheit

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  3. Zuordnungen zu Rassen, ein politischer Kampfstil der versifften LinksGrünWoken Schikaria und Mittel zum Zweck bei NGOs!
    Diese hier. Die Frau ist schwarz. Ja, ähm, na und!
    Die Lady ist für mich mehr deutsch als so
    manches linksgrünversifftes NGO-Politik(er) Pack!
    ::::
    Wir MÜSSEN über die negativen Folgen unkontrollierter Migration reden!

    Der YT-Kanal von ihr:

    Karoliya Tal Uncut

    https://www.youtube.com/@karoliyataluncut/videos

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  4. Was gibt es doch auf dieser Welt für einen riesigen Haufen Bekloppte!
    Da sind mir die Viecher wesentlich lieber.
    😜

  5. Übrigens: Aus biologischer Sicht ist Rasse die Unterart einer Art (Subspezies einer Spezies).

    Unterarten bilden sich aufgrund von Anpassung an die jeweiligen Lebensbedingungen.
    Geographie, Klima und Ernährung spielen dabei eine Rolle. Das gilt sowohl für die Fauna, zu der auch der Mensch gehört, als auch für die Flora.
    Das Wort Rasse stammt aus dem Italienischen: ‚razza‘ bedeutet Stamm, Abstammung.

    Da auch die Deutschen verschiedenen Stämmen zugeordnet sind, gibt es auch entsprechend viele deutsche Rassen.
    Eine, die sich erst in den letzten Jahrzehnten herausentwickelt hat, ist der Vollidiot. Diese Rasse ist eine ethnische Besonderheit, die bereits in der Mehrheit zu sein scheint, und jeden, der nicht ihrer Meinung ist, als Nazi oder Rassist tituliert.
    😜

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  6. Noch zu erwähnen, die ,,Unterrasse“ der deutschen, völlig entweiblichten ( sehr zornigen) Nachkriegs-MANNFRAU…

    Hier ist die ausgebleichte Subspezies bei ihren archaischen Beschwörungstänzen zu beobachten 😉

  7. Es ist schon sehr frappierend , wie sehr dieser linksgrünwoke Kulturbetrieb mit diesen Themen jongliert .Erinnert an dunkelste Zeiten arischer Abstammungslehren , nur halt im modernisierten Gewand und um diesmal den Weißen die Arschkarte zu überreichen . Nebenbei fällt für die Lobbyisten aller stärker Pigmentierten ne Menge Kohle und Deutungshoheit ab….Ich dachte , die Menschheit könnte diesen Irrsinn überwinden ,aber die Verlockungen von Teilen und Herrschen sind halt viel zu groß…Also munter weiter im Rassistenroulette mit Nazitourette….

  8. Unfassbar:
    Migrationspolitik
    Kritik an Aussetzung des Familiennachzugs wächst
    https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/familiennachzug-kritik-migration-100.html

    Und was ist mit den 1 Million abgelehnter Asylbewerber, die immer noch in Deutschland leben und nicht abgeschoben werden?

    Fast eine Million abgelehnte Asylbewerber leben in Deutschland
    https://www.bild.de/politik/inland/fluechtlinge-fast-1-mio-abgelehnte-asylbewerber-leben-in-deutschland-6922d3158553befaa4af4c11

    Migration
    Nur ein Land weltweit beherbergt mehr Flüchtlinge als Deutschland
    https://www.welt.de/politik/deutschland/plus6a27b57f9ee21b0393c8ec82/migration-nur-ein-land-weltweit-beherbergt-mehr-fluechtlinge-als-deutschland.html

  9. Mit Unterarten bin ich nicht einverstanden, denn sie stellen die Diversität einer Rasse dar. Man sollte besser Andersarten sagen, wie in Deutschland Westfriesen, Ostfriesen, Badener, Bayern, Württemberger, Schwaben, Rheinländer, Saarländer …

    Für mich ist der Begriff Rassismus ein soziales Konstrukt mit Negativbeiwert.
    Der Begriff soll übrigens von einem schwarzen US-amerikanischen Ehepaar (Pädagogen o.ä.) in den 50er-60er Jahren mit der Absicht von Spaltung allgemein in die Welt getragen worden sein (freimaurerisch gesteuert ?!). Hatte mal einen Bericht darüber vor etlichen Jahren gelesen.

    Im übrigen nehme ich eins aus diesem Artikel mit zum abspeichern:
    „austronesisch“ .
    Nach der Definition meiner Quelle kann man es als australisch-indo-polynesisch verstehen, da es sich von Madagaskar über den Indischen bis zum Pazifischen Ozean (Madagaskar Malaysia Indonesien Polynesien Osterinseln —> eine Sprachgruppe) als gängige Indigenensprache erstreckt.

  10. Großbritannien
    Anglikanische Kirche ehrt islamischen Christenhasser mit Versöhnungs-Preis
    Er lobt Willkürgesetze, die dazu führen, dass Christen in Pakistan zum Tode verurteilt werden, preist Osama bin Laden, verteidigt Selbstmordattentate und hetzt immer wieder gegen Nichtmoslems. Nun bekommt Hafiz Tahir Ashrafi einen Preis der Anglikanischen Kirche.
    https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2026/anglikanische-kirche-ehrt-islamischen-christenhasser-mit-versoehnungs-preis/

  11. Geburtendefizit nicht ausgeglichen
    Bayerns CSU-Innenminister feiert sinkende Einwohnerzahl als Beweis für Migrationswende
    Im ersten Halbjahr 2026 starben in Bayern mehr Menschen, als Kinder geboren wurden. Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) wertet diese Entwicklung trotzdem als Erfolg – und zwar für eine vermeintliche Migrationswende.
    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/bayerns-innenminister-feiert-sinkende-einwohnerzahl-als-beweis-fuer-migrationswende/

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