Wären sie mal besser Berufspolitiker geworden: Scholz-Neffen insolvent

Dem lieben Onkel sind Pleiten wohlvertraut… (Foto:Imago)

Tick, Trick und Track hießen die Neffen von Donald Duck, die immer etwas gerissener waren als ihr tollpatschiger Onkel, denen aber am Ende alles gelang. Das kann man im Fall von Fabian und Jakob Scholz wahrlich nicht behaupten, den Neffen des deutschen Bundeskanzlers: Die agieren nämlich anscheinend genauso glücklos wie ihr prominenter Verwandter Prinz Valium im Bundeskanzleramt – mit dem Unterschied, dass sie für ihre Fehlentscheidungen nun persönlich die Rübe hinhalten müssen, während „Senilus“ Scholz mit offenbar allem durchkommt.

Die Scholz-Neffen nämlich hatten sich während der Corona-Zeit aktiv in der Gründerszene getummelt – bis sie nun famosen Schiffbruch erlitten: Beide mussten für ihr 2020 gegründetes Fintech-Startup „RubarbInsolvenz anmelden. Der Grund: Angeblich seien „Finanzierungszusagen leider zurückgezogen” worden, so Fabian Scholz. Man habe daher die Grätsche gemacht, um „frühzeitig die Sanierungsmöglichkeiten der Insolvenzordnung” einsetzen zu können. „Wir bedauern sehr, dass wir diesen Schritt nicht vermeiden konnten. Während wir noch im Mai sehr zuversichtlich waren, hat sich leider die Stimmung am Kapitalmarkt in der Zwischenzeit – wegen des fortwährenden Ukraine-Kriegs und des Einbruchs der Kryptomärkte – dramatisch verschlechtert“, so Scholz weiter. Schuld sind immer die anderen – zumindest das scheint in den Genen zu liegen. Der soziale Flurschaden des nunmehrigen Schiffbruchs ist durchaus nicht gering: Ende des Monats können erstmals die Gehälter der 30 Mitarbeiter nicht mehr gezahlt werden, die Hälfte von ihnen wird wohl sogar ganz ihren Arbeitsplatz verlieren.

Problem liegt in der Familie

Zudem räumten beide Neffen auch einen fehlerhaften Umgang mit ihren Geldgebern ein – denen sie gleichwohl „dringend“ empfahlen, „nicht mit der Presse zu sprechen“. Eine versteckte Drohung? Wenigstens entschuldigten sich die Kanzlerverwandten für „einen Teil unseres Kommunikationsstils in den vergangenen Wochen, den wir rückblickend hätten besser händeln müssen.“ Sieh an: Dieses Problem scheint ebenfalls in der Familie zu liegen. Denn auch Onkel Olaf sieht sich – vor allem in den letzten Wochen – zunehmender Kritik an seinem „Kommunikationsstil” ausgesetzt, der von unabhängigen Beobachtern als nachgerade unverschämt arrogant beschrieben wurde – etwa, als Scholz nach dem G7-Gipfel in Elmau eine ausländische Journalistin vor laufenden Kameras blamierte, indem er sich ohne jeden Grund weigerte, ihre freundlich vorgebrachte Frage nach den Sicherheitsgarantien der G7-Staaten für die Ukraine zu beantworten.

Was genau bei den Scholz-Neffen schief lief, darüber lässt sich nur spekulieren, aber sicher ist, dass vor der Insolvenz alle Versuche gescheitert waren, gemeinsam mit den Investoren doch noch Wege zur Rettung des Unternehmens zu finden. Einer der Anleger erklärte gegenüber dem „Handelsblatt”: „So etwas habe ich noch nie gesehen. Wie kann man von einem Fundraising im Februar den Laden in weniger als fünf Monaten an die Wand fahren?“ Eingedenk der familiären Nähe beider Gründer zum Kanzler habe er im Vorfeld gedacht, „die können da doch nicht Wildwest machen.“ Anscheinend konnten sie doch – mit erwartbarem Ausgang.

Experten von Beginn an skeptisch

Dazu passen auch die ganz unbescheidenen Ziele von „Rubarb”: Die Scholz-Neffen hatten offenbar keine geringere Ambition, als eines der größten Finanzunternehmen der Welt zu werden. Dafür hatten die Brüder rund 4,8 Millionen Euro zusammengebracht; die gleichnamige App sollte es Sparern ermöglichen, in Aktien und Anleihen zu investieren. Experten hatten diese Geschäftsidee schon früh skeptisch beurteilt. So zeigt sich denn auch der Marktanalyst Timo Emden wenig überrascht von der Insolvenz: Angesichts der Krise des Kryptomarkts würden derzeit sämtliche Geschäftsmodelle „auf Herz und Nieren geprüft, Investoren überdenken ihre Entscheidungen und ziehen ihr Geld im Zweifelsfall wieder ab”, erklärte er. „Je tiefer der Markt insgesamt, desto mehr Unternehmen geraten in Existenznöte.” Daran konnte wohl auch der kurze Draht der beiden Entrepreneurs zum mächtigen Onkel im Kanzleramt – der wohl einen großen Teil der Investoren zu ihrem Engagement bewogen haben dürfte – nichts mehr verhexen.

Denn ganz so einfach und nonchalant wie im Fall von dessen dubiosen Verwicklungen in den Cum-Ex-Skandal, als die Hamburger Warburg-Bank unter seiner Ägide als Erster Bürgermeister riesige Steuererleichterungen erhielt, oder von Scholz‘ skandalösem Wegschauen bei der Wirecard-Affäre durch die ihm als damaligem Bundesfinanzminister unterstehende Finanzaufsicht Bafin, ließen sich die Finanzprobleme seiner Neffen wohl doch nicht regeln. Vielleicht hätten die beiden besser daran getan, das „deutsche Modell“ zu wählen und ihrem Onkel in den Staatdienst zu folgen: Lebenslange üppigste Vollversorgung auf Kosten der Gemeinschaft, Null-Risiko als Berufspolitiker, für die eigenen Fehler zahlen immer die anderen. Und über die durch Scholz‘ Regierung maßgeblich mitbeschleunigte Preisexplosion müssten sie sich dann ebenfalls keine Sorgen machen.

9 Kommentare

  1. Verantwortung nehmen fehl am Platz, wieso auch? Die Finger musste man sich ja noch nie schmutzig machen!

    Wenn Sie hier von Tick, Trick und Track reden, dann von Exemplaren im Kindesalter?

    Zur Zeit besteht das Massenphänomen, das Erwachsene, die nie die Reife Ihres entsprechendem Alter erreicht haben, sondern immer noch auf dem Niveau des Kind sein stehen geblieben sind, meinen Ihre Berufung besteht darin, das Ruder in die Hand zu nehmen, um einem auf Großkotz machen zu können.

    Möglich hat das erst die Zersetzung der Demokratie mit dem Corona-Hype gemacht.

    Jetzt dürfen wie zu sehen, wie uns erwachsene Kinder ans Bein pinkeln. Was kommt als nächstes? Die Abschaffung der Mehrwegsteuern?

    Wenn das alles nicht so rasend schnell den Bach hin runter geht, würde ich meinen, da kam man noch was entgegen setzten, aber es wird ja von Tag zu Tag nur noch kunter bunter…

    Jeder vernüftiger Menschen kann, was in den letzten Jahren schon geschehen, jetzt schon mit einem ganzen Arsenal von Argumenten und richtig Stellungen ganze Lieder singen. Aber es wird einfach auf Stumm gestellt, damit die sogenannten Spielverderber munter bunter weiter machen können, bis es für uns alle kein morgen mehr gibt.

    Das große Erwachen, auf die Ersatzbank damit. Wir machen einfach weiter und jedes verursachte Problem, kehren wir einfach unter den Teppich, solang bis es nichts mehr unter dem Teppich kehren gibt. Schließlich macht es uns soviel Spass und wir verspüren endlich mal großes zu erlangen, wollen ja auch mal groß werden wie diese verstummen und strünzdummen Leute, welche Verantwortung und Schaden auf sich nehmen.

    So könnt Ihr euch nicht nur die Neffen Scholz vorstellen, sondern diese ganzen Leute, welche uns gerade dieses Lied auf der Flöte spielen. Track: Monster Dicko feat. Trash Junk – Wir machen euch alle klein und uns groß, Ihr seit so doof!

  2. Und was macht das Sprachrohr?
    Fassen die unsäglichen Spinner mit Samthandschuhen an und erschlagen deren Kritiker mit der Brechstange.
    Das ist der eigenliche Skandal und macht die Menschen zum Problem, welche da jubelnd eine Sause da raus machen.

    Resultat: Die Hölle ist Tropfen voll und der Himmel gähnend leer. Und das Nirwana (Kokniko/Niemalsland) ist nicht mehr anzusprechen, nicht für so ein Hohn zu erreichen.

  3. Ich sehe da jetzt kein Problem !
    Sie können doch genau wie Lindner immer noch in die Politik gehen .
    Es gibt ja reichlich Politiker die keine Ahnung von dem haben was sie tun .

  4. „… App sollte es Sparern ermöglichen, in Aktien und Anleihen zu investieren.“

    Alles wird zum x-ten mal „neu erfunden“ und sich dann wundern, dass der Laden an die Wand fährt. Macht nix, mal ne schnelle Insolvenz in 3 Jahren und dann erfinden wir uns einfach wieder neu.

    Schade, dass die Zukunftsmärkte gerade unter Sanktionen leiden.

    Euer E. Koslowski II

  5. Diese App stellt mir meine Sparkasse/Volksbank/etc. schon seit ca 20 Jahren kostenlos zur Verfügung.
    Sie nennt sich Online-Banking
    Immerhin haben sie 3 Jahre gut davon gelebt. Das Geld werden sie nicht zurückzahlen müssen.
    Wieviel davon war wohl Steuergeld?

  6. @WÄREN SIE MAL BESSER BERUFSPOLITIKER GEWORDEN
    das kann noch werden – die notwendigen Beziehungen für Geschäfte aller Art haben sie ja !
    Offen ist nur, wie lange das Geschäft noch läuft – in einem „failed state“ ohne Rating wird es auch für Politiker eng !
    Und wer dann nicht mehr hat als Politik wird bald mehr als flüssig !

    • @i.d. Geschichte eingehen
      ist er schon – als Meister des Cum-EX ohne rote Linien und Bankenlakai !

      Aber ich bin sicher, daß er noch getoppt werden wird !

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